Anlizismen und die deutsche Sprache

Anonym 06.12.02 16:38

Liebe squeaker,

da ich mich selbst regelmäßig bei der Verwendung von unzähligen Anglizismen ertappe, würde mich eure Meinung zu dem -zugegeben recht umfangreichen- Thema "Erhalt der deutschen Sprache" interessieren.

Nachdem ich bei der Schuldiskussion schon einen Rüffel bekommen habe, daß meine Beiträge gelegentlich zu lang sind, möchte ich euch einen Text und wenige Zitate beifügen und euch ansonsten die Seite des "Verein Deutsche Sprache" anbieten (www.vds-ev.de), dem ich diese Texte auch entnommen habe.

Besonders interessiert mich eure Meinung zur Aktezptanz von "Non-Buzz-Words" im Berufsleben. Ich habe durchaus die Erfahrung gemacht, daß man mit Customer Relationship Management, Customer Asset Management, Enterprise Resource Planing und Groupware ein gehöriges Plus an Achtung verbuchen kann.

Aber machen solche Worte bspw. im Verkauf Sinn? (vgl. bspw. "Badesalz - All Clean Service")

Auf den Müll, Ihr Bücher! die ihr
Lang schon nicht mehr up to date
Dick und deutsch im Bücherschrank hier
Zwischen meinen paperbacks steht!
Deine Räuber sind längst killer,
Wilhelm Tell greift zur emm-pee.
Sorry for you, Freddy Schiller,
Sorry, poor old Germany!

Auch der Götz hat nachgelassen:
Wenn der heute flucht und schwört,
Bringt ers nur noch zu nem blassen
Ordinärn four-letter word.
Werther ersäuft seine Nöte,
Faust sitzt in der Psychiatrie.
Sorry for you, Johnny Goethe,
Sorry, poor old Germany!

Mann, könntest Du die Urenkel
Des Ribbek auf Ribbek im Havelland sehn!
Da öffnen sich Dir die Senkel,
Mein lieber Theo Fontane!
Ribbeks Birnbaum ist längst Asche,
Und der gutmütge einstige Kinderfreund
Füllt als dealer sich die Tasche:
Come here, baby! Willstn joint?

Weiß nicht, was soll es bedeuten,
Deine Worte sterben aus,
Sind nicht mehr in bei den Leuten,
Jetzt spricht alles wie die Mickymaus.
Loreley rettet alleine
Haar-Spray-Werbung im tee-vee.
Sorry for you, Henry Heine,
Sorry, poor old Germany!

Schade für uns, wie ich meine.
Sorry, dear old Germany!
(Reinhard Mey - Poor Old Germany)


Ich hasse Anglizismen. Das ist alles Bullshit.
Georg Kofler zur Rückbenennung von Premiere World zu Premiere

Ein Arbeitsloser kommt ins Job-Center, trifft am Front Desk auf den Case-Manager, der auf Grundlage eines Tiefenprofilings mit Unterstützung des Back Office ein Vermittlungsangebot an die PSA macht.
Isolde Kunkel-Weber, ver.di Vorstandsmitglied, über Anglizismen im Hartz-Bericht (ver.di News vom 12.8.2002)

Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated CONCEPT entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils. (im Magazin der FAZ, 1996)
Jil Sander, Modeschöpferin aus Hamburg

Damn, jetzt ist der Artikel doch wieder oversized.... ;-)

  1. dos... 06.12.02 16:59

    Mich stört seit geraumer Zeit die Anbiederung an die englische Sprache.

    Das verschiedene Begriffe, gerade in der IT Welt, aus dem täglichen Sprachgebrauch nicht wegzudenken sind ist wohl klar.
    Wohin das aber führt ist teilweise bei Stellenanzeigen deutlich, die vakante Stelle wird mit einem engl. Begriff betitelt und keiner kann sich trotz der Stellenbeschreibung vorstellen was denn der Aufgabeninhalt diser Stelle sein mag.

    Eine kleine Anektode aus dem Leben:
    Laut einem unsere Vorstände hat dieser mal Samstag's beim Zeitunglesen eine Stellenanzeige der QSC gelesen und auf die Frage was denn nun die QSC suchen würde wusste er ebenfalls keine Antwort. Dies war die Einsicht, das in Deutschland nicht alles ins engl. übertragen werden kann und man hat eine Umstrukturierung der Abteilungsbezeichnungen vorgenommen. Weg von englischen Begriffen und hinzu deutschen Bezeichnungen. Oft habe ich mich meiner Anfangszeit beid der QSC gefragt was denn nur "Program Management" bedeutet
    Diese Gegebenheit so denke ich ist ein Schritt in die richtige Richtung, trotz amerikanischer Kapitalgeber.

