Roland-Berger-Mitarbeiter fordern Wahl eines Betriebsrats

Anonym 19.12.02 13:10

Im aktuellen Spiegel wird über die Unternehmensberatung Roland Berger berichtet:

"Intern hat die weltweit sechstgrößte Unternehmensberatung Roland Berger (550 Millionen Euro Umsatz, 1700 Beschäftigte) offenbar größere Probleme als bislang bekannt. Das geht aus einem vertraulichen Schreiben besorgter Mitarbeiter hervor, in dem Kollegen des Firmengründers "Missstände" anprangern und erstmals zur Wahl eines Betriebsrats aufrufen. In dem vierseitigen Brandbrief ("Die Zeiten des Let's get rich together sind vorbei") geben die Insider eine Unternehmensbeschreibung, die so gar nicht zum edlen Image der renommierten Consulting-Firma passen will. Mitarbeiter würden entlassen oder zur "freiwilligen beruflichen Neuorientierung" gezwungen, heißt es dort. Zudem beklagen die Kritiker eine "faktische Beförderungssperre" sowie "ausstehende Gehaltserhöhungen und Prämienzahlungen". Ein Roland-Berger-Sprecher bestreitet den angeblich geplanten Personalabbau. Dass in "wirtschaftlich schwierigen Zeiten" versucht werde, die variablen Kosten zu drücken, sei "ein ganz normales Verfahren". Trotzdem wollen die enttäuschten Mitarbeiter mit Hilfe der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di demnächst an den sechs deutschen Standorten Betriebsversammlungen abhalten und Wahlvorstände bilden, um die Gründung einer Arbeitnehmervertretung unter dem Arbeitstitel "betriebsrat4berger" vorzubereiten. Die Unternehmensführung bezweifelt allerdings, dass die Aufständischen sich durchsetzen können. Jüngste Umfragen, so der Roland-Berger-Sprecher, hätten ergeben, dass die Mehrheit der Berater keinen Betriebsrat will. "

Was tut sich da bei Berger? Hat jemand, der gerade dort arbeitet eine Meinung? Was denken die anderen squeaker?

  1. Glo... 19.12.02 14:38

    Was sich dort abspielt, läßt sich unter Aufstand der Arbeitnehmer abspeichern (Details wirst Du hier wohl eher nicht zu lesen bekommen!). Frage ist wirklich, ob es "Ihnen" gelingt, einen BR ins Leben zu rufen und sich somit Gehör zu verschaffen. Lt. Zeitungsartikeln scheint das Mngt dies nicht zu befürworten, äußerst sich zudem recht vorsichtig in der Öffentlichkeit. Aber schon mal wieder interessant zu sehen, was sich ua durch einen Chefwechsel so alles ergibt ...

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  2. Hen... 19.12.02 16:03

    Ausgerechnet ver.di!

    Was ist mit "Kollegen des Firmengründers" gemeint? Sind das alle, oder doch eher frühe Angestellte?

    Jedenfalls zeigt der Vorfall, dass Vertrauen und Sicherheit, die der Arbeitgeber auch in der Krise gibt, dem Funktionieren und der langfristigen Stabilität eines Unternehmens eher zuträglich sind. Klar mögen auch hier Entlassungen unumgänglich sein, aber ein Betriebsrat oder eine anders geartete Arbeitnehmervertretung kann Konflikte entschärfen oder ihr scharfes Aufbrechen verhindern. was nicht heissen soll, dass alles was Betriebsräte tun dem Unternehmen förderlich ist.

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  3. Jan... 19.12.02 16:54

    Naja, für mich wäre es ein Armutszeugnis, wenn Roland Berger, Strategy Consultans, Creative strategie that works ;), auf einmal einen Betriebsrat bekommen würde. Wäre nicht sehr kreativ....

    Ich wette aber gerne, dass es nicht der Fall sein wird. *smile*

    Jan

    P.S. Zeit ist Geld.

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  4. Anonym 19.12.02 18:36

    Tja, plötzlich sind die größten Kapitalisten und BR-Gegner, die am liebsten alles wegrationalisiern, selbst dabei zu erfahren, welche Vorteile das doch haben könnte. Schliesslich ist nicht immer alles so toll wie bei Berger...
    Ich schliesse mich da JanJK an, wenn die sich einen BR geben, dann werden sie super-unglaubwürdig...

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  5. plesch 19.12.02 18:38

    Tja, plötzlich sind die größten Kapitalisten und BR-Gegner, die am liebsten alles wegrationalisiern, selbst dabei zu erfahren, welche Vorteile das doch haben könnte. Schliesslich ist nicht immer alles so toll wie bei Berger...
    Ich schliesse mich da JanJK an, wenn die sich einen BR geben, dann werden sie super-unglaubwürdig...

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  6. kayak 20.12.02 09:24

    Kaum hat sich der gewohnte Siegeszug in ein Bächlein voller Einschränkungen und Kompromissen gewandelt, sind Kreativität und Motivation so weit gesunken, dass in den eigenen Reihen die so hochgelobten Prinzipien und Strategien über Bord geworfen werden, um nicht auf Grund zu laufen.
    Die Formierung eines Betriebsrates gehört wohl in diese Rubrik. Mit Kreativität und dem Drang Dinge auf neuen Wegen zu verändern hat das wirklich nichts zu tun.
    Der Stern am strategischen Beratungshimmel wird meiner Meinung nach an Glanz verlieren....

    Kay

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  7. Hen... 20.12.02 16:56

    In der Krise liegt auch ne Chance, aber dann müsste man es anders machen als alle andern, zeigen das man zu seinen Werten / Aussagen steht und kreativ mit der Situation umgeht...

    Die Berater die zeigen können, dass sie mit der Krise und ihren Mitarbeitern gut umgehen haben zumindest die Chance ihr Image langfristig und substantiell zu verbessern.

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