VW Consulting & Karl Marx

GreatGatsby 07.03.03 17:00

Hallo allerseits,

falls Ihr Euch bei VW Consulting für eine Doktorandenstelle Bewerben wollt, solltet Ihr folgendes unbedingt lesen:

ich habe mich im November letzten Jahres für eine Doktorandenstelle bei VW Consulting beworben (online) und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen, das auch ganz gut lief. Da mein Promotionsthema (Wirtschaftsinformatik) keine direkte Relevanz für VW Consulting hatte, wurde mir vorgeschlagen zusätzlich zur Promotion noch 80 Tage/Jahr für VW Consulting zu arbeiten. Ich willigte ein und wurde gebeten eine kurze Zusammenfassung meines Themas zu schreiben, damit geeignete Ansprechpartner im Unternehmen gesucht werden konnten.

Gesagt, getan. 2-3 Wochen sollte ich mich gedulden. Zweieinhalb Wochen später rief ich an und bekam eine Absage.
Begründung (jetzt kommt der Hammer): VW Consulting will keine 2-Klassengesellschaft schaffen - aus Beratern mit und Beratern ohne Promotionsmöglichkeit.

Da ich dennoch gerne bei VW Consulting gearbeitet hätte, bot ich eine 50% Beschäftigung (mit entsprechender Bezahlung) an und schlug vor
die Promotion in meiner Freizeit durchzuführen. 2 Tage später erhielt ich folgende Mail:

wir haben heute das Modell (Doktoranden als 50% Consultants ohne Diss-Betreuungsaufwendungen durch uns) noch einmal diskutiert.
Wir haben uns erneut dagegen entschieden. Dies liegt aber nicht an Ihrer Person, sondern der ausschlaggebende Grund ist nach wie vor die Schaffung einer '2-Klassen-Gesellschaft' von Beratern, die wir nicht anstreben.

Nochmals vielen Dank für Ihre Bewerbung und alles Gute für Ihre Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen
Frank E. Wißler
project Manager

Volkswagen Consulting
Brieffach 1055/7
D-38436 Wolfsburg

Für mich gibt es da nur 2 plausible Erklärungen:
1. Faule Ausrede
2. Übermacht des Proletariats

Das ist so unglaublich und unseriös, dass ich das hier ganz bewusst mit Namen und Adresse gepostet habe. So was habe ich noch nie erlebt und gerade von einem Unternehmen wie VW sollte man sowas eigentlich auch nicht erwarten.

Gruß,
Thorsten

  1. Jan... 07.03.03 18:01

    Was hat dies mit Karl Marx zu tun?

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  2. GreatGatsby 07.03.03 18:15

    Nivellierung der Leistungs-und Anspruchsniveaus. Allein schon der Begriff "2-Klassengesellschaft": Wenn es ein Doktorandenprogramm gibt hat doch jeder die Möglichkeit daran teilzunehmen, oder?

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  3. Hen... 07.03.03 18:26

    Erklär doch mal die Rahmenbed. fd Doktorandenprogramm bei VW - bzw schick 'nen link.

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  4. Hen... 07.03.03 18:19

    2-Klassensgesellschft - Proletariat = Berater ohne Diss
    Proletariat - Karl Marx o.ae!

    na ja was die wirklichen Gründe sind ist aus der Antwort nicht abzulesen, aber verständlich und akzeptable ist schon, dass man keine Präzedenzfälle - egal in welche Richtung - schaffen will.

    Nur wo das Problem liegen könnte ist unklar -- würden dann alle Berater promovieren wollen? Warum?

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  5. GreatGatsby 07.03.03 18:57

    1. Danke für die Erklärung meines Vergleichs
    2. Das ist genau der Punkt. Nicht jeder will promovieren - den Titel bekommt man ja auch nicht geschenkt. Und wenn sie keine Präzedenzfälle schaffen wollen - warum gibt es dann ein Doktorandenprogramm (auf das man sich direkt auf der Website Bewerben kann)???

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  6. Hen... 07.03.03 21:15

    na ja offen Dr-andenstellen scheints momentan nur in F&E zu geben:

    http://www.vw-personal.de/stellen/stellen_welcome.htm

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  7. Anonym 07.03.03 20:13

    emails veröffentlichen. sehr unprofessionell.

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  8. GreatGatsby 08.03.03 02:04

    Wer Entscheidungen trifft muss auch dazu stehen.

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  9. Hen... 08.03.03 16:43

    sory, ich bin mir nicht ganz sicher ob Du die Lage richtig einschätzt!

    Die Doktorandenstellen sind anscheinend momentan nur begrenzt und bei Consulting ist keine einzige aufgeführt. McK und Co machen es aus vermutlich guten Gründen - auch so dass man erst Vollzeit arbeitet - dabei einen Teil seines Gehaltes anspart - und dann vollkommen freigestellt wird - offiziell 1 Jahr, praktisch auch länger.

    Einige Argumente für Vollzeit wären steilere Lernkurve, Effektivität bei der Leistungserbringung und bessere Verfügbarkeit für die Projekte. Klar kann man in einer Promotion ne Menge Dinge ineinanderschachteln und während man andere Dinge tut Themen, Punkte, Fragen, sich setzen lassen, reflektieren, durchdenken etc pp. Aber das muss auch den Leuten in der Firma klar sein ... und Du brauchst auch Zeit + Ruhe für Dich um die Dinge dann letztendlich auf die Reihe zu bekommen. Die meisten nebenberuflichen Promotionen werden jedenfalls nicht beendet

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  10. Anonym 08.03.03 22:05

    Du hast Recht - aber darum geht es hier gar nicht. Vielleicht habe ich den Punkt nicht deutlich gemacht:
    * INITIATIV Bewerbung auf das Doktorandenprogramm
    -Einladung zum Gespräch (Aha)
    -Vereinbarung: 80 Tage Arbeit für VW Consulting + Möglichkeit zur Promotion
    (D.h., ob es nun fest ausgeschriebene Stellen gab oder nicht war zu diesem Zeitpunkt gar keine Diskussion)
    -Treffen mit Professor+Assistenten+Literaturrecherche+Ausarbeitung des Themas
    -Warten
    -----Absage mit o.g. Begründung.

    Jede Absage nach dem Motto:"Ihr Thema ist für uns uninteressant/schlecht geeignet/ungründlich recherchiert./.. " hätte ich bedauernd zur Kenntnis genommen und mich gerne nach der Promotion wieder dort beworben.
    Aber NACH Einigungsprozess, verschwendeter Zeit und Arbeit, eine "2-Klassengesellschaft" als Grund für eine Absage vorzubringen ist für mich aus zwischenmenschlicher Sicht absolut inakzeptabel. Und darum geht es - versuch es Dir mal vorzustellen: Du hast mental schon Deine Köfferchen für Wolfsburg gepackt, gibst Dir große Mühe bei der Beschreibung Deines Themas und hoffst, es für das Unternehmen besonders interessant gestaltet zu haben. Danach rechnest Du natürlich immer noch mit einer Absage - aber wegen einer "2-Klassengesellschaft"???
    Was soll das? Wenn das der wahre Grund ist - warum teilte man mir das nicht direkt mit? Oder wenigstens nach dem Gespräch?

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  11. Anonym 08.03.03 22:40

    Du hast Recht - aber darum geht es hier gar nicht. Vielleicht habe ich den Punkt nicht deutlich gemacht:
    * INITIATIV Bewerbung auf das Doktorandenprogramm
    -Einladung zum Gespräch (Aha)
    -Vereinbarung: 80 Tage Arbeit für VW Consulting + Möglichkeit zur Promotion
    (D.h., ob es nun fest ausgeschriebene Stellen gab oder nicht war zu diesem Zeitpunkt gar keine Diskussion)
    -Treffen mit Professor+Assistenten+Literaturrecherche+Ausarbeitung des Themas
    -Warten
    -----Absage mit o.g. Begründung.

    Jede Absage nach dem Motto:"Ihr Thema ist für uns uninteressant/schlecht geeignet/ungründlich recherchiert./.. " hätte ich bedauernd zur Kenntnis genommen und mich gerne nach der Promotion wieder dort beworben.
    Aber NACH Einigungsprozess, verschwendeter Zeit und Arbeit, eine "2-Klassengesellschaft" als Grund für eine Absage vorzubringen ist für mich aus zwischenmenschlicher Sicht absolut inakzeptabel. Und darum geht es - versuch es Dir mal vorzustellen: Du hast mental schon Deine Köfferchen für Wolfsburg gepackt, gibst Dir große Mühe bei der Beschreibung Deines Themas und hoffst, es für das Unternehmen besonders interessant gestaltet zu haben. Danach rechnest Du natürlich immer noch mit einer Absage - aber wegen einer "2-Klassengesellschaft"???
    Was soll das? Wenn das der wahre Grund ist - warum teilte man mir das nicht direkt mit? Oder wenigstens nach dem Gespräch?

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  12. Hen... 11.03.03 12:44

    damit wäre nach dem brief an dich die Bewerbung als doktorand grundsätzlich hinfällig? ... hmmmm hmmm passt nicht zur auschreibung das stimmt... wer sagt dass die wissen was - dier Personaler vermutlich -auf die webseite geschrieben haben -- hätte aber auch schon eher zu Fragen führen müssen... merkwürdig

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