Wo bleibt die Moral??

MaMatt 29.09.06 16:23

Ich bin von der Welle von Nachrichten bzgl. Siemens & Co. wirklich erstaunt und zugleich erschüttert.
Es beschätigt mich schon den ganzen Tag, daher schreib ich auf was ich davon halte und möchte eure Reaktionen diesbezgl. wissen.
Nach vor einigen Tagen gibt sich die Siemens Riege eine satte Gehaltserhöhung und kündigt sogleich Entlassungen in DEU an. Mal abgesehen von der, so was von garnicht vorhandenen Moral, hat Siemens nun auch bewiesen das sie die das Wort "Fingerspitzengefühl" nicht kennen oder Total kalt lässt.

Dann BenQ kündigt Entlassungen an aufgrund eines Insolvenzantrages.
Noch vor 1 Monat las ich einen so positiven Artikel über BenQ im manager-magazin, das ich es jetzt kaum glaube.
Nun stellt sich heraus, dass Siemens und BenQ es von vornherein so geplannt haben, ich geh davon aus der Vertrag wäre sonst nicht zu stande gekommen.
Als Beweise sollen die aufsplittung der Mobil-Sparte in 3 eigenständige Divisonen, her halten. (siehe Reuters, Ft )
Für mich ist es eindeutig, und ich sehe auch keine andere Erklärung warum dies so gescha, als das BenQ sich nur die Technologie unter den Nagel reissen wollte.

Wenn ich mich Irre oder ihr anderer Meinung seit teilt es mir doch bitte mit,
Ich für meinen Teil werde Siemens immer so in Erringerung behalten. Ich bin weiss Gott kein Moralapostel und so manche Entscheidungen kann ich nachvollziehen
(DB Entlassungswelle, trotz Gewinn) aber hier ist echt die Grenze erreicht.

Marco

  1. Florian123 29.09.06 19:35

    Gab neulich n gutes Interview mit W. Wideking im Handelsblatt (bzw. in den Business News des HB) zu dem Thema, kann ich nur empfehlen. Einfach mal auf der HP suchen, findet man wohl. Übrigens, ich halte das manager-magazin für die Bunte der Wirtschaftszeitungen, da verwundert es mich nicht, dass Du jetzt verwundert bist ;))

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  2. Bro... 29.09.06 22:18

    Hi,

    so einfach ist das leider nicht mit der Moral - wenn in der Zeitung steht, dass bspw. die Allianz 3,5k Arbeitsplätze abbaut, bedeutet dies noch lange nicht, dass es zu betriebsbedingten Kündigungen kommen muss. Die Erhöhung von Vorstandsgehältern kann dann auch sinnvoll sein, wenn die entsprechenden Vorstände zu Abwanderung zum Wettbewerber tendieren etc. Die Scharfmacherei vieler Medien muss man gründlich und betriebswirtschaftlich hinterfragen. Jedoch denke ich, dass es durchaus unappetitliche Mißstände in einigen Firmen gibt. Dies hier ist aber sicherlich nicht das richtige Forum um Kritik an den großen Bossen zu äußern. Schau Dir doch an, wie alle hier versuchen in die großen Unternehmen hineinzukommen. Außerdem gibt es hier eine große Zahl an Privatuni-BWLern, die schon im ersten Semester verstärkt auf die Finanzmarktlogik konditioniert werden. Entsprechend fällt ihnen vor WACC, alpha, Wertpapierlinie, Private Equity etc. eine ernsthafte Reflexion der Folgen dieser Logik schwer. Wenn man sich bereits ab dem 2. Semester als künftiger Partner von BCG sieht, einem die Professoren indirekt suggerieren man wäre der nächste Stephen Schwarzman und dergleichen, dann interessiert man sich zunehmend nur noch für die Big Deals in M&A-Abteilungen von IBs (CSFB,GS...) oder UBs (wie McK, BCG, ATK bla bla bla). Dass man dabei 55-70k verdient und 80h Wochen hat versteht sich genau so wie das Office in der City oder in NYC... :-) Du merkst, dass dies hier vielleicht wirklich nicht der beste Ort für Kritiken am System ist.

    S

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  3. meydo 01.10.06 01:36

    ... schön finde ich auch die reaktion aus taiwan; "BenQ-Chef fordert Handykauf aus Solidarität" (FTD). na dann, kaufen wir mal los.

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