Bain vs. Mercer

FC707 30.04.07 21:15

Obwohl schon häufig diskutiert möchte ich mal Eure Meinung über Mercer und Bain einholen. Wäre toll wenn Ihr dazu etwas sagen könntet:

Ich habe von beiden Firmen Angebote erhalten und bin mir leider total unschlüssig (habe mal die für mich wichtigen Kriterien unten aufgeführt).

Die Leute sind bei beiden ziemlich cool. Branchentechnisch spricht es wohl in meinem Fall für Bain (Financial Services Automotive). Finanziell ist das Angebot bei Mercer deutlich (!) besser (Fix, Variabel, Signing B., Zusatzincentives). Internationalität ist bei beiden glaube ich ähnlich (Office Transfer, halbwegs internationale Cases). Promotion/MBA wird bei beiden ähnlich individuell gefördert (wenn Leistung = Förderung).

Fazit: Incentives vs. Content = ???

Daher meine Fragen:
Wie seht Ihr das? Was ist Eure Einschätzung? Welche weiteren Faktoren sollte ich in die Entscheidung miteinbeziehen? Hat jemand schon einmal bei einem Angebot nachverhandelt? Oder heißt es grds. "Take it or leave it"?

Vielen Dank schon einmal für Euren Input!

Daniel

  1. han... 30.04.07 23:33

    Interessant, sowas hoere ich zum ersten Mal. Haette eigentlich gedacht, dass das Angebot bei Bain finanziell viel besser ist. Du hast ein Diplom oder ?

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  2. FC707 01.05.07 09:41

    @ Hans
    ja ich habe ein Diplom als Abschluss...

    @ Wisser
    Schon einmal daran gedacht? http://www.wagner-jauregg.at/47048.php

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  3. han... 01.05.07 10:45

    Ok, dann nenn doch mal Zahlen. Ich haette sonst automatisch zu Bain tendiert.

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  4. FC707 01.05.07 11:14

    Also ganz ins detail werde ich sicher nicht gehen (tut ja auch nicht zur Sache). Aber der finanzielle Unterschied im ersten Jahr (jeweils bei durchschn. Bonus; ohne Zusatzleistungen (Versicherungen etc.) und Urlaubsunterschiede (30vs.24) ) beträgt ca. 10k.

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  5. chrroesch 01.05.07 12:01

    Dann überlege Dir mal, wieso die mehr zahlen müssen und ob diese Differenz über den ganzen Lifecycle besteht.

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  6. FC707 01.05.07 12:17

    Ich kann sicherlich nicht beurteilen in wie weit sich das ganze bei höheren Hierarchiestufen weiterentwickelt; da hast Du vollkommen recht.
    Dennoch ist es in meinen Augen seltsam, dass im direkten Vergleich fast jeder Punkt des Angebots (Fix, Variabel, Boni, Zusatzleistungen, Auto, Urlaub...) bei Mercer höher ausfällt. Ich hätte auch nie gedacht, dass es mir mal auf so etwas ankommt; aber außer in den Inhalten (Finance) und vielleicht der globalen Reputation ist Mercer in meinen Augen wirklich eindeutig stärker.

    Hat denn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie sieht es mit potentiellen Nachverhandlungen aus? Kann man da noch etwas machen?

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  7. wis... 01.05.07 16:02

    mal abgesehen davon, dass kein vernunftbegabter mensch mehrperiodenengagements anhand von erstperiodenzahlungen entscheidet* und der ironie, dass ein zukünftig ceos in strategischen entscheidungsfragen beraten wollender, nicht mal die simple jobentscheidung gebacken bekommt, ist die hier zu schau gestellte sensitivität der präferenzordnung bezüglich einkommen verblüffend. wegen läppischer 10k unterschied im ersten jahr kommt man hier angeweint und zieht das kippen der inhaltliche präferenzierung in betracht. für die präferenzen dargestellt durch eine präferenzfunktion p(inhalt, einkommen) gilt demnach: dp/dinhalt

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  8. Anonym 02.05.07 20:06

    also ich hatte genau die umgekehrte Situation im Bekanntenkreis und derjenige ist jetzt zu Bain gegangen.

    Dabei hatte Mercer noch nachgelegt, um das Angebot finanziell zu matchen (wollten ihn - da mit Promotion - auf einer höheren Stufe einstellen).

    Was für Mercer/gegen Bain spricht: Mercer bietet bestimmt gute Chancen für individuelle Förderung und Verantwortung. Mercer ist insbesondere regional stark. Bain ist global zwar eine ganz andere Nummer aber in Deutschland halt noch nicht so stark unterwegs. Mercer ist übrigens bekannt für seine guten Car-Deals :-)

    Was gegen Mercer/für Bain spricht: Mercer ist nicht wirklich unabhängig- so eine Kritik die man oft hört. Allerdings habe ich noch nie von Einflussnahme gehört (anders als bei ATK früher). Der Brand ist m.E. schlechter als der von Bain. Bain bietet
    zudem eher die Möglichkeit, die Branche z.B. zur Investoren-Seite zu wechseln.

    Hast Du schon mal bei Bain nachgefragt, ob die das Angebot erhöhen?

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  9. wis... 30.04.07 23:41

    daniel, du alter langweiler, deine Frage sei hiermit abgewürgt - es läuft ja schlussendlich doch nur auf das erraten deiner präferenzstruktur hinaus - und der verbleibende forumsplatz für die folgende für die allgemeinheit viel wichtigere Frage genutzt:

    sabres vs. rangers. wieviele spiele brauchen die noch? wie kann es sein, dass miller & vanek so mies spielen? wieso siegt nicht die gerechtigkeit nach so einem stangenschuss, sondern diese schlümpfe in roten hosen?

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  10. Uwe... 02.05.07 10:25

    @ wisser: Vor allem: was ist los mit afinogenov?

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  11. fatman 01.05.07 16:34

    Vom Brand her schenken sich die beiden Unternehmen kaum was. Gerade in Deutschland sehr ausgeglichen, ansonsten gibts je nach Region Unterschiede -- Bain z.B. stark in Süd-Ost-Asien, Mercer in Middle East, usw.

    Gehaltsunterschiede ergeben sich gerade, weil Mercer stärker auf Expansion ist. Das würd ich als temporären Effekt sehen auch mit Hinblick auf die langfristige Gehaltsentwicklung.

    Wenn vom personal fit auch keine Unterschiede bestehen würde ich auch auf Branchenfokus setzten. Und den hast du ja schon selbst beschrieben....

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  12. Kristata 02.05.07 12:37

    Für mich ist die Vergleichbarkeit nicht gegeben - Bain und Mercer sind nicht in einer Liga!

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  13. han... 02.05.07 13:33

    Interessant. Ich denke mal, du denkst, dass Bain Top ist und Mercer 2. Liga, oder liege ich da falsch?

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  14. fatman 02.05.07 13:43

    Naja, nicht vergleichbar bezogen auf was? Employer Brand? Ob ne Beratung auf Platz 3 oder Platz 5 liegt, ist nun wirklich Jacke wie Hose. Auch in der Beratung bestimmen letztlich die Kunden darüber, in welcher Liga ein Unternehmen spielt. Und da gilt ganz klar gleiche Liga -- Beratung auf gleicher Hierarchieebene/ GroßUnternehmen/ gleiche Beratersätze.

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  15. Kristata 02.05.07 17:09

    Und genau bei den Beratersätzen gibts einen fast 1000€ Unterschied/Tag

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  16. fatman 02.05.07 19:38

    Naja, die Diskussion führt zwar ein gutes Stück weit weg von der Ursprungsfrage, aber wieso nicht - for the sake of it :-)

    Ich kenn den Satz von Bain in Deutschland nicht, weiß aber, dass sie in Süd-Ost-Asien immer noch deutlich unter McK sind (20 - 30%, je nach Branche/ Kunde). In Telko/ Automotive (niedrigste Sätze/ Fokus von Mercer) wird in Deutschland gerade bei 2k - 2,5k max. angeboten. Wenn Bain den Satz voll ausschöpft - was sie im Schnitt nie schaffen, würde Mercer für 1k - 1,5k arbeiten. Halte ich nicht für realistisch.

    Falls der Unterschied also dennoch korrekt sein sollte kann dieser nur von unterschiedlichen Branchenfokus und den entsprechenden Branchen mark-ups kommen (kannst dir zum Vergleich z.B. die Unterschiede zu Utility oder Banking anschauen). Die würde ich allerdings gerade für die ursprüngliche Betrachtung rausrechnen.

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  17. Anonym 04.05.07 13:14

    Als jemand, der mit Diplom in einer Beratung einsteigt, muss man beim Gehaltsvergleich die ersten drei Jahre betrachten, da es bei den meisten einen bezahlten leave ohne Arbeit im dritten Jahr gibt:
    Bain zahlt meines Wissens im dritten Jahr ohne Arbeit ein Jahr weiter Gehalt - hier unbedingt im detail nachfragen um welches Gehalt es sich handelt (normalerweise erfolgt eine leichte Rückstufung, da am Ende des zweiten Jahres schon deutliche Gehaltssteigerungen erfolgten). Im Vergleich zu z.B. zu McK muss man bei Bain allerdings danach mindestens ein Jahr wieder für Bain arbeiten, sonst muss man das Geld zurückzahlen. BCG z.B. verfolgt hingegen anders als McK und Bain ein Ansparmodell, d.h. in den ersten Jahren wird etwas vom Gehalt zurückgelegt und BCG packt im dritten Jahr noch etwas oben drauf. Ein BCG - Einstiegsgehalt ist somit nicht direkt vergleichbar. Ich habe mich immer erkundigt wieviel Gehalt ein Durchschnittsperformer im ersten zweiten und dritten (leave) Jahr erhält und das dritte Jahr auf die ersten beiden Jahre abgezinst um das Gehalt vergleichbar zu machen. Allerdings: Fliegst du nach 2 Jahren raus, hast du 0 Anspruch auf die cash flows des dritten Jahres.
    Car Deal: Die mir bekannte Praxis der Beratungen ist die folgende: Orientierung am Steuergesetz, jedoch Nettozahlung an das Unternehmen: sprich: Falls Mercer dir 35 000 Euro Budget gibt: 350 Euro monatlich weniger Gehalt für das Auto. Dafür wird dir dann alles für das Auto bezahlt (incl. Sprit für Privatfahrten, Freundin darf falls Haushaltsmitglied Auto mitbenutzen)
    Tolles Angebot, jedoch ganz schön viel Geld, wenn man bedenkt, dass man das Auto nur am WE nutzt. Falls man dann noch in einer Großstadt mit U-Bahn- Netz wie Berlin wohnt, kann man sich ernsthaft überlegen auf ein Auto komplett zu verzichten. Wollte nur sagen: Man darf nicht denken, dass man kostenlos von Beratungen ein Auto zur Verfügung gestellt bekommt!

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  18. FC707 04.05.07 15:46

    @ Bonne
    Danke für die ausführliche Antwort. Im Endeffekt steht bei beiden nichts Konkretes über das Gehalt im dritten Jahr. Ich glaube einfach, dass das daher individuell von der gezeigten Leistung abhängt.

    Und der Car Deal bei Mercer sieht ein klein wenig anders aus. Das Auto wird nicht vom Gehalt abgezogen, wenn man die vorgegebene Leasingrate (abhängig von der Hierarchiestufe) nicht überschreitet.

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  19. Anonym 04.05.07 16:14

    Es ist Standard, dass die Verträge mehr einem Überzeugungsbrief ähneln als detaillierte Angaben zu geben...
    Von der gezeigten Leistung hängt erst mal ab, ob du das dritte Jahr überhaupt bezahlt bekommst... Jede Beratung kann dir aber genau sagen, wie das Gehalt für das dritte Jahr berechnet wird, wenn sie nur will. Natürlich will man vermeiden zu viele Detailinfos zu geben. Solange du aber nicht unterschrieben hast, wird man dir die Infos wohl geben wenn du sie haben willst! Im dritten Jahr kriegt man logischerweise nirgendwo einen Bonus, da man ja nicht arbeitet. So wie ich das kenne, verdient anders als im ersten und zweiten Jahr im dritten Jahr jeder gleich.
    Selbst wenn Mercer dir das Auto kostenlos gibt, musst du dafür steuern zahlen. Also z.B. bei 35000 Euro schon mal 0,42 (Grenzsteuersatz) * 350, was immerhin nur knapp die Hälfte ist. Allerdings kann man dir dann auch nicht einfach den Sprit für alle Privatfahrten erstatten (ohne, dass du ihn als geldwerten Vorteil ebenfalls mit 42% versteuern musst).
    Zu allgemein gehaltenen Formulierungen im Arbeitsvertrag zum Thema Zusatzleistungen wie Car Deal, Umzugskosten , etc. gibt es meistens spezielle Guidelines, die ich vor Vertragsunterzeichnung ebenfalls anfordern würde.

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  20. Anonym 04.05.07 16:23

    @ Bonne
    Danke für die ausführliche Antwort. Im Endeffekt steht bei beiden nichts Konkretes über das Gehalt im dritten Jahr. Ich glaube einfach, dass das daher individuell von der gezeigten Leistung abhängt.

    Und der Car Deal bei Mercer sieht ein klein wenig anders aus. Das Auto wird nicht vom Gehalt abgezogen, wenn man die vorgegebene Leasingrate (abhängig von der Hierarchiestufe) nicht überschreitet.

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  21. Anonym 04.05.07 16:40

    @ Bonne
    Danke für die ausführliche Antwort. Im Endeffekt steht bei beiden nichts Konkretes über das Gehalt im dritten Jahr. Ich glaube einfach, dass das daher individuell von der gezeigten Leistung abhängt.

    Und der Car Deal bei Mercer sieht ein klein wenig anders aus. Das Auto wird nicht vom Gehalt abgezogen, wenn man die vorgegebene Leasingrate (abhängig von der Hierarchiestufe) nicht überschreitet.

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