Promotion oder MBA?

squ... 19.05.01 20:13

Was muss man bei der Wahl der Weiterbildungsalternative beachten?

  1. oro... 04.07.01 22:20

    Promotion= interesse an wissenschaftlicher laufbahn

    MBA= interesse sich wirtschaftlich grundlagen durch fallstudien anzueignen.

    für mich ist ein MBA-Studium über zwei jahre nur für nicht-wirtschaftsstudenten eine sinnvolle ergänzung, da man im verhältnis zum geistigen und finanziellen aufwand nicht unbedingt besser entlohnt wird. jedoch finde ich MBA-programme, die spezialisierungen anbieten, wie z.b. Master in Finance sinnvoll gerade für wirtschaftsstudenten, da man im MBA-system wirklich etwas für die realität lernt. ferner finde ich die internationale Erfahrung, die ein MBA meist mit sich bringt eine für die persönliche entwicklung nicht zu unterschätzende variable.....

    nun muss man nur noch einen Arbeitgeber finden, der entweder die Promotion oder den MBA finanziell fördert.....

    Antworten Melden
    (4.4/5)   6 Votes
  2. Glo... 09.07.01 19:11

    Ich denke Du liegst mit Deiner Äußerung nicht so verkehrt - besonders der letzte Satz hat es in sich.

    Schaut man sich den Ursprung und vor allem den Sinn eines MBA Studiums an, dann ist es mit Sicherheit für nicht BWL´er interessanter als für solche, die sich mit Statistik, VWL und OR herumgeschlagen haben.

    Spezialisert man sich auf einen Bereich, bin ich ebenfalls Deiner Meinung, daß dies sicherlich nicht von Schaden sein kann und auch den Nutzen für BWL´er in meinen Augen beinhaltet.

    Die internationale Erfahrung kann Dir in diesem Zusammenhang sicherlich auch keiner nehmen und sei sie auch "nur" zwischenmenschlich ;-)

    Doch an dieser Stelle würde ich gern einmal die Frage in den Raum werfen, was es für artverwandte MBA´s auf dem Markt gibt, wenn man sich a.) entweder auf eine Selbständigkeit "vorbereiten" möchte oder sich in den Bereich des Trainers und später dann auch Coaches begeben möchte!?!

    Freue mich auf einen hoffentlich regen und interessanten Austausch mit Euch!

    Antworten Melden
    (4.1/5)   6 Votes
  3. Hen... 10.07.01 00:15

    Zu MBA als Vorbereitung auf Selbständigkeit - die Frage hatte ich schon mal im gründerForum der gruenderzeit beantwortet - ich hoffe Du bist nicht nicht derselbe Fragesteller ;-). Wharton hat einen sehr guten Ruf in dieser Beziehung (hab's aber noch nicht selber getestet ;-) ). Entrepeneurship und Small Business Managment ist als Fach in den USA wesentlich etablierter als in Deutschland wo die Sache erst noch in Schwung kommen muss. Jetzt kommt es darauf an, wie die Ausbildung und die Selbständigkeit gelagert ist - klein aber wachstumsorientiert oder klein im Sinne von mittelständisch. Für ersteres wahrscheinlich sinnvoll für letzteres kommt es auf die Internationalität an, je mehr desto eher der MBA.
    Ein gestandener Unternehmer aus Deutschland wird möglicherweise sogar den Sinn eines Unistudiums in z.B. Köln anzweifeln und auch Kostolany hat in diesem Sinne mal geschrieben, dass die Bilanz das beste Diplom eines Kaufmanns sei.

    Was den Trainer angeht - Trainer im Sinne von persoanl Coach - ich denke Psychologie oder Pädagogik sind da sinnvoll - mit viel eigener Lebenserfahrung aus dem Bereich aus dem die Kunden kommen.
    Trainer im Sinne von Sporttrainer? - keine Ahnung, ob das sinnvoll ist.