    Zwar macht eine engl. Bezeichnung auf der Visitenkarte immernoch in Deutschland mehr aus als die deutsche Übersetzung, warum dies so ist ist mir Schleierhaft ...

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  2. Anonym 06.12.02 17:16

    Und ich dachte schon blöd zu sein, als ich bestimmt 10 Minuten im Netz suchen musste, bis ich eine verständliche Übersetzung für "Key Account Manager" gefunden habe ;-)

    Meine Anektode "aus dem Leben" betrifft die Tatsache, daß ich -nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus Gewohnheit- von Rechnern statt Computern spreche. Das führt im privaten Umfeld dazu, daß ich regelmäßig gefragt werde, was ich meine und nach einer kurzen Erklärung kommt dann die Nachfrage, was ein Rechner eigentlich so heißt. Schlieslich muß man für Microsoft Word doch nichts berechnen ;-)

    Die Visitenkarteproblematik ist mir bekannt. Manchmal denke ich, es hat etwas mit einem kollektiven Minderwertigkeitskomplex bzgl. deutscher Sprache und Kultur zu tun.

    Mag' vielleicht daran liegen, daß man bei deutscher Kultur zuerst an Lederhosen und Schweinshaxen denkt, statt an Göthe, Schiller, Walter von der Vogelweide.

    Laith Al-Deen (Popsänger) wies die Nominierung für den Viva-Medienpreis "Comet" in der Kategorie "HipHop/R&B" zurück

    "Ich kämpfe damit (...) für die Anerkennung deutschsprachiger Popmusik ... Vom Grundgedanken her werbe ich einfach dafür, die deutsche Sprache zu nutzen. Sie ist eine sehr reiche Sprache, alle sehen das ein, außer die Deutschen selbst."

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  3. Anonym 06.12.02 17:17

    Sollte natürlich "warum ein Rechner so..." heißen.

    In der Tat ist deutsch keine leichte Sprache ;-)

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  4. Anonym 06.12.02 17:21

    Sollte natürlich "warum ein Rechner so..." heißen.

    In der Tat ist deutsch keine leichte Sprache ;-)

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  5. dro... 06.12.02 17:43

    das Maß, in dem "die Deutschen" (...jajaja, gibt es nicht)....Teile ihrer Sprache aufgeben ist erschreckend. Ich möchte gar nicht anfangen zu analysieren, woran es denn nun genau liegt, dass gerade mal wieder wir uns so "willenlos" dem Diktat des Englischen unterwerfen.

    Auch von mir dazu zwei Anekdoten. Als Parallele vielleicht nur kurz die Info, die mir eine Franzözisch-Dozentin gab, die eben auch etwas erstaunt über das deutsche Maß der "Sprachaufgabe" war...sie erzählte mir, dass die Franzosen (die in dieser Hinsicht vielleicht den Gegenspieler zur deutschen Position einnehmen) sogar ein eigenes Wort für email erfunden haben.."mél"....

    Ob das nun sein muss ...ich weiss es nicht. Erschrocken hat mich aber vielmehr folgender kleiner Vorfall. Ich war vor gut einer Woche in Ostdeutschland unterwegs....um den Kyffhäuser herum....wunderschöne Landschaft, alles sehr dörflich und idyllisch, auf einmal fährt ein hochmoderner, kleiner Regionalzug vorbei....und hat original folgende Aufschrift ...."Siemens rail solutions" ....

    Dieses Bild alleine war sowas von unstimmig.

    Fazit (soweit ich denn eines geben kann): wir sollten durchaus ein wenig "stolzer" auf unsere Sprache und die Kunst und Kultur, die aus ihr entstanden ist sein. Nicht alle Umbenennungen sind Folge einer zwingenden Notwendigkeit des Geschäftslebens oder ähnlichem. Im Gegenteil, meiner Meinung nach könnte man auf mindestens die Hälfte eben dieser Anglizismen verzichten.

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  6. dro... 06.12.02 17:47

    ich habe im Sommer unter anderem mit zwei Engländerinnen im Wohnheim verbracht. Da ein anderer unserer Mitbewohner auf "coole" Musik stand, lief morgens immer n-joy oder project-FM.

    Ist euch mal aufgefallen, dass neben all dem Scheiss...(entschuldigung), der da tagtäglich "moderiert" wird, die Hälfte des "coolen" Gelabers einfach nur auf englisch ist....why?

