Streit um Ladenschluss

dos... 05.09.02 07:43

Blödsinn oder legitime Rettungsmaßnahme? Einzelne Geschäfte wollen wegen der Flaute schon um 18 Uhr schließen.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/index.php?url=/wirtschaft/aktuell/51752&datei=index.php

Hi Sqeaker, längere Öffnungszeiten oder Abschaffung des Ladenschlussgesetzes? Was meint ihr?

  1. dos... 05.09.02 08:01

    Diese Diskussion führt doch wieder zu einer unsinnigen Diskussion. Ich erinnere mich vor ein paar Jahren an die Titel Schlagzeile einer Boulevard Zeitung: "Öffnungschaos in der Kölner Innenstadt" In diesem Artikel wurde ausgeführt, das einige Geschäfte in Köln um 18:30 Uhr / 19:00 Uhr schließen würden, andere jedoch erst um 20:00 Uhr, da könne der Verbraucher sich ja gar nicht auf die Öffnungszeiten verlassen. Besagt denn das Ladenschlussgestz, das alle Geschäfte um 9 Uhr öffnen müssen und um 20 Uhr schließen müssen - ich denke nein.
    Ich war selber 14 Monate im Einzelhandel tätig, damals wurde nur der Donnerstag bis 20:30 Uhr geöffnet, aller anderen Tage bis 18:30 und Samstag bis 14 Uhr.
    Auch das neue Ladenschlussgestz halte ich für unsinnig, warum gibt man dem Einzelhandel nicht die Möglichkeit nach bedarf zuöffnen, dies kann auch am späten Abend sein, z.B. im Sommer. Klar müsse dann auch dafür gesorgt werden das die festgelegte Wochenarbeitszeit nicht überschritten wird. Wenn ich heute einkaufen gehe und Berastung wünsche, dann muss ich mich ertmal auf die Suche nach einer Verkäuferin/Verkäufer machen - Servicewüste Deutschland.
    Viele Arbeitsplätze könnten auf dem Dienstleistungssektor entstehen, wenn nicht die Lobby der Innungen oder des Handwerks so stark wären, hier sollte die Politik endlich mal den Schritt wagen und die Gestze und Vorschriften ausdünnen.

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  2. Anonym 05.09.02 10:44

    @ Dosie

    vollkommene Zustimmung,

    fuer Oeffnungszeiten gibt es meines Erachtens keinerlei Regelungsbedarf. Wenn ein Parfumerie in Berlin oder Muenchen bis 24Uhr geoeffnet haben moechte, dann soll sie es doch einfach den tun.

    ich bin gerade in Paris und hier ist es voellig normal, dass man abends/nachts auf den champs shoppen gehen kann. Genauso wie manche supermaerkte in der woche bis 22uhr aufhaben.

    aber in deutschland (und in allen anderen industriellen laendern) denken die politiker (die meisten leute stimmen dem wahrscheinlich sogar zu), dass der staat alles regeln muss... soviel zur persoenlichen freiheit

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  3. Glo... 05.09.02 11:04

    Naja Dosie, Öffnungszeiten nach Bedarf klingt in der Theorie gut, aber in der Praxis leider nicht umsetzbar. Bin aber bei Euch, denn wer kauft denn heute noch vor 18h ein? Innerhalb der Woche bis 20h und am WE bis 18h wäre für mich ok, denn schließlich sind wir in Deutschland und nicht in den USA oder Frankreich!

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  4. cha... 05.09.02 11:56

    das deutschland nicht frankreich oder die usa ist ist doch klar, aber wie ich finde kein argument. ich denke auch, die ladenschlusszeiten sollten vom Einzelhandel selbst bestimmt werden können, das würde sowohl dem arbeitsmarkt als auch dem verbraucher nutzen.

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  5. Glo... 05.09.02 14:05

    Vielleicht mangelt es an Vorstellungskraft, wie der Einzelhandel selber bestimmen könnte, wann seine Türen zu öffnen sind und wann nicht. Dennoch ist der Standort D das größte Problem in dieser unendlichen Diskussionen, wobei ich mir an dieser Stelle einen Vergleich der pro und cons ersparen möchte. Oder wieso ist es in den Staaten möglich?