    Antworten Melden
    (4/5)   7 Votes
  4. Glo... 16.07.01 15:44

    Henning

    1. Nein, ich bin nicht derjenige, der sich mit Dir darüber schon einmal in der Gruenderzeit unterhalten hat!
    2. Wharton hat was dann angeht sicherlich einen sehr guten Ruf, doch ist es auf der anderen Seite auch nicht gerader leicht, dort an eine Studienplatz heranzukommen oder kennst Du dort jemanden? ;-)
    3. Die USA ist diesbezüglich allerdings weiter als wir hier in Europa - richtig. By the way ich habe gerad gelesen, daß Du in Masstricht studiert hast? Was lernt man denn da so?
    4. Die Sache mit dem Sportlehrer kommentiere ich nicht weiter ... ;-)
    5. Bezüglich der Kostolany Aussage gebe ich DIr recht, denn ich habe u.a. gerade eine Artikel gelesen, der besagt, daß die erfolgreichsten Unternehmer nicht einmal BWL studiert haben und demzufolge aus eher "artfremden" Bereichen kommen. Schon interessant diese Aussage - findest Du nicht?
    6. Ich würde ja auch zugern basierend aus der BWL, ohne diesen psychologischen und pädagogischen Bereich, in den Traineralltag gehen. Denn sicherlich läßt sich auf der einen Seite eine starke Tendenz dahingehend beobachten, doch wenn es einem einfach Spaß bringt mit Menschen zu arbeiten und dann auch noch an dem Menschen und es schafft, seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen, betreiben die Coaches oder auch Trainer sicherlich kein Hexenwerk.

    Antworten Melden
    (4/5)   3 Votes
  5. Hen... 11.04.02 16:36

    Reichlich verspätet kann ich Dir jetzt noch antworten ;-)
    Maastricht ist relativ stark neoklassisch orientiert, teilweise wird mit Fallstudien gearbeitet, fast immer aber in Kleingruppen und "problem-basiert".
    Unternehmer wird man wahrscheinlich mehr aufgrund persönlicher Eigenschaften und weniger aufgrund eines Studiums. BWL-Wissens lässt relativ leicht "nachlernen" - der Aufwand ist z.B. im Vergleich zu einem naturwissenschaftlichen Studium begrenzt.
    Was genau Du mit Trainer meinst habe ich allerdings nicht verstanden. Pädagogik scheint mir da gerade sehr wichtig - und ich würde das auch nicht unterschätzen wollen.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   4 Votes
  6. Hen... 30.11.02 18:00

    oder selber für Kohle sorgen... ;)

    Antworten Melden
    (4.5/5)   6 Votes
  7. Anonym 12.10.01 02:29

    Ich denke, dass ein MBA nicht lohnt, wenn man bereits einen Dipl. kfm. hat. Nur ein MBA bei einer der absoluten Top-Schulen macht da noch Sinn.

    Da würde ich eher versuchen einen PhD. im In- oder Ausland zu machen.

    Die MBA Alternative macht eher Sinn für "Wirtschaftsfremde" Studiengänge. Dafür ist er ja auch gedacht.

    Man sollte sich nicht zu sehr von irgendwelchen MBA Programmen blenden lassen. Wenn MBA, dann ein "richtiger" an einer Hochschule mit anerkanntem Abschluss. Ich denke, die MBA Kategorie auf squeaker.net gibt da sehr guten Aufschluss.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   7 Votes
  8. Glo... 02.11.01 11:41

    Ich stimme Dir zu, dass sich ein MBA nur und ausschließlich an einer namhaften Uni "lohnt" - wenn man davon reden kann!
    Doch Deinen Gedanken zum PHD kann ich nicht ganz nachvollziehen, handelt es sich hier doch um grundlegende Unterschiede zwischen den beiden "Titeln".
    Beabsichtigst Du denn noch einen MBA respektive PHD zu machen und wenn ja, wie weit sind denn da schon Deine Pläne vorangeschritten?

