BicMac oder Whopper ?

Anonym 06.05.02 09:09

McDonald's laufen die Gäste davon

Neue Menüs und Gratiskampagnen sollen jetzt abtrünnige Big-Mäc-Fans zurückholen.

Es war ein Ritual. Wen in Düren nach 24 Uhr der Hunger auf Hamburger und Pommes überkam, der fuhr an den Autobahnzubringer: zu McDonald's. Dort trafen sich gelangweilte Kids aus der Kleinstadt oder hungrige Nachtschwärmer, die vom Discobesuch in Köln oder Aachen heimkehrten. Das Ritual ist geblieben. Doch heute lassen die Kiddies den Bic-Mäc links liegen und biegen nach rechts ab: zu Burger King, gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite.

McDonalds laufen die Gäste nicht nur in der rheinischen Provinz weg. Der Fastfoodkonzern schwächelt rund um den Globus. Marketingkampagnen greifen nicht, Ideen für neue Menüs scheinen versiegt. Die Kundenzufriedenheit sinkt, weil es in Stoßzeiten viel zu lange dauert, bis Burger oder Pommes auf dem Tablett liegen. Der starke Dollar, Rinderwahn und Maul- und Klauenseuche haben dem Unternehmen aus Oak Brook im US-Bundesstaat Illinois das Ergebnis verhagelt. Der Gewinn sinkt seit sechs aufeinanderfolgenden Quartalen.

Vor fast genau 30 Jahren war die McDonalds-Welt noch in Ordnung – auch in Deutschland. In München-Giesing, in der Martin-Luther-Straße 26, rutschte im Dezember 1971 der erste McDonalds-Hamburger aus dem Schacht – für 95 Pfennig. Die Kartoffeln für die Pommes wurden von Hand geschält und in Form geschnitten. Von Burger King, Pizza Hut oder Asia-Imbiss-Buden weit und breit keine Spur.

In den folgenden Jahrzehnten überrollte der Fastfoodexpress die gemütliche, gutbürgerliche Küche aus Schnitzeln und Hähnchen. Bei gleichmäßiger Verteilung wäre das weltbekannte gelbe M auf rotem Grund heute alle 18 Kilometer zwischen Flensburg und Berchtesgaden zu finden. Doch der Schampus blieb beim 30-Jährigen in der Kiste. Im vergangenen Geschäftsjahr mussten die Münchner erstmals einen Umsatzrückgang verdauen. Die deutschen Big-Mäc-Junkies leiden unter Völlegefühl.

Unwohlsein plagt auch die McDonald`s Aktionäre

Mit rund 28 Dollar dümpelt der Wert deutlich unter dem Höchstkurs von 48 Dollar vor zweieinhalb Jahren. Während der S&P-Restaurant-Index in den vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent stieg, legte das Index-Schwergewicht gerade mal um magere fünf Prozent zu. Kurssteigerungen um rund 50 Prozent von Konkurrenten wie Tricon Global (KFC, Pizza Hut, Taco Bell) und Wendy's zeigen: Von einer Schwäche der Fastfoodbranche kann keine Rede sein.

Anlegern, Fondsgesellschaften und Analysten ist der Appetit gründlich vergangen. Ende März stuften die Experten von J. P. Morgan die Aktie zurück. Zwar habe McDonalds ein Programm zur Steigerung von Qualität, Service und Sauberkeit gestartet, doch Analyst John Ivankoe befürchtet, dass das Wachstum hinter den Kosten zurückbleiben könnte. „McDonalds ist kein Wachstumsunternehmen mehr. Es interessiert kaum noch jemanden“, sagt US-Analystin Marie Driscoll von Argus Research.

Vor allem im US-Markt fällt McDonald's deutlich zurück. Dabei hat die Fastfoodkette, mit einem Börsenwert von 36,5 Milliarden Dollar, nichts unversucht gelassen, den Umsatz zu steigern. Schon 1998 startete der damalige McDonald's USA-Chef und heutige CEO Jack Greenberg eine Qualitätsoffensive. Denn hartnäckig glaubten die Amis, bei Burger King oder Wendy's bruzzelten schmackhaftere und frischere Burger. „Made for you“ sollte das ändern. Jede einzelne Bestellung wurde bei McDonald`s fortan individuell zubereitet. Ein kapitaler Flop: Die Zubereitungszeiten verdoppelten sich, die Warteschlangen vor den Theken wurden länger und länger. Strömten irgendwo in einem amerikanischen Unternehmen die Mitarbeiter in der Mittagspause zu McDonalds, kollabierte das neue System. Vorbereitete Burger oder Fritten ließ „Made for you“ nicht mehr zu.

