ThyssenKrupp Management Consulting Case Study: Das Aufzugswartungsgeschäft in Manhattan

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Bei der Bewerbung bei ThyssenKrupp Management Consulting (TKMC) musst du natürlich auch Case Studies lösen. Wir führen dich durch einen dieser Cases.

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Consulting Case Studies sind wichtiger Bestandteil jedes Interviews bei ThyssenKrupp Management Consulting. Für einen Direkteinstieg als Consultant oder Senior Consultant bei TKMC erwarten dich zwei Gesprächsrunden mit insgesamt sechs persönlichen Einzelgesprächen mit Project Managern, Principals und Managing Directors. Alle Einzelgespräche bestehen aus einem Persönlichkeits- und einem Case-Teil. In den Interviews möchte TKMC herausfinden, ob du die Fähigkeiten und den „Personal-fit“ besitzt, die einen Berater oder eine Beraterin bei TKMC ausmachen. Die Erfahrung der Berater von TKMC zeigt, dass eine gründliche Vorbereitung auf die Fallstudien sehr hilfreich ist, um auch in intensiven Interviewsituationen deine Problemlösungskompetenz zeigen zu können. Damit du dich gut vorbereiten kannst, stellen wir dir eine für TKMC typische Fallstudie vor.

Aufgabenstellung: Das Aufzugswartungsgeschäft in Manhattan

Die ThyssenKrupp Business Area Elevator Technologies mit € 6,2 Mrd. Umsatz und rund 50.000 Mitarbeitern installiert, modernisiert und wartet weltweit Aufzugsanlagen und Fahrtreppen. In den kommenden Jahren steht die nachhaltige Renditesteigerung der Aufzugssparte im Vordergrund. Ein wichtiger Baustein hierbei ist die Profitabilitätssteigerung des Wartungsgeschäftes in nordamerikanischen Metropolen. Der Kunde möchte daher konkret untersuchen, welche Maßnahmen zu einer Steigerung der EBIT-Marge des Wartungsgeschäftes in Manhattan führen können.

Um dir ein Bild der aktuellen Situation zu machen und um geeignete Maßnahmen zur Margensteigerung entwickeln zu können, versuchst du in einem ersten Schritt das jetzige Niveau der EBIT-Marge des Wartungsgeschäftes für Aufzüge der Niederlassung Manhattan zu schätzen. Im Anschluss diskutierst du mit dem Kunden mögliche Maßnahmen zur Margensteigerung.

Mögliches Vorgehen zur Schätzung der EBIT-Marge

Zunächst stellst du sicher, dass du die Aufgabe richtig verstanden hast. Da du den Case im Dialog mit dem Interviewer gestellt bekommst, kannst du dich hierzu gerne durch Fragen rückversichern: „Soweit ich weiß, umfasst die Aufzugssparte mehrere Produkte, z.B. Aufzüge und Fahrtreppen – ich konzentriere mich hier auf Personenaufzüge, korrekt?“. Der Interviewer wird dich hierbei unterstützen, da es in einem Beraterinterview in erster Linie um Struktur und Analytik geht – nicht um ein umfassendes Verständnis eines konkreten Produktmarktes. Versuche die Aufgabe weiter einzugrenzen: „Weiterhin geht es lediglich um die Wartung einer installierten Basis, nicht um Neuinstallationen oder Modernisierungen. Ich berechne also nun die jährliche EBIT-Marge des Wartungsgeschäftes für Personenaufzüge für Manhattan.“

Bei der Berechnung zerlegst du zunächst das EBIT in die Bestandteile Umsatz und Kosten. Der Umsatz ergibt sich als Volumen mal Preis – also die Anzahl der installierten und durch ThyssenKrupp gewarteten Aufzüge und den entsprechenden Preis je Wartungsvertrag pro Aufzug. Hierbei ist es wichtig, dass du an den richtigen Stellen im Case Analysetiefe zeigst, in diesem Fall also erläuterst, dass es verschiedene Arten von Aufzügen geben kann oder die Abrechnung durch unterschiedliche Arten von Wartungsvertragsarten erfolgt. Zur Ermittlung der Anzahl der Aufzüge gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, z.B. Berechnung der Anzahl der Gebäude durch Schätzung über die Fläche von Manhattan oder über die arbeitende Bevölkerung. Hierbei wird deine Problemlösungskompetenz ganz besonders gefordert – um zu einer validen Schätzung zu kommen, solltest du einen klar strukturierten Ansatz zur Schätzung entwickeln und die Aufgabe in kleine, gut zu diskutierende Teile zerlegen. Berücksichtige bei deinem Vorgehen auch, wie gut du deine Schätzungen plausibilisieren und/oder, ob du Erfahrungswerte anwenden kannst (Evtl. kannst du ja die Länge und Breite von Manhattan besser abschätzen als die Bevölkerungszahl?).

Wenn Du alle Elemente zu Umsatz und Kosten ermittelt hast, solltest Du Dein Vorgehen und das Ergebnis für den Interviewer zusammenfassen: Darstellung der Aufgabe, Problemzerlegung, wesentliche Annahmen und Ergebnis. Hinterfrage auch, ob dir das Ergebnis realistisch erscheint – Wo liegen die Grenzen des Ansatzes?, Sind die Schätzungen valide?

Mögliche Maßnahmen zur Steigerung der EBIT-Marge

Auch diese Frage kannst du mit Hilfe der EBIT-Formel strukturieren und somit Volumen-, Preis- und Kostenhebel herleiten. Mache dir zunächst Gedanken, welche Umsatz- und Kostentreiber die EBIT-Marge beeinflussen, und wie sich diese verändern lassen. Hierbei solltest du nicht nur die offensichtlichen Ideen wie „Preise steigern“ nennen, sondern auch kreativ weitergehende Überlegungen anstellen (Kundensegmente und –strategien betrachten, Portfolio an unrentablen Wartungsverträgen bereinigen etc.).

Als Inhouse-Beratung legt TKMC großen Wert auf die tatsächliche Umsetzbarkeit der eigenen Vorschläge. Diskutiere daher mit dem Interviewer zu jeder deiner Ideen, ob sie tatsächlich umsetzbar ist und zu welchen Wettbewerbs- und Kundenreaktionen sie führt: Können wir tatsächlich Preise anheben, neue Kundengruppen angehen, unsere Kosten senken? 

Erfolgsfaktoren

Wie du siehst, geht es in den Case-Interviews von TKMC darum, dass du zeigst mit welchem Vorgehen du an ein für Managementberater typisches Problem herangehst. Du musst ein grundsätzliches Geschäftsverständnis mitbringen, aber unsere – teilweise spezialisierten – Geschäfte nicht im Detail kennen. TKMC erwartet von dir aber eine übersichtliche Struktur, sichere Analytik, eine gute Mischung aus „Blick für das große Ganze“ und „Auge für das Detail“ sowie ein gesundes Maß an „Business Judgment“.

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