Soft Skills

Professionelles Feedback: Führungskompetenz im Gespräch

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Auch Berufserfahrene tun sich oft schwer mit dem Feedback geben im Job. Dabei steigert konstruktives Feedback die Motivation und hilft Mitarbeitern, ihr Potenzial zu entfalten. So machst du dir im Feedback-Gespräch keine Feinde, sondern Freunde:

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Bewerbung und Vorstellungsgespräch
© Kzenon

via fotolia

Nicht nur Berufseinsteiger, sondern auch Young Professionals haben oft Hemmungen, Kollegen oder gar Vorgesetzten Feedback im Job zu geben. Manche haben trotz ein paar Jahren im Job noch nicht die nötigen Soft Skills erworben, fürchten Konflikte am Arbeitsplatz. Als neuer Mitarbeiter hast du vielleicht Angst, im Feedback-Gespräch gar nicht ernst genommen zu werden oder sogar deine Karriere zu gefährden. Schließlich kann nicht jeder mit Kritik an seiner Leistung oder Kommunikation im Job umgehen. Diese Sorgen sind verständlich - die älteren Mitarbeiter arbeiten womöglich viel länger im Unternehmen. Doch gerade diesen Umstand kannst du dir zum Vorteil machen, etwa nach einem Jobwechsel: Wer noch nicht so lange am selben Arbeitsplatz sitzt, sieht Abläufe und Gewohnheiten mit einem unverstellteren Blick. Mit einem konstruktiven Feedback wirst du niemandem auf den Schlips treten, sondern aktiv dazu beitragen, bei deinem Arbeitgeber eingefahrene Strukturen aufzubrechen und Abläufe sowie die unternehmensinterne Kommunikation zu verbessern. Wenn du in der Lage bist, hilfreiches Feedback zu geben, empfiehlst du dich deinen Vorgesetzten als Führungskraft oder bestätigst deine Führungskompetenz . Beherzige unsere Insider-Tipps zum professionellen Feedback-Geben und du wirst dir Freunde statt Feinde machen.

Feedback im Job richtig formulieren

Wie du deine Beobachtungen mitteilst, ist beim Feedback-Geben das A und O. Soft Skills sind gefordert, denn gerade wenn es um die eigene Leistung im Job geht, hören viele Menschen mit empfindlicheren Ohren und fühlen sich leicht angegriffen. Zeig als Feedback-Geber also deine Wertschätzung. Achte auf deine Wortwahl und die Reihenfolge, in der du bestimmte Punkte ansprichst. Überfordere dein Gegenüber im Mitarbeitergespräch nicht, sondern konzentriere dich auf das Wesentliche. Ein Feedback besteht immer aus 3 Teilen: 

  1. Beschreibung des jeweiligen Verhaltens: nachvollziehbar und nicht wertend
    Beispiel: statt "das war schlecht geplant" lieber "der Abgabetermin konnte beim Projekt X nicht eingehalten werden, weil..." 
  2. Einschätzung des beschriebenen Verhaltens: respektvoll, einfühlsam und konkret
    Beispiel: statt "Sie müssen sich wirklich mal Gedanken um Ihr Zeitmanagement machen" lieber "Ihre zeitliche Planung war aufgrund folgender Faktoren bei dem Projekt X nicht umsetzbar:"  
  3. Wunsch für zukünftige Änderung des Verhaltens: vorschlagen statt anweisen
    Beispiel: statt "Das muss in Zukunft aber ganz anders laufen" lieber: "Wie können wir die Kommunikation zwischen Abteilung Y und Abteilung Z verbessern, um gemeinsame Projekte zukünftig fristgerecht fertigzustellen?"

Den dritten Teil deiner Feedback-Botschaft kannst du auch zuerst als Frage an den betreffenden Mitarbeiter richten: "Haben Sie eine Idee, wie man solch ein Problem zukünftig besser klären oder sogar vermeiden kann?" Nachdem der Angesprochene Gelegenheit hatte, sich zu äußern, gehst du auf seinen Vorschlag ein und kannst deinen eigenen Lösungsansatz ergänzen. Achte aber auch hier auf deine Formulierungen und sende bewusst Ich-Botschaften, beispielsweise: "Ich wünsche mir, dass wir mit dieser Job-Situation zukünftig wie folgt verfahren: ...", "Mir wäre lieber, wenn Sie...." oder "Ich halte es für effizienter, wenn wir..."

Warum macht Feedback in Job und Praktikum Karriere?

Feedback ist auf jeder Karrierestufe ein wichtiger Gradmesser für die eigene berufliche Laufbahn. Ein regelmäßiges Feedback zur Leistung im Job in Form eines Mitarbeitergesprächs ermöglicht erst eine realistische Selbsteinschätzung. Erfolge werden gewürdigt und der Mitarbeiter bekommt Anerkennung für seine Arbeit. Gleichzeitig gibt ein konstruktives Feedback ihm Impulse für seine berufliche und persönliche Karriere-Entwicklung. Fremd- und Selbstbild decken sich meist nicht, deshalb braucht jeder Hinweise, welche Fähigkeiten er noch verbessern kann. Ein gekonnt gegebenes Feedback lässt die Lernkurve wieder steigen und fördert so die Motivation im Job.

Feedback: Lob und Tadel serviert als Sandwich

Konstruktive Kritik würdigt die erbrachte Leistung und bezieht sich nicht nur auf das, was besser hätte laufen können. Um die Gefühle deines Gegenübers nicht zu verletzen, solltest du dein Feedback immer mit etwas Positivem beginnen. Sei dabei ehrlich, sonst wirkt deine Aussage nicht authentisch. Dein Gesprächspartner wird es zu schätzen wissen und sich danach offener für Verbesserungsvorschläge zeigen. Dir fällt bestimmt etwas ein, was du loben kannst. Auch der Abschluss des Feedback-Gesprächs sollte positiv ausfallen, damit kein Vorwurf im Raum stehen bleibt. Servier den Tadel also eingebettet in motivierende Worte. 

Beispiel: "Vielen Dank für Ihre Präsentation, Herr Meier. Sie haben wirklich Interesse für das Thema A bei mir geweckt. Etwas zu kurz kam meiner Meinung nach der Aspekt B, dazu hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Können Sie das bis nächste Woche nachreichen? Dass Sie das Thema wirklich begeistert, hat man Ihnen übrigens deutlich angemerkt." 

Feedback in Job und Praktikum: immer und sofort

Schon kleine Rückmeldungen können viel bewirken. Mach es dir also zur alltäglichen Gewohnheit, deine Beobachtungen im Job oder im Praktikum mit anderen zu teilen - und das möglichst zeitnah, damit die jeweilige Situation den Betreffenden noch präsent ist. Je kürzer ein Vorfall zurückliegt, umso konkreter kannst du dich in deinem Feedback darauf beziehen und so deutlich machen, dass es dir nicht um ein allgemeines Urteil, sondern nur um das Verhalten in dieser Situation geht. Schlag deinen Vorgesetzten und Kollegen vor, nach jedem Team Meeting, jeder Präsentation und jedem Kundengespräch eine kurze Feedback-Runde durchzuführen, die auch nur wenige Minuten dauern kann. Auch für ausführlichere Mitarbeitergespräche bieten solche kurzen Feedback-Runden eine gute Grundlage.

Vorbeugen mit Feedback

Vorbeugen ist bekanntlich besser als heilen. Positive Verstärker wirken nachhaltiger als Sanktionen. Nach einiger Zeit wirst du so geübt im Feedback-Geben sein, dass du unerwünschte Verhaltensweisen nicht mehr kritisieren musst, sondern ihnen durch Lob zuvorkommen kannst. Lobe also zum Beispiel, wenn ein Praktikant nicht die alten Gewohnheiten der Kollegen übernimmt, sondern eigene Wege geht und sich mit Verbesserungsvorschlägen einbringt. Wenn du diese Kür des Feedback-Gebens beherrschst, beweist du deinem Arbeitgeber echte Führungsqualität und förderst somit deine Karriere. 

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