Zersplitterte Kundengruppen & Chinesische Offensive

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Heterogene Kundenansprüche werden zur Nagelprobe

Oliver Wyman Maschinenbau 2015 China Deutschland Heterogene Kunden

Die Anforderungen der Kunden werden zunehmend heterogener. In der Vergangenheit agierten viele deutsche Maschinen- und Anlagenbauer vor allem in den Triademärkten USA, Japan und Europa, die sich in ihren Ansprüchen in puncto Technik und Qualität nicht grundsätzlich unterscheiden. Nun stellt das starke Wachstum der Schwellenländer – allen voran China – die Unternehmen vor neue Herausforderungen. Wer in diesen Märkten erfolgreich sein will, braucht geeignete lokalisierte Produkte. Gefragt sind technisch einfachere Maschinen mit geringerem Automatisierungsgrad zu einem deutlich günstigeren Preis. An der Fertigung vor Ort führt damit kein Weg vorbei. Entsprechend müssen die Maschinen- und Anlagenbauer Produktions- sowie zunehmend auch Entwicklungskapazitäten in die Schwellenländer verlagern. Gleichzeitig verschieben sich die Ansprüche der Kunden in den Stammmärkten. Bislang stand die Maschine im Vordergrund. Künftig liegt der Fokus auf der ganzheitlichen Lösung zur Optimierung des gesamten Produktionsprozesses. „Auf die Branche wartet ein enormer Spagat“, erklärt Sitte. „Einige Hersteller müssen in den Emerging Markets konsequent den Low-Cost-Weg einschlagen, andere in den etablierten Märkten den Schwerpunkt auf hocheffiziente Gesamtlösungen legen.“

China geht in die Offensive

Rüsten aber müssen sich die Maschinen- und Anlagenbauer vor allem für einen starken Wettbewerb aus China. Die chinesischen Unternehmen haben zuletzt massiv zugelegt. Die 15 größten Maschinenbauer Chinas erzielen heute im Schnitt einen Umsatz von drei Milliarden Euro. Vor fünf Jahren lagen dieselben Unternehmen noch bei durchschnittlich 700 Millionen Euro. Hält das Wachstum der chinesischen Wettbewerber an, dürften sie in den kommenden fünf Jahren auf durchschnittlich rund zehn Milliarden Euro zulegen. Damit sind sie mit den größten deutschen Maschinenbauern vergleichbar und werden zu einer echten Bedrohung auf den entwickelten Weltmärkten.

Exportieren werden vor allem chinesische Branchensegmente, die im Fokus des vergangenen, elften Fünfjahresplans standen. Dazu gehören Textilmaschinen, Bau- und Bergbaumaschinen, Metallurgieausrüstung und Schiffbau. „Noch aber wird die Gefahr, die von China ausgeht, in Deutschland unterschätzt“, so Kautzsch. „Dabei haben chinesische Anbieter ihre deutschen Wettbewerber in den vergangenen Jahren klar überholt.“ Mit einem Umsatz von 209 Milliarden Euro lagen diese 2007 noch knapp hinter dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau mit 215 Milliarden Euro. Zwei Jahre später waren die Chinesen mit 343 Milliarden Euro fast doppelt so stark wie die Deutschen. 

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Inhalt

  1. Einleitung: Maschinenbau 2015 - Strategie für die Welt von morgen
  2. Zersplitterte Kundengruppen & Chinesische Offensive
  3. Fazit

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