Dein Einstieg in die Automobilindustrie

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Autos waren schon immer dein Ding – doch reicht das für eine erfolgreiche Bewerbung aus? Dieser Artikel beantwortet dir diese und weitere Fragen rund um die Branche sowie Bewerbung, Einstieg und Karriereplanung in der Automobilindustrie.

Automotive Branche Einstieg

Die Automobilbranche gilt in Deutschland als Schlüsselbranche und weltweit als eine der größten Industrien. Allein 2016 erwirtschaftete die deutsche Automobilindustrie einen Umsatz von 404,6 Milliarden Euro. Über die Hälfte des Umsatzes erzielte die Automobilindustrie im Ausland und macht uns Deutsche somit zu Exportmeistern. Kein Wunder also, dass sich so viele Studenten und Young Professionals für die Automobil-branche interessieren. Gehörst du dazu, hast du viele Konkurrenten. Deinen Einstieg solltest du daher strategisch planen – und das am besten von Anfang an.

Welches Studium passt am besten zur Automobilindustrie?

Klar, die Automobilbranche braucht Ingenieure – ein Studium im Maschinenbau oder Fahrzeugbau ist daher nicht verkehrt. Doch auch viele andere Fachrichtungen sind gefragt, denn die Berufsbilder unterscheiden sich stark in der Automobilindustrie. Du musst kein Ingenieur sein, um dich in der Automobilindustrie bewerben zu können. Audi ist zum Beispiel ständig auf der Suche nach Akademikern aus folgenden Bereichen: 

    • Forschung und Entwicklung 
    • Produktion/Logistik/Planung 
    • Controlling/Finanzwesen/Steuern/Zölle 
    • Kommunikation 
    • Marketing/Vertrieb/Produktmanagement 
    • Revision/Recht/Patentwesen 
    • Qualitätsmanagement/Qualitätssicherung 
    • Personal/Bildung 
    • Beschaffung 
    • IT / Organisationsentwicklung

Doch nicht nur die Fachrichtung ist entscheidend – auch der Abschluss spielt laut Studien eine wichtige Rolle. Demnach lohnt es sich nach dem Bachelorabschluss noch den Master draufzusetzen, denn über 90 Prozent der Arbeitgeber aus der Automobilindustrie bevorzugen Masterabsol-venten. Das heißt aber nicht, dass du erst nach deinem Master erste Arbeitserfahrung sammeln kannst.

Wann macht der Einstieg in die Automobilindustrie Sinn?

Grundsätzlich gilt: So früh wie möglich. Gerade von Einsteigern und Trainees wird erwartet, dass sie eine fundierte Vorstellung von ihrer Karriere mitbringen. Dies gilt sowohl für vergangene, als auch für zukünftige Aufgabenfelder. Um diese Anforderungen bewältigen zu können, brauchen Bewerber möglichst branchennahe Erfahrungen durch Praktika und ein entsprechendes Profil. Schon als Student solltest du daher eine Antwort auf diese Frage haben: Wie stellst du dir deine Karriere vor? Denn bereits während deines Studiums kannst du an deiner erfolgreichen Bewerbung in der Automobilindustrie arbeiten. Du solltest Erfahrung sammeln, die richtigen Vertiefungsfächer wählen, Netzwerken und das Thema deiner Masterabreit sorgfältig überdenken:  

1. Erste Erfahrungen im Bachelor sammeln 

Versuche schon jetzt Unternehmen kennen zu lernen und absolviere möglichst viele Praktika. So kannst du feststellen, ob die Automobilindustrie wirklich die richtige Branche für dich ist und welche Themen dich besonders interessieren. Und wenn du schon einmal im Unternehmen bist, dann stell den Branchen Insidern auch deine Fragen. Viele werden bereit-willig über ihren Alltag berichten und dir etwas über ihre berufliche Laufbahn erzählen. Die Praktika und Informationen helfen dir sicher bei der Wahl deiner späteren Studienschwerpunkte.  

