Vorstellungsgespraech-Staerken und Schwaechen

MarkH 01.07.03 16:08

Hola!
Ich habe bald ein Vorstellungsgespraech (bei Mercer) und ich wueder sehr gerne mal wissen, was ihr bei der altbekannten "Standardfrage" nach den Staerken und Schwaechen antwortet. Die Staerken sind ja noch "relativ" einfach, aber was soll man bitte vernuenftiges bei den Schwaechen antworten?!
Fuer ein paar Tips waere ich sehr dankbar!

Adios,
Mark

  1. dos... 01.07.03 20:14

    Hi Mark,

    ich würde höchstens 2 oder 3 Schwächen nennen, bsp. über dinge die dir selber an dir auffalen und dich auch nerven, bsp. hin und wieder morgenmuffelig zu sein.

    Allerdings würde ich mir mehrer Möglichkeiten zurechtlegen und entsprechend dem Verlauf des Gesprächs wie schon erwähnt 2 - 3 negative Eigenschaften nennen.
    Also nicht gerade wenn der Dienstbeginn relativ früh am Morgen ist, als Beispiel die Morgenmuffeligkeit anführen.

    Gruss
    Peter

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  2. futurefunds 02.07.03 01:21

    hallo,

    eine antwort kann ich leider auch nicht geben, ich denke aber sie sollte relativ "diplomatisch" sein und bis zu einem gewissen grad auch "unehrlich". angenommen du denkst nicht analytisch oder bist nicht flexibel (was ja immer gefragt ist) dann würde ich sowas theoretisch nicht erwähnen. weil das einfach ein klares KO kriterium ist (und wenn du den job willst ist es einfach nicht intelligent, da es nicht zum ziel führt. egal wie man ein derart unehrliches vorgehen ethisch bewertet.)

    ich würde nur negative eigenschaften nennen die im kontext der stellenausschreibung unrelevant sind. aber (und hier auf dosi's "morgenmuffeligkeit bezugnehmen) ich würde was nehmen was doch eher jobbezogen ist. wenn ich dem erzähle, dass ich keinen guten kaffee kochen kann, naja, das hat schon beinahe wieder KO charakter. das will meiner ansicht nach ein personalverantwortlciher nicht hören.
    wie man das aber alles in der praxis umsetzt ist natürlich sehr schwer.

    ausgehend von der stellenanzeige und dem Unternehmen (sowie dessen u-kultur) würde ich mir da eben was überlegen was jobbezogen und nur für dieses Unternehmen unrelevant ist und das noch sehr vorsichtig formulieren, so dass man eigentlich garkeine echten schwächen zeigt;-)

    regards
    tom

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  3. Anonym 02.07.03 01:33

    Man hat keine Schwaechen, nur Verbesserungpotentiale !

    Ich wuerde Schwaechen nennen die in dem Beruf eher von vorteil sind. Ich bin zum Beispiel Workaholic oder es faellt mir schwer Aufgaben an andere zu deligieren, etc..

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  4. Anonym 02.07.03 08:46

    eine gute schwäche ist ehrgeiz...das kann faule mitmenschen abstoßen! ;-)

    ansonsten denk dir nichts aus...sei du selbst!

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  5. dos... 02.07.03 21:54

    Kann dir nur mit dem "sei du selbst" zustimmen, spätestens beim späteren Job fliegt eh die Fassade auf und dann ist man vieleicht wieder schneller aus dem Unternehmen raus, als man reingekommen ist.

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  6. Anonym 02.07.03 15:11

    Ach ja, und die lieblingsschwäche der arbeitssuchenden (die natürlich als stärke rüberkommen soll) - "ich bin so ungeduldig"! ;-)

    Ich glaube, mittlerweile kann kein Personaler mehr diese allgemein-schwäche hören... Man sollte schon etwas persönlicheres anbieten können. Was natürlich auch eher eine getarnte stärke ist... ;-)

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  7. dro... 02.07.03 17:31

    dem kann ich nur zustimmen....hab gerade vor ein paar tagen auch Personaler-meinungen in die richtung gehört.

    wenn denn die gesamte Bewerbung dazu dienen soll, aufzufallen und deine Eigenheiten, dein "personal fit" herauszustellen, warum dann standardfloskeln bei den schwächen? Auf jeden Fall hier was persönliches, allerdings eher eine als Stärke getarnte Schwäche, da kann ich obigen meinungen nur zustimmen.