Burger King profitiert

Der größte Wettbewerber Burger King, Tochter des britischen Getränkemultis Diageo (Smirnoff, Baileys), profitierte von der Unzufriedenheit und konnte mit seinen Whoppern den Umsatz in bestehenden Restaurants immerhin um ein Prozent steigern. Trotz der Erfolge sucht Diageo für Burger King einen Käufer. Die Briten wollen sich künftig ausschließlich auf Getränke konzentrieren. Burger King erlöst weltweit mit rund 11400 Restaurants in 57 Ländern 11,2 Milliarden Dollar. McDonald's bringt es mit über 30000 Restaurants in 121 Ländern sogar auf 40 Milliarden Dollar.

Insbesondere in Deutschland heizt Burger King dem großen Konkurrenten mächtig ein. Die Whopper-Könige sind mittlerweile so frech geworden, dass sie sich unmittelbar in der Nachbarschaft von McDonald's breit machen. Burger King erzielte in seinen 321 Restaurants im vergangenen Jahr ein Plus von 16,5 Prozent auf 396 Millionen Euro. Dazu haben natürlich auch die 50 Neueröffnungen beigetragen. Die hatte McDonald's auch, sogar über 60. Trotzdem sank der Umsatz um gut ein Prozent auf 2,26 Milliarden Euro. Nur beim Umsatz je Restaurant kann Burger King dem Rivalen noch nicht das Wasser reichen. Die besseren Standorte und die höhere Markenbekanntheit spülen McDonalds und seinen Franchisenehmern im Schnitt knapp zwei Millionen in die Filialkassen, deutlich mehr als Burger King (1,2 Millionen Euro).

Neue Marketingaktionen

Das soll auch so bleiben. „Wir werden mit neuen Angeboten zu besonders günstigen Preisen auf die Wünsche unserer Gäste eingehen“, so Deutschland-Chef Raupeter. Der Burger-Boss lässt Taten folgen und wirft die Marketingmaschine an: Los ging es im April mit Bagels, Latte Macciato, Grilled Chicken und Chicken Salad. Appetit auf die Neulinge machten Coupon-Broschüren im Wert von über neun Euro in Tageszeitungen und örtlichen Werbeblättchen. In der vergangenen Woche wurde nachgelegt: Mit einer „Satt-Sammel-Aktion“ in Kooperation mit der „Bild“-Gruppe („BamS“, „Bild“ der Frau, „Sport-Bild“). Burger-Fans können in den Massenblättern täglich einen Sammelpunkt ausschnibbeln und bei McDonald's einlösen. Schon ab vier Punkten gibts einen Cheeseburger gratis.

Den Sinneswandel bei vielen Gästen wird McDonald's nicht aufhalten können, glaubt ein Kenner der Fastfoodszene. „Burger King ist einfach angesagt. Und viele haben das laute Spielplatz- und Kindergarten-a+mbiente bei McDonald's schlicht satt.“

Ich gehe auch lieber zu Burger-King und habe mit ein paar Freunden schonmal ein Franchising geplant - war aber dann damals doch noch ein bißchen zu teuer für uns ;-) Wo gehen die anderen squeaker hin wenn sie die Lust auf einen Burger packt ??

  1. Mim... 06.05.02 09:17

    eigentlich sollte man es kombinieren: im bonn am vwerteiler hat sich der burger king auch direkt neben maccas breit gemacht...für pommes gehts zu maccas, will man einen burger, so ist man bei bk besser aufgehoben...

    man merkt auch deutlich, dass maccas schwächelt: mitarbeiterabbau hat schon angefangen...kein wunder, zu den nach-der-disco-stoßzeit morgens um vier oder fünf herrscht bei maccas langeweile, während man sich bei bk in lange schlangen einreihen muss.

    fazit: maccas braucht dringend ein neues konzept. und das muss meiner meinung nach nicht über gratisessen geschehen, sondern vielmehr über bessere bedienung und besseres essen...die verwässerten getränke bei maccas sind echt eine zumutung!

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  2. runaway 06.05.02 10:18

    Ich halte McDonald's die Treue. Die klassischen McChicken (bitte nicht grilled!) Chicken McNuggets und Cheeseburger sind meine Standards; die Poms sind auch sehr gut. Über die schlechten Getränke kann man hinwegsehen.
    Burger King hat mich nie so richtig überzeugt was den Geschmack angeht. Kentucky Fried Chicken hat schlechte Soßen in seinen Produkten und ist auch sonst nicht das, was es verspricht; und die Preise sind frech teuer.

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  3. cpo... 06.05.02 11:32

    Wenn Du hier schon Artikel reinsetzt, gib doch bitte auch die Quelle an.
    Dieser Artikel stammt aus der letzten Ausgabe der Wirtschaftswoche. Gibt sonst nur Ärger für die Leute von squeaker.