2. Richtige Wahl der Vertiefungsfächer und Netzwerken im Master 

Im Idealfall weißt du schon zu Beginn des Hauptstudiums welche Fächer du vertiefen willst. Du solltest du Wahl nicht dem Zufall überlassen, denn falsch Schwerpunkte sind zwar kein absolutes Ausschlusskriterium in der Automobilindustrie, können sie aber ausbremsen. Die Schwerpunkte solltest du wiederum mit entsprechenden Praktika verbinden – vielleicht absolvierst du im Masterstudium sogar noch ein Auslandspraktikum, denn schließlich ist die Automobilbranche sehr international. Und da viele Praktika, Abschlussarbeiten und andere Jobs unter der Hand vergeben werden, lohnt es sich schon jetzt den Kontakt zu ehemaligen Kollegen und Kommilitonen zu pflegen. Zu viele unterschätzen die Kraft eines Netzwerks und verschlafen wichtige Karrierechancen.  

3. Mit dem Thema der Masterarbeit Interesse wecken 

Am besten wählst du ein Thema, das zu deiner Spezialisierung, deinem Lebenslauf und deinen Interessen passt. Gera-de bei Berufseinsteigern ist die Abschlussarbeit ein gern gefragtes Thema im Bewerbungsgespräch. Vielleicht möchtest du sogar die Chance nutzen weitere Einblicke in den Unternehmensalltag zu erhalten und schreibst deine Abschlussarbeit direkt im Unternehmen.

Das richtige Unternehmen für den Einstieg in die Automobilindustrie finden:

Die Automobilindustrie ist ein heterogener Markt – wer in die Automobilindustrie einsteigen will, entscheidet sich meist für Hersteller oder Zulieferer zu arbeiten. Aber auch andere Unternehmen beteiligen sich am mobilen Markt. Hier ein kleiner Überblick: 

  • Hersteller produzieren Kraftfahrzeuge und Motoren, Anhänger und Container sowie Fahrzeugteile und –zubehör. 
  • Zulieferer stammen beispielsweise aus der textilen, elektronischen und chemischen Industrie sowie aus der Maschinenbau- und Eisenindustrie. 
  • Dienstleister der Automotive Branche sind Engineering-Dienstleister, Unternehmensberatungen, Speditionen und Verkehrsbetriebe 
  • Abnehmer sind neben Privatpersonen vor allem Händler, Werkstätten, Tankstellen, Autovermietungen und das Taxigewerbe 
  • Weitere Beteiligte am mobilen Markt sind Banken, Versicherungen und Behörden

Erfahrungsberichte zur Automobilindustrie

Du willst noch mehr erfahren? In Erfahrungsberichten teilen Squeaker ihre persönlichen Einblicke in die Automobilbranche mit dir. Und wenn du schon erste Erfahrungen hast, kannst du auch einen eigenen Bericht schreiben und andere mit deiner Erfahrung unterstützen. Und wenn du weitere Fragen hast, dann frag doch einfach Mitbewerber und Branchen-Insider in unserem Forum.  

Bewerben bei Herstellern oder Zulieferern?

Viele Bewerber setzen sich mit dieser Frage unnötig unter Druck. Der Einstieg bei einem Automobilhersteller scheint bei Nach-wuchstalenten mit mehr Prestige verbunden zu sein als der beim Zulieferer, was jedoch eher emotionale als rationale Gründe hat. Die meisten Führungskräfte der Automobilindustrie hingegen haben sowohl für Hersteller als auch für Systemlieferanten gearbeitet und empfehlen, Erfahrungen bei beiden zu sammeln. Neben Unternehmen bieten auch Engineering-Dienstleister interessante Perspektiven für den Berufseinstieg. Jungingenieure sammeln dort innerhalb kurzer Zeit Erfahrung mit mehreren Automobilherstellern. Festzuhalten ist: Wo du deine Automotive-Karriere beginnst, entscheidet nicht über deine späteren Einstiegs- oder Aufstiegschancen. Es spielt letztendlich keine Rolle. Wichtiger ist es, dabei so früh wie möglich mit Praktika zu beginnen.

Diese Hersteller und Zulieferer sind potenzielle Arbeitgeber

Diese Automobilhersteller haben laut statista die meisten Marktanteile am Pkw-Markt in der EU:

  1. Volkswagen Gruppe
  2. Renault Gruppe
  3. PSA Gruppe
  4. Ford
  5. BMW Gruppe
  6. Opel Gruppe
  7. Fiat-Chrysler Gruppe
  8. Daimler
  9. Toyota Gruppe
  10. Nissan

Diese Automobilzulieferer erwirtschaften laut statista den meisten Umsatz

  1. Bosch
  2. Continental
  3. Denso
  4. Magna
  5. Hyundai Mobis
  6. ZF Friedrichshafen
  7. Aisin
  8. Bridgestonr/Firestone
  9. Johnson Controls
  10. Michelin

Bewerben um einen Direkt-Einstieg oder ein Trainee in die Automobilindustrie?

Absolventen beginnen ihre Karriere in der Automobilindustrie entweder als Trainee oder per Direkteinstieg. Die meisten Hersteller und großen Zulieferer bieten beides an. Für welche Position du dich entscheidest, hängt letztlich von deiner persönlichen Karriereplanung ab. Als Direkteinsteiger arbeitest du von Anfang an in einer bestimmten Abteilung, hast feste Aufgaben und ein höheres Gehalt als Trainees. Deine Einarbeitung erfolgt meist als "Training on the job". Als Trainee lernst du in 12-18 Monaten verschiedene Stationen deines Unternehmens kennen, trägst weniger Verantwortung für ein geringeres Gehalt und erhältst zusätzliches Coaching für die Entwicklung deiner Führungsfähigkeiten und anderer Soft Skills. Und du kannst als Trainee auch eher praktische Erfahrungen an Standorten im Ausland sammeln.

Kontakte zur Automobilindustrie knüpfen

JOBconengineering, CARconnects, careers4engineers automotive– all diese Karriere-Veranstaltungen bieten Einsteigern Gelegenheit, in die Automotive-Branche hinein zu schnuppern. Auf Messen und Kongressen, bei Wettbewerben und Workshops präsentieren Hersteller, Zuliefe-rer und Dienstleister technische Innovationen, zum Beispiel Connected Cars, und suchen als Arbeitgeber nach qualifizierten Talenten. Aktuelle Termine findest du im Event-Kalender.

Das nötige Wissen über die Branche – so punktest du bei Personalern

Personaler merken schnell, ob du dich wirklich in der Automobilbranche auskennst. Deshalb gehört die ständige Recherche und das verfolgen von Trends zu den Hauptaufgaben neben dem Studium. Fragt man dich auf der nächsten Veranstaltung nach deiner Meinung zu den neuesten Entwicklungen, solltest du zumindest wissen, um was es geht. Wir haben die wichtigsten Entwicklungen für dich zusammengefasst:

1. Trend: Autonomes Fahren 

In Zukunft steuerst nicht mehr du das Auto, denn es fährt von selbst. Autonomes Fahren schafft dir als Fahrer damit viele Freiräume für Kommunikation, Unterhaltung und Shopping. Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Windschutzschreibe als riesiger Display genutzt wird und somit ganz neue Funktionen erhält. Experten schätzen, dass autonome Autos dir damit 50 Minuten mehr Freizeit pro Tag verschaffen – ein guter Grund für dich etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Gerade zu Beginn wird diese Technologie sehr teuer sein. Wer es sich leisten kann, der achtet nicht mehr auf Motor Qualität oder Fahrverhalten: Das autonome Auto wird zum neuen Premium. Aber das autonome Auto kann nicht nur Zeit sparen, sondern auch Leben retten. 2016 starben alleine in Deutschland 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen. Verkehrsunfälle sind nach Krankheiten sogar die zweithäufigste Ursache für Todesfälle. Besonders schlimm ist diese Entwicklung, da Unfälle vermeidbar wären. Die meisten Verkehrsunfälle lassen sich auf menschliches Versagen zurückführen. Das selbstfahrende Auto könnte die Anzahl der Unfälle um 90 Prozent senken. Trotzdem haben viele Menschen noch Angst vor der neuen Technologie und äußern vor allem ethische Bedenken. Wer in einem Autonomen Auto sitzt, überlässt dem Auto die Entscheidung darüber, wer bei einer Kollision lebt oder stirbt. Denn das Auto erfasst die Lage schneller als das menschliche Gehirn, reagiert also noch bevor der Fahrer selbst ein-greifen kann. Wer den Unfall überlebt, entscheidet dabei die Software. Und hier liegt das Problem: Auf der einen Seite ist es nahezu unmöglich zu beurteilen, wer das Recht auf Leben hat und wer sterben muss. Auf der anderen Seite kann selbst der Programmierer der Software nicht zu 100 Prozent über den Unfallverlauf bestimmen. Der Programmierer gibt dem Auto zwar vor komfortabel oder möglichst sicher zu fahren, doch die Autos lernen selbstständig hinzu. Ein Algorithmus nutzt Erfahrungswerte und eigene Datenanalysen, um den Ziel der Programmierer näher zu kommen und schafft so eine künstliche Intelligenz, dessen Codes selbst die Programmierer nur noch schwer nachvollziehen können.Wie du selbst zu einer moralischen Entscheidung stehst, die von autonomen Autos getroffen wird, kannst du mit der Moral Machine testen. Als Beobachter entscheidest du hier, wer leben darf und wer sterben muss.  

2. Trend: Digitalisierung und Big Data  

Wenn du gerne schneller fährst als erlaubt, könnte die Digitalisierung für dich teuer werden. Das digitale Auto sammelt nämlich Millionen von Daten, die völlig neue Geschäftsmodelle möglich machen. So könnte die Höhe deiner Versiche-rung bald von deinem Fahrstil abhängen ebenso wie die Besteuerung oder Serviceintervalle. Denkbar ist auch, dass die Parkplatzgebühren innerhalb der Städte je nach Verkehrsaufkommen höher oder niedriger ausfallen. Diese Entwicklungen stellen für die heutigen Automobilhersteller eine große Herausforderung dar. Den Wettbewerbsvor-teil sichert sich der Hersteller, der neue Standards für den Datenaustausch etabliert oder neue Technologien entwickelt. Ob die Hersteller jedoch ihre Definitionshoheit für das Auto behalten ist fraglich. Vielleicht gehört der Kunde in Zukunft den Unternehmen, die Services während der Autonutzung anbieten. Möglich wäre auch, dass sich die unterschiedlichs-ten Unternehmen für Kooperationen zusammenschließen. Schließlich ist es schwer die unterschiedlichen Fähigkeiten, die zur Entwicklung und zum Betrieb eines digitalisierten Autos notwendig sind, nur aus einer Hand anzubieten. Dieses Thema bleibt also spannend und du hoffentlich auf dem Laufenden.  

3. Trend in der Automobilindustrie: Elektroautos

50.000 Elektroautos sind heute auf Deutschlands Straßen unterwegs. In drei Jahren sollen es jedoch schon eine Million sein. Ein ganz schön ambitioniertes Ziel der Politik, die jedoch unzählige Vorteile sieht: Das E-Auto ist leise, umweltfreundlich und die Stromkosten geringer als die für Sprit. Kritiker sehen jedoch auch Probleme. Nicht nur das die E-Autos in der Anschaffung sehr teuer sind und nur über wenig Reichweite verfügen. So umweltfreundlich wie sie klingen, sind sie eigentlich auch nicht. Schuld daran sind die in den E-Autos verbauten Lithium-Ionen-Batterien, deren Entsorgung momentan ein Problem ist. Geht es nach Bosch sollen die E-Autos bald doppelt so weit fahren und das sogar zu einem geringerem Preis. Bis 2020 will der Automobilzulieferer die Batteriesysteme verbessern. Allerdings ist diese Entwicklung lediglich evolutionär und nicht revolutionär, denn die Lithium-Ionen-Batterien werden lediglich verbessert und nicht ausgetauscht.

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