Uni Witten-Herdecke: oder die Diskrepanz zw. Realität und dem Anspruch ;)

Jan... 07.03.03 21:48

"Uni Witten-Herdecke kämpft um Existenz

Die Private Universität Witten-Herdecke ist in eine wirtschaftliche Schieflage geraten: Im Haushalt fehlt eine Million Euro. Gerüchte sprechen von Insolvenz und Entlassungen.

Steht die Universität Witten-Herdecke, Deutschlands Pionier-Privathochschule, vor dem Zusammenbruch? Diese Frage beschäftigt seit einigen Tagen Insider der Hochschulszene, nachdem der amtierende Uni-Präsident Konrad Schily mit düsteren Äußerungen Anlass zu den wildesten Spekulationen gegeben hat.

... Hochschulpräsident Konrad Schily die Probleme ... : „Uns fehlt im laufenden Jahr eine Million Euro bei einem Gesamtetat von 28 Millionen.“ Existenzbedrohend sei das aber noch nicht: „Uns ist es schon mal besser gegangen, aber ein Konkurs steht keinesfalls bevor.“

Dies aber nur, sollte sich die Lage nicht verschlechtern. Schily räumt ein: „Eng würde es, wenn uns die Million am Ende des Jahres immer noch fehlt.“ Dann käme das Privatunternehmen ohne einschneidendere Maßnahmen nicht über die Runden.

In einem internen Dokument, das Handelsblatt Karriere zugespielt wurde, zitiert der Betriebsrat den Hochschulpräsidenten bereits mit der Ankündigung von „betriebsbedingten Kündigungen in erheblichem Umfang“. ....

Zur Disposition zu stehen scheinen aber in jedem Fall zwei namentlich bekannte Lehrstühle: der für Unternehmensführung und -Beratung von Prof. Gerd Walger und der für Wirtschaftspolitik und öffentliche Finanzen von Prof. Wolfgang Benkert.

....

„Wir leben von geschenktem Geld, und das ist in einer Zeit, in der es allen schlecht geht, nicht leicht zu kriegen“, sagt Schily. So gilt es als offenes Geheimnis, dass die Universität schon einmal untergegangen wäre, hätte sich das Land Nordrhein-Westfalen nicht bereit gefunden, mit einer Geldspritze einzuspringen.

Für das Geschäftsjahr 2001/2002 (Ende: 30.9.) weist die Bilanz Einnahmen in Höhe von 27,9 Millionen Euro aus, davon ... 17% durch Landesförderung und 16% Erlöse der Zahnklinik. Nur 7 % bringen die Studiengebühren.

..."

Quelle: Handelsblatt

"Privatuni unter Druck

Die Privathochschule Witten/Herdecke ist in Geldnot. ... klafft eine Lücke von einer Million Euro. ... Außerdem wurden staatliche Zuschüsse gekürzt. ... Auch das Land NRW, das Witten bisher mit knapp 5 MILLIONEN EURO IM JAHR subventionierte, dürfte kaum mehr geben. ..."

Quelle. WiWo Nr. 11, 6.3.2003

Tja, jetzt soll wohl wieder der Staat helfen, oder? Seltsam, seltsam. ;)

  1. Hen... 08.03.03 16:20

    Wenn die kurzfristig Pleite machten hätte ich ein Problem :( (soviel zu meinem Interesse) -- aber danach siehts bei kühler Betrachtung auch in dem Artikel nicht aus.

    Was die Finanzierung angeht, sind wir damit wieder bei der Diskussion, die ich im letzten Jahr über die "privatisierte" Durchführung von Forschung (und damit auch Bildung) angestossen hatte. Damals war die mehrheitliche Meinung nicht privat finanzieren - zu interessenabhängig.

    Wenn das aber nicht geht - aus wirtschaftlichen Gründen - oder nicht sein soll - aus ethischen Gründen - dann muss der Staat doch wieder einspringen.

    Damit stellt sich die Frage, ob Witten eine gesellschaftliche wichtige Funktion erfüllt, bzw erfüllen könnte.

    M.E. ja - obwohl ich auch eher aus Zufall da mit meiner Diss gelandet bin - Reflexion wird zwar immer als wichtig genannt, aber wo findet man sie tatsächlich noch an den meisten Unis? In der Philosophie-Fak, in allen anderen ist dies im Kampf um DFG-Gelder und Drittmittel, Beratungsaufträge und Organisationsstress untergegangen.

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  2. Consul 02.04.03 18:56

    Das Handelsblatt schreibt über Private Hochschulen allgemein nicht besonders nett.

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