    Antworten Melden
    (4/5)   6 Votes
  9. Laika 30.11.01 02:53

    Die Unterscheidung zwischen MBA und Ph.D. macht an US-Unis zumindest wenig Sinn, denn jeder hier im Ph.D.-Programm (heisst für BWL übrigens DBA) muss erstmal alle Anforderungen für den MBA erfüllen und kann dann noch mindestens 2 zusätzliche Jahre für die Dissertation einplanen. Auch in VWL sind mindestens 5 Jahre bis zum Ph.D. nötig, denn Leistungen aus Deutschland werden so gut wie nie angerechnet. Wer hier in BWL promoviert, geht übrigens anders als in Deutschland praktisch immer direkt in die Lehre. An einen der DBA-Plätze an einer Top-Uni kommt man daher auch kaum heran. Der MBA ist da einfacher, so lange man die knapp $ 25.000 pro Jahr alleine für die Studiengebühren an einer guten Uni aufbringen kann. In der Regel werden Deutsche dort recht gern als Bewerber gesehen, weil sie zumeist unterrepräsentiert sind. Letzteres ist auch nicht allzu verwunderlich, denn viele qualifizierte Leute ziehen dann doch den praktisch kostenlosen Dr. aus Deutschland dem teuren MBA aus den USA oder Grossbritannien vor. Wer nur den Titel möchte und sich nicht für eine wissenschaftliche Karriere interessiert, der kommt in Deutschland zudem noch mit weniger Arbeit zum Ziel als die MBA-Leute in den USA.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   4 Votes
  10. Glo... 19.12.01 11:52

    Interessantes Feedback von Dir - durchläufts Du gerade einen solchen Turnus oder woher kennst Du Dich diesbezüglich aus? Doch eine Deiner Anmerkungen versteh ich nicht wirklich: wie kann ich eine kostenlose deutsche Promotion einem kostenpflichtigen MBA vorziehen (inhaltlich?). Gruß in die Staaten und merry xmas & happy new year!

    Antworten Melden
    (4.5/5)   6 Votes
  11. Laika 21.12.01 22:46

    Die Wahl zwischen der Promotion in Deutschland und dem MBA in den USA oder GB fällt aus meiner Sicht oft auf die Promotion in Deutschland, da viele Leute aus dem WiWiss-Bereich nach dem Diplom-Studium noch eine Möglichkeit suchen, um sich weiter zu qualifizieren, aber keine Lust haben, an die 100.000 DM dafür zu zahlen. Viele Leute, die in Deutschland in BWL oder VWL promovieren, wollen ja nicht unbedingt in der Forschung/Lehre bleiben und Fragen sich, wie solch eine Weiterqualifizierung aussehen kann, wobei die Wahl dann oft "Dr." oder "MBA" lauten wird. Bei der Promotion legt man sich natürlich auf einen sehr engen Themenbereich fest, während der MBA deutlich mehr Gebiete (weniger fundiert) abdeckt. Als Weiterqualifizierung ist aus meiner Sicht beides für die Praxis mehr oder weniger gleichwertig. Wenn man später einmal Professor werden will, dann ist der MBA natürlich Unsinn, doch als Berufsqualifikation nicht. Schaut man allerdings einmal, wieviele Deutsche sich an US-Unis für den MBA eingeschrieben haben, so stellt man schnell fest, dass dies recht wenige sind. Dies weist sicherlich nicht auf mangelnde Qualifikationen der deutschen Bewerber hin, sondern vielmehr auf den Umstand, dass man in Deutschland einen Abschluss, der von der Wirtschaft gleich hoch eingeschätzt wird, kostenlos bekommen kann und die Leute, die hier gute Bewerbungschancen haben, lieber gleich in Deutschland bleiben. Was viele Leute zudem vergessen, ist, dass die Top-Unis in den USA praktisch immer Berufserfahrung voraussetzen, bevor sie Leute in ihre MBA-Programme aufnehmen. Mit der Promotion hingegen kann man gleich anfangen, was diese Option noch zusätzlich attraktiv macht.
    Ich selber habe mit MBA-Kursen direkt nichts zu tun, sondern schlage mich lieber mit dem Rybczynski-Theorem und anderen Spässen in VWL herum.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   5 Votes
  12. Laika 21.12.01 22:48

