Wissen ist Macht!

Anj... 09.05.01 14:26

Wissen ist Macht? oder Nichts wissen macht auch nichts? Wie groß ist der Faktor "Wissen" bei der Manipulation von "Nicht-so-viel-Wissenden"?

  1. runaway 09.05.01 16:57

    Ich denke nicht, daß Wissen mit Macht immer gleichzusetzen war. Dafür gab es viel zu viele Mächtige, die wenig wussten..oder viele Wissende, die keine Macht hatten..
    Wissen beruhigt vielmehr..ob aber die Ruhe zwangsläufig Macht bedeuten muss, sei dahingestellt...
    Bei der Manipulation hingegen spielt das Mehr-wissen sicherlich eine Rolle, aber meines Erachtens nicht die entscheidende...da würde ich die Schaffung einer Illusion in den Vordergrund stellen...und das ist auch nicht unbedingt Wissen....
    Ich finde den Spruch "Wissen ist Macht!" nicht wissenschaftlich erwiesen...sie überzeugt mich persönlich auch nicht....

    Wir unterliegen manchmal folgender Fehlvorstellung:
    Ein Wissenschaftler zu sein, vermittelt uns viel zu oft das Gefühl moralisch zu sein, wogegen Macht zu haben uns denken läßt, wir würden unmoralisches tun...also worauf ich hinaus will: im Unterbewusstsein beschäftigen uns diese beiden Dinge schon, wir können sie nur nicht vernünftig einordnen....

    Das Ergebnis meiner Gedanken ist das folgende:
    Wissen ist Wissen! und Macht ist Macht!

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  2. cpo... 09.05.01 17:02

    Also das Ergebnis ist mir zu banal. Ich glaube schon, daß an dem Satz Wissen ist Macht etwas dran ist, auch wenn es in der Vergangenheit Gegenbeispiele gegeben hat. Ich würde aber viel mehr sagen "Wissen kann Macht bedeuten" wenn man mit diesem vernünftig umgeht. Und zwar nicht unbedingt auf den ersten Blick sichtbare Macht. Diese kann häufig viel effektiver sein, als offensichtliche Machtausübung. Ich empfehle dazu nur das Buch POWER von Michael Greene.

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  3. runaway 09.05.01 17:19

    beim näherem Durchlesen wird Dir auffallen, dass ich zuvor genau diese Aussage umschrieben habe und nicht ausgeschlossen habe, dass diese beiden Faktoren zusammenfallen können.....

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  4. Anj... 09.05.01 22:51

    Spannend, spannend hier. Mir gefällt's, dass Ihr den Satz "Wissen ist Macht." nicht als allgemeingültig akzeptiert. Kann und darf man, glaube ich, auch nicht. Mir gefällt da auch eher "Wissen kann Macht bedeuten". Denn ich denke auch, dass es so kein, nicht aber muss. Ein weiser, vielwissender Mensch wird sicherlich Macht ausüben können, es aber gar nicht wollen. Wogegen ein Wissen vortäuschender Mensch eher zur Machtausübung geneigt ist. Zur Macht gehört also noch viel mehr als Wissen. Zumindest mit der Konnotation mit der wir "Macht" verstehen. Es schwingt etwas Negatives, Unmoralisches (wie runaway ja schon sagte) mit, etwas Verruchtes, Gefährliches. Was sicherlich damit zu tun hat, dass Machtausübung eben viel zu oft Machtmissbrauch gleichzusetzen war. Leider! Wie gesagt, mit unserem typischen Machtbegriff gehört noch mehr dazu: Vielleicht Habgier? Oder Überlegenheitssucht? Irgendwie sowas wird's sein...

    Laut Lexikon ist Macht einfach nur ein Über-/Unterordnungsverhältnis. Um wieder ein positiveres Bild vom Machtbegriff zu erhalten, eignet sich das von cpost vorgeschlagene Buch: POWER - Die 48 Gesetze der Macht.
    Ich musste feststellen, dass Bekannte mit leichtem Entsetzen reagierten, als sie das Buch bei mir liegen sahen. Und woran lag das? Eben an unserem so negativ besetzes Machtbegriff. Doch so ist das Buch nicht gemeint. Es ist keine Anleitung zur Machtausübung, es ist mehr ein Aufklärungsbuch um Machtverhältnisse zu verstehen. Kannst Du dem zustimmen, cpost?

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  5. cpo... 09.05.01 23:16

    So ist die Intention auf jeden Fall zu verstehen. Ich sehe das Buch sogar eher als ein Verteidigungsbuch, mit dessen Hilfe man sich vor falscher Machtausübung schützen kann.

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  6. cpo... 09.05.01 23:09

    Meine Aussage bezog sich vor allem auf das Fazit !

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  7. runaway 10.05.01 07:19

    Trotzdem bleibt unverständlich, wo Dein Problem damit ist, zumal Du doch zum Teil dasselbe behauptest..
    Wenn Du von Macht sprichst, der "auf den ersten Blick nicht sichtbar" sein soll, dann sprichst Du mehr von der Einbildung, Macht zu haben..
    Und wenn Du sagst, "Wissen kann Macht bedeuten", dann ist Deine Grundausgangsposition die, dass Du beides auch für zwei verschiedene Paar Schuhe hälst, also worin liegt für Dich nun die Banalität des Ergebnisses, zumal aus dem Zusammenhang verständlich bleibt, dass je nach Sachlage das Schwergewicht auf dem einen oder anderen Faktor liegen kann ??
    Einfach die Meinungen anderer als "banal" abzustempeln, ist keine Argumentation...da muss Du schon mehr hineinschreiben als nur einen Buchtipp....wenn Du denn überhaupt ernst genommen werden willst...

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  8. lan... 05.09.01 01:13

    "Denken statt schuften", Hedwig Kellner, MVG-Verlag, ISBN 3-478-72910-6.
    http://www.MVG-verlag.de

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  9. Anonym 24.04.02 15:43

    Vielleicht bringt das einen neuen Impuls:

    Ist Wissen nicht viel mehr Ohnmacht als es Macht ist?

    Mancher von euch wird vielleicht das Buch "Die Physiker" von F. Dürrenmatt gelesen haben. Ein Forscher findet DIE "Weltformel" und wenn er sie veröffentlichen würde hätte er später keinerlei Einfluss darüber wie diese verwendet werden würde. (Vgl. auch zu Einstein - Atombombe).

    Ein weiteres Beispiel:
    Wir "wissen" heute, was Hitler und sein Regime angerichtet haben und "wissen" wozu sein Regime fähig war.
    Könnten wir mit einer Zeitmaschine zurückreisen in diese Zeit, hätten wir durch unser Wissen wirklich die "Macht" etwas zu ändern? Wären wir nicht zum selben ohnmächtigen zuschauen verdammt wie die anderen Menschen?

    Wissen steht oft im Gegensatz zu einem Glauben. Die Menschen waren noch nie und sind auch heute nicht allwissend. Früher "wusste" man zum Beispiel, dass die Erde eine Scheibe war.

    Was haltet ihr davon?:

    Wissen ist (Ohn)macht / Glaube ist Hoffnung

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