Weiterbildung (BWL) für ITler

DerSqueaker 30.08.10 16:52

Hallo zusammen!

Ich habe vor kurzem mein Uni-Diplom als Informatiker erhalten und beginne Anfang Oktober eine Tätigkeit als IT-Berater mit Schwerpunkt Informationsintegration und Reporting bei IBM. Schon lange habe ich überlegt, endlich ein gutes Basiswissen in BWL aufzubauen, das ich natürlich auch als IT-Berater - speziell im Bereich Reporting - gut gebrauchen kann.

Es liegt also nahe, ein Fernstudium zu beginnen. Wichtig sind für mich ein "anerkannter Abschluss", ein breit gefächertes und fundiertes Wissen, keine endlose Studiendauer (maximal 1,5 Jahre) und keine exorbitanten Kosten. International muss diese Fortbildung (noch) nicht sein. Bitte korrigiert mich, falls ich irgendwo utopische Pläne verfolge, da mir hier natürlich noch die Erfahrung fehlt.

Ein Freund von mir hat mir übrigens das Angebot der FernUni Hagen empfohlen (www.Fernuni-Hagen.de/IWW), das er selbst absolviert hat. Der Abschluss lautet "Betriebswirt (IWW)". Ich habe mich auch bei der IHK informiert, doch dort bietet man laut der Dame der IHK Karlsruhe keine Prüfungen für Nicht-BWLer an.

Wer kennt interessante und natürlich auch anspruchsvolle Fortbildungsangebote für fachfremde Personen wie mich? Was ist zu empfehlen? Worauf muss man achten? Und welcher Abschluss ist erstrebenswert?

Vielen Dank schonmal :-)

  1. DerSqueaker 01.09.10 16:27

    Hallo zusammen!

    Gibt es denn niemanden unter den WiWis hier, der ein wenig Unterstützung in Sachen BWL-Weiterbildung bzw. -Fernstudium geben kann? Als Nicht-BWLer hat man es recht schwer, die vielen Angebote und Möglichkeiten zu vergleichen. Über Erfahrungen und Meinungen eurerseits bin ich also wirklich dankbar.

    Ich habe noch ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass man auch den Bachlor in BWL als Fernstudium neben dem Beruf machen kann. Dazu passend findet man einige Angebote im Internet. Z.B. an der Europäischen Fernhochschule in Hamburg [1], der Hamburger Fern-Hochschule [2] oder die PFH Göttingen [3]. Die Studiengänge sind als berufsbegleitend ausgelegt.

    Meine Fragen drehen sich weiterhin um die Auswahl eines sinnvollen Programms mit anerkanntem Abschluss bei einer "guten" Institution. Auch im Hinblick auf die Frage, ob ein Bachlor Sinn macht, wenn man in einigen Jahren evtl. den MBA machen möchte.

    Vielen Dank schonmal für eure Beurteilung.

    [1] http://www.Euro-FH.de/per_bwl-fernstudium_zum_betriebswirt_bachelor_diplom_amp_master.php?o=00001_00011_T029GOG_BWL-fernstudium&googletype=suche
    [2] http://www.hamburger-fh.de/studienangebot/BWL/
    [3] http://www.pfh.de/fernstudium/fernstudium-BWL/BWL-bachelor-of-arts.html

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  2. The... 02.09.10 13:28

    hi squeaker,

    ich würde an deiner stelle keinen bachelor machen, m. E nach ist das zeitverschwendung. ich habe auch ein informatik diplom, allerdings "nur" FH. Zur Zeit befinde ich mich in der abschlussphase meines MBA studiums an der Euro-FH. ich kann den studiengang empfehlen, inhaltlich kommt sehr viel rüber, wenn man sich ein wenig reinkniet. wer den MBA jedoch primär aus prestigegründen macht sollte sich an den rankinglisten orientieren. inhaltlich sind die MBA programme gar nicht so unterschiedlich. zudem bekommt man an einer ausländischen kaderschmiede gleich noch "kostenlos" auslands- und spracherfahrung. das zahlt man dann zwar mit bis zu 60 T$ pro jahr - dafür kommt man auch wesentlich leichter an die "elitestellen" internationaler Unternehmen rein.