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  6. Anonym 05.09.02 14:03

    kurze Frage:

    was ist in deutschland denn anders als die usa, frankreich oder grossbritanien?

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  7. dos... 05.09.02 15:04

    Wohl nichts weiter, nur das wir in Deutschland alles irgendwie Regeln müssen. Sei es durch Gesetze oder Vorschriften und wenn mal etwas auf freier Basis funktionieren soll, dann schreit gleich ein großteil gleich nach dem Staat

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  8. Che... 08.09.02 20:08

    Genau, das deutsche Phaenomen der Bevormundung. Nicht dass im Falle einer Ausbeutung der Mitarbeiter selbst seine Rechte einklagt, nein, hier in D gehen wir davon aus, dass dies ja sowieso passieren wird und lassen es daher sein.... dabei ist es eigentlich schwachsinn, dies bei laengeren Oeffnungszeiten zu vermuten (IMO), denn ich meine, bei Oeffnungszeiten von 8-20Uhr waere es leichter den Mitarbeiter die zehn Stunden malochen zu lassen als von 6-24 Uhr 18 Stunden... und wo werden dann Arbeitsplaetze zerstoert - das habe ich in dieser Diskussion auch noch nicht verstanden.

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  9. Suesse 05.09.02 15:29

    Bin bei euch, dass die Beschränkung der Ladenöffnungszeiten eigentlich schwachsinnig ist.

    Aber: "Ich war selber 14 Monate im Einzelhandel tätig..." (dosie) - nun, ich hatte das Vergnügen auch eine ganze Weile (langer Do. und regulär bis 20 h). Der Aspekt, der dabei immer leicht unter den Tisch fällt, ist der: Was ist mit denen, die arbeiten müssen, um die langen Öffnungszeiten zu gewährleisten? Maximale Wochenarbeitszeiten sind ein Teil des Problems, das soziale Umfeld der Arbeitskräfte eines der anderen. Im Einzelhandel arbeiten nun mal überwiegend Frauen - sollen die sich dann ab nachts um 1 wieder um ihre Kids kümmern bzw. welche KiTa hat um diese Zeit noch offen? Ohne eine sinnvolle Regelung auch solcher Aspekte bin ich sogar strikt gegen längere Öffnungszeiten, denn dann passiert sie einfach nur auf dem Rücken derer, die sowieso schon ScheißJobs haben.

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  10. Anonym 05.09.02 16:39

    Mein Kommentar klingt jetzt zwar sozial etwas hart, aber meines Erachtens, hat jedes das Recht seinen Job selber auszusuchen. Und es gibt hoffentlich genug Leute die arbeitslos sind und sich darueber freuen wuerden auch mal eine Nachtschicht einzulegen. Die Geschaefte werden ja trotzdem tagsueber geoeffnet haben und dort koennen dann auch deine zitierten Muetter arbeiten. In unserer heutigen Solo-gesellschaft gibt es so oder so genug Leute, die sich nicht an Tageszeiten richten muessen.

    @ Suesse

    wenn man deinen Gedanken weiterspinnt muesste man auch die Arbeit von Nachtwaechtern verbitten, die Arbeit von Gefaegniswaertern, die Arbeit von Industriearbeitern, die Arbeit von Restaurantbeschaeftigten, die Arbeit von Fluglotsen, - ich glaube die Liste kann ich unendlich lang fortsetzen)

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  11. dos... 05.09.02 19:16

    An deinem einwand ist etwas wahres dran, das soziale Umfeld kommt teilweise abhanden. Habe 5,5 Jahre techn. Support im 24 Std. Schichtbetrieb für die Aral gemacht. Ich muss jedoch feststellen, das es mir so vorkommt, als ob ich zu Schichtdienst Zeiten mehr Freizeit hatte, bsp. 14 Uhr Feierabend und noch etwas vom Tag haben oder 22 Uhr Feierabend und noch wegehen zu können, ohne sich morgens aus dem Bett quälen zumüssen.
    Ich muss luoar andererseits rechtgeben, es steht jedem frei einen anderen Job zusuchen ......

