Telefoninterviews

Anonym 17.10.01 16:36

Hat jemand schon mal an einem Telefoninterview teilgenommen? Was sollte man, im Unterschied oder Vergleich zu "normalen" Interviews, beachten?

Grüße
Jutta

  1. Suesse 22.10.01 13:32

    Ich wurde auf eine Email-Bewerbung hin mehrmals von Personalabteilung und Abteilungsleiter angerufen, zunächst, um mir mitzuteilen, dass man sich über den Eingang meiner Unterlagen freut, dann, um mich über den weiteren Entscheidungsverlauf zu informieren, und schließlich, um mir mitzuteilen, mit wem ich ein Vorstellungsgespräch vereinbaren soll.

    Bei den ersten Telefonaten wurde auch auf meine Bewerbung Bezug genommen und noch weitergehende Fragen dazu gestellt, z.B. auch um meine Motivation abzuchecken, zu klären, was ich genau machen will usw.. Inhaltlich also nicht anders als jedes andere Interview auch.

    Schwieriger als ein "normales" Interview ist es deswegen, weil du sehr wahrscheinlich nicht auf den Anruf vorbereitet bist - der erste kam bei mir z.B. in der Pause zwischen zwei Unterrichtsstunden. Dann ist es ganz gut, einfach zu vereinbaren dass und wann man zurückruft, um sich selbst noch auf die Bewerbungssituation einstellen zu können - denn dann bestimmst du selbst, wann für dich ein guter Zeitpunkt für das Bewerbungsgespräch ist.

    Schwieriger ist es auch insofern, als du natürlich sämtliche körpersprachlichen Kommunikationsmittel nicht zur Verfügung hast, um Sympathie aufzubauen. Ganz wichtig ist deshalb deutliche Aussprache, freundliche Stimme, nicht zu schnell sprechen usw. - geht am besten im Stehen und wenn man sich dabei im Spiegel anlächelt, das merkt der Mensch am anderen Ende nämlich!

    Wenn du dich auf das Telefonat vorbereiten kannst, ist es auch ganz gut, bewerbungstaugliche Kleidung zu tragen (nicht in Jogginghose aufm Sofa pfläzen!), weil du dich auch damit mehr auf die Bewerbungssituation einstellst und nicht so leicht in typische flapsige Telefon-Floskeln verfällst.

    So, das war jetzt doch 'ne ganze Menge, hoffe, deine Frage ist damit einigermaßen beantwortet.

    Tanja

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  2. TOM... 23.10.01 00:11

    Ich finde Jogginghose geht auch! Ich wurde mal spontan wachgeklingelt von einem Kollegen:" Du musst gleich ein Interview geben, am Telefon, für die Sendung ..."
    Und da saß ich nun in morgendlicher Unterhose am Telefon und beantwortete die Fragen einer Journalistin. Eine Stunde später lief das Ganze dann im Radio.
    Dass ist doch gerade das tolle beim Telefonieren - uns sieht keiner!
    Und wer was kann, der kann es prinzipiell in jeder Kleidung!
    Gruß
    TOM

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  3. Suesse 23.10.01 17:49

    Klar geht Jogginghose auch! Aber wenn du dich so im Spiegel ansiehst, strahlst du eben etwas anderes aus & fühlst du dich auch unterschwellig anders als z.B. im Anzug (auch wenn ich den für so ein Telefonat übertrieben fände). Und wie du (weiter unten) selbst sagst: es kommt darauf an, entspannt, souverän und lächelnd durchs Telefon rüberzukommen, weil dich eben keiner sieht.

    Das mit der Kleidung hängt sicher vom Einzelfall ab - bei mir wars eine große Anwaltskanzlei, bei der ich mich beworben hatte. Mit denen hätte ich jedenfalls nicht in Unterwäsche telefoniert ;-) Kommt eben drauf an, wie stark man sich selbst mit sowas beeinflussen kann, und wem es hilft - why not? Das Ergebnis zählt, oder?

    tanja

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  4. Glo... 13.11.01 11:32

    Ich denke auch, daß es ein klarer Zusammenhang zwischen dem was die Menschen anhaben und dem Telefonverhalten besteht. Schauen wir uns den Bankensektor an, so läßt sich festhalten, dass auch in Call Centern schon "biz casual" getragen wird und die Beschäftigten nicht mehr in Jogginghose und Schlappen antanzen dürfen.

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  5. TOM... 23.10.01 00:04

    Der einzige Unterschied zu einem normalen Interview: Beim Telefoninterview sieht man sich nicht!

    Damit fallen nach MERHABIAN 55% der Kommunikation unter den Tisch: Die Körpersprache!

    TIPPS
    0) Wenn möglich vereinbare eine festen Telefontermin.
    1) Führe das Telefoninterview an einem Schreibtisch, in einem Raum, in dem Du Ruhe hast und ungestört bist. - Hier ist Deine volle Konzentration gefragt!
    2) Auf diesem Schreibtisch liegt nichts, außer:
    - ein Block (DIN A5 oder A4)
    - ein Stift
    - Eine Kopie Deiner Bewerbungsunterlagen
    - sonst NIX! :-)
    So bist Du jederzeit auf den Anruf vorbereitet.
    3) Stelle Dir einen großen Spiegel stabil auf den Schreibtisch! (alter Verkäufer-Trick) Beim Telefonieren kann der Gesprächspartner Deinen Gesichtsausdruck hören - er nimmt also Deine Stimme UND Stimmung wahr. Sieh Dich an, wenn Du telefonierst - das hilft beim LÄCHELN!!!
    4) FLIRTE mit Deinem Gesprächspartner - nein nicht erotisch - entspannt-sympathisch. Wie weit Du dabei gehen darfst hängt von Deinem Gesprächspartner ab. Sprich mit Deinem Interviewer, wie mit einem normalen Menschen - nicht zu steif ("Huch das ist ein Interview - Krampf"). :-)
    5) Bereite Dich auf die wesentlichen Fragen in Vorstellungsgesprächen vor und überlege Dir gute und zu Dir passende Antworten. Gib diese flüssig und "spontan" wieder - nicht als Drehbuchtext, wie die Leute von GZSZ.
    6) Mache Dir während des Gespräches Notizen und stelle selbst Fragen.
    7) Kläre zum Abschluss, wann Du wieder von Deinem Gepsrächspartner hören wirst.

    Um die zuweilen murrige Stimme am anderen Ende der Leitung zu verstehen, stell Dir vor, da sitzt einer schon den halben Tag vor einem Berg von Bewerbungen und telefoniert sich den Mund trocken. Hier hilft nur eine entkrampfende Maßnahme: LÄCHELN - Du hast ja den Spiegel.

    Gruß
    TOM

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  6. Glo... 13.11.01 11:36

    Jutta, ich denke das der Tom in vielen Punkten recht hat und Dir auch hier eine gute Anleitung gegeben hat, wie man solche Telinterviews meistern kann.
    Meine Erfahrung zeigt, das Vorbereitung das halbe Leben ist - denk an Deine Stärken und Schwächen, überleg die Fragen zum Unternehmen und vor allem sei bemüht, Aussagen, die von der anderen Seite der Leitung kommen, zu hinterfragen!
    Ich habe mal eins mit Kienbaum Mngt Cons. gehabt - war ziemlich hart - während die DB dagegen schon soft rüberkam, zumal ich da in einer ähnlichen Pose wie der Tom gewesen bin, da meine Freundin bei mir war ... und noch überraschter ans Tel ging!

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  7. meydo 31.05.02 11:45

    nach möglichkeit solltest du versuchen anzurufen, da du dann schon darauf eingestellt bist...

    also, wenn du nach einer Bewerbung eine unbekannt enummer auf deinem display siehst, nicht ran gehen und dann nach Vorbereitung zurückrufen (natürlich nicht erst nach einer woche..)

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