Negativerfahrungen bei Bewerbungsgesprächen

Ken... 16.01.03 13:15

Hallo an die squeaker. Derzeit ist der Arbeitsmarkt für Absolventen ja denkbar schlecht. Für die Unternehmen, die noch einstellen, umso besser. Das ist aber noch lange keine Berechtigung für Bewerbungen, die für beide Seiten unerfreulich verlaufen. Angefangen bei Unterlagen, die nicht an- oder zurückkommen, über Blitztermine bis hin zu arroganten und teilweise beleidigenden Personalern beim Vorstellungsgespräch. Dazu kommen noch so heikle Themen wie Reisekostenerstattung oder Absagetexte.
Wie sind Eure Erfahrungen? Berichtet doch mal von Euren negativen Erlebnissen, und als Kontrast auch von besonders positiven Eindrücken! Da mische ich auch gerne mit...

  1. orcanet 16.01.03 19:06

    Hi,

    also so richtig negative Erfahrungen habe ich, wenn es denn mal zu einem Gespräch gekommen ist, bisher nicht gemacht. Allerdings war vom AC, über ca. 30 min. Inquisition bis hin zu 3,5 Std. nettes Plaudern alles dabei. Die negativen Erfahrungen habe ich besonders bei online-Bewerbungen gemacht - d.h. Antworten erst nach Wochen, oft gar keine Reaktion oder lapidare Standart Absagen. Ich bin jetzt zum 2. mal auf job-Suche und muss sagen, dass sich die ganze Sache vor 3 Jahren doch bedeutend leichter anliess. 4 Bewerbungen direkt nach der Uni, 3 Vorstellungsgespräche und davon 2 Zusagen.

    Z.Z. ca. 35 Bewerbungen, 5 Gespräche und bisher leider nur Absagen.

    Fazit: es hilft alles nichts, egal wie ätzend die Gespräche sind, da muss man durch und irgendwann klappts bestimmt!!!

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  2. dos... 17.01.03 18:43

    Meine Erfahrung bei Bewerbungsgesprächen beziehen sich auf Juli 2000, also einem Zeitpunkt an dem noch Hochstimmung in der New Economy herschte.

    Das ganze Bewerbungsverfahren war aus meiner Sicht nicht alltäglich.
    Eine Online Bewerbung auf die bereits einen Tag eine Eingangsbestätigungsmail der Onlinebewerbung eingegangen ist.
    Zwei Wochen später dann der Telefonanruf, das meine Online Bewerbung gefallen hat und ich doch bitte die üblichen Bewerbungsunterlagen VIA Post zusenden sollte.
    Knapp 4 Wochen später hatte ich dann nach erfolgreichem Bewerbungsgespräch den Vertrag in der Post.

    Auch das Bewerbungsgespräch, welches ca. 2 Wochen nach absenden der postialischen Bewerbung stattfand war von lockerer Atmosphäre geprägt.

    Trotz der jetzigen Krise in der New Economy und den daraus resultierenden Schwierigkeiten macht das Wirken bei der QSC AG sehr viel Spass.
    Abschließend gesagt würde ich sagen, ich habe im Sommer 2000 die richtige Entscheidung getroffen - den Job bei der QSC AG.

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  3. meydo 19.01.03 03:46

    ich hatte vor kurzem ein sehr interessantes Bewerbungsgespräch.

    ich habe das gespräch mit zwei key accountern und einem account director geführt. plötzlich kam der geschäftsführer noch herein und hat sich meinen CV geschnappt und überflogen, was mir schon zeigte, dass er vorher nicht einmal einen blick darauf geworfen hat.

    naja, wäre ja nicht weiter wild gewesen, aber dann seine Fragen. drei an der zahl:

    1. war ihr jahr als austauschschüler in den usa nicht teuer? wie haben sie das denn finanziert?

