Strategische Neuausrichtung

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Gezielte Strategien entwickeln

Oliver Wyman Windenergie 2020 Marktwachstum

Noch fehlen oft Strategien, die konsequent auf das hochprofitable Servicegeschäft der Zukunft ausgerichtet sind – oder es hapert an der Umsetzung. Ein Grund ist, dass die Hersteller im Servicemarkt bislang nahezu konkurrenzlos waren. „Die Branche ist jung und die Anlagen der ersten Generationen hatten zum Teil noch ‚Kinderkrankheiten’. Schon deshalb wollten Kunden die Hersteller nicht aus ihrer Pflicht entlassen“, so Thormählen. „Das wandelt sich jetzt deutlich. Die Produkte sind verlässlicher geworden, zugleich laufen Garantien und erste Serviceverträge aus – ein günstiger Zeitpunkt für Neueinsteiger. Die Dominanz der Hersteller im Servicemarkt wird abnehmen. Die Neueinsteiger formieren sich angesichts der hervorragenden Gewinnperspektiven.“ So stehen neben Komponentenherstellern vor allem unabhängige Drittanbieter von Dienstleistungen für Windkraftanlagen bereits in den Startlöchern, um den Anlagenproduzenten das Servicegeschäft streitig zu machen. Auch bauen große Betreiber eigene Betriebs- und Instandhaltungsabteilungen auf.

Die Hersteller geraten damit erheblich unter Zugzwang. Sie müssen dedizierte Geschäftsmodelle entwickeln, mit denen sie die Profitpotenziale des Servicegeschäfts sichern können. Dazu gilt es unter anderem, eine internationale Serviceorganisation mit standardisierten Prozessen und Systemen aufzubauen, da das Windgeschäft immer globaler wird. Auch sind differenzierte Serviceprodukte für die zum Teil sehr unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Kundengruppen zu definieren. Neben dem reinen Erhalt der Leistungsfähigkeit der Anlagen müssen diese Serviceprodukte zunehmend auch einen Beitrag zur Produktivitätssteigerung der Anlagen in der Betriebsphase leisten. Gleichzeitig muss mehr Kompetenz für Kalkulation und Risikomanagement in Bezug auf Serviceverträge geschaffen werden. In der Vergangenheit haben Kunden für ihre Serviceverträge immer wieder zu viel gezahlt. Doch auch die Hersteller mussten wegen versteckter Risiken in den bestehenden Verträgen Lehrgeld zahlen.

Eine der schwierigsten Aufgaben dürfte indes die Rekrutierung sowie die Aus- und Weiterbildung des notwendigen Servicepersonals sein. Schon heute besteht ein Mangel an qualifizierten Fachkräften, denn die für die Instandhaltung der Windkraftanlagen erforderlichen Spezialisten, etwa Mechatroniker, sind auch in anderen Maschinenbaubranchen begehrt. „Um künftig außerplanmäßige Stillstände bei den Windkraftanlagen zu vermeiden, muss die Industrie eine systematische und nachhaltige Personalentwicklung betreiben“, betont Krenz. „Jetzt ist es in jeder Hinsicht an der Zeit zu handeln. Denn ohne professionelle Vorbereitung wird aus dem Service-Boom schnell eine No-Profit-Zone."

Fünf Thesen zum Markt für Windenergie

  1. Die weltweit installierten Kapazitäten für Windkraft sind 20-mal höher als die für Solar. Entsprechend wichtig ist Windenergie für das Erreichen der energiepolitischen Ziele.
  2. Der aktuelle Offshore-Hype entzieht dem Onshore-Geschäft die Aufmerksamkeit, obwohl dieses in den nächsten zehn Jahren wesentlich größer ist, die Produkte ausgereifter und die Anlagen deutlich wirtschaftlicher sind.
  3. Die bevorstehende Konsolidierung der Windkraftbranche wird verstärkte M&A-Aktivitäten unter den Herstellern auslösen. Kleinere Player verschwinden vom Markt.
  4. Noch kontrollieren die Hersteller mehr als 90 Prozent des Servicemarkts. Diesen Anteil können sie im bevorstehenden Boom und dem intensiven Wettbewerb nicht verteidigen.
  5. Das Servicegeschäft wird zur Profitmaschine in der Windindustrie. Auf dieses Szenario aber ist das Gros der Hersteller oft noch nicht vorbereitet. Nur wer im Service heute die Weichen stellt, wird zu den Gewinnern zählen.

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