Promotion oder MBA?

squ... 19.05.01 20:13

Was muss man bei der Wahl der Weiterbildungsalternative beachten?

  1. Anonym 14.05.02 10:23

    stets um qualitativ hochwertigen content bemüht ;-)

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  2. Anonym 05.05.02 22:13

    Es stimmt, dass der Titel, den man nach einer Promotion in Wirtschaftswissenschaften in den USA erhält, verschiedene Namen tragen kann. Wer in VWL promoviert bekommt den "Ph.D.", in (allgemeiner) BWL heisst der Abschluss häufig DBA (Doctor of Business Administration, z.B. an der HBS oder hier an der Darden School), und es gibt auch Unis in den USA, wie z.B. die U of Chicago, die einen Ph.D. in Finance vergeben, der in den Bereich zwischen deutscher BWL und VWL fällt.

    Dass der Umfang der Promotion in den USA grösser ist als in Deutschland, ist übrigens falsch. Hier gibt es oft strikte Vorgaben für den maximalen Umfang, der in der Regel unter dem in Deutschland üblichen liegt. Wenn sich die Aussage auf den "wissenschaftlichen Wert" beziehen sollte, so kann ich nur sagen, dass man auch in Deutschland nicht davon abgehalten wird, eine Spitzenarbeit abzugeben.

    Der Studienverlauf für jemanden aus Deutschland sieht an den guten US-Unis in den Wirtschaftswissenschaften typischerweise so aus: zwei Jahre Master-Studium, sowie bei guten Ergebnissen dann die Möglichkeit, in die "candidacy" vorzurücken. Wenn man viel Glück hat, kommt man mit einem Jahr weg, man muss aber stets noch Kurse belegen - sofort losschreiben, so wie in Deutschland, ist nicht. Auch hier mag es Ausnahmen geben, doch an die Unis, die solche gewähren, will man wahrscheinlich eh nicht gehen. Zudem würde man sich dann selber um den besten Teil der Ausbildung bringen, denn in den ersten beiden Jahren wird man mehr dazulernen als man zunächst vermuten könnte.

    Mir persönlich wäre es übrigens herzlich egal, ob ich nach dem Abschluss einen Eintrag in meinem Pass bekomme oder nicht.

    Aus meiner Sicht macht es zudem sehr wohl Sinn auch für deutsche BWL/VWL-Studierende, in den USA einen weiteren Abschluss zu erwerben, wenn man dabei nicht ausschliesslich nur darauf bedacht ist, ein weiteres Kürzel auf der Visitenkarte zu bekommen. Das Niveau an den guten Unis ist in den WiWiss so viel höher als in Deutschland, dass jede/r noch so einiges dazulernen kann. Vor allem die Qualität der Dozentinnen und Dozenten ist im Schnitt viel höher, was sich dann natürlich auch sofort in den Lehre niederschlägt. Ich habe übrigens noch nie jemanden getroffen, der sich darüber beschwert hätte, an der Business School nichts mehr dazugelernt zu haben. Wenn man mit dem MA oder dem Dipl.-Ing. einen MBA machen kann, um so besser.

    Die Opportunitätskosten, sprich: vielleicht 5 Jahre ohne Einkommen, nehme ich gerne in Kauf, um eine Weltklasseausbildung zu bekommen (was übrigens bei einer externen Promotion nicht der Fall ist). In erster Linie sollte man was für den eigenen Kopf tun, für ein grosses Unternehmen Geld verdienen kann man dann immer noch.

    Kurzum: Den MBA/Ph.D. kann ich all denen empfehlen, die wirklich noch etwas dazulernen wollen. Ich hatte früher schon mal geschrieben, dass Deutsche in US-MBA-Programmen relativ schwach repräsentiert sind. Ich habe zwar keine genauen empirischen Daten dazu, doch habe ich mehrfach gehört, dass dies der Fall ist. Von den Studiengebühren sollte man sich also nicht abschrecken lassen, denn oft bekommt man "need-based financial aid", bei wirklich guten Studienleistungen evtl. auch "Merit based aid" (1,5 oder besser sollte es dann aber im Diplom schon sein), oder verdient nach dem Studium eh genug, um die Gebühren und Kredite wieder abzahlen zu können.

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  3. tri... 27.05.02 08:59

    Zitat:
    Wer in VWL promoviert bekommt den "Ph.D.", in (allgemeiner) BWL heisst der Abschluss häufig DBA (Doctor of Business Administration

    - der DBA ist eher der "professioneller" ausgerichtete Dr.-Titel in BWL, d.h. kürzere Dissertation, dafür mehr Coursework als der PhD (den es aber auch durchaus in Business/sprich BWL gibt!)

    Dass der Umfang der Promotion in den USA grösser ist als in Deutschland, ist übrigens falsch.

    - bezogen auf die Coursework (sprich: x Klausuren und Fächer, die man noch VOR der Dissertation absolvieren muß) ist das überhaupt nicht "falsch" (so hatte ich das nämlich gemeint..)

    Bei allem anderen stimme ich Dir zu.
    ;-)

    Gruss,
    Sascha

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  4. Hen... 30.11.02 18:16

    Externe Promotion - kann dazu führen dass man neben einer normalen mehr oder weniger gutbezahlten Stelle promoviert.

    Assi - kommt darauf an was man für 'ne Stelle bekommt, Aachener Ingenieure mit Einsatz in Projekten werden ganz gut bezahlt, Kölner Pädagogen wohl eher gar nicht...

    Stipendienhöhe (+/- 600 Euro) finde ich persönlich indiskutabel für Hoschschulabsolventen, aber wenns die einzige Möglichkeit ist, an Geld zu kommen, muss man da halt durch...