    So long

    The Dragon

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  3. DerSqueaker 02.09.10 17:29

    Hi Dragon!

    Vielen Dank für deine Einschätzung! Der MBA ist sicherlich eine sehr interessante Sache. Die Euro-FH habe ich mir diesbezüglich auch schon angesehen. Das Problem ist nur, dass man dafür einige (i.d.R. zwei oder mehr) Jahre Berufserfahrung benötigt, ich aber gerne schon jetzt beginnen möchte. Zumal ich das Wissen sehr gut für meine Tätigkeit als IT-Consultant brauchen kann. Finanziell wäre ein MBA-Studium zum Berufsstart (zumindest für mich) auch nicht zu stämmen. Ansonsten hast du mit deiner Einschätzung womöglich recht.

    Darf ich Fragen, wie lange du schon berufstätig bist? Und besteht (bspw. an der Euro-FH) die Möglichkeit, (Einführungs-)Kurse/Module aus BWL-Studiengängen anrechnen zu lassen?

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  4. DerSqueaker 03.09.10 01:55

    Kurz zum aktuellen Kenntnisstand (allgemeine Möglichkeiten):

    (1) Berufsbegleitendes Bachelor (BWL) an der FernUni Hagen mit der Möglichkeit, anschließend oder in einigen Jahren eine Spezialisierung über einen Master (BWL) vorzunehmen

    (2) MBA nach einigen Jahren Berufserfahrung

    (3) Master (BWL) als postgraduate

    Möglichkeit (3) ist neu für mich und könnte eventuell interessant sein. Allerdings ist mir klar, dass es sich hierbei um eine im Vergleich zum Bachelor abgespeckte Ausbildung handelt (ein Master für Nicht-WiWis in 4 Semestern). Wie genau lassen sich also (1) und (3) miteinander vergleichen?

    Weiterhin stellt sich mir die Frage, welches Ansehen die drei Möglichkeiten in Unternehmen genießen. Ein ausführlicher Bachelor bietet inhaltlich sehr viel, ist aber dennoch "nur" ein Bachelor. MBA und postgraduate Master sind dagegen zwar Master-Titel, werden durch die kurze Studienzeit aber inhaltlich nahezu vom Bachelor (bei entsprechender Spezialisierung) geschluckt. Was sagen Unternehmen zu der Konstellation? Wo liegt der Hund begraben?

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  5. The... 03.09.10 06:00

    hallo squeaker,

    ich kann und möchte dir eigentlich nur erfahrungen weitergeben die ich selbst gemacht habe. ich habe mittlerweile 5 Jahre berufserfahrung. mit dem Studium angefangen habe ich mit ca. 2,5 jahren berufserfahrung. für nicht BWL-er beträgt die regelstudienzeit 24, aktuell wohl sogar 30 monate. bei mir kamen projekt- und aktuell verletzungsbedingt noch ein paar monate hinzu. ob deine kurse anrechnungsrelevant sind kannst du selbst durch einen anruf bei der kostenlosen hotline klären. ich meine aber, dass du mindestens einen winf abschluss brauchst um das MBA programm zu kürzen. ich habe bspw. auch nochmal wirtschaftsrecht belegen müssen. ich denke aber auch, das gerade eher technisch orientierte Absolventen sich um einiges bringen würden, wenn sie die "grundkurse" überspringen würden. Zur Finanzierung: wenn du gut im job bist, wird dir dein Arbeitgeber in 1-2 jahren sicherlich was beisteuern. bei mir hat das leider nicht geklappt, das lag aber auch daran, dass ich keine lust hatte mich an meinen einstiegsarbeitgeber zu binden und stattdessen mittlerweile den zweiten strategisch sinnvollen ag-wechsel hinter mir habe. die ca. 500 € mtl. sind natürlich kein pappenstiel, aber bei adäquater lebensführung (gesundes verhältnis von nettoeinkommen zur miete, niedrige fixkosten wie bspw. ein altes auto etc.)) aber finanzierbar. zumal du den kram auch noch steuerlich ansetzen kannst.
    falls du eine Ausbildung gemacht hast oder längere zeit im ausland warst, wird dir die Euro-FH sicherlich auch ein paar wochen entgegen kommen können. für absolute Berufsanfänger ist das programm aber ungeeignet. das liegt nicht nicht an extrem schweren inhalten (die gibt es m.E. nach in keinem MBA programm, wenn du ein mathematisch/naturwissenschaftliches Studium hinter dir hast wirst du andere härten kennen gelernt haben), sondern an deiner fehlenden Erfahrung die theorie auf praxisrelevante situationen anzuwenden. Mein Tipp an Dich ist, sich erst mal sporen im job zu verdienen inkl. hochwertiger weiterqualifizierungen - dafür wirst du schließlich bezahlt und dies ist die grundlage für die steigerung deines nettoeinkommens der nächsten jahre. kein ag wird dir auch nur einen cent mehr zahlen, wenn du nebenbei auf bachelor BWL studierst. das ist übrigens beim MBA genauso - die früchte werden erst nach erbrachter leistung geerntet :).
    Bedenke zudem, das ein MBA einen ganz anderen Fokus hat als ein reines BWL Studium. Falls du wirtschaftliches know-how brauchst würde ich mich zuerst mal beim ag umschauen, ob der ggf. eine passende weiterbildung in petto hat. Falls nicht, würde ich - und dies ist kein scherz - mich bei der vhs oder sgd umsehen. Das bisschen jobrelevante BWL Basiswissen kann man sich auch in der freizeit anlesen.
    Um dir vielleicht noch ein paar denkandstöße mizugeben: Was würde ich mit meiner bisherigen Erfahrung in deiner situation tun?
    1. das a und o ist im job fuß zu fassen, als informatiker gleich zum Berufseinstieg auf BWL umzuschalten halte ich persönlich nicht für zielführend
    2. jobrelevante weiterqualifizierungen, dass muss nicht gleich ein weiteres Studium sein
    3. ausbau deiner kommunikativen fähigkeiten, warum nicht bspw. dein Business englisch verbessern oder gar etwas neues wie spanisch, französisch oder gar chinesisch lernen?
    4. wenn das immer noch nicht die freizeit auslastet würde ich einen bachelor in psychologie off the job anstreben.
    Bedenke auch, dass gerade im IT-Bereich die stressoren hoch sind und du ggf. wochen auf projekt sein wirst.
    5. Den MBA würde ich dennoch wieder machen wollen, für mich war dies die richtige entscheidung.

    Zu guter letzt ein nicht zu unterschätzender hinweis, falls du bereits fest liiert bist beziehe in deine lebensplanung auch deine bessere hälfte mit ein. bei mir hat dies insofern gut geklappt, als das ich meine partnerin davon überzeugen konnte auch einen MBA drauf zu satteln, allerdings kein general management und auch nich an der Euro-FH. sie ist mittlerweile bereits fertig mit ihrem aufbaustudium.

    viel erfolg für deine entscheidungsfindung.

    The Dragon

    p.s.: da du Uni-Absolvent bist käme für mich an deiner stelle auch eine externe Promotion neben dem job in Frage. die stress und versagensquote derartiger unterfangen ist aber ebenso nicht zu unterschätzen.

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  6. DerSqueaker 09.09.10 15:24

    Hi Dragon!

    Vielen Dank für deine sehr ausführliche Nachricht. Ich war ein paar Tage unterwegs und konnte leider nicht früher antworten.

    Mit deinen Prioritäten hast du sicher recht. Jobrelevante (IT-technische)Weiterqualifizierungen sind in meinem Job als IT-Consultant bei IBM glücklicherweise automatisch fest vorgesehen, da natürlich jeder Kunde andere Technologien und Voraussetzungen mitbringt. Alleine deshalb würde ich diesen Job jedem anderen vorziehen und ihn auch jedem Berufseinsteiger empfehlen. BWL - in welcher Ausprägung auch immer - spielt bei der langfristigen Planung eine große Rolle. Dass mir der Bachelor (der Abschluss) nicht unbedingt nur Vorteile bringt, damit könntest du sicher recht haben. Ein MBA oder ein anderer postgraduate Master ist da sicher sinnvoller, wenn natürlich auch teurer. Und bis dahin könnte ein wenig Business English tatsächlich eine sehr interessante Alternative sein.

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