Booz und A.T. Kearney planen Zusammenschluss

Anonym 01.06.10 22:26

Booz und A.T. Kearney sind offenbar kurz
vor dem Merger der beiden
traditionsreichen Beratungen. Das
berichtet die FTD http://bit.ly/97YpeR

Was bedeutet das für die Beraterbranche
in Deutschland? Global kämen Booz &
ATK zusammen auf Platz 3. In
Deutschland laut Luenendonk-Liste sogar
auf Platz 2 (vor BCG und Berger, wenn
man die Umsätze der beiden Beratungen
zusammenzählt).

Argumentiert wird der Zusammenschluss
aus Gründen des Preisdrucks.

Ich Frage mich, ob Zusammenschlüsse
bei Beratungen wirklich funktionieren
können: Die Unternehmen haben starke
eigene Kulturen, sind Partnerschaftlich
geführt und in einzelnen Geographien
sehr unterschiedlich aufgestellt. Was in
den USA Sinn macht, kann in
Deutschland totaler Unsinn sein. Dies
führt zu Frustation bei den Mitarbeitern.

Man betrachte vergangene M&A
Aktivitäten bei Beratungen: ATK gehörte
ja schonmal zu EDS. Oliver Wyman ist
stark durch Akquisitionen gewachsen
(Mercer, Oliver Wyman, DiamondCluster,
UBM, SGC und andere). Jeder Merger
führt aber auch zu Umwälzungen in der
jeweiligen Firma.

Ist Beratung eine Branche, in der man
entweder Preisführer oder Qualitätsführer
ist? Klein oder groß? Sind die Beratungen
auf den Plätzen 4-20 "Stuck in the
Middle"?

  1. tam... 02.06.10 11:55

    Von Merger kann wohl keine Rede sein. Wie man hoert hat ATK extrem gelitten in der Krise. Ich vermute denen steht einfach das Wasser bis zum Hals, auch der zitierte Kaufpreis von

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  2. homofaber 02.06.10 16:27

    Interessantes Experiment – einen solchen Großmerger hat es in der Branche noch nicht gegeben (im Gegensatz zu den WPs). Grundsätzlich halte ich solche Übernahmen für schwierig, da die Mitarbeiter das einzige Asset sind und die könne ja schnell weg sein.

    Das Thema Kostendruck kann ich überhaupt nicht nachvollziehen – das müsste ja bedeuten, dass signifikante Synergien zu heben sind und das dürfte nicht der Fall sein, da die Kostenstruktur einer Beratung fast vollständig variabel ist (solange man sich nicht so dämlich anstellt die ADL).

    Auch ist Kostenführerschaft in der "echten" Strategieberatung kein wirkliches Thema (ich hab auch noch nie gehört, dass McK oder BCG billiger wären als sagen wir mal Dröge), da die wesentliche Stellschraube die Personalkosten sind – d.h. ein billigerer Berater hat in der Regel die schlechter bezahlten Leute und damit auch die weniger qualifizierten. Allerdings hab ich es tatsächlich schon erlebt, dass sich Kunden von einem "teuren" Berater ein Konzept schreiben lassen und die Umsetzung an einen "billigeren" umsetzen lassen (wird z.B. gerne Accenture genommen)

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  3. Anonym 02.06.10 22:30

    Sehe ich ähnlich. Die Overheadkosten
    und S&A sind niedrig im Vergleich zu den
    Lohnkosten für die Berater. Mit Größe hat
    man allerdings Vorteile im Vertrieb und
    kann Nachfrageschwankungen leichter
    ausgleichen. Und DAS ist es ja, was
    Beratungen das Genick bricht: Die
    Nachfrage bricht von heute auf morgen
    ein, die Fixkosten laufen weiter.

    Nur globale und große Beratungen
    können durch globales Staffing und
    Vertriebseffizienzen sowas ausgleichen.

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  4. homofaber 04.06.10 09:58

    ja, aber sowohl Booz als auch ATK müssten groß genug sein solche Schwankungen auszugleichen - es macht natürlich einen Unterschied, ob ich 30 oder 500 Berater habe, aber ob ich 3000 habe (soviele sind es jeweils) oder 6000 macht eigentlich keinen Unterschied mehr.

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  5. run... 04.06.10 10:52

    Viele Kunden lassen sich ein Konzept einer "teuren" Beratung schreiben und verlangen dann erst mal 15% Rabatt auf den ermittelten Preis. Wie ich gehört habe ist das mittlerweile eine ziemlich häufige Politik der großen Konzerne.

    Allerdings weiss ich nicht, ob vor diesem Hintergrund der Merger von ATK und Booz tatsächlich sinnvoll ist. Eines ist sicher, es wird die Beratungslandschaft in Deutschland verändern - ein großes Schiff ist schwer zu manövrieren und es bedarf immer einer großen Kraftanstrenung Veränderungen hier durchzusetzen. Meine Erfahrung sagt mir - nicht Größe ist der Schlüssel zum Erfolg (kurzfristig generiere ich zwar enmorm cash) aber in der langen Frist entscheidet Felxibilität und Qualität.

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  6. Alibapir 05.06.10 23:13

    Der Kostendruck ist meiner Meinung nach leicht zu erklären. Die Beratungsfirmen bringen einfach nicht die Leistung, welche für die Tagessätze einfach erwartet wird, folglich sinkt die Auslastung.
    Ich habe in zwei Praktika schon Konzepte gesehen, die von großen Beratungen stammten und einfach in der Schublade verschwunden sind.
    Ich denke, dass ein Kunde einfach mehr erwartet, als PowerPoint-Bingo. Die Umsetzung der Ideen ist eine wichtige Kernkompetenz der mittleren UB's und deren wichtigstes Pfund, denn sie müssen für die im Konzept eingabauten Unsicherheiten auch gerade stehen. Die "hire and fire" Mentalität transferiert sich in die Unternehmen als "fire and forget" von Konzepten. Bitte nicht missdeuten, man braucht die strategischen Beratungen, denn dort arbeiten mitunter die intelligentesten Köpfe. Aber die mittleren Beratungen positionieren sich auch in diesem Umfeld und können auf eine lange Historie bereits erfolgreiche umgesetzter Projekte zurückblicken, wo sie von der Konzeptionierung bis hin zur Betreung und Implementierung alles geleistet haben.
    Ich denke, die Fusion wird ein Erfolg, denn ein Scheitern ist bei dieser Leistungsklasse nicht akzeptabel.

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