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  12. Suesse 06.09.02 10:44

    Ihr habt in gewisser Weise Recht, dass sich jede(r) einen anderen Job suchen könnte - aber für sehr viele Menschen ist das eben nur eine sehr theoretische Möglichkeit. Es würde wohl in vielen Fällen einfach so laufen, dass die Leute vor die Wahl gestellt werden, die geänderten Arbeitszeiten mitzumachen oder zu gehen.
    Das war nebenbei bemerkt auch schon so, als die Läden in der Woche täglich bis 20 Uhr öffneten - für viele meiner Kolleginnen damals ein riesen Problem.
    Und bei dem Qualifikationsniveau, von dem wir sprechen - das nunmal den Großteil der von längeren Öffnungszeiten betroffenen Jobs betrifft - ist es kein Spaß, einen neuen Job zu finden, der dann nebenbei auch noch familienkompatibel ist.
    Insofern hat die hier teilweise kritisierte deutsche Regulierungswut auch ihr Gutes: ohne sie würden solche sozialen Kriterien völlig unter den Tisch fallen!

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  13. Glo... 06.09.02 12:03

    Recht hast Du, aber ich werde auch nicht gefragt, ob ich länger arbeiten kann/ will; entweder Du machst es oder bist draußen! IdZ muß sich jeder entscheiden, wie wichtig Ihm der familiäre/ freizeit Aspekt ist!

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  14. Anonym 06.09.02 13:47

    aber solche sozialen Kriterien machen meines erachtens ueberhaupt keinen sinn. es wird auch niemals der kleine Rewe bis mitternacht aufhaben, aber nimm z.B. einen grosses Wal-Mart, der ueber 40 kassen tagsueber offenthaelt. nachts werden dann eben nur noch 3 oder 4 gebraucht - tagsueber koennen dann unsere 40 alleinerziehende muetter arbeiten, und nachts unsere arbeitssuchenden sigles, studentes etc.

    man kann das ganze ja einfach so loesen, das man sagt, alle bestehenden vertraege gelten nur bis 20:00, jeder neue Vertrag muss verhandelt werden und schon haben deine ehemaligen kolleginen kein problem mehr...

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  15. Suesse 07.09.02 20:49

    ist schon was dran... na zumindest der kleine schubs richtung problembewußtsein scheint funktioniert zu haben ;-)))

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  16. dos... 16.09.02 07:26

    Was auch die Wirtschaft fordert ...


    Metro-Chef Körber: Läden rund um die Uhr öffnen


    14. Sep. 2002 Der Metro-Chef Hans-Joachim Körber fordert die Freigabe der Laden-Öffnungszeiten. "Die Handelsunternehmen werden sich mit den Öffnungszeiten schon gegenseitig abstimmen", sagt er in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

    Nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden des größten deutschen Einzelhändlers sollte auch der Sonntag für die Ladenöffnung freigegeben werden: "Diese Mischung aus Einkaufen, Essen gehen und Unterhaltung für die ganze Familie würde den Innenstädten enorm helfen".

    Städte und Handel sollen über Schlussverkäufe entscheiden

    Zudem fordert der Metro-Chef mehr Flexibilität bei den Schlussverkäufen: "Städte und Handel sollen entscheiden, wann ihnen der Schlussverkauf zeitlich am besten passt".

    In der Debatte um das Zwangspfand für Dosen ist Körber der Meinung, dass das Pfand nach der Entscheidung des Düsseldorfer Verwaltungsgericht nun vom Tisch ist und nicht am 1. Januar 2003 eingeführt wird: "Ich begrüße diese Entscheidung als Einstieg in eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Reform der Verpackungsordung", sagte Körber.
    Quelle: www.faz.net

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  17. runaway 05.09.02 14:20

    Abschaffung des Ladenschlußgesetzes! heißt für mich die Antwort. Das Gesetz erstickt eines der lebendigen Seiten des Lebens...shoppen..shoppen...cafe/kneipe..

