Der SQUEAKER Ratgeber

Power Nap

Office oder Homeoffice im Consulting: Power Nap bringt Power

Wie wirkt Power Napping – die kleine Siesta im Büro? Mit unserer Anleitung für ein Nickerchen bringt der Power Nap schnelle Erholung und erhöht deine Leistungsfähigkeit und Produktivität am Arbeitsplatz.

Von den Japanern kann man so einiges lernen, doch erst wenn der Trend mit einem englischen Titel – Power Nap – aus den USA kommt, wird er auch in Deutschland so richtig ernst genommen. Die Rede ist von der produktiven Pause, der Siesta, dem Power Napping, dem kurzen Schlaf oder einfach dem Nickerchen am Arbeitsplatz.

Was fast alle Japaner machen, drei Viertel aller Mexikaner und immerhin 23% der US-Amerikaner, geben in Deutschland nur 14% der Manager zu. Doch statt der in unserer Leistungsgesellschaft schnell unterstellten Faulheit oder Lethargie, bringt der Power Nap wissenschaftlich belegte Produktivitätssteigerungen mit sich. In einigen Unternehmen werden auch schon hierzulande Schlafecken angeboten.

Wie funktioniert der Power Nap?

Wichtig für den Power Nap ist zunächst, dass man wirklich müde ist. Jeder kennt den Tiefpunkt im Biorhythmus am Nachmittag nach dem Essen. Zwischen 14:00 und 17:00 ist laut Aussage vom Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Uni Regensburg, Dr. Jürgen Zulley, die beste Zeit für eine kurze Schlafpause.

Diese Pause sollte zwischen 10 und 30 Minuten dauern. Nach 30 Minuten kann man schon in die Tiefschlafphase fallen, die den Kreislauf herunterreguliert und den erhofften schnellen Erholungseffekt zunichte macht.

Neben der Möglichkeit, sich einen Wecker zu stellen oder sich auf die Störreize im Arbeitsumfeld zu verlassen, gibt es den alten Schlüsseltrick, um rechtzeitig vor der Tiefschlafphase wieder aufzuwachen: Man setzt oder legt sich auf einen Stuhl oder ein Sofa und hält einen Schlüsselbund in der Hand. In dem Moment, wo man richtig einschläft, lässt die Muskelanspannung in der Hand nach und der Schlüssel fällt zu Boden. Ein bisschen Training vorausgesetzt, wacht man in diesem Moment auf.

Wo schläft man am besten beim Power Nap?

Am besten sucht man sich fürs Power Napping ein ruhiges Plätzchen im Büro, ein stiller Raum mit einem Sofa ist ideal. Man kann allerdings auch am Schreibtisch schlafen, nur das Telefon sollte man ausschalten. Sofern das Nickerchen während der Arbeitszeit nicht im Unternehmen akzeptiert ist – gerade in der leistungsorientierten New Economy gibt es einige Vorbehalte – entsteht natürlich das Problem, dass man nicht öffentlich schlafen möchte.

Was bringt der Power Nap?

Power Napping erhöht die Leistungsfähigkeit noch 30 Stunden später messbar, das haben Tests mit amerikanischen Piloten ergeben. Tatsächlich kann durch den kurzen Schlaf am Nachmittag nicht nur die Müdigkeit bekämpft werden, die Produktivität steigt auch noch nachweislich an. Gerade in Phasen besonderer Belastung und anstehenden Überstunden, kann der Power Nap wahre Wunder bewirken: Manager berichten, dass 2 bis 3 Power-Naps am Tag im Durchschnitt 5 Stunden Nachtschlaf kurzfristig ersetzen können.

Persönliche Erfahrungen zum Power Nap

Bei meiner täglichen Arbeit im Start-up geht nicht selten die Arbeitszeit bis tief in die Nacht hinein. Ich persönlich schätze einen Power-Nap am späten Nachmittag, so gegen 18:00, um meine Gedanken nach dem Stress des Regelarbeitstages wieder zu ordnen. Danach bin ich fit, um mich am Abend auf ruhigere Besprechungen und neue Strategien zu konzentrieren. In besonders arbeitsintensiven Zeiten, z. B. unmittelbar vor einer wichtigen Deadline, kann ich mit einer weiteren Power Nap-Phase gegen 1:00 früh meine Kräfte wieder sammeln. Dann ist es mir aber wichtig, den Schlaf in den kommenden Tagen wieder aufzuholen.

Gerade für junge Teams empfehle ich, den Power Nap nicht nur zu erlauben, sondern den Teammitgliedern offensiv anzubieten. Die Einrichtung einer Ruheecke ist zu empfehlen. Wenn du Teil eines richtigen, hochmotivierten Teams bist, wird das sowieso niemand böswillig ausnutzen. Und: Ein ausgeschlafener Mitarbeiter arbeitet nicht nur produktiver, er ist auch zufriedener und erholter. Ausgeschlafene Arbeit macht einfach mehr Spaß!