Schnell studieren oder ehrenamtliche Arbeit??

huc... 10.10.02 19:19

Worauf wird bei einem Auswahlverfahren stärker geachtet: Studiendauer oder ehrenamtliche Tätigkeiten neben dem Studium?
Ich habe die Möglichkeit, bei OFW mitzuarbeiten (Organisation des weltweit größten von Studenten ausgerichteten Wirtschaftskongresses), bin mir aber nicht sicher, ob ich dafür ein Semester mit meinem Studium (BWL) aussetzen soll. Beides zusammen läßt sich zeitlich leider nicht verwirklichen. Durch diese Tätigkeit würde sich mein Grundstudium von 4 auf 5 Semester verlängern und ich habe die Befürchtung, dass dieser Umstand schwerer wiegt als das außeruniversitäre Engagement.

  1. dos... 10.10.02 20:01

    Ich denke mal das ein zügiges Studium mehr Beachtung findet als ein Jahr auszusetzen und damit seine soziale Verantwortung zuzeigen.
    Anders würde ich es beurteilen, wenn du neben dem Studium bei der OFW mitarbeiten würdest. Dann könnte man sagen du versuchst deiner sozialen Verantwortung gerecht zuwerden und bewältigst dein Studium in angemessenem Zeitrahmen.

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  2. Anonym 10.10.02 20:58

    Ich glaube ehrenamtliche mitarbeit ist fuer die meisten Unternehmen nicht primaer als 'gute tat' interessant, sondern du musst zeigen, dass du dabei was gelernt hast was fuer das Unternehmen Mehrwert schaffen wird. Projekt-, Konflikt-, Zeitmanagement sind gut, Führungserfahrung auch.

    Also wuerde ich mir genau überlegen nach welchen staerken deine wunschunternehmen suchen und ob dieses projekt und deine position darin diese wirklich demonstrieren wuerden.

    Bei einem ganzen semester wuerde ich sagen du muesstest dich schon projektleiter oder so nennen koennen (und es wirklich erfolgreich machen)damit das kosten-nutzen-verhaeltnis passt.

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  3. Hen... 11.10.02 11:18

    Dem ersten Teil von Lenas Antwort kann ich uneingeschränkt zustimmen. Bei dem Zweiten Teil würde ich differenzieren - wenn das auf eine zu enge Zieleinschränkung hinausläuft dann, sind die Kriterien zu hart, weil wenig bis kein Praktika / Aktivitäten dieses Idealbild erfüllen.

    Und einfacher Indianer sein kann nicht schaden, dann weiss er spaeter als Vorgesetzter wenigstens, wie es ist, wenn er kurz vor Feierabend ankommt "Ach Herr XYZ, können sie mir noch mal eben diesen Bericht durcharbeiten und zuammenfassen" oder unklare Auftäge gibt, oder, oder

    ;-)

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  4. Anonym 12.10.02 03:33

    'wenn das auf eine zu enge Zieleinschränkung hinausläuft dann, sind die Kriterien zu hart, weil wenig bis kein Praktika / Aktivitäten dieses Idealbild erfüllen'

    Ja das wuerde ich doch schon so sehen. Es gibt nur eine sehr kleine Anzahl von Praktika fuer die ich freiwillig ein halbes Jahr opfern wuerde.

    das heisst nicht dass ich nicht bei anderen interessanten sachen nebenbei mitarbeiten wuerde, aber ein semester ist schon eine betraechtlcihe investition in ein projekt.

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  5. Anj... 10.10.02 21:30

    Was genau wäre denn Dein Job beim OFW?

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  6. Bigjessi 11.10.02 09:18

    Kienbaum hat eine Studie erstellt - "High Potentials 2002". Dabei ging's unter anderem auch um die Bewertung von außeruniversitärem Engagement.

    Ergebnis: Unternehmen honorieren "praktische Erfahrungen und akademische Leistungen. Faktoren wie das Ansehen der Hochschule, Alter oder außeruniversitäres Engagement spielen eine eher untergeordnete Rolle , sagt Lutz Thimm." Wie aussagefähig eine solche Studie ist, ist natürlich wieder eine andere Frage. Mehr Infos unter:

    http://www.Kienbaum.de/cms/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung_detail.cfm?&ObjectID=000CED36-53F4-1D98-937D80EDC2A20000
    (sorry für den langen Link!)


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  7. Hen... 11.10.02 10:38

    Ich glaube auch das ein Semester mehr nicht wirklich schwer wiegt, aber besser waere es vielleicht erst das VD abzuschliessen und dann beim OFW anzufangen - allerdings ist dann in diesem Fall der Kongress vorbei. Hmmm.
    Wenn man die durchschnittliche Studiendauer Kölner WiWiStudenten beruecksichtigt und zukuenfitig darunter bleibst sollte es auch nicht viel ausmachen.