    Die Wahl zwischen der Promotion in Deutschland und dem MBA in den USA oder GB fällt aus meiner Sicht oft auf die Promotion in Deutschland, da viele Leute aus dem WiWiss-Bereich nach dem Diplom-Studium noch eine Möglichkeit suchen, um sich weiter zu qualifizieren, aber keine Lust haben, an die 100.000 DM dafür zu zahlen. Viele Leute, die in Deutschland in BWL oder VWL promovieren, wollen ja nicht unbedingt in der Forschung/Lehre bleiben und Fragen sich, wie solch eine Weiterqualifizierung aussehen kann, wobei die Wahl dann oft "Dr." oder "MBA" lauten wird. Bei der Promotion legt man sich natürlich auf einen sehr engen Themenbereich fest, während der MBA deutlich mehr Gebiete (weniger fundiert) abdeckt. Als Weiterqualifizierung ist aus meiner Sicht beides für die Praxis mehr oder weniger gleichwertig. Wenn man später einmal Professor werden will, dann ist der MBA natürlich Unsinn, doch als Berufsqualifikation nicht. Schaut man allerdings einmal, wieviele Deutsche sich an US-Unis für den MBA eingeschrieben haben, so stellt man schnell fest, dass dies recht wenige sind. Dies weist sicherlich nicht auf mangelnde Qualifikationen der deutschen Bewerber hin, sondern vielmehr auf den Umstand, dass man in Deutschland einen Abschluss, der von der Wirtschaft gleich hoch eingeschätzt wird, kostenlos bekommen kann. Was viele Leute zudem vergessen, ist, dass die Top-Unis in den USA praktisch immer Berufserfahrung voraussetzen, bevor sie Bewerber(innen) in ihre MBA-Programme aufnehmen. Mit der Promotion hingegen kann man gleich anfangen, was diese Option noch zusätzlich attraktiv macht.
    Ich selber habe mit MBA-Kursen direkt nichts zu tun, sondern schlage mich lieber mit dem Rybczynski-Theorem und anderen Spässen in VWL herum.

    Antworten Melden
    (4.2/5)   3 Votes
  13. Glo... 23.01.02 14:40

    Als Weiterqualifizierung ist aus meiner Sicht beides für die Praxis mehr oder weniger gleichwertig. --- Naja, bei dieser Aussagen kann ich Dir nicht zustimmen, da ich denke, dass sich erhebliche Unterschiede in der praktischen Anwendung des Gelehrten zeigen. Dafür sind letztendlich auch die Programme ansich zu unterschiedlich ausgerichtet!


    Schaut man allerdings einmal, wieviele Deutsche sich an US-Unis für den MBA eingeschrieben haben, so stellt man schnell fest, dass dies recht wenige sind.
    --- wodran machst Du diese Aussage fest? Gibt es da was empirisches oder hast Du Kontakte an die USA Unis?

    Antworten Melden
    (4/5)   7 Votes
  14. Hen... 30.11.02 18:04

    Hallo Laika,

    den praktisch kostenlosen Dr aus D kann ich nicht hinnehmen ;) er ist nur billiger hinsichtlich Studiengebühren, aber teuerer - wenn länger - Opportunitätskosten (Gehaltsverzicht).

    Antworten Melden
    (4.3/5)   3 Votes
  15. zerocool 21.04.06 14:20

    ein MBA kann sich sehr wohl trotz Dipl.kfm. lohnen! für wirtschaftswissenschaftlich bereits "vorbelastete" Studenten geht es hierbei dann hauptsächlich darum ein netzwerk zu knüpfen...und das geht kaum einfacher als über nen MBA!

    Antworten Melden
    (4.2/5)   6 Votes
  16. peavy 12.03.02 09:35

    Internationale Erfahrung beim MBA hin oder her, es ist doch Fakt, dass uns unser Diplom durch solche Sachen wie MBA nur zerredet wird. Vielleicht liegt das am Namen: Master of Business Administration....klingt zumindest besser als Diplom Kaufmann, aber meiner Meinung nach sind die Inhalte nicht wirklich aufregend für jemanden, der schon BWL studiert hat.
    So!

    Antworten Melden
    (4.3/5)   7 Votes
  17. Anonym 13.03.02 14:29

    Das deutsche Uni-Diplom ist auch weiterhin international sehr anerkannt. Beim FH-Diplom sieht es dagegen ganz anders aus. Viele MBA Schools akzeptieren FH Absolventen nicht, es sei denn sie haben zusätzlich noch einen Bachelor gemacht. Da ich meinen akkreditierten MBA als Teil meines FH Studiums in Reutlingen und Mexiko mache (n werde) sind mir diese ganzen Bestimmungen aber egal.
    Ob man jetzt einen MBA oder seinen Doktor machen möchte hängt wohl davon ab, wieviel Zeit man investieren möchte und wie wissenschaftlich man arbeiten möchte. Ich tendiere da eher in die Praxis - also Dipl. FH und MBA ;-)

    Antworten Melden
    (4/5)   5 Votes
  18. Pet... 15.03.02 16:18

    Man sollte sich bei der Wahl zwischen Promotion und MBA auch die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss vor Augen halten. Bei einem MBA-Studiengang bekommt man einen strukturierten Studiengang vorgesetzt, den man "nur noch" durchlaufen muss, was keinesfalls abwertend gemeint ist. Das ganze ist planbar, im Gegensatz zu einer Promotion, die schon aufgrund ihrer Konzeption (schliesslich soll sie ja auch Forschung darstellen) leicht schiefgehen kann. Meine soll auch dieses Jahr noch fertig werden und ich glaube noch nicht dran. Vielleicht weiss ja jemand, wieviele MBA-Studierende ihr Studium abbrechen und wieviele Promotionsvorhaben im Sand verlaufen.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   3 Votes
  19. meydo 15.03.02 21:38

    Für ein MBA-Programm mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship kann ich Dir Babson sehr empfehlen. Ist auch mein Top-Kandidat (www.babson.edu) . Ist seit Jahren die beste Schule dafür in allen Rankings (auch vor der Ivy-League) .

    p.s. ich bin auch noch am überlegen, ob Dr. oder MBA. MBA ist wohl besser für eine international Karriere, aber ein Dr. vor dem Namen ist schon eine prestigevolle Sache...

    Antworten Melden
    (4.3/5)   7 Votes
  20. Hen... 11.04.02 16:53

    Hier findet doch auch ganz klar ein Wettbewerb der Ausbildungsinstitutionen statt. Das deutsche Diplom hat sicherlich Vor und Nachteile. Nachteilig sin zum Beispiel die ziemlich auf quantitaives fixierten Kurrikula, während ein MBA-Studium (oft auch) starke soziologische und psychologische Komponenten hat. Der MBA muss als Mangementausbildung gesehen werden, während der deutsche Diplom-Kaufmann aus älteren Handelsausbildungen entstanden ist, insofern ist er natürlich handwerkszeug-orientierter und sollte damit auch eher zur Selbständigkeit befähigen, um die Frage noch mal aufzugreifen.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   4 Votes
  21. Anonym 20.03.02 10:02

    Schon der alte Goethe stellte ihn in Frage: den Doktortitel. In vielen Disziplinen ist die Promotion längst nicht mehr nötig, um Karriere zu machen. In einigen Berufen ist sie aber immer noch unerlässlich.


    „Da steh' ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor. Heiße Magister, heiße Doktor gar...“, so die schmerzliche Erkenntnis von Goethes Faust. Seine Nachwelt hinterlässt er ratlos: Für wen lohnt sich die Dissertation? Die Antwort weiß Manfred Bausch von der Zentralen Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn: „Es kommt ganz darauf an.“

    Für eine akademische Laufbahn sowie in bestimmten Studienfächern sei die Promotion aus Sicht der Arbeitgeber Teil der Ausbildung und damit unerlässlich. „Dies ist etwa bei Chemikern und Biologen der Fall - genauer gesagt: Naturwissenschaftlern, die in Forschung und Entwicklung arbeiten. Ebenso kommen Mediziner nicht um die Dissertation herum, wenn sie eine Karriere in Wissenschaft oder Klinik anstreben", sagt der Arbeitsmarktexperte.

    Mit Hut in den Vorstand

    Den Geisteswissenschaftlern empfiehlt Bausch, ihre Entscheidung genau abzuwägen. „Wenn sie mit 26 Jahren ihr Studium beenden und dann noch promovieren, haben sie gegenüber Mitstreitern in der Privatwirtschaft zwei Makel: ein wenig marktgängiges Fach sowie ein hohes Eintrittsalter. Und Stellen in der Wissenschaft sind knapp.“

    Auch für Ingenieure, Juristen und Betriebswirte gehöre der Doktorhut nicht zwingend zur Ausstattung. „Wenn das langfristige Berufsziel allerdings der Vorsitz eines Unternehmens ist oder allgemein mit Repräsentation zu tun hat, ist die Promotion sinnvoll.“ Ein Indiz dafür: Gut die Hälfte aller Geschäftsführer und Vorstände in Deutschland besitze höhere akademische Weihen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass sich in den Spitzenetagen Doktores aller Fachrichtungen sammeln; BWL- und Jura-Docs mischen sich mit promovierten Naturwissenschaftlern und Ingenieuren.

    Für Tüftler und Kontakter

    Achim Oettinger, bei der Personalberatung Access für Bewerberauswahl und Karriereservice zuständig, bringt die Frage nach Sinn oder Unsinn der Promotion auf eine einheitliche Formel – unabhängig von der Studienrichtung. „Eine Doktorarbeit ist immer dann vorteilhaft, wenn ein Akademiker eine wissenschaftsnahe Tätigkeit anstrebt. Das kann genauso der Chemiker sein, der für ein Unternehmen Produkte entwickelt, wie der VWLer, der in der Research-Abteilung einer Bank arbeitet.“

    Für einen Physiker in der Datenverarbeitung dagegen sei die Promotion verzichtbar. „Außerdem macht der Doktortitel bei Einsatzgebieten Sinn, wo Kundenkontakt besteht: Man vertraut darauf, dass jemand sorgfältig und ausdauernd arbeitet“, meint Oettinger.

    Traditionssiegel Doc

    24 545 Ex-Studenten – und damit jeder zehnte Hochschulabsolvent – haben 1999 ihre Promotionsprüfung bestanden, weiß das Statistische Bundesamt; das sind rund 400 frisch Promovierte mehr als zwei Jahre zuvor. Gut ein Drittel waren Mediziner, knapp ein Drittel bildeten Naturwissenschaftler plus Mathematiker. Auf Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften entfielen gut zwölf Prozent.

    Die Quote der vergangenen Jahre zeigt: Der Anreiz, zu promovieren, ist nicht geringer geworden. „Im Gegenteil. Die Hochschulabschlüsse von Bewerbern sind heute so variabel, dass Personalverantwortliche kaum mehr wissen, welche Ausbildung sich dahinter verbirgt. Der Doktor hingegen ist ein traditioneller, einschätzbarer Wert“, sagt der Münchener BWL-Professor Dr. Dr. Manuel René Theisen.

    Quelle: www.handelsblatt.com

    Antworten Melden
    (4/5)   5 Votes
  22. mag... 05.04.02 01:06

    Ich mische mich zwar spaet, aber hoffentlich noch zur rechten Zeit ein. Fuer eine internationale Karriere wird nie und nimmer ein einfacher Diplomabschluss reichen. Gut 95 % der Amerikaner koennen mit einem Diplom nichts anfangen. das koennte unteranderem daran liegen, dass man hier schon ein Diplom als Koch oder Kfz Mechaniker bekommt. Trotz alledem muss ich sagen, dass fuer einen fertigen BWLer kein grosser Mehrerfolg durch ein MBA Studium erzielt wird. Es ist mehr die internationale Erfahrung und das Zusammenarbeiten mit Menschen aus aller Herren Laender und Kulturen, was den Erfolg eines solchen Studiums ausmacht. Wenn man irgendwo in der Finanzbranche hochkommen moechte, ist wohl der MBA unabdingbar. Der Dr. ist insbesondere fuer Personen interessant die in Bereichen mit repraesentativen Charakter arbeiten. Insbesondere groessere Strategieberatungen oder aber Wirtschaftspruefungen. Aber ich schliesse mich definitiv der Aussage an:"Es kommt darauf an!" Und kosten tut beides was und das ist im Regelfall Zeit.
    Gruss, Markus

    Antworten Melden
    (4.3/5)   7 Votes
  23. Hen... 11.04.02 16:22

    Na ja der gute alte Goethe - hatte selbst ziemliche Schwierigkeiten sein Studium in Strassburg überhaupt erfolgreich zu Ende zu bringen. Zuviele Interessen neben der Juristerei. Und hat es doch zu etwas gebracht.
    Also es kommt viel stärker auf Fähigkeiten, Interessen, Einsatz und Glück an als im titelverliebten (?) Deutschland oft geglaubt wird. Aber gerade in so einem Umfeld hat ein Dr. seine Vorteile. Und im naturwissenschaftlich - unternehmerischen Bereich kann man mit einem Dr auf fachlicher(!) Ebene auch "besser" mitreden.

    Antworten Melden
    (4.4/5)   3 Votes
  24. tri... 21.04.02 11:06

    @ Laika:

    Deine Aussage, der Dr. in Wirtschaftswissenschaften in den Staaten hieße per se "DBA", stimmt so nicht - es gibt sehr wohl einen "PhD in Business Administration".

    Der DBA wird sogar im englischsprachigen Raum eher als coursework-orientiertes Studium (sprich: du schreibst noch diverse Klausuren und hast eine vom Umfang her geringere Doktorarbeit) angesehen, während der PhD oftmals hauptsächlich research-orientiert ist (also im Grunde eine äußerst umfangreiche Doktorarbeit - mehr als eine deutsche).

    Zudem wichtig für alle: einen US-MBA kriegst Du, solange er von einer Deinem Bildungsministerium bekannten und zudem akkreditierten Universität stammt, in Deutschland als "Vorname Nachname, MBA (USA)" nostrifiziert, den PhD jedoch in der gleichen Form, sprich: "Vorname Nachname, PhD (USA)", und NICHT ALS "Dr." !!!!

    Also: stay with EU-doctoral degrees, die könnt Ihr wenigstens in Euren Paß eintragen lassen ;-)


    Ach ja, hier auch noch meine persönliche Meinung zur generellen Diskussion hier: ein MBA macht wenig bis gar keinen Sinn, wenn man vorher bereits BWL, VWL, etc. studiert hat (es sei denn, man macht den MBA an einer ausländischen Top-Uni, dann sieht´s schon wieder anders aus). Für "Fachfremde", die ins Management streben, macht der MBA dagegen VERDAMMT VIEL Sinn, denn so können Sie Ihre Management-Skills nachweisen. Denkt doch mal nach: wen würdet Ihr als Firmenchef eher für einen Management-Posten mit Personal- sowie monetärer Verantwortung rekrutieren: einen Magister Artium in Geisteswissenschaften, der danach seinen Doktor im gleichen Fach gemacht hat oder eine MA in Geisteswissenschaften, der danach an einer akkreditierten, guten Uni einen MBA gemacht hat?

    Für die Wiwis mit deutschem (Uni-)Abschluss ist der Dr. mit Sicherheit, gerade was das soziale Prestige angeht und auch das Standing im Unternehmen, die bessere Alternative. Empirisch belegt ist, daß ein Dr. rer. oec. in seinem Berufsleben ca. 10.000 DM / Jahr im Schnitt mehr verdient als sein Arbeitskolle im gleichen Job, der "nur" ein Uni-Diplom hat.
    Jedoch: beachtet die Opportunitätskosten! 3-5 Jahre Doktorandenstudium machen wenig Sinn, wenn in dieser Zeit kein (oder als Assistent SO GUT WIE KEIN) Geld verdient wird. Meiner Ansicht nach ist nur eine EXTERNE Promotion, während der weiterhing earbeitet werden kann, sinnig...

    Wie seht Ihr das?

    Greets,

    Sascha


    (Autor von "Das MBA- Kompendium 2002" - ISBN 3-8311-3450-2)

    Antworten Melden
    (4/5)   7 Votes
  25. tri... 21.04.02 11:08

    Ach ja, NAchtrag:

    @ kermat: Dein Zitat von Prof. Manuel Theisen gefällt mir sehr gut.

    Theisen ist anerkannter Experte zu den Themen "Wissenschaftliches Arbeiten" sowie "Doktorgrade" und äußerst ernstzunehmen!

    Gruss,
    Sascha

    Antworten Melden
    (4.5/5)   3 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen