Marktvolumen in 3 Teilgruppen sinkt mehr als in der Gesamtmenge?!

sanco 22.07.07 21:41

Case bei BCG den ich nicht verstehe:
Das Marktvolumen von Waschmaschienen sinkt um 2%. Unterteilt man den Markt in 3 Gruppen (hochpreis, mittelpreis, budget), dann sinken die jeweiligen Marktvolumina um 8%, 10%, 12%. Die Frage war wie ich mir das erkläre. Meine Antwort: gar nicht...Die Antwort blieb man mir auch schuldig. Zuhause habe ich an das Will-Rogers-Phänomen, Kundenwechsel zwischen den Gruppen oder so gedacht. Aber beim durchrechnen will ich partut nicht auf einen gesamtprozentsatz kommen, der niedriger ist als der kleinste Durchschnitt in der Teilgruppe.

Hat jemand eine Idee?

  1. mac... 23.07.07 21:02

    wenn MV(t,x) das marktvolumen zum zeitpunkt t von gruppe x ist, gilt:

    (MV(0,H)*0.92 + MV(0,M)*0.9 + MV(0,B)*0.88)/(MV(0,H)+MV(0,M) + MV(0,B)) = 0.98

    das ist möglich wenn MV(0,B)

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  2. sanco 23.07.07 21:30

    Okay, sehe ich rechnerisch ein. Aber ist das realistisch. Ich meine, bei BCG nehmen die immer reale Fälle, in diesem Fall das Marktvolumen von Waschmaschienen in Deutschland. Naja, aber eine bessere Idee hatte ich bisher auch noch nicht.

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  3. glitz 23.07.07 22:30

    Dann sinkt das Marktvolumen aber nicht, sondern es steigt. Kommt in dem Fall wohl darauf an, wie der Interviewer es gefragt hat. Bei "betrug noch 88% des vorherigen Wertes" wäre die Lösung wohl so gewünscht.

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  4. Den... 25.08.07 15:20

    Wenn die Gruppen sich überschneiden ist es auch möglich, genau dann, wenn das Volumen der Schnittmengen sehr stark sinkt.

    Gruß

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  5. Anonym 26.09.08 22:17

    Ich würde das gar nicht als echten Brainteaser bezeichnen. Ich glaube die wollten einfach nur dein Verständnis für den Markt testen. Die einfachste Erklärung für dieses Phänomen wäre eine Preiserhöhung (mit Weitergabe an den Endverbraucher). Wenns um einen realen Blick ins vergangene Jahr geht wäre das die einfachste Lösung.
    Wenns um eine Prognose geht kann BCG auch mit einer angekündigten Preiserhöhung der Industrie rechnen und somit auf diesen Wert kommen. Entweder man kennt den Wert der Preiserhöhung oder man kalkuliert mit der Trendfortsetzung der Endverbraucherpreisentwicklung im Bereich Weiße Ware/WM.

    Die Lösung mit der negativen Nachfrage war zwar rechnerisch richtig, aber m.E. wenig real über einen Zeitraum von einem Jahr..es sei denn es fällt von jetzt auf gleich eine gesamte Käuferschicht weg ..so schlimm ist es ja nun noch nicht um Dtl. bestellt, bzw. ich wasche nicht mehr mit der Hand & das Arbeitsamt zahlt doch Waschmaschinen ..d.h. hier muss keiner aus Geldnot auf eine WaMa verzichten

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  6. bijouu 26.09.08 22:58

    Um die Lösung mit der negativen Nachfrage anders zu verdeutlichen im Bezug auf die Realität: Dann würde man ja davon ausgehen dass die Industrie noch mehr produziert wobei im vergangenen Jahr bereits nichts abgesetzt wurde. Wenn zum Zeitpunkt 0 bereits nichts verkauft wurde, wird die Industrie doch im Folgejahr nicht noch mehr produzieren, dann ist die Käuferschicht eben weggefallen & man orientiert sich um oder macht den Laden dicht.

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  7. mschweigel 12.03.09 23:28

    Ich versuch das jetzt mal als Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, also bitte nicht schlagen wenn ich bei den Fachtermini kleinere Unsauberkeiten habe.

    Die Zeitvariable kann man hier denke ich weglassen, da der Vergleich ja am selben Zeitpunkt erfolgt. Weiterhin dürfen in macksens Modell schon auch die anderen Volumina negativ sein, nicht nur das MV für Budget (mindestens eines muss positiv sein, mindestens eines negativ).

    "Ökonomisch als negative Nachfrage interpretierbar" fand ich am Anfang etwas missverständlich formuliert, aber meiner Auffassung nach korrekt. "keine Nachfrage, sondern nur Angebot" ist aber m. E. falsch. Es geht offensichtlich auch nicht um eine Prognose, sondern um bereits reale Werte. Auch das mit der Preiserhöhung kommt mir eher unwahrscheinlich vor (lineare Beziehung und tritt auf beiden Seiten der Gleichung auf).

    Der Einfachheit halber bezeichne ich die Marktvolumina für Hochpreis, Mittelpreis und Budget mit H, M und B.

    Dann:
    (H+M+B)*0.98 = 0.92*H + 0.9*M + 0.88*B

    Ausmultipliziert und zusammengefasst:
    0.06*H + 0.08*M + 0.1*B = 0

    Wir haben hier also eine Linearkombination (genauer: konische Linearkombination, noch genauer: Positivkombination) von H, M und B und suchen eine nicht-triviale Lösung (triviale Lösung: alle drei = 0 - hier aber wohl nicht der Fall). Dann ist das nur lösbar, wenn mindestens eine der drei Größen H, M und B (hinreichend) negativ ist.

    Wann kann das passieren? Laut wiki ist

    Marktvolumen = Produktion + Importe - Exporte

    Kleiner Null geht also nur, wenn

    Exporte Produktion + Importe

    Ist aber schlecht möglich, außer es gibt einen Abbau von nicht berücksichtigten Lagerbeständen (laut wiki sollte bei diesem Modell aber Lagerbestandsinvarianz gelten). Weiß also nicht ob das schon als Lösung reicht.

    Bliebe also nur eine unterschiedliche Art der Ermittlung der drei Werte, wodurch Abweichungen entstehen können.

    Googlen nach "negatives marktvolumen" (mit Anführungszeichen), findet beim statistischen Bundesamt ein "Infoblatt zur Produktions- und Außenhandelsstatistik", wo gleich am Anfang das Auftreten eines solchen Phänomens erklärt wird.

    Weiß zwar nicht, ob es die von RBSC erwartete Lösung ist, aber für mich ergibts Sinn... ;-)

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  8. mschweigel 12.03.09 23:30

    Sorry, sollte BCG heißen, nicht RBSC...

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