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  8. Hen... 11.10.02 10:54

    Ich glaube auch das ein Semester mehr nicht wirklich schwer wiegt, aber besser waere es vielleicht erst das VD abzuschliessen und dann beim OFW anzufangen - allerdings ist dann in diesem Fall der Kongress vorbei. Hmmm.
    Wenn man die durchschnittliche Studiendauer Kölner WiWiStudenten beruecksichtigt und zukuenfitig darunter bleibst sollte es auch nicht viel ausmachen.

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  9. Anonym 11.10.02 12:43

    Ehrenamtliches Engagement oder unternehmerische Initiative wird m.E. auf jeden Fall stärker honoriert.

    Muss ich ja auch glauben, war ja zwei Jahre selber beim OFW und habe zwei Unternehmen gegründet ;-)

    Aber ehrlich, mit einem aussergewöhnlichen Lebenslauf bekommst auf jeden Fall immer eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Da musst Du dann, wie jeder schnurr-stracks-Student auch, beweisen, was du wirklich drauf hast.

    Also, auf zum OFW! Oder willst Du ein Praktikum bei squeaker.net machen?

    :-)

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  10. meydo 11.10.02 20:08

    meine meinung:

    zieh dein Studium schnell durch! damit fällst du am besten auf.

    nebenbei kannst du dann im fachschaftsrat oder irgendeiner anderen Uni-organisation ehrenamtlich arbeiten. das ist i.d.r. nicht so zeitaufwendig und kann im Lebenslauf unter "außeruniversitäre aktivitäten" genannt werden.

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  11. Suesse 13.10.02 19:21

    da muss ich dir widersprechen, meydo. schnell studieren kann nun wirklich fast jede(r). und dass man in der fachschaft u.ä. nicht sonderlich viel macht, dürfte auch allgemein bekannt sein. wenn es - wie OFW - auch noch fachbezogenes außeruniversitäres engagement ist, würde ich das eine semester dafür auf jeden fall sausen lassen! damit stellst du nebenbei auch noch unter beweis, dass es dir wirklich ernst ist/war damit - fachschaftsarbeit und dergleichen steht denke ich doch eher in dem ruf, dass das viele nur machen, um ihren Lebenslauf aufzupeppen...
    aus eigener Erfahrung kann ich jedenfalls sagen, dass fachspezifisches engagement durchaus honoriert wird und ein semester mehr im vergleich dazu weniger schwer ins gewicht fällt (allerdings: ich bin juristin - keine ahnung, ob das bei BWL auch so ist...)

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  12. meydo 14.10.02 02:35

    aber fünf semester für das grundstudium? ist wohl doch etwas lang... da sollte man vielleicht auf so etwas verzichten. ich würde jemanden nihct einstellen wollen, der in 18 organisationen gearbeitet hat, dafür aber 14 semester studiert hat... ist eine Frage der einstellung.

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  13. Hen... 14.10.02 16:56

    Richtig, im doppelten Sinne. Du wirst feststellen können, dass Kölner Absolventen der Wirtschaftswissenschaften im Schnitt so um die 14 Semester brauchen. Das sind nicht alle, es gibt auch wesentlich schnellere, aber eben viele.

    Das liegt auch daran, dass die Lebenshaltungskosten hier sehr hoch sein können, ein hoher Frezeitwert mit entsprechender Ablenkung vorhanden ist und sehr wichtig - die Diplomprüfungsordnung wohl eine ziemliche Katastrophe ist.

    Als Arbeitgeber hätte ich prinzipiell keine Bedenken jemanden einzustellen, der länger als andere Kandidaten studiert hat, wenn er es gut begründen kann und mehr (Lebens-) Erfahrung aufweisen kann.

    Mir ist jemand der seine "wilden Jahre" hinter sich hat und seine Persönlichkeit ausgebildet hat, lieber als jemand der schnell aber theorielastig von der Uni kommt und dessen "Vorurteile" den "test des Lebens" noch nicht bestanden haben. Sicherlich subjektive Sichtweise, aber mit Hintergrund:
    Mit so jemandem werde ich wahrscheinlich besser zusammenarbeiten können, weil er/sie selbstständiger ist, weiss was er (nicht) kann, und wahrscheinlich mit 30 - 40 keine Sinnkrise mehr bekommt.

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  14. huc... 15.10.02 08:22

    Danke für die vielen Antworten! Mittlerweile habe ich mich entschieden, erst einmal mein Vordiplom zu machen und meinen Lebenslauf durch gute Praktika aufzuwerten. Das kostet mich keine Zeit während des Semesters und wirkt sich dadurch auch nicht negativ auf die Noten aus. Und diese Aspekte haben für mich selbst höchste Priorität.

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  15. Suesse 18.10.02 22:55

    Henning:

    Stimme dir 100 % zu
    (na gut, nein: nur 99 % - das ist nicht nur in Köln und nicht nur bei BWL so *g*)

    Meydo:
    War nicht die Rede von einem Semester länger als planmäßig? Man muss ja nicht gleich so übertreiben wie in deinem Bsp.

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