    Ich denke, viel schlimmer, als floskeln aus Büchern rauszuhauen kann man es nicht machen.

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  8. dos... 02.07.03 21:51

    Hi Nils,
    mit deiner Bemerkung über Zitaten aus diversen Büchern kann ich dir nur zustimmen.

    Ich kann nur davon abraten irgendetwas aus den Büchern zu zitieren, denke mal das diesen Fehler noch genügend Bewerber im Gespräch machen.

    Gruss
    Peter

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  9. dos... 02.07.03 17:29

    Ich denke nicht das es von Vorteil ist wenn man Aufgaben nicht delegieren kann.
    Eine deratige Schwäche hinterlässt bei mir den Beigeschmack "Keine Teamfähigkeit"
    Und das in der heutigen Zeit, wo imer häufiger aus mehreren Mitarbeitern Projektteams gebildet werden, die bei Ende des Projektes ihrer Kernaufgabe nachgehen.

    Erlebe zur Zeit wie wichtig es ist Aufgaben an andere Teamitglieder abgeben zukönnen, denn das Projekt ist neben meinem täglichen Job sehr Zeitaufwendig.

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  10. dro... 02.07.03 17:35

    richtig richtig....als problematisch habe ich zuletzt erlebt, dass, wenn man den/die Personalerin schon auf das Teamfähigkeit/Ehrgeiz-Thema stößt, es meistens darauf hinausläuft, dass das als "natürliches Spannungsfeld" dargestellt wird....ERGO "sind sie nun der große integrator oder eher zielorientiert". Wenn die Aufgabe nicht ganz klar eine dieser "angeblichen Antipole" erfordert, würde ich versuchen, das zu umgehen....da kann man sich nur reinreden.

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  11. Anonym 02.07.03 23:24

    sehr interessante Diskussion.

    In unserem (wirklich bald erscheinenden) Buch zur Bewerbung bei Unternehmensberatungen greifen wir das Thema auch kurz auf. Hier raten wir auch, keine Floskeln zu benutzen, aber auch keine Schwächen zu nennen, die einen in ein wirklich schlechtes Licht rücken. Wirklich schlecht ist da z.B.: "Ich bin immer so unsicher im Umgang mit größeren Menschen" oder eben der "Morgenmuffel".

    Wenn man gwitzt eine Schwäche zur Stärke macht, cool! Sonst sollte man eine Schwäche finden, die die Fähigkeit zur Introspektion aufzeigt und im selben Atemzug zeigen, dass man an der Schwäche bereits arbeitet.

    Stefan@squeaker.net

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  12. Anonym 03.07.03 09:09

    ich habe die Erfahrung gemacht, daß man schwächen offen ansprechen soll...

    wenn man z.b. einen sprachfehler hat (stottern oder lispeln) soll man dies nennen...das hat 2 vorteile: einmal kann der gesprächspartner das nicht gemerkt haben und wertet dies "er hat an sich gearbeitet" [vor allem wenn man als Kind sehr stark gestottert hat], wenn er es gemerkt hat dann weiß er, dass du mit der schwäche umgehen kannst. natürlich ist ein reiner telefonjob dann nichts für extreme stotterer ;-)

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  13. MarkH 03.07.03 18:46

    Ich finde die Diskussion auch sehr spannend - danke schon mal fuer die vielen Antworten!

