Strategy Consulting als Jurist?

Der... 22.08.07 13:51

Hallo Leute,

ich habe eine kleine Frage zum Berufseinstieg bei den großen Drei (McK, BCG, Bain): Wie sehen denn da die Chancen aus als Jurist? Hintergrund: Ich arbeite im Moment im Moskauer Büro einer großen amerikanischen Anwaltsgesellschaft als Associate Trainee und überlege, ob ich nicht umsatteln sollte. Da ich aber noch nicht mein zweites Staatsexamen gemacht habe, stellen sich die Fragen, ob ich (i) als Jurist überhaupt Aussichten auf so eine Stelle habe, und (ii) wenn ja, ob ich dann noch mein Referendariat machen , oder lieber gleich wechseln sollte. Alternativ würde ich dann den GMAT machen und einen MBA hinten dran hängen. Ich stecke ein bißchen in der Zwickmühle, da dieser Wechsel einerseits ziemlich aus dem Rahmen fällt, ich aber andererseits überhaupt keinen Sinn im Referendariat sehe, da dieses auf ein komplett anderes Berufsbild abzielt. Würde das als Abbrechen zählen und mir daher den Einstieg verbauen? Ich bin sehr dankbar über jedes Feedback.

Wenzel

  1. joeyc 22.08.07 13:56

    Ich weiß von einigen Präsentationen von BCG McK etc, daß die auch immer wieder "Exoten" also nicht reine Wirtschaftler einstellen...

    Bewerben warum nicht? Aber ich würde eher am Anfang bei kleineren Firmen beginnen um dann bei den wichtigen Interviews schon ein wenig sattelfester bei den Cases zu sein..

    Antworten Melden
    (4.3/5)   4 Votes
  2. pml22 22.08.07 20:17

    Auf keinen Fall Jura jetzt abbrechen, denn dann hast du keinen Abschluss, das erste Staatsexamen ist ja wie abgebrochen!!! Renommierte UBs stellen nur Volljuristen ein und die machen auch nur so 5% der eingestellten Absolventen aus. Hast also Chancen, aber ich würde den Rest erst abbrechen, wenn du sicher eine Stelle bei einer UB hast. Den MBA kannst du dann nach ein paar Jahren in der UB machen.

    Antworten Melden
    (4.5/5)   5 Votes
  3. fre... 22.08.07 22:14

    Es gibt sogar einige Jura-Profs, die nur das erste Staatsexamen haben. Ob die wirklich nur Volljuristen einstellen, wage ich mal zu bezweifeln. Auch als Bachelor kann man dort inzwischen anfangen.

    Juristen findet man eigentlich erstaunlich wenige in den großen UBs - das dürfte allerdings an den excellenten Berufsaussichten der in Frage kommenden Bewerber liegen. Das Einstiegsgehalt in einer Großkanzlei liegt nun einmal über dem einer strategischen UB.

    Die Frage ist eher, warum Du zu einer UB willst?

    Antworten Melden
    (4.2/5)   7 Votes
  4. Der... 23.08.07 10:10

    Sicher verdient man in einer Großkanzlei am Anfang mehr, dafür
    ist man aber in Wirtschaftssachen nur der ausführende Teil und bestimmt nicht selbst die einzelnen Deals. So richtig bewegen kann man da meiner Meinung nach nichts. Die besseren Chancen auf lange Sicht sehe ich in der Wirtschaft. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

    Antworten Melden
    (4.2/5)   3 Votes
  5. pml22 23.08.07 20:11

    1) mag sein, dass sie auch andere Wirtschaftshuristen FH und so einstellen, aber es kommt nicht gut vor dem zweiten Staatsexamen abzubrechen, denn das gehört ja prinzipiell zu einem vollen Jurastudium dazu. Möglich wäre vielleicht noch 1.Staatsexamen und LLM.

    2) Ich glaube nicht, dass die UBs so wenige Juristen haben, weil diese bessere Chancen haben, sondern bin fest der Meinung, dass eine UB mit 90% Juraabsolventeneinstellung baden gehen würde, da sie viel zu wenig wirtschaftliche Ausbildung haben.

    3) Großkanzeleien sind sicherlich vom Gehalt deutlich lukrativer, aber meist auch noch härter als UBs und wenn man diese Härte will kann man mit gleichem Gehalt ins IB gehen...

