trader - job ohne zukunft?

Anonym 17.11.07 22:11

angesichts des immer stärker zunehmenden computerhandels würde mich interessieren, wie hier die job-zukunft der "menschlichen" händler eingeschätzt wird.
von IBM gibt es eine studie, die besagt, dass bis 2015 90% aller trader arbeitslos und durch computersysteme ersetzt sein werden. natürlich ist IBM als computerhersteller befangen, aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass es dazu kommen wird. wie seht ihr das?

  1. ont... 18.11.07 09:01

    ich kann mir gut vorstellen, dass die Annahme so eintritt. War im Sommer in Chicago an der Boerse und war ueberrascht wie viele Spots bereits "leer" oder sehr schwach besetzt waren. Habe mich mit einigen Tradern unterhalten, die meinten einstimmig, dass man sich bald besser etwas anderes suchen sollte... die "noch anwesenden" Trader haben den Floor eher wegen der guten infrastruktur genutzt. allerdings glaube ich auch dass Stock Exchanges, v.a. NY sich noch sehr schwer tun, dieser Entwicklung nachzugeben, langfristig ist es aber einfach effizienter..

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  2. autares 18.11.07 10:42

    Anzumerken ist jedoch, dass sich die Studie lediglich auf den Aktienhandel bezieht. Versuch mal einen Varianzswap über ein Computersystem zu handeln ;)

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  3. testbild 18.11.07 13:19

    ich nehme an, du beziehst dich auf OTC-geschäfte? ok, ich kann mir denken, dass die automation stufenweise erfolgen wird, d.h. zunächst "einfache" handelsaktivitäten betroffen sind, evtl. in dieser reihenfolge:
    1. equities
    2. derivate (vanilla)
    3. strukturierte produkte
    4. OTC

    die händler für strukturierte produkte und OTCs haben evtl. gewisse überlebenschancen, da in dem bereich die komplexität (teilweise) sehr hoch ist
    und individuelle lösungen offeriert werden, bei denen eine automation ineffizient wäre.

    "While
    the majority of surveyed firms acknowledge that agency
    profits are dwindling, it is striking that most respondents
    associate the threat only with equity products – in FACT,
    electronification will have a similar impact across the
    entire spectrum of instruments."

    das klingt allerdings nicht danach, als wäre nur der aktienhandel betroffen.

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  4. autares 18.11.07 13:52

    Das irgendwann alles automatisiert wird, ist klar. Die Frage ist nur, über welchen Zeitraum dieses passieren wird.

    Welcher Job hat heutzutage denn wirklich noch Zukunft. Wenn du denkst, dass du Ewigkeiten ein und denselben Beruf ausüben kannst, bist du in Rente gehst, wirst du es imho sowieso nicht weit bringen.

    Schau dir das Broker-Business an: Seit wievielen Jahrzehnten wird dem schon der Untergang prophezeit? Vor 30 Jahren waren Aktien der Hit im Broking, heute sind es Metals und Strom. Mit der Zeit zu gehen und sich immer neu zu orientieren sollte das Motto sein ;)

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  5. FlyingTortoise 18.11.07 14:24

    deine liste ist irgendwie seltsam. du setzt OTC (over the counter) mit komplexität gleich und führst zugleich structured products seperat auf. so simple sachen wie bonds sind meistens OTC, außerdem sind natürlich auch die meisten structured products OTC, ebenso viele vanilla equity derivate.
    strukturierte hybrids und ähnliches werden auf absehbare zeit nicht betroffen sein, einfach weil die meiste arbeit für den trader im hedgen der produkte besteht und diese sachen eh kaum in sekundärmarkt gehandelt werden.
    Desweiteren tuen trader bei banken heutzutage den flow nur benutzen um mit dem kapital der bank profit zu machen. reine kundengeschäfte gibt es kaum noch. Simple Equities sind eh schon fast ausschließlich elektronisch und wer unter "trader" typen auf dem floor an der nyse oder der cme versteht weiss eh nicht von was er redet.