    2. was machen ihre eltern beruflich

    3. wie fanden sie ihre bankausbildung?

    und dann ist er auch wieder davon gerauscht. das hat dann doch eine seltsame stimmung im raum hinterlassen...

    die reisekosten wurden mir erstattet ( womit ich nicht wirklich gerechnet habe).

    alles in allem wäre der gesamte kontakt sehr nett verlaufen, wenn der geschäftsführer nicht so arrogant gewesen wäre. es war wirklich ein ziemlich trauriger auftritt (und es handelt sich hier um den deutschen marktführer!).

    gruss, meydo

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  4. Ken... 20.01.03 10:06

    Der letzte Beitrag von Meydo hat mich an einen fast vergessenen Termin letzten Sommer erinnert: bei einem Kölner Recruitingdienstleister führte ich das Gespräch zuerst mit 2 charmanten Damen aus der Fachabteilung. Nach einer halben Stunde gesellte sich dann einer der Geschäftsführer dazu, nachdem ich beide schon etwas "eingelullt" hatte. Der Herr Geschäftsführer merkte dies, schnappte sich eine 1-Liter-Eiscreme-Packung und nahm mich und das Eis genüsslich auseinander: "Ihre Diplomarbeit. Die ist doch gar nicht mehr zeitgemäß. Wissen Sie das?" "Stört Sie das Eis, oder warum sind Sie so unsicher?"... Gut, ich war nicht optimal vorbereitet, aber sein Verhalten erinnerte mich irgendwie an einen Platzhirschen, der sich seine Weibchen sichert. Nicht uncool, aber für einen Personaldienstleister unwürdig.

    Besonders geärgert habe ich mich erst neulich bei einem 2. Gespräch mit einem Personaler eines GE-Tochterunternehmens. Nachdem ich 45 Minuten auf ihn warten durfte (während meiner eigentlichen Arbeitszeit), wurde ich völlig unmotiviert begrüßt und durch das Gespräch geführt. Schnell stellte sich heraus, dass der gute Herr absolut unvorbereitet war und meine Unterlagen zum ersten Mal überhaupt sah. Jede Frage von mir wurde mit einem "Was denken Sie?" beantwortet, jede Aussage negativ ausgelegt. Ein Fall von beidseitiger persönlicher Antipathie, die am Ende dann in der Behauptung gipfelte, dass ich völlig abgehoben sei und mir meine Bewerbung nochmal überlegen solle... unprofessionell hoch 10.

    Ganz im Gegenteil als Positivbeispiel war der Termin bei einem Online-Finanzdienstleister, zufällig Partner von squeaker.net. So was Nettes erlebt man ansonsten nur im engen Freundeskreis. Dabei aber auch - der Situation angemessen - detaillierte fachliche Fragen, die zeigten, dass sich wirklich jemand mit meinen bisherigen Stationen beschäftigt hatte. Tolles Gespräch, tolle Frau. Es hat dort zwar nicht geklappt, aber das Unternehmen behalte ich weiter im Auge. Wer weiß, was in ein paar Monaten los ist....
    Danke für Eure Beiträge!
    Kenny

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  5. Anonym 20.01.03 15:14

    Da faellt mir ein, so ein richtig unsympatisches Bewerbungsgespraech hatte ich auch schon mal. Bei der Bank, die jetzt eine Versicherung ist. Bin mit der Gespraechspartnerin ueberhaupt nicht klar gekommen, bis wir uns dann ueber so Sachen wie, "warum ich Deutsch in der 12. Klasse abgewaehlt habe" unterhalten haben. Habe dann kurz vor Ende des Gespraeches meine Bewerbung zurueckgezogen...

    Ich denke so eine gegenseitige Antisympathie entsteht binnen der ersten Minuten und wenn die einmal da ist, kann man eigentlich schon nach Hause gehen.

    Ob solch eine Situation nun an der Unprofessionalitaet des Interviewers oder auf einen eigenen Fehler (Auftreten, erste Worte, Mimik) zurueckzufuehren ist, ist meines Erachtens sehr schwer zu sagen...