    Antworten Melden
    (4/5)   5 Votes
  6. fre... 24.08.07 09:45

    Zu 1: Warum soll das nicht gut kommen? Wenn man sich sicher ist, dass man kein Anwalt und kein Richter werden möchte, ist das doch nur konsequent. Dann macht man auch keinen LLM sondern einen MBA hinterher. Was lernt man denn im Refrendariat, dass man in einer UB gebrauchen kann? Vielleicht kann man mit Schwerpunkt Arbeitsrecht noch etwas dazu gewinnen aber dafür werden hinterher ohnehin Kanzleien engagiert (allein schon wegen der Gewährleistung).

    Zu 2: Wir reden hier über Strategy Consulting und dort wird man NIEMALS 90% von irgendeinem Exoten-Studiengang einstellen. Warum gibt es z.B. signifikant mehr Ingenieure oder Ärzte als Juristen in den UBs?

    Zu 3: Wenn man mal von der persönlichen "Leibeigenschaft" absieht, kann es einen auch in einer UB mindestens genauso hart treffen. Dieser Thread wurde ja nicht eröffnet, weil jemand weniger arbeiten möchte (dann zum Staat und Richter werden - nach 2. Staatsexamen).

    Antworten Melden
    (4.4/5)   5 Votes
  7. Tenalp 29.08.07 11:44

    Hallo Wenz,

    mach den 2. Staatsexamen.
    Dass Du in einer Kanzlei nur ausführender bist, ist falsch. Natürlich hängt es von der Kanzlei ab. Bei den Kanzlei aus dem „Magic Circle“ liegt dein Einstiegsgehalt bei ca. 100 TEUR. Bei Silver Circle Kanzleien bei 90 TEUR. Bei einer guten Kanzlei fängst Du mit ca. 82 TEUR an. Wie spannend Deine Projekte sind und wie Dein Gehalt aussieht, hängt von Deiner Spezialisierung ab. Sehr gute Chancen hast Du als Immo-Rechtler oder auch Corporate. Versuch mal bei Freshfields, Linklaters, Clifford, SJB, Olswang unterzukommen.
    Auch als Berater ist das Leben in den „unteren Chargen“ nicht besonders toll. In großen Kazleien bekommst Du aber Einstiegsgehälter von denen BWLer träumen. Auch die bei McK, BCG, PwC, EY, etc.

    Überleg es Dir verdammt gut, weil von McK Du z. B. bei Freshfields nicht mehr so einfach unterkommst. Freshfields (nur deswegen genannt, weil sie die größten sind) zahlt verdammt gut. Bei PwC, EY, etc. kommst vielleicht nach 8-9 Jahren Arbeitserfahrung auf die Einstiegsgehälter guter Kanzleien. Bei einer guten Kanzlei verdient man mit 5 Jahren Berufserfahrung um die 120-140 TEUR. Schau mal ab und zu unter JUVE.de nach. Von Zeit zu Zeit sind dort meldungen über die Einstiegsgehälter als RA zu lesen.

    Grüße,
    Der Münchener

    Antworten Melden
    (4.5/5)   4 Votes
  8. Der... 31.08.07 11:44

    Vielen Dank,

    ich tendiere im Moment auch dazu, eher das 2. Staatsexamen zu machen, damit ich meine Ausbildung auch ordentlich beendet habe. Hat vielleicht irgendjemand eine Idee, ob es Sinn macht, nach dem 2. SE einen MBA oder CFA zu machen und danach in die Wirtschaft zu wechseln? Oder ist man dann tendentiell zu alt dazu?

    Antworten Melden
    (4.1/5)   4 Votes

Disclaimer: Erfahrungsberichte und andere Nutzerbeiträge sind subjektive Erfahrungen einzelner Personen und spiegeln nicht die Meinung der squeaker.net-Redaktion wieder. Beitrag melden.      

  • »Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net’s eigener, authentischer Stil, hohe Qualität des Netzwerkes und die Infos sind das Beste.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen
  • »squeaker.net hat mir bei meinem Bewerbungsprozess sehr geholfen, das Insider-Wissen zu den Interviews und Unternehmen ist Gold wert!«

    Aly Zaazoua, Squeaker und angehender Praktikant bei Siemens Management Consulting
  • »Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.«

    Was unsere Mitglieder über uns sagen