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  4. Glo... 07.05.02 08:32

    Matthias - und muß denn das sein, daß hier 1.5 Seiten aus der WiWo reinkopiert werden? Find das Thema interessant, vor allem unter dem Profit Druck, dem sich McDo ausgesetzt sehen darf! Aber bitte das nächste Mal ein wenig kürzen!

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  5. Che... 06.05.02 11:35

    Ich ziehe WuergerKing McDreck jederzeit vor. Bei ersterem gibt es wenigstens vernuenftige Groessen und die Burger schmecken (mir) auch einfach besser - liegt u.A. daran, dass die bei BK gegrillt werden und nicht auf ner Edelstahlplatte zubereitet wie bei McD. Andererseits ist meinen Erfahrungen nach der Service bei McD immer noch um einiges schneller (obwohl es bei bei Beiden immer wieder Schnarchtassen gibt).
    Fazit: Ich finde es gut, dass sich BK in D weiter ausbreitet, Konkurrenz belebt das Geschaeft (oder wieso hat McD auf einmal einen riesen Burger BigXtra rausgebracht) und ich habe mehr Auswahl. Fehlt leider bei beiden immer noch der kostenlose Refill wie in USA ueblich :-(

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  6. Anonym 06.05.02 13:10

    Schlecht und teuer ist objektiv betrachtet das Essen bei beiden. Aber 26 Jahre Marketing haben dazu geführt, dass ich McD liebe (so wie ich Coca-Cola liebe). BK und Pepsi kommen mir nicht in die Tüte.

    Die Bagels sind übrigens wirklich gut. Und Burger mit Bacon.

    Qualitätsprobleme und ein unscharfes Branding hat m.E. eher BK.

    So, gehe mir jetzt einen BigXtra holen.

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  7. sunny2xtc 06.05.02 21:27

    Leider, leider muss ich dir da zustimmen. Das Essen ist bei beiden nicht besonders gut. Meistens sind die Burger nur halbwarm und dann sind sie auch noch auseinandergefallen. Dummerweise hat man bei uns in der Stadt nur die Auswahl zwischen 3x McD und einmal Pizza Hut. Burger King liegt im Gewerbegebiet und ist nur für die autofahrende Klientel zu erreichen. Da gehe ich dann doch lieber zu Nordsee und hole mir dort einen leckeres Backfisch Baguette und ne Cola vom Edeka. Das schmeckt und man kommt billiger weg.

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  8. Pin... 06.05.02 22:38

    Beides ist shit, kann es nicht verstehn das mann 20 mark zahlt schlechtes essen bekommt und dann immer noch Hunger hat und denn noch ungesund ernährt ist;))
    Also dann für 2,50 Euro ne Pita oder einen Döner, also komm ich nicht mit klar;)

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  9. runaway 06.05.02 23:26

    Die Döner-Preise sind mit der Euro-Umstellung einhergehend ebenso frech teuer geworden wie die übrigen fast-food-Restaurants. 3,50 Euro für einen Döner ist Wucher! Hinzu kommt, daß jeder 2. Döner-Laden schlechten Döner macht.

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  10. Pin... 07.05.02 04:35

    Das kann stimmen aber im großen und ganzen, immer noch besser als von Mc Doof;)
    Da ich Vegetarier bin ist das nicht meine Sorge;)
    Aber eins muß ich dennen doch lassen es geht nichts über einen Milchshake;))
    Und bei uns bekomst du einen Euro von 1,50 und schlecht sind wohl auch nicht da Leute aus ganz duetschland hierherkommen um einen zu Essen(zumindest hier stimmt die Qualität, anscheinend)
    Und R, Kelley hat hier auch mal einen gegessen;))

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  11. rap... 07.05.02 21:55

    bei uns hatte McD. ne Marketingkampagne laufen. Sie verteilten Coupons mit (angeblichen) Preisrabatten. Bei genauerem hinsehen jedoch (natürlich erst unmittelbar vor dem Mc) stellt sich heraus, dass die Coupons anstatt eines kompletten Menüs, nur einen Burger und ein Getränk enthalten. Für die Pommes muss man extra bezahlen und ist damit sogar noch über dem Normalpreis.

    So verkrault man sich Kunden!

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  12. Che... 15.05.02 16:22

    Nene, man vergrault sich einige wenige, die das Gehirn eingeschaltet haben, und gewinnt die uebrigen, die jenes ausgeschaltet haben (meistens in der Mehrheit).
    Das scheint sich besonders in D zu rechnen, da man hier (so meine Beobachtung) erstmal versucht abzuzocken und erst wenn die Kunden ausbleiben nachgibt.
    Siehe doch auch das Geschrei mit der Euro-Umstellung. Alle schreiense nach Reglementierung durch den Staat, aber dabei liegt es doch auf der Hand: Abzocke - gehnwa woanders hin...

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