Glaubwürdigkeit der Investmenbanken

Jan... 09.01.02 22:28

"Nach einem Umsatzeinbruch im vierten Quartal hat Merrill Lynch-Chef David Komansky ein drastisches Sanierungsprogramm angekündigt. Geschäftsteile und Immobilien werden verkauft, weitere 9000 Mitarbeiter müssen gehen.

...

Das Sanierungsprogramm beim größten Broker der USA verursacht allerdings zunächst einmal Kosten in Milliardenhöhe.

...

Merrill Lynch hat damit im vergangenen Jahr die Zahl seiner Beschäftigten um mehr als 20 Prozent reduziert, von 72.000 Beschäftigten am Anfang des Jahres auf 57.000 Ende Dezember." SPIEGEL Online

Kann man dann noch so ein Unternehmen als Berater, Analysten, etc. Ernst nehmen, wenn es mit sich selbst nicht fertig wird?

Grüße

Jan

  1. Anonym 10.01.02 18:32

    Ja!

    Soweit ich weiss bietet ML keine Unternehmensberatung an. Aber ich kann mich auch irren.
    Auch wenn...

    Ansonsten ist ML eine der groessten Marketmaker...

    Deutschebank, Dreba und Coba werden auch in diesem Jahr zusammen 20.000 Leute vor die Tuer setzen. Nach Aussagen von Professoren der Hochschule fuer Bankwirtchaft werden in den naechsten Jahren ca 150.000 Arbeitsplaetze im Bankgewerbe abgebaut werden. Koennen wir unserem Bankberater trotzdem noch trauen???

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!

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  2. Jan... 28.01.02 13:13

    Berater nicht im Sinne Consulting-Berater, sondern Investmentbanking-Berater. ;-)

    Soweit ich weiss bewertet Merrill Lynch immer wieder andere Unternehmen. ;-)
    Merrill Lynch berät andere Unternehmen bei Käufen, Verkäufen, etc. Die Analysen der Unternehmen beziehen sich nicht nur auf das Aktienkurspotential, sondern auch Struktur der Geschäfts und die Zukunftspotentiale, usw. (="Beratung").

    Vermögensverwaltung = Beratung
    M&A = Beratung

    Wie kann ich einen Unternehmen vertrauen, das mich "beraten" will bzw. für mich ein Unternehmen "analysieren" soll, selbst aber sich in einem gigantischen Sanierungsprogramm befindet?

    SEHR WICHTIG:
    Übrigens finde ich Entlassungen in großem Umfang bei Unternehmen, die im besoderen Maße vor dem Faktor Mansch abhängig sind (Investmentbanking, Consultings, Rechtsanwaltskanzlei, Marketing- und Werbefirmen), als ein Armutszeugnis.

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  3. Anonym 28.01.02 13:32

    Meiner Meinung nach muss man zwischen der Arbeit der IB´s und ihren strukturellen Problemen differenzieren.
    Ich kann immer noch einem BMW fahren, auch wenn dieser Autobauer tausende Menschen auf die Strasse setzen wuerde. Es sei denn ich habe moralische Bedenken.

    Anders der Fall Salamon Brothers. Da wurde aber auch das Vertrauen der Kunden ausgenutzt...das wurde dann Bitter bestraft!

    ZUM PUNKT SEHR WICHTIG:

    Ich bin fuer einen flexibelen Arbeitsmarkt.

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  4. Jan... 28.01.02 13:41

    Auch ich bin für einen flexibelen Arbeitsmarkt. Vor allem, weil er den Menschen eine größere Entfaltungsmöglichkeit bietet.

    Trotzdem sehe ich nicht ein, dass in bestimmten Berufen und ich meine damit "Beratungsberufen", man

    (a) zunächst ganz viele Leute einstellt
    (b) diese sollen andere Firmen, Leute "beraten"
    (c) und dann wieder in großen Umfang seine Leute entlