Urlaub in der Strategieberatung

007ck 24.04.08 17:39

Hallo!

In knapp 2 Monaten beginne ich bei ATK in der Strategieberatung und hab eine Frage an erfahrene Berater:
Wie sieht es mit der Urlaubseinteilung aus: Kann man da mehrere Monate im Vorhinein planen und seinen Urlaub "anmelden", oder muss man immer dann auf Urlaub gehen, wenn gerade ein Projekt endet und man sonst "on the beach" wäre?

Wie sieht es aus wenn ein guter Kumpel / die Schwester heiratet und man mal 1 - 2 Tage frei haben möchte?
Sind Urlaube immer nur 1 Woche möglich, oder kann man auch mal 4 Wochen erholen?
Wie sieht es mit Feiertagen aus? Wird da immer gearbeitet?

In den meisten Verträgen steht ja, dass der Urlaub zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden muss, bei dringenden Fällen aber der Wunsch des Arbeitgebers vorgeht?

Wie ist eure Erfahrung mit den Urlauben so?

Ich bin schon gespannt auf Eure Antworten! Danke!

  1. homofaber 24.04.08 19:37

    Urlaub in der Strategieberatung ist in der Tat ein Problem. Langfristige Planung ist praktisch unmöglich, da im Zweifel immer das Projekt (das ja recht kurzfristig kommen kann) Vorrang hat. Das einzige, was einigermaßen planbar ist sind 2 Wochen um Weihnachten herum (wenn die Feiertage nicht grade sehr ungünstig fallen).

    Du kannst zwar einen Urlaubsantrag ausfüllen aber das dient eigentlich nur dazu ggf. bei Übernahme der Stornokosten was in der Hand zu haben.

    Urlaub aus einem laufenden Projekt ist quasi unmöglich, es sei denn es handelt sich um einen Langläufer (ich denke so ab 6 Monaten Laufzeit kann man mal drüber nachdenken)

    Ob Du 1-2 Tage frei nehmen kannst hängt halt immer von der aktuellen Projektsituation und von dem jeweiligen PM ab – ich versuche das meinen Beratern zu ermöglichen, wenn es das Projekt irgendwie hergibt. Es kann aber passieren, dass selbst das nicht drin ist.

    Ich nehme meist 2 Wochen Urlaub (das scheint mir auch recht üblich zu sein) – 4 Wochen kommt jedenfalls sehr selten vor, find ich aber auch nicht attraktiv – ich nehme jedenfalls lieber 2 mal 2 Wochen als ein mal 4. Letztes Jahr war es beide Male recht kurzfristig (einmal 2 Wochen Vorlauf, einmal ca. 4 Wochen).

    Leider ist es auch nicht ganz unüblich Berater, die grade "on the beach" sind zum Urlaub zu drängen, das sollte man sich aber nicht gefallen lassen, wenn es grad persönlich nicht passt.

    An Feiertagen wird – ebenso wie am Wochenende – meist nicht gearbeitet. Für Brückentage gilt eigentlich das gleiche wie für andere "Kurzurlaube" – wenn es passt kannst Du sie nehmen, von Vorteil ist u.U., dass bei vielen Kunden an Brückentagen gar nicht gearbeitet wird.

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  2. Ale... 24.04.08 21:59

    Hey homofaber, danke für den informativen Beitrag!

    In meinem Vertragsangebot zum Einstieg (Top-Strategieberatung) steht von Urlaub überhaupt nichts und auf Anfrage hieß es dann "im Zweifelsfall laut den gesetzlichen Vorschriften", ansonsten "so viel wie halt möglich" (was mir von Kollegen aus der Praxis BESTätigt wurde, die auch mal mehr Urlaub als die gesetzlich vorgeschriebenen Tage gemacht haben, aber eben auch mal weniger).

    Was der Urlaubsplanung neben Stress auf dem derzeitigen Projekt auch entgegenwirken kann ist die Auswahl an Nachfolgeprojekten, die ja meist recht kurzfristig gestafft werden. Wenn man gerade mit seinem alten Projekt fertig ist und genau dann gerade das persönliche Traumprojekt in der Datenbank ist, dann kann es sein, daß man dann doch erstmal keinen Urlaub machen will. Wenn man mit dem Staffing nach dem Urlaub wartet, könnte ja nur noch Schmu zur Auswahl stehen. Ist halt ein Gamble... Dem kann man aber zu einem gewissen Grad vielleicht mit firmeninternem Networking entgegenwirken, in dem man Augen und Ohren offenhält, und somit besser mitbekommt wo gerade was gepitcht wird und man sich gegebenfalls schon mal beim zuständigen Partner empfehlen könnte...

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  3. homofaber 25.04.08 13:52

    Hi Alex K - ich kenne nur eine Firma, die das so macht (insofern bin ich mir ziemlich sicher von wem das Angebot ist) - es scheint tatsächlich zu funktionieren. Bei allen anderen hat man schon eine fest Anzahl an Urlaubstagen (die in der Regel nicht deutlich über den gesetzlichen Anspruch hinausgeht) und kann nicht genommenen Urlaub mit ins nächste Jahr nehmen.

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  4. 007ck 24.04.08 22:43

    Vielen Dank, homofaber, für die ausführliche Antwort.

    Ich persönlich empfinde auch 2 Wochen als optimalen Zeitraum.
    Allerdings werde ich bei den geringen Vorlaufzeiten Probleme mit der Koordination mit meiner Partnerin bekommen, die in einer Bank arbeitet und ihren Urlaub zu Jahresbeginn "in Stein meißeln" muss.

    Übernimmt die Firma üblicherweise die Stornokosten, wenn ich aufgrund eines Projektes dann doch nicht Urlaub bekomme?

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  5. homofaber 25.04.08 13:57

    das Problem kenn ich - geht vielen so, da musst du dann halt auf Risiko spielen. Wenn der Urlaub angemeldet ist bekommst Du üblicherweise die Stornokosten erstattet (die Kosten um deine Freundinn wieder milde zu stimmen allerdings nicht).
    Evtl. kann dich auch das Buchen eines besonders teuren und nicht stornierbaren Urlaubs davor bewahren diesen absagen zu müssen ;-)

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