Einstieg und Karriere in der Rückversicherung

60ger 13.09.12 19:56

Hallo zusammen,

ersteinmal zu mir. Ich habe gerade meinen Bachelor VWL beendet und fange diesen Oktober mit dem Master an. Praktische Erfahrung konnte ich in Form von zwei Praktika bei einem namhaften deutschen Automobilhersteller im Controlling sammeln. Davon war ein Praktikum ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt (UK). Darüber hinaus spreche ich noch eine weitere Fremdsprache (Italienisch) und möchte neben dem Master noch Spanisch oder Französisch lernen. Während dem Master plane ich noch ein Auslandssemester.
Wie bereits geschildert fehlt mir leider aber eine praktische Erfahrung im Versicherungsbereich. Da ich mich aber sehr für einen Einstieg dort interessiere, da die Branche eine spannende und abwechslungsreiche Alternative zur klassischen Finanzbranche ist, stellen sich mir folgende Fragen.
Inwiefern denkt ihr wird die fehlende Erfahrung in der Branche gewichtet?
Wo könntet Ihr ein Praktikum in diesem Bereich empfehlen? (gerne auch Consulting mit Schwerpunkt Versicherung)
Habe ich ohne ein zusätzliches Praktikum in diesem Bereich mit meinem Profil überhaupt Chancen?
Würdet Ihr noch eine zusätzliche Sprache erlernen bzw. nochmal ins Ausland gehen oder würdet ihr Euch ganz auf die Master-Abschlussnote konzentrieren.

Ich freue mich schon auf Eure Meinungen!!

Beste Grüße

  1. Jay_Forester 14.09.12 13:19

    Hallo Max,

    kein Problem in den Bereich Versicherungen einzusteigen mit einem Bachelor in VWL. Ein Master ist allerdings noch besser.
    Wo es interessante Felder zum Einstiegt gibt kommt ein wenig drauf an, was Du machen willst, prinzipiell gibt es

    Erstversicherung
    Rückversicherung

    Vertrieb
    Innendienst
    (Corporate)

    Die besten Karriereaussichten und spannendsten Aufgaben hat man meines Erachtens im Innendienst auf Group-Ebene, also global (Corporate). Rückversicherungen haben sehr internationales und komplexes Geschäft und bieten sich für den Einstieg sehr gut an.
    Praktika helfen natürlich und sollten leicht zu bekommen sein, wenn Du persönlich einigermaßen in Ordnung bist. :)

    Die Abschlussnote sollte natürlich gut sein, aber ein zusätzliches Praktikum hat auch Vorteile. Letztendlich kommt es meist auf den guten Mix an. Eine 1,0 und dafür kein Praktikum oder eine 1,8 mit Praktikum sollten, zum Beispiel, keinen großen Nachteil beiderseitig bedeuten, solange die Persönlichkeit und Motivation stimmt.

    In Deutschland: Munich Re und Hannover Re. Bei Munich Re wende Dich am besten an Andrea Mayer (amayer@munichre.com) zum Thema Traineeship oder normal an den HR Bereich für einen Direkteinstieg.

    http://www.munichre.com/de/career/entry/university_graduates/default.aspx

    Viel Erfolg!


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  2. 60ger 16.09.12 11:41

    Hey,

    schonmal vielen Dank für deine Antwort! Mein Problem derzeit ist nur, dass ich ein großes Zeitproblem habe und die großen Rückversicherer eigtl. nur Praktika ab 3 Monaten anbieten. Deswegen bin ich derzeit nach etwas auf der Suche in der Branche wo ich etwas für 6-8 Wochen finde (in den Semesterferien). Hierbei würden sich natürlich die Beratungen anbieten...
    Oder würdest du sagen ein Praktikum in die Finance/Controlling Richtung ist ausreichend, da man die Rückversicherungsbranche aufgrund ihrer Komplexität sowieso nur durch den Berufseinstieg dort kennenlernen kann? Oder sind Vorkenntnisse in Form von Praktika ein MUSS???

