Schlangengruben ...

mm0013 02.02.03 10:30

Support bei erster Frage war extrem hilfreich - deshelb gleich die zweite.
Ein guter Freund (Chef einer ziemlich erfolgreichen Softwarefirma) lässt nicht locker mir klarmachen zu wollen, dass Consulting-Firmen strukturell darauf ausgelegt sind, Leute systematisch kaputtzumachen und dann durch Neue zu ersetzen um in den unteren Rängen die erforderliche Manpower bringen zu können. Die jeweiligen Firmen bekennen sich ganz offen zu ihrem "grow-or-go"-Prinzip, versprechen sonst aber in blumiger Sprache den perfekten Arbeitsplatz.

Irgendwo zwischendrin müsste die Wahrheit zu finden sein ...

PS: Natürlich wird der eine oder andere zu einem Praktikum in einer solchen Firma raten - das ist bei mir leider aus verschiedenen Gründen nicht machbar.

  1. futurefunds 02.02.03 18:11

    hallo,

    die Frage ist ganz interessant, leider kann ich dir aber nichts aus persönlicher Erfahrung berichten...

    meine sehr subjektive meinung und eindruck ist aber, dass dieses "up-or-out" prinzip nicht unbedingt sooo was besonderes ist. jedes Unternehmen möchte "gute leute haben". die unternehmensberatungen bauschen das ganze nur marketingtechnisch sehr auf. (wie will man sonst die hohen beraterhonorare rechtfertigen wenn man nicht die besten leute hat und da auch sehr restriktiv ist...)
    das up or out prinzip läuft doch nach ziemlich klaren und relativ gut erreichbaren regeln/zielen ab und ich denke dass das keine so große hürde ist, bzw. ich kann mir kaum vorstellen, dass da wirklich (groß) leute rausgeworfen werden. (wäre interessant zu wissen ob jemand da schonmal was darüber gehört hat.)

    vielmehr kämpfen die ja eher darum, die leute länger im Unternehmen haben zu können. (wobei eine hohe fluktuation ja auch gewünscht ist, zumindest McKinsey/berger sagen das immer) die durchschnittlicher verweildauer liegt doch nur im "mehrjahresbereich" weil sich viele selbständig machen, bzw. sonst wie abgeworben werden.

    ich persönlich würde somit die aussage deines freundes ziemlich in Frage stellen.

    viele grüße
    thomas

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  2. Glo... 05.02.03 15:28

    Ja, zwischendrin liegt wohl die Wahrheit!

    Seine Mitarbeiter systematisch kaputtzumachen halte ich für übertrieben! Was heisst denn das genau?

    Die unteren Ränge müssen sicherlich stärker besetzt sein als die oberen, alleine schon durch die Pyramide (u.a. Kostenstruktur) bedingt.

    Grow or go Prinzip ist nun wirklich nicht ungewöhnlich, vor allem nicht in den großen Beratungen - nichts anderes findet doch in modifizierter Form in anderen Unternehmen statt.

    Dafür dass Dir ein Praktikun o.ä. nicht möglich ist, setzt Du Dich schon sehr konkret mit diesen Themen auseinander! Wieso?

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  3. mm0013 05.02.03 20:32

    Entscheidend für mich ist die Frage wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter sieht - früher waren die Jungärzte in den Kliniken Kanonenfutter - solange sie funktioniert haben wurden die Verträge halbjährlich verlängert, wenn nicht - tschüss!
    Das hat sich heute durch den in den Kliniken extremen Ärztemangel deutlich geändert - da sind die Verhältnisse andersrum - ein gut funktionierendes Assistententeam kann einer ganzen Klinik das Licht auspusten!
    Die Frage ist wie gesagt ob die Beratungsunternehmen ihre Mitarbeiter wirklich so hoch schätzen (auch wenn sie mal 1-2 Wochen lang nicht 100% funktionieren) wie sie behaupten?

    Zu deiner Frage - ich bin angehender Herzchirurg in einem großen deutschen Herzzentrum, arbeite momentan 70-80 Stunden die Woche und verdiene ca. 60.000-70.000 Euro (siehe nächste Frage??!! - ich dachte die Consultants verdienen so gut??!). Wenn ich meinen Job leichtfertig aufgebe - wo soll ich sonst auch nur annähernd so viel verdienen? Ich denke die Beratung könnte mir liegen - also probier ichs aus (wenn sie mich nehmen ...)
    gruss sebastian

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  4. Glo... 06.02.03 11:34

    Eine gute Frage ob Beratungshäuser Ihre MA so schätzen wie Sie öffentlich angeben! Ich denke dass sich jedes Unternehmen darüber bewußt ist (sein sollte), dass seine MA eine Art Human Kapital darstellen. Du darfst natürlich an dieser Stelle, gerade bei den Beratungen nicht vergessen, dass sich in einigen Fällen u.a das Image über allem bewegt - sprich entweder Du machst das Spielchen mit oder bist eben draussen!

    Warum "spielst" Du denn mit dem Gedanken zu wechseln? Ist der monetäre Anreiz für Dich so wichtig?

    Hast Du Dich schon beworben? Wenn ja, wo?

    Cheers
    GP

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  5. mm0013 06.02.03 20:02

    Tja woher kommt der Gedanke ??..
    Krankenhäuser sind deprimierende Orte, ein Chefarzt in der Herzchirurgie verdient mit aktuellem Verträgen ungefäHR soviel wie zwei Lehrer und die Chance Chef zu werden ist bei insgesamt schrumpfendem Fach gleich null. Die Oberarztstellen sind auf 20 Jahre hinweg besetzt und letztendlich ist man nichts weiter als ein gut ausgebildeter Fliessbandarbeiter, der seine Kinder nicht kennt.

    Sicherlich ist die Beratung kein Feld indem man die Füße hochlegen kann - aber es hat gewisse Reize: Projektarbeit, steile Lernkurve, verschiedene Branchen, für Umsteiger exzellente Möglichkeiten die Systematik der Wirtschaft kennenzulernen und gute Absprungmöglichkeiten.

    Beworben habe ich mich noch nicht, da noch ein anderes Angebot im Orbit schwebt - aber wenn, dann habe ich BCG, Bain und BoozAllenHamilton im Visier.

    Wusstet Ihr dass 40% der fertigen Mediziner jedes Jahr nicht mehr als Arzt arbeiten wollen ??!!

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  6. Suesse 07.02.03 13:33

    finde die 40 % nicht sehr verwunderlich - zumindest kenne ich auch jede menge Juristen, die nicht mehr juristisch arbeiten wollen...

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