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  5. Lap... 29.08.02 00:36

    Hi,

    auch wenn die Diskusion erlahmt zu sein scheint,
    wollte ich kurz meine Gedanken beisteuern. Ich
    finde die Frage insgesamt recht interessant. Die
    Gruende hierfuer sind wie folgt:

    Es gibt meiner Meinung nach nur drei Gruende
    zu studieren/promovieren etc:

    1) Man ist primaer an den Inhalten dessen was
    man macht interessiert.

    2) Man tut es, weil man es interessant findet und
    vor allem was auf dem Lebenslauf haben
    moechte.

    3) Man weiss nicht, was man sonst machen soll,
    also studiert man erst mal.

    Bei der Frage zum MBA kommt noch hinzu was
    man vorher gemacht hat. Fuer mich
    (Naturwissenschaftler) sind MBAs als
    Studiengang fuer Leute zu verstehen, die kein
    oder wenig akademische
    wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung haben
    (wenn man in 4-5 Jahren BWL Studium nicht
    lernt, was man beim MBA in 1 oder 2 Jahren
    macht, dann gute Nacht).

    zurueck zu den Punkten:

    Ich denke, dass der Doktor eher was fuer Leute
    ist, die wirklich inhaltlich an ihrem Fach
    interessiert sind. Der MBA ist etwas fuer Leute,
    die sich ein BWL Aufbaustudium (in fancy)
    reinziehen wollen...wenn man gut geerbt hat
    kann man natuerlich auch beide machen, dass
    kann man sich dann supertoll hinter seinen
    namen schreiben:

    ...BSc, MA, PhD, MBA, DSc, FRS, CBE.... (ahem)

    Insgesamt kann ich nur jedem davon abraten,
    den PhD wegen des Titels zu machen: Das
    Zahnfleisch am Ende wird dann wirklich duenn
    (persoenlich Beobachtung in meinem
    Department). Allerdings wird man zumindest in
    England dafuer voll beahlt, da wuerde der MBA
    dann doch eher doppelt reinziehen.

    Zur Wahl der Alternativen: Es scheint mir in
    jedem Fall unerlaesslich, dass man sich die
    beste Uni aussucht, in die man reinkommen (und
    die man bezahlen) kann: je nach Auffassung.

    Jens

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  6. Anonym 16.10.02 10:19

    In der letzten Zeit häufen sich die Artikel zum Thema MBA nicht nur in der Fach-, sondern erreichen auch immer mehr die Laienpresse. Dabei drehen sich die Berichte meist um die Fragen der Business School Auswahl, der Berufschancen, der richten Wahl, der Zielgruppe und dem Vergleich USA/Deutschland. Ein Aspekt, der mich im besonderen interessiert, bleibt allerdings stetig außen vor: Welchen Stellenwert haben Junior MBA Programme im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausbildung?

    In den USA ist der Junior MBA als Aufbau zum Bachelor ja unserem deutschen universitären Diplom gleichzusetzen. Wer danach eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sattelt den PhD oben drauf. In Deutschland scheint dieser Weg jedoch völlig abweging. Wie sonst könnte man fehlende Hinweise dazu werten? Es gibt Artikel, die MBA und Doktortitel gegenüberstellen. Wieso nicht beides besitzen?

    Ich beabsichtige, genau diesen Weg zu gehen. Nach meinem Studium an einer Berufsakademie, dessen Abschluss nur als Bachelor gewertet wird, möchte nun den MBA machen und mich anschließend der Promotion widmen. Da ich in einem wissenschaftlichen Zweig der freien Wirtschaft arbeite, habe ich bereits die Weichen in diese Richtung stellen können. Lieder konnte mir bisher aber niemand eine realistische Einschätzung dieses Weges geben.

    Ich hoffe, bei Ihnen jemanden zu erreichen, die oder der mir einen kurzen Kommentar hierzu geben kann. Damit wäre mir sehr geholfen.

    Vielen Dank!

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  7. FIB... 28.05.03 12:34

    Die Frage ist gut, denn sie bricht mit den Traditionen der deutschen Hochschulen. Derzeit versucht die KMK z.B. durchzusetzen, dass der MBA nicht zur Promotion berechtigt.

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  8. perlentaucher 06.10.04 05:54

    ich habe im rahmen meines studiums (dipl. Uni) ein austauschsemester an einer renommierten chinesischen MBA school gemacht. rein intellektuell wuerde ich einen MBA nicht ueberbewerten, zumindest, wenn man ganz grob mit dem bereich wiwi vertraut ist. das daraus gewonnen netzwerk hingegen ist schon sehr viel interessanter.
    einer Promotion hingegen haftet m.e. natuerlich etwas wissenschaftliches aber auch immer noch etwas exklusive(re)s an. das soll heissen: selbst in den usa werden personen selten als mr. smith, MBA vorgestellt aber schon als dr. smith. ich moechte hier jetzt keine statusfixierung herbeigeredet bekommen aber ich denke, dass ein MBA letztendlich nach wie vor 'nur' ein Master ist, der irgendwo aequivalent zum diplom ist, wohingegen eine Promotion oder ein phd ein zeichen ist, sich anders, intensiver mit einem thema auseinandergeesetzt zu haben.

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  9. Anonym 04.02.05 22:15

    Wer - egal ob Wiwi, Naturwissenschaftler, Jurist oder Geisteswissenschaftler - eine Karriere in einem deutschen Konzern oder einer Untternehmensberatung in Deutschland machen will sollte promovieren.

    Wer dagegen im Ausland Karriere machen will, sollte einen MBA erwägen.

    Cheers,
    PRS

    Wer dagegen seine beruflich

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