    Auf jeden Fall haben meine zwei Mitbewohnerinnen mich regelmäßig angehauen, ob das denn auch wirklich ein Hamburger Sender sei....

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  7. Anonym 06.12.02 17:56

    Den Kyffhäuser kann ich ebenfalls nur jedem empfehlen. Viel Geschichte und wer Motorrad fährt kommt dort auch ganz sicher auf seine Kosten.

    Zu Deiner Geschichte mit den Engländern fällt mir ein, daß sich viele "native speaker" besonders in der Berliner U-Bahn über die deutschen Lustig machen, wenn bei diversen Nöten mal wieder ein F*CK oder SH*T rauskommt oder man sich über das witzige "Face" eines Mitfahrers lustig macht. Ich würde es vermutlich auch seltsam finden in den USA ständig deutsche Beschimpfungen hören zu müssen.

    Wie sehr sich das Verständnis solcher Worte eingeprägt hat, dürfte vor einigen Jahren ein guter Freund erleben, der damals (mit 16) in Irland unterwegs war. Besonders Spaß hat es den jungen Menschen gemacht die anderen Fahrtgäste in der DART zu beleidigen, da diese aller Vorraussicht nach kein Deutsch verstehen (naja, kann auch eine Fehlannahme sein).

    Wenn man dann allerdings von dem "häßlichen Face" einer weiblichen Person innherhalb einer größeren Gruppe junger Damen spricht, sie dabei anschaut und hinterher lacht, kann das schnell in die Hose gehen. In diesem Fall endete die Fahrt relativ unblutig am nächsten Bahnhof ;-)

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  8. rap... 06.12.02 18:05

    Vielen Dank, dass du das Thema mal angesprochen hast. Ich hatte mir ehrlich gesagt, vor einer Weile überlegt die selbe Frage in den Raum zu stellen.

    Ich selbst habe ein Jahr in den USA gelebt und demnach bin ich auch mit dem Englischen vertraut. Es wiederstrebt mir jedoch, die beiden Sprachen zu vermischen. Ob nun "Bahn Card" oder Potatoe Wedgies, was soll denn das? In den USA wunderte man sich auch sehr darüber, dass bei uns zum Geburtstag meist: "Happy Bürsday" gesungen wird, - mit dem dicksten deutschen Akzent.

    Neulich wollte man auf einer Messe über die Zukunft der deutschen Sprache diskutieren - auf Englisch. Zum Glück kam man den Protesten einiger Teilnehmer nach die meinten: wenn diese Diskussion auf Englisch geführt wird - dann hat die deutsche Sprache auch keine Zukunft.

    Sicherlich ist Deutsch keine einfache Sprache. Doch wie sollen Ausländer denn unsere Sprache lernen, wenn im Radio nur englische Musik kommt, die Sprache von Anglizismen und denglische Wortschöpfungen (...ich habe jemanden "gemeeted") durchtränkt ist.

    Bei einigen Computerbegriffen ist das verständlich, allerdings hatte man doch für die meisten -jetzt englischen Wörter- früher eigene.

    Man stelle sich vor jemand spricht kein Englisch, der muss sich doch beim Einkauf als Ausländer fühlen....

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  9. Anonym 06.12.02 18:09

    Meines Erachtens sind Anglizismen ok, wenn das verwendete Wort auch wirklich Inhalt rueberbringt.

    Dein letztes Zitat ist ein gutes Gegenbeispiel. Kann mir mal einer erklaeren, was es heisst, "contemporary" zu sein? Das sind wirklich nur Fuellwoerter...

    Auf der anderen Seite versteht glaube ich jeder, was fuer eine Position gemeint ist, wenn man von einem Key Account Manager spricht oder vom Capital Asset Pricing Modell.

    Ganz abgesehen davon, haben wirklich Laender ausser England ein Problem mit der Verwendung fremder Woerter. Seitdem ich hier in Sheffield bin, mochte ich nicht wissen, wie wievel franzoesiche (oder deutsche) Woerter ich im normalen Sprachgebrauch gehoert habe...

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  10. dro... 06.12.02 18:22

    ....gute differenzierung, die du da ansprichst. wenn anglizimen anders nicht artikulierbare oder kommunizierbare inhalte rüberbringen, sind si notwendig. klar ist die grenze schwammig, aber wo ist sie das nicht. und legt man das maß erstmal an die masse an anglizismen hier an, so wird einem schnell klar, dass doch so einige überflüssig sind.

    allerdings habe ich deinen letzten absatz nicht so ganz verstanden. meinst du, dass andere, nicht englisch-sprachige länder ähnliche probleme haben oder beziehst du england auch mit ein?

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  11. Anonym 06.12.02 18:50

    sorry, hab meinen letzten Absatz zu schnell geschrieben...

    Ich meine damit, dass andere nicht-englisch sprachige Laender genau die gleichen Probleme haben. In Frankreich findest du auf jedem Werbeplakat, das englische Woerter verwendet auch immer kleingedruckt die franzosische Uebersetzung. Das sieht ziemlich witzig aus, wenn du eine Anzeige fuer Wall Street Sprachkurse in Paris siehst ;-)

    Hier in England ist es voellig normal manchmal z.B. franzoesiche Ausdruecke zu verwenden. Meines Erachtens sind diese eher zeichen guter Bildung oder aber z.B. deutsche Ausdruecke wie "kaputt" ;-) haben noch einen scherzhaften Beiklang, der bezusst vom Sprecher eingesetzt wird...

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  12. dro... 06.12.02 19:05

    ...alles klar. so hatte ich es auch verstanden. ich glaube auch nicht, dass Deutschland in dieser Hinsicht erheblich mehr belastet wäre als andere Länder. Vielleicht ist es mal wieder eine Frage der Wahrnehmung.

    Dennoch ist es interessant, über Lösungsvorschläge nachzudenken. Was macht "man" gegen/für/in Reaktion auf diese Vorgänge? Setzt man sich offensiv, aber vielleicht doch ein wenig zu stolz zur wehr, wie es die Franzosen z.T. machen?

    Ich habe lediglich das Gefühl, dass hier keine Diskussion entsteht. Man nimmt die Anglizismen brav entgegen, stört sich an der pervertierten Sprache. Aber eine konstruktive Diskussion über das "how to manage" ...-:)) passiert doch kaum....warum?

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  13. dro... 06.12.02 19:06

    ...alles klar. so hatte ich es auch verstanden. ich glaube auch nicht, dass Deutschland in dieser Hinsicht erheblich mehr belastet wäre als andere Länder. Vielleicht ist es mal wieder eine Frage der Wahrnehmung.

    Dennoch ist es interessant, über Lösungsvorschläge nachzudenken. Was macht "man" gegen/für/in Reaktion auf diese Vorgänge? Setzt man sich offensiv, aber vielleicht doch ein wenig zu stolz zur wehr, wie es die Franzosen z.T. machen?

    Ich habe lediglich das Gefühl, dass hier keine Diskussion entsteht. Man nimmt die Anglizismen brav entgegen, stört sich an der pervertierten Sprache. Aber eine konstruktive Diskussion über das "how to manage" ...-:)) passiert doch kaum....warum?

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  14. J_F... 06.12.02 18:48

    Aber wo ziehst Du die Grenze für "Inhalt rüberbringt"?
    Also ich versuche Angelzismen zu vermeiden, und mache mich auch gerne "hörbar" über sie lustig.
    Ausnahme: Wenn es keine gebräuchlichen deutschen Wörter gibt, z.B. im Computerbereich.

    PS: Was mich auch aufregt ist die "auf den hund gekommene" Zeichensetzung beim Abostroph, wo viele Zeitgenossen die englische Interpunktion ins deutsche übertragen (Tom's Bar).
    Aber das geht auf deutsch eben nur in Genitiv plural.
    (besserwiss)

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  15. dos... 06.12.02 19:05

    Keine schlechte Idee sich bei über übertriebenen gebrauch von Angelzismen lustig zumachen :-)

    Aber eine Begründung warum soviele Anglezismen in der deustche Sprache einzug gehalten haben ist vieleicht die eibnfachere Grammatik. Gerade nach Rechtschreibreform weiss manchmal nicht wie ich manche Wörter schreiben soll. Mittlerweile schreibe ich einen Mischmasch an alter und neuer Grammatik, da ist es im Englischen doch wesentlich einfacher.

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  16. Hen... 07.12.02 13:03

    contemporary = auf dem laufenden -- Füllwörter gibts auch in Deutsch en masse (Farnz. Lehnwort!)... Der Punkt - den ich bei mir auch festgestellt habe - ist dass man zumindest in bestimmten auf Englisch denkt und dann insb. bei gsprochener Sprache nicht sofort das deutsche Pendant (franz.!) zur Verfügung hat. Und dann spiel auch noich eine Rolle dass bestimmte Konzepte mit englischen Begriffen vrknüpft sind, und die deutsche Übersetzung dass so nicht rüberbringen kann - zumindest bis sie "eingebürgert" sind.

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  17. rap... 07.12.02 13:10

    Du spielst in deinem Beitrag auf die Verwendung frankophoner Wörter an. Meiner Meinung nach sind diese eher ein Zeichen distinguierter Redensart, als die oftmals verwendeten Anglizismen.

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  18. Hen... 07.12.02 19:02

    ... ist auch ne anspielung und heute gilt es als distinguiert, aber auch damals gab es heftige kritik an der kritiklosen übernahme von wörtern aus der damaligen leitkultur... was ich mit dem beitrag sagen will sind 2 dinge a) besrtimmte konzepte sind mit bestimmten fremdwörtern verknüpft und lassen sich erst mal durch diese besser ausdrücken - bei Jill Sander ist es allerdings eher realsatire... und hier spielt es eine rolle in welcher sprache man denkt und wie präsent dann noch die deutsche (oder eine andere) Sprache ist - ist ne Frage der mentalen repräsentation *g*

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  19. TOM... 06.12.02 19:09

    Hi Thielmann und Co. ...

    Es ist doch ganz einfach – oder sollte ich schreiben total easy? ;-)

    Wörter fremder Sprachen gehören in eine Gesellschaft mit länderübergreifendem Austausch. In der Regel gewinnen
    a) die Medien bereitstellen bzw. verbreiten (Programme/Geräte)
    b) sich über kulturübergreifende Medien in die Denke geschlichen haben (Musik, Filme, etc.)
    c) aufgrund historischer und wirtschaftlicher Bedingungen vielen Menschen gelehrt werden

    Dies ist auch völlig OKsorryLiterarischen Quartettvorläufig suspendiert
    Weitere heitere Beispiele sind:
    - heiße Thermalquellen (Thermalquellen = heiße Quellen)
    - neu renovieren (renovieren = neu machen)
    - aufoktroyieren (oktroyieren = auferlegen, aufzwingen)
    - einsuggerieren (suggerieren = einflößen)
    - hinzuaddieren (addieren = hinzufügen, hinzuzählen)
    - Einzelindividuen (Individuum = der Einzelne)
    - Zukunftsprognosen (Prognose = Voraussagen, diese sind ja immer in die Zukunft gerichtet)
    - Gesichtsmimik (Mimik = Mienenspiel des Gesichtes!)
    - bisherigen Status quo (Status quo = bisheriger Zustand). Etc.
    etc.

    2.) Der Schickeriastatus
    Menschen, der Hautevolee, oder jene, die ihr gern angehörten, setzen auf Einmischung der Fremdwörter vom grand frere France. Ihre Äußerungen von tres chic, mon cherimerde
    Eine Lächerlichkeit für sich und zuweilen richtig varieteereif... ;-)


    3.) Der Weltmensch
    Certainly, wer sich – zumindest als geistiger – Globe-Trotter outen will, muss sein Wording zur Gänze auf die Inn-Sprache der einfachen Leutebreakfast
    Spannend an unserer Anglizismisierung
    Da z.B der deutschen Schickeria die Übernahme des englischen mobile-phoneHandynützlich, handlich, geschickt Auch die Vorschläge, die einem Aufruf der Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) folgten, wie Yuppielutscher, Anrufli, Protzfon, Nervi oder Porteko (portable Telekommunikationseinheit) konnten sich nicht durchsetzen - schaaade... ;-)

    Auch die unüberlegte Übernahme der Wörter führt zu spannenden Fettnäpfchen: Da wurde doch die adminstration

    A B E R
    …man muss der Anglizismisierung doch auch einiges zugute halten:
    a) sie gibt den Menschen mehr Selbstvertrauen und Motiviert: Klingt denn Kundenbetreuer, Putzfrau, Mitarbeiter in der Telefonzentrale und Abteilungsleiter nicht weit weniger motivierend als Manager, Cleaning Officer, Call-Center-Agent und General Manager... klar hat die hiesige Wortverwendung zuweilen andere Bedeutung, als in den Herkunftsländern.. aber es gibt ein gutes Gefühl - und das zählt!... ;-)

    b) sie kurbelt die Marktwirtschaft an. Im Vertrieb (Marketing), ist es sehr wichtig der limbischen Instruktion Neugierde/Spieltrieb Neue Namen auf alte Produkte (Re-Labeling) und die Beratung kann als Coaching neu vermarktet werden.
    Alte Hüte des gesunden Menschenverstandes werden gehörig umbenannt und schon lässt sich wieder Umsatz machen.