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  18. Suesse 05.09.02 15:32

    ... ja, aber die Abschaffung erstickt genau diese Seiten des Lebens für die, die dann z.B. noch an der Kasse sitzen müssen...

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  19. Anonym 05.09.02 16:58

    ...jemand, der um 1 uhr nachts an der kasse sitzt, kann super um 2 uhr nachmittags shoppen gehen...

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  20. runaway 05.09.02 21:06

    naja, ich weiß aus Ländern, wo es kein Gesetz hierzu gibt, daß sich nach einer Weile ohnehin diese Zeiten einpendeln..

    mir ist auch klar - und da muß ich GP und Suesse rechtgeben, daß man französische oder amerikanische Zustände nicht ohne weiteres auf Deutschland projezieren kann. Hier herrscht ein anderer Rhythmus, mit der sich die Leute vorwiegend wohlfühlen. Da kann man natürlich keine Entscheidung gegen die Mehrheit treffen und diese Neigung (zur Regulierung) respektieren.

    andererseits ist's schon nervig, abends und an WE an Tankstellen und Kiosks überteuerte Preise zu zahlen.

    nichts für ungut, ich kann mit dem derzeitigen Zustand auch gut leben..;-)

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  21. runaway 05.09.02 21:08

    ...sorry, der letzte Satz im 2.Abschnitt ist etwas mißverständlich; sollte heißen: ...und sollte diese Neigung (zur Regulierung) respektieren.

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  22. cha... 09.09.02 10:11

    also ich versteh nicht, wieso wir amerikanische und/oder französische zustände nicht auf deutschland projezieren können, ist der deitsche an sich denn so eine spezielle sorte mensch? Wie luoar und dosie doch schon dargestellt haben, gibt es genügend möglichkeiten speziell das ladenschlussgsetz zu ändern/aufzuheben, ohne den "rythmus" der leute zu stören und ihnen dabei trotzdem mehr freihiten zu geben. es ist ja schliesslich nicht so, dass wie hamburger und froschschenkel als nationalgericht einführen wollen.

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  23. runaway 11.09.02 22:56

    vieles mag klimatisch bedingt sein: Franzosen und Amis (zumindest an Küstengebieten) genießen das Leben mehr als der typische Mitteleuropäer, vielleicht auch deswegen, da es auch mehr zu genießen gibt.
    Ich weiß nicht, ob man in diesen Breiten hier mit den Nächten (und damit meine ich die Stunden ab 1.00 Uhr nachts) großartig etwas anfangen kann. Daher würden die meisten Deutschen sehr genervt auf die Aufhebung der Ladenschlußzeit reagieren - glaube ich. Irren würde ich hierbei gerne.

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  24. cha... 12.09.02 09:32

    ich glaube über kurz oder lang kommen wir ohnehin nicht drum herum das ladenschlussgesetz zu ändern, schliesslich gibt es die diskussion ja schon eine weile.

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  25. DaH... 12.10.02 16:46

    Läden die Sachen wie z.B. Lebensmittel anbieten oder andere alltäglichen Verbrauchswaren sollten selber entscheiden dürfen wie lange sie etwas verkaufen wollen.
    Ein Möbelhaus würde ich persönnlich nicht irgendwann nachts aufsuchen wollen.
    Man sollte den Leuten einfach etwas mehr entgegen kommen.
    Wieso ist der Sonntag ein Tag andem auf deutschlands Straßen so gut wie nichts los ist? Es ist durchaus vertretbar, wenn ein Geschäftsinhaber einen Tag in der Woche frei haben will, oder auch mehr als den Einen, aber wieso kann man sich das nicht selber aussuchen, und den Laden sonntags öffnen?

    gruß
    alex
    http://go.to/fling

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