Simbabwe

cpo... 14.03.02 13:21

Nach der "unregelmäßig" abgelaufenen Wahl Mugabes mehren sich die Stimmen, daß die UN in diesem Fall einschreiten sollte, auch wenn noch keine konkreten Schritte außer mahnende Worte gefallen sind. Was ist Eure Meinung zu diesem Thema.
Oder ist Simbabwe zu weit weg von der westlichen Welt und hat keine Ressourcen, die interessant genug sein könnten???

  1. Anonym 14.03.02 13:34

    Die UN und auch die Amerikaner haben sich in Afrika schon mehrmals schlimm die Finger verbrannt.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   3 Votes
  2. runaway 14.03.02 15:09

    Afrika ist ja nur so überfüllt von Diktaturen. Die UN ist anscheinend ihrer Struktur nach nicht kräftig genug, um über eine "Beobachterposition" hinauszugehen.
    An sich gilt: Eine Demokratie kann man nicht nur von außen herantragen, auch nicht mit Sanktionen erzwingen. Irgendwann müssen sich auch die betroffenen Völker selbst erheben. Das ist sicherlich leicht gesagt, aber anders ist keine Demokratie der Welt entstanden.
    Afrika hat aber vor allen Dingen schwerwiegende wirtschaftliche Probleme. Man denke nur an die Millionen Hungerstote im Jahr auf diesem Kontinent. Die Menschen haben dort nicht den Luxus über verfälschte Wahlen nachzudenken. Simbabwe auch nicht.

    Antworten Melden
    (4.1/5)   3 Votes
  3. don... 14.03.02 14:58

    Man erwartet von den sog. Dritte-Welt-Ländern dass sie sich von heute auf morgen in eine Demokratie verwandeln, obwohl das bei uns Jahrhunderte gedauert hat. Dazu kommt, dass bei uns die Entwicklung zu einer Demokratie in Europa weitgehend vom Bürgertum ausging. Das ist in Afrika anders.

    Meiner Meinung nach sollte man nicht einschreiten. Denn was ist die Folge daraus? Wo schreiten wir noch ein und wo nicht? Und wer gibt uns dass Recht dazu (welches die USA in Afghanistan übrigens auch nicht hatte)? Das Völkerrecht bestimmt nicht.

    Auf der anderen Seite: Können sich die Völker Afrikas gegen ihre Diktatoren überhaupt wehren? Ist die Übermacht nicht zu gross, vor allem die militärische?

    Eine Lösung wäre, verstärkt auf wirtschaftliche Beziehungen in diesen Ländern zu bauen und so weit wie möglich versuchen, die Armut zu bekämpfen. Die Geschichte in Europa hat gezeigt, dass die Revolutionen vom Bürgertum ausgehen. Vielleicht hilft es dann, ein solches aufzubauen. Proaktivität sozusagen.

    Vielleicht habt ihr ja andere Vorschläge.

    Antworten Melden
    (4/5)   4 Votes
  4. Jan... 14.03.02 19:16

    Deine Frage ist sehr interessant, aber es wird wohl keine eindeutige Antwort darauf geben. Schon wenn ich nur für mich antworten soll, dann merke ich wie juristische, wirtschaftliche, soziale, und andere Teile um die Vorherrschaft kämpfen und man weiss dann wirklich nicht was erlaubt ist und was nicht.

    Juristisch gesehen müssen wir uns Fragen:
    - sind die Wahlen wirklich manipuliert
    - wie ist es zu beweisen
    - welche Sanktionen sind erlaubt
    - welche Auswirkungen wird es auf das Land, die Leute, die Welt haben.

    Einfach wie Bush zu sagen: "wir erkenne das Wahlergebnis nicht an" und mit Konsequenzen zu drohen, ist nicht die Lösung. Es ist einfach das Recht des Stärkeren.

    Wirtschaftlich gesehen ist es immer so, dass man zunächst die Vorteile des eigenen Landes berücksichtigen muss. Wieviel Geld, Einfluss, Menschenleben (=Militär) kann sich ein Land wie z.B. Dtld. erlauben, um überall aktiv zu sein.

    Ich selbst halte für angebracht, wenn die Enmtwicklungsgelder aus Dtld. an bestimmte Kontrollen gekoppelt werden, wie Beobachter bei Wahlen, Kontrolle des Ausgebens der Gelder, Realisierung von Demokratiebestrebungen, Rechtsstaates.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   3 Votes
  5. Che... 14.03.02 21:31

    Meine Meinung dazu ist, dass auch keine westliche Macht (und andere ernstzunehmende gibt es faktisch kaum) dort eingreifen wird, wenn keine Oelquellen (die angesprochenen Ressourcen) besetzt werden oder Terroristen dort ausgebildet werden.
    Man bedenke auch, wie lange es gedauert hat, bis jemand in Yugoslawien fuer Ordnung gesorgt hat, und das mitten in Europa - von Nordirland ganz zu schweigen.

    Weiterhin bin ich der Meinung, dass die eigentlichen Diktatoren in Afrika die Industriestaaten selbst sind (im Uebertragenen Sinne). Ich glaube, dass wenn sich 'das Volk' - wie bemerkt wurde -, gegen etwas auflehnen wird, dann (irgendwann mal) gegen die Ungerechtigkeit (zw. der dritten Welt und den Industriestaaten).

    Die krassen Unterschiede zw. Afrika bzw. der dritten Welt i.A. und 'dem Westen' sind sicherlich auch (wenn auch nicht ausschliesslich) mitverantwortlich fuer den Terrorismus bzw. deren Sympathisanten.

    Wenn man natuerlich nur reagiert (nachdem allseits bekannten Datum beispielsweise) anstatt praeventiv gegen diese Diktaturen vorzugehen (worum es hier ja geht) ist es auch kein Wunder, dass soviele Menschen antiamerikanisch bzw. antiwestlich eingestellt sind.

    Antworten Melden
    (4.1/5)   7 Votes
  6. runaway 14.03.02 22:38

    Da ist sicherlich viel wahres dran, aber es ist nicht die vollständige Kausalitätskette. Ich halte auch jene korrupten Regimes für die Hauptschuldigen, die das kleinbißchen Geld, was sie als Entwicklungskredit bekommen, gleich für westliche Luxusgüter für sich und ihre nimmersatten Familien ausgeben.
    Ich halte auch jene Akademiker für mitverantwortlich, die mit eigenstaatlichen Stipendien an westlichen Unis studieren und es nicht mehr für nötig halten ihr Wissen im eigenen Land einzubringen, statt dessen sich auf drittklassige Jobs im Westen einlassen.
    Nicht zuletzt halte ich auch ehemalige europäische Imperialgelüste für den Mitverantwortlichen, weil sie Afrika willkürlich politisch und wirtschaftlich entmündigt haben. Von der jahrhundertelangen Ausbeutung blieb halt nichts zurück.
    Das ist nur die Diagnose. Ein Mittel für eine Besserung für die afrikanische Gesellschaft ist mir sicherlich auch unbekannt.

    Antworten Melden
    (4.3/5)   7 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen