Beratung oder Industrie

Anonym 14.10.06 21:00

Hallo squeaker!!
Wie ich das so aus dem Forum rauslesen konnte, versuchen die ganzen WIWIs bei den TOP Beratungsfirmen zu landen. Nach nur ein paar Jahren versuchen sie dann in die Industrie zu wechseln.

Ich verstehe nicht ganz welche Strategie dahinter steckt???

Werden die Beratungsfirmen nur als kurzfristiger Karrieresprung benutzt, weil man direkt in der Industrie nur langsam aufsteigen kann, oder warum bleibt man nicht langfristiger bei den Beratungsfirmen?

  1. bal... 14.10.06 21:19

    Hallo,
    Das hast Du ganz gut erfasst, denke ich.
    Bei den Beratungen lernt man viel: inhaltlich, social skills, und man lernt viele Leute kennen.
    Man sagt, ein Jahr in der Beratung zaehlt wie zwei bis drei Jahre Berufserfahrung anderswo.
    Wenn man dann irgendwann nicht mehr dazu bereit ist, fast sein ganzes Privatleben fuer einen spannenden Beruf zu opfern, sieht man zu, woanders eine interessante Taetigkeit zu finden.
    Und angeblich soll das dann auch kein Problem sein. Also zumindest kriegt man hinterher wohl im Allgemeinen gut bezahlte Posten anderswo. Dass die Aufgaben da dann immer noch interessant sind, ist eine Hoffnung meinerseits.

    Wenn man in die Beratung geht, macht man einen Deal: Extrem hoher Einsatz bei guter Bezahlung und guten (aktuellen und spaeteren) Karriereperspektiven.

    So sehe ich das, der (als Exot) in ein paar Wochen bei einer grossen Beratung anfaengt.

    Gruesse, A

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  2. bal... 14.10.06 21:21

    Oh, einen Punkt habe ich vergessen:
    Auch wenn man moechte, koennen nur die wenigsten langfristig in der Beratung bleiben:
    Um den neuen jungen Leuten Aufstiegsperspektiven zu geben, muessen immer auch einige Leute gehen.
    (Esseidenn, die Pyramide wird staendig breiter. Aber langfristiges Wachstum von um die 10% schafft halt keine grosse Beratungsfirma mehr).

    Jedenfalls nennt man das "up or out": Entweder Du gehoerst zu den Besten Deiner aktuellen Karrierestufe und wirst befoerdert, oder Du wirst gebeten, das Unternehmen zu verlassen.

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  3. Arkadi 15.10.06 01:17

    wilde13 meinst du, dass bei den TOP Industrie Firmen wie z.B. BMW, Porsche oder Siemens die Aufstiegchancen schlechter sind, wenn man da als auch als TOP-Absolvent einsteigt. Und der Aspekt, dass ein Jahr in der Beratung wie zwei in der Industrie zählen doch nicht hoffentlich auf die fast doppelte Wochenarbeitszeit zurückzuführen ist? Meines Wissens nach arbeiten viele Berater über Jahre an einem und dem selbem Projekt für dieselbe Firma. Also ist dass auch nicht viel abwechslungsreicher oder sagen wir mal interresanter ist als wenn man für diejenige Firma gleich festangestelltt wäre.

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  4. bal... 15.10.06 11:04

    Hallo Arkadi,
    Da sprichst Du zwei interessante Punkte an!

    - Ich glaube nicht, dass ich doppelt so viel arbeiten werde, wie jemand in einer normalen Firma, der dort Karriere machen will.

    - Bei meiner Firma wird (angeblich) darauf geachtet, dass die neuen Leute nicht laenger als ein halbes Jahr auf dem gleichen Projekt sind.

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  5. Exilim 15.10.06 11:36

    Zitat: Man sagt, ein Jahr in der Beratung zaehlt wie zwei bis drei Jahre Berufserfahrung anderswo.


    Im Endeffekt arbeitest du auch in dieser Zeit 2-3mal soviel wie in einem normalen Industriebetrieb, daher ist diese Aussage auch nicht verwunderlich... :)

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  6. jon... 15.10.06 13:26

    Tut mir leid, Wilde, aber du bist wohl noch nie in einer UB gewesen, oder? Hättest du vorher mal ein Praktikum gemacht, dann hättest du die Realität kennen gelernt... Wenn der Kunde das Projekt verlängern will, dann wird dein Partner einen Teufel tun... Dann bleibst du hat 1,5 Jahre dort... Du hast ja schließlich schon Erfahrung auf dem Projekt... ;-)
    Außerdem arbeitest du doppelt so lange wie andere... bekommst bei Kunden die schäbigsten Büros...
    Der einzige Vorteil sind die netten Hotelzimmer und das 1. Klasse reisen...
    Ansonsten, viel Spaß bei deinem Job! ;-)
    Nächstes mal würde ich mich vorher erkundigen wo ich mich bewerbe...

    P.S. Jeder Berater will nach einigen Jahren wechseln in die Industrie... Ist nur die Frage ob er es schafft...
    Die goldenen Zeiten sind (leider) vorbei.

    mfg
    jon

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  7. bal... 15.10.06 16:31

    Fein, dann sind wir also alle gespannt, wie es mir gefallen wird.

    Hat noch jemand Anmerkungen zum urspruenglichen Thema:
    Warum wollen viele lieber in die Strategieberatung, als normal in der Industrie anzufangen?

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  8. fatman 15.10.06 16:42

    Hi,

    ich denke auch, dass die Zeiten vorbei, in denen man nach einigen Jahren problemlos von der Beratung in die Industrie wechseln kann. Davon abgsehen, landen viele ehemalige Berater auf Stabsstellen, strategischen Abteilungen, etc. und nicht unbedingt auf aussichtsreichen Positionen in den Kerngeschäftsbereiche.

    Ein andere Entwicklung ist sicherlich, dass gerade große Konzerne inzwischen Traineeprogramme etabliert haben die von der Lernkurve/ Intensität durchaus mit dem Beratungsumfeld mithalten können. Das Gehalt ist dort schlechter, spätere Karrierechancen, wenn ich es richtige einschätze, durchaus besser.

    Was die Einsatzzeiten auf Projekten betrifft kann ich nur sagen, dass es wirklich auf den Einzelfall ankommt. 1,5 Jahre auf einem Projekte würde ich allerdings eher als Ausnahme sehen.

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  9. Nirvi 16.10.06 11:43

    ich denke alle die pro Trainee programme sind
    vergessen einen großen vorteil der Beratung:

    man legt sich nicht auf einen industriezweig fest
    sondern hat die möglichkeit ein bild von
    verschiedenen firmen und industrien zu machen

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  10. bilbo5 16.10.06 12:03

    Da ist zwar was dran, aber wenn man so mit 3 Jahren tenure rechnet, macht das nach obigen Angaben 2 verschiedene Projekte. Nicht gerade viel Einblicke in ach so viele Branchen...

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  11. Nirvi 16.10.06 12:30

    Nunja, Projekte der Länger 1,5 Jahren sind eher
    ungewöhnlich. und wenn man einmal auf so
    einen war dann wird i.d.R. schon darauf
    geschaut, dass man eher auf (absehbar) kurze
    projekte kommt...
    denn solche projekte ziehen die motivation der
    mitarbeiter auch gewaltig nach unten

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  12. xyz404 20.11.08 18:58

    Strategie kann sein so viel Wissen wie möglich anzusammeln, welches nicht in einem U in der Industrie gewonnen werden kann! Des Weiteren Kontakte zu knüpfen!

    Kurzfristig: Entweder du verzichtest auf Familie und Freunde und powerst so richtig durch oder du bist der Durchschnitt in der Beratung, arbeitest trotzdem lange - sehr lange Stunden - die meisten können es jedoch nicht, weil es an die Substanz geht!

    Beratung im Vergleich zur Industrie ist auf Dauer ein riesiger Verlust an Lebensqualität (sollten einem Freunde & Familie wichtig sein)!

    Deswegen: es gibt nur wenige Gründe langfristiger zu bleiben
    -man ist so intelligent, dass es zu langweillig in der Industrie ist
    -oder man ist und bleibt karrieregeil!

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