    Leider muss ich sagen, dass es mir immer noch nicht so richtig klar ist, was man nun am besten tun sollen.
    Ich persoenlich finde das Tarnen von Staerken als Schwaechen eigentlich ziemlich laecherlich - es sei denn, man ist sehr geschickt dabei. Wenn ich Personaler waere und mir wuerde jemand als Schwaeche sagen, dass er immer so viel arbeit, dann wuerde das bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen. Das waere eindeutig viel zu leicht durchschaubar und irgendwie auch abgedroschen...
    Gerade bessere Unternehmensberatungen wollen aber anscheinend gerade den "perfekten" Berater... Man hat manchmal das Gefuehl beim Lesen von Stellenanzeigen, dass ein Berater wirklich alles koennen muss :). Und gerade hier liegt meiner Meinung nach der Konflikt eine "echte" Schwaeche zu nennen...

    Lange Rede, kurzer Sinn: ich wuerde wirklich gerne noch mal von jemand eine nicht zu abgedroschene Schwaeche hoeren...
    Ich - z.B. - kann mich oft nach bestimmten Arbeiten selbst nicht besonders gut einschaetzen. Koennte ich sowas als Schwaeche aufzaehlen oder wuerde man mir dann gleich fehlendes Selbstbewusstsein oder sonst was "unterstellen"?

    Hasta luego

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  14. Hen... 04.07.03 16:03

    auch UBs müssen mit ecteh Menschen arbeiten ;)

    60% fit in der Stellenanzeige sind schon ganz gut und 80% sehr gut -- also nicht einschüchtern lassen!

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  15. dro... 04.07.03 17:54

    hut ab henning,

    bin absolut deiner ansicht. bei all der schnackerei von anforderungen und schlüsselqualifikationen, etc. darf man nie vergessen, dass es immer "nur menschen" sind, die sich Bewerben als auch die, die das Gespräch führen.

    Deshalb auch mein Tipp....Stärken, die vor allem im Zusammenhang mit Jobprofil stehen, rausstellen. Aber darüber hinaus während des gesamten Bewerbungsprozesses das Besondere der eigenen Persönlichkeit, den ganz "speziellen Touch" rausstellen. Der ist es dann letztendlich (wenn er denn nicht gekünstelt ist), der hängenbleibt.

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  16. Maxine 04.07.03 22:53

    Ich denke, es hängt wirklich vom Personaler ab, welche "Schwäche" am positivsten gewertet wird. Geschmäcker sind nun mal verschieden und die keine todsichere "Strategie" kann es daher nicht geben.

    Allgemein wurden dir schon gute Tipps gegeben: Du selbst sein und das schlechtere Wort zum besseren machen.

    Wenn du dich also selbst nicht gut einschätzen kannst und dich demnach etwas unsicher fühlst. Dann dreh den Spieß um, und sage, dass du zum Unterschätzen neigst, deinen Arbeiten kritisch gegenüberstehst, um sie beim nächsten Mal noch effzienter/erfolgreicher/besser machen zu können.

    Wenn du das mit einem gewissen Charme rüberbringst (und ich Personalerin wäre), würde das für mich signalisieren, dass du dich nicht für Mr.Perfect hältst (welche meistens Blender sind) und bereit bist, an dir zu arbeiten.

    lg, maxine* :)


    PS. Und denk immer dran: Nobody is perfect.... nicht mal dein Gegenüber, auch wenn er so tut!

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  17. Maxine 04.07.03 22:58

    .. und die EINE todsichere "Strategie" ...

    sollte das natürlich heißen. Nobody is perfect... ;)

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  18. Sea... 12.10.03 08:02

    Für mich ist der Hintergrund dieser "Zwillingsfrage" entscheidend. Was will man denn erfahren über den Bewerber? Soll er Beiläufiges erzählen, ausweichende Antworten geben? Oder soll er Persönlichkeit mit Format kommunizieren? Seien Sie mutig, und verblüffen Sie den Entscheider mit der Idee, dass es zur Entwicklung Ihrer Persönlichkeit gehört, Schwächen reflektiert und bestmöglich korrigiert zu haben. Sie werden sehen, das beeindruckt! Man will keine Stereotypen von Ihnen hören, sondern Aspekte souveräner Selbsteinschätzung kennen lernen.

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