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  6. aim... 07.02.03 15:13

    Also, da erinnere ich mich auch an ein Gespräch vor 2 1/2 Jahren. War bei einer Big 5-WP-Gesellschaft um ein Praktikum im Bereich Corporate Finance. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwar schon woanders unterschrieben, wollte das Gespräch aber trotzdem noch führen. Zunächst mit 2 Managern. Ziemlich arrogant aber o.k. Dann kam der Partner, der noch arroganter war. Auf eine meiner Fragen (die ich gerade eine Woche vorher in einem anderen Gespräch gestellt bekommen und diskutiert hatte), stellte sich herraus, dass er von diesem Thema gar keine Ahnung hatte. Dann wollte er mir unterstellen, dass ich nicht Bescheid wüsste ("Wer sagt das, Sie oder Ihr Prof.?). Ich habe auf meiner Meinung beharrt, konnte ja nichts verlieren. Dann rief er wieder einen der anderen Manager dazu, der seine Meinung sagen sollte, er stammelte aber nur sowas wie: "Das weiss ich jetzt auch nicht so genau!". Wahrscheinlich wusste er, dass ich recht hatte. Total peinlich. Naja, jedenfalls, bekam ich trotzdem einen Vertrag zugeschickt. Aber das war vor 30 Monaten. Inzwischen gibt es nichts, nicht mal Bewerbungsgespräche (ich schliesse mein Studium diesen Monat ab). Deshalb werde ich für ein halbes Jahr oder länger ins Ausland flüchten. Hoffentlich siehts dann wieder besser aus!

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  7. Anonym 25.11.03 11:57

    Und wie findet ihr diese Geschichte?

    Vor ein paar monaten bewarb ich mich bei einem unabhängigen beratungsunternehmen für vorsorge und absicherung im bereich krankenversicherung und gesundheitsmanagement. Um missverständnisse zu vermeiden, Die Zeit und auch die portokosten für die versendung der teuren (besonders für einen arbeitslosen) bewerbungsmappe zu sparen, rufe ich unter die in der stellenanzeige angegebenen nummer an. Das übliche gespräch: ich nenne kurz die wichtigsten stationen meines werdegangs und erkündige mich, ob dies dem gesuchten qualifikationsprofil entsprechen würde. Ja, es sei interessant, ich möge bitte meine kompletten unterlagen zukomen lassen. Noch in einer woche lädt mich die Firma zum Vorstellungsgespräch ein.

    Das übliche vorbereitungsfieber. Leider nur meinerseits. Denn der Vorstandsvorsitzende, dem ich mich vorstelle (in seinem privathaus - das zentrum ist noch nicht eröffnet) erscheint zu unserem gespräch in einem verwaschenen t-schirt!
    Gleich nach der begrüßung erzählt er mir, dass sie hunderte unterlagen von höchstqualifizierten bewerbern erhalten haben und dass mein qualifikationsprofil in keinster weise dem gefordeten gleicht. Anschließend wird mir meine bewerbungsmappe in die hand gedrückt.

    Nach nur 5 minuten (!) sitze ich wieder im auto und verstehe, dass es wohl völlig sinnlos ist, von diesem "kompetenten Berater für unsere gesunde zukunft" eine reisekostenerstattung zu erwarten. Dummerweise habe ich nichts schriftliches in der hand, was ich dem finanz- oder arbeitsamt vorweisen könnte - weder die einladung zu diesem Bewerbungsgespräch, noch die absage. Die einzige möglichkeit ein "firmenautogramm" für die behörden zu bekommen sehe ich in einem rein formalen schreiben an das Unternehmen mit dank für das ausführliche und informative gespräch und bitte um erstattung der reisekosten. Darauf müssen sie wenigstens mit einer ablehnung reagieren.Und das tun sie!

    Was im geschäftsleben schon längst als guter ton gilt, dem bewerber die anfallenden reisekosten zum Vorstellungsgespräch zu übernehmen, wird von diesem Unternehmen nicht nur nicht akzeptiert, sie versuchen den bewerber sogar einzuschüchtern.

    Zitat aus dem Antwortschreiben von einem Vorstandsmitglied:
    "Ihre Fahrtkostenrechnung senden wir Ihnen zu unserer Entlastung zurück.
    Die Erstattung eventuell anfallender Fahrtkosten war nicht vereinbart und wird von uns abgelehnt.
    Ich persönlich erachte Ihre Vorgehensweise als Unverschämtheit. Mit dieser Einstellung werden Sie es sicher auf Ihrem weiteren Weg sehr schwer haben."

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