    LG

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  3. mar... 03.10.12 18:22

    Hallo Max,

    Ich würde Dir auch empfehlen, ein Praktikum bei einem Rückversicherer zu machen. Acht Wochen sind sicherlich auch möglich, hängt aber sehr vom Fachbereich ab. Nach dem Masterabschluss ist ein Praktikum meist nicht mehr möglich; so auch bei uns, der Hannover Rück. Schau Dir die Karriereseiten bei den Münchner Kollegen und bei uns einmal an. Wenn Du interessante Bereiche gefunden hast, lohnt sich sicherlich eine gezielte Initiativbewerbung. Falls es nicht klappt, hast Du es wenigstens probiert und kannst auch bei späteren Bewerbungen bzw. in Gesprächen darauf verweisen. Dein Profil klingt jedenfalls interessant und wenn auch noch die Noten stimmen kann es eigentlich nur an dem von Dir gewünschten Zeitraum liegen, dass es nicht klappt.

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  4. LeeteasY 17.09.12 12:32

    Grundregel: Willst du bei einem Unternehmen einsteigen, versuche vorher dort ein Praktikum zu machen!

    Begründung: Das Unternehmen lernt dich durch ein Praktikum IMMER besser kennen, als durch irgendein Assessment Centre oder ähnliches... Das heißt: Steht ein Praktikant auf der Bewerberliste, der sich gut Angestellt hat, so wird man ihm immer einen Vorzug gegenüber anderen Bewerbern geben, da man auf diese Weise nicht die Katze im Sack kauft (und die Informationsasymmetrien deutlich geringer sind).

    Bewirb dich doch einfach mal bei Munich Re oder Hannover RE - bzgl. Zeitraum wird sowieso erst am Ende des Bewerbungsgespräches gefragt, und wenn sie dich haben wollen, wirst du auch für 8 statt 12 Wochen genommen.

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  5. Anonym 04.11.14 15:13

    Hallo,

    auch ich interessiere mich für einen Einstieg in die Rückversicherung. Ich stehe kurz vor Ende meines Bachelors in Wirtschaftmathematik an der LMU. Über die Munich Re und die Hannover Rück konnte ich mich hier ja schon grundlegend informieren. Hat hier jemand bereits Erfahrungen mit der Bewerbung oder kann mir von seinem Einstieg berichten? Gibt es evtl. die Möglichkeit, später berufsbegleitend einen Master zu machen? Auch ich habe noch kein Praktikum in der Versicherung gemacht. Ist das für ein Traineeprogramm zwingend nötig?

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  6. mar... 04.11.14 16:04

    Hallo, grundsätzlich gibt es bei der Hannover Rück die Möglichkeit auch berufsbegleitend den Master zu machen. Ggf. kann der Master aber schom beim Bewerbungsprozess hilfreich sein. Bei vielen unserer Positionen werden Mathematiker mit Masterabschluss bevorzugt. Der Master würde dann auch eine gute Möglichkeit bieten, vorher noch ein Praktikum zu absolvieren. Wir hatten schon die Situation, dass ein Bachelorand ein Praktikum absolviert hat und dann direkt von uns eine Stelle angeboten bekam. Jetzt macht er erstmal noch seinen Master, hat aber schon einen anschließenden Arbeitsvertrag in der Tasche. Auch bei einem Direkteinstieg bei uns ist ein Praktikum zwar keine Voraussetzung, aber schon sehr gern gesehen. Letztlich kommt das auf das Gesamtprofil an. Gute und intensive Praktika können beispielsweise kleine Schwächen bei den Noten kompensieren. Der Bewerbungsprozess für einen Direkteinstieg - kein Praktikum - verläuft bei der Hannover Rück in der Regel zweistufig. Zunächst wird ein Interview mit dem Fachbereich und einem Vertreter aus der Personalabteilung geführt. Wenn dies positiv verläuft, gibt es einen sogenannten Schnuppertag. Der dient dazu, die Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und ihnen Löcher in den Bauch zu fragen. Umgekehrt machen sich die Kollegen natürlich auch ein Bild vom Bewerber. Wenn dann alle Seiten feststellen, dass es passt, kommt es zum Arbeitsvertrag. Unabhängig von der Hannover Rück würde ich bei vorhandenen Entscheidungsalternativen immer nach einem Schnuppertag fragen. Wenn ein Unternehmen da schon abwinkt, würde ich das Angebot ernsthaft nochmal überprüfen. Es ist eine Sache, dem künftigen Chef zwei Stunden im Gespräch gegenüber zu sitzen. Aber Arbeitsatmosphäre zu spüren und wirklich von den Kollegen zu erfahren, wie der Job ist, welche Vor- und Nachteile er ggf. hat, ist unbezahlbar. Wir suchen übrigens wieder einen Mathematiker für ein Praktikum ab Februar 2015 im Underwriting.

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  7. Anonym 04.11.14 20:48

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

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