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  6. FlyingTortoise 18.11.07 14:25

    deine liste ist irgendwie seltsam. du setzt OTC (over the counter) mit komplexität gleich und führst zugleich structured products seperat auf. so simple sachen wie bonds sind meistens OTC, außerdem sind natürlich auch die meisten structured products OTC, ebenso viele vanilla equity derivate.
    strukturierte hybrids und ähnliches werden auf absehbare zeit nicht betroffen sein, einfach weil die meiste arbeit für den trader im hedgen der produkte besteht und diese sachen eh kaum in sekundärmarkt gehandelt werden.
    Desweiteren tuen trader bei banken heutzutage den flow nur benutzen um mit dem kapital der bank profit zu machen. reine kundengeschäfte gibt es kaum noch. Simple Equities sind eh schon fast ausschließlich elektronisch und wer unter "trader" typen auf dem floor an der nyse oder der cme versteht weiss eh nicht von was er redet.

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  7. testbild 18.11.07 18:33

    ja, das mit den OTC ist wohl wirklich etwas ungenau...
    was das hedging betrifft: letztlich ist doch die arbeit des traders diejenige, effizientgewinne zu erzielen durch die tatsache, dass sich u.U. verschiedene exposures eines portfolios gegenseitig ausgleichen, oder? anstatt "mit dem holzhammer" jede einzelposition zu hedgen, wird versucht, über effizienz geld zu sparen (was defacto einer erhöhung des gewinns gleichkommt), oder habe ich das falsch verstanden?
    nur, wird es nicht auch dafür computersysteme geben? ok, ich kann mir schwer vorstellen, dass in den nächsten 2 jahren z.b. das OTC-heding für structured products komplett automatisiert ist, aber letztlich wäre eine art "computerbörse" als OTC-plattform zwischen den banken doch denkbar, über die permanent angebot und nachfrage verschiedener hedging-bedürfnisse abgeglichen und glattgestellt werden, oder?

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  8. testbild 18.11.07 18:36

    diese OTC-plattform wäre dann natürlich genau nicht mehr "OTC", sondern eben eine art börse, aber es ist wohl klar, was gemeint ist? droht also mit anderen worten nicht auch der OTC-bereich "opfer" bzw. "securitized" zu werden??

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  9. autares 18.11.07 20:54

    Ja, und was genau willst du jetzt hören? Nennen mir einen Job, von dem du denkst, dass er zukunftssicher ist und ich werde dir zeigen, dass er es nicht ist.

    Wie gesagt: Das irgenwann alles automatisiert wird, ist klar. Die Frage ist halt nur wann...

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  10. Steve_25 18.11.07 22:49

    Trader vom Typ 'John' haben schon seit dem es Trading gibt eine begrenzte Lebenszeit. Trader vom Typ 'Nero' dagegen werden IMO noch sehr lange nuetzlich sein und Geld verdienen. Siehe Kapitel 1 aus Fooled by Randomness. Wenn du's ernst meinst mit Trading, wuerde ich da mal reinschauen.

    Computersystem automatisieren z.B. die Suche nach kurzfristigen Arbitrages und darin sind sie unschlagbar, weil sie praeziser und schneller suchen als Menschen. Aber wer schreibt die Software und findet neue, vorher unbekannte Arbitrages? Dazu wird man immer noch Trader brauchen die Maerkte kennen und verstehen.

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  11. testbild 20.11.07 00:13

    zuletzt wird sicherlich die wissenschaftliche forschung automatisiert, d.h. ein job in dem sektor wäre am sichersten. wenn allerdings die forschung auch noch automatisiert wird, wird unser problem nicht mehr die arbeitslosigkeit sondern der krieg gegen die maschienen sein. aber ich schweife ab... ;-)

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  12. FlyingTortoise 20.11.07 00:28

    fooled by randomness ist wirklich empfehlenswert, wenn auch teilweise etwas nervige schreibweise. taleb's sachbuch "dynamic hedging" ist auch sehr empfehlenswert, auch wenn man vorher ein gutes grundwissen haben sollte.

    abschließend soviel: der berufsweg des traders ist so oder so mit mehr unsicherheit als andere berufe behaftet, da ist die Frage wie sich der traderbedarf insgesamt entwickelt eher unwichtig, zumindest für leute die jetzt einsteigen.

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