    Ihr habt also die Wahl: Langweiliges semper idem oder Spannung, Spiel und Ratespass mit Multikulti-Mixwurst-Marktwirtschaft.

    H I E R noch ein paar Zeilen für jene Zeitgenossen, die der Doitschen Sprache ach so kräftich Nachtrauern:

    In dem von JOACHIM HEINRICH CAMPE 1813 veröffentlichten „Wörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der unserer Sprache aufgedrungenen fremden Ausdrücke“ finden sich so schöne Wörter, wie

    das Fallbeil für Guillotine,
    das Stelldichein für Rendezvous,
    der Freistaat für Republik
    die Esslust für Appetit
    das Einzelwesen für Individuum
    der Bittsteller für Supplikant
    der Kreislauf für Zirkulation
    das Kerbtier für Insekt
    das Festland für Kontinent
    betonen statt akzentuieren
    ergiebig statt lukrativ
    prickelnd statt pikant

    Doch weiter mit der Verdeutschung Deutscher Sprache...

    Im preußischen Heer heißt der Capitain seit 1842 Hauptmann, später steht das Dienstalter statt Anciennität, Standort statt Garnison und Gelände statt Terrain.

    Der Generalpostmeister ordnete 1870 folgenden Gebrauch von Wörtern an:

    postlagernd statt poste restande
    Postkarte statt Korrespondenzkarte

    Auch die Bahn zog nach und nennt den Kondukteur fortan Zugführer, sagt Fahrkarte statt Billet und Bahnsteig statt Perron.

    Zur Zeit des Dritten Reiches wurden u.a. versucht den Treibling statt Motor und Bernkraft statt Elektrizität einzuführen - erfolglos!... ;-)

    So, nu nochmal die Frage nach der Deutschen Sprache...? ;-)

    Viele Grüße
    TOM :-)

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  20. Anonym 08.12.02 18:34

    Ich möchte Dir für Deinen erheiternden und dennoch nachdenklichen Beitrag danken. ;-) Der erste aus dem squeaker.net, den ich sicherheitshalber mal lokal gespeichert habe.

    Zumindest dürfte jetzt jedem klar sein, warum Du zur schreibenden Zunft gehörst ;-)

    Viele Grüße,
    Markus

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  21. TOM... 10.12.02 01:51

    merci for the flowers, mon ami
    Ciao
    TOM ;-)

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  22. Anonym 07.12.02 16:01

    kurze Frage an alle...

    ... haettet ihr eine Seite, die www.kuecken.com heisst, genau so interessant gefunden wie www.squeaker.net?

    Irgendwie haben Anglizismen doch ihren Reiz oder?

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  23. dos... 07.12.02 16:30

    Das ich damals (Dez.2000) überhaupt auf swueaker.net gekommen bin habe ich einem BEricht im WDR-Fernsehen zuverdanken. In diesem Bericht ging es um Immobilenvermietung und in dieem Zusammenhang auch um Unternehmen als Mieter, die in der New Economy angesiedelt sind.
    Also nichts besseres zutunn und mal auf die Internetseite von squeaker.net geschaut und als äusserst interessant angesehen.
    Mein Interesse an squeaker.net hat also nichts mit dem Namen zutun. egal ob squeaker.net nun kuecken.com oder wie auch immer heissen würde, der Inhalt ist imo aushlagebend und nicht der Name.

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  24. Hen... 07.12.02 19:16

    maW wenn die Anglizismen zur Beschreibung von gehaltvollen Inhalten gebraucht werden, dann akzeptabel und wenn sie zum Überdecken von inhaltsleerem zeitfüllenden Palaver dienen dann nicht... Wieviel Business-Speak ist dann eigentlich wirklich notwendig bzw inhaltlich gerechtfertigt? Niente? und wo? in der new economy? AUTSCH!

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  25. Anonym 09.12.02 15:55

    Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Beispiel IB. Versuch mal Uebersetzungen fuer Zinsswap, Rating oder Due Diligence zu finden, die halbwegs passabel sind und wo nicht die Haelfte des englischen Inhalts verloren geht...

    ... viel Spass dabei

    Das zaehlt natuerlich nur fuers Investment Banker, dass die ganzen Marketingleute natuerlich voellig ohne Rund englische Begriffe verwenden um wichtig zu tun, steht voellig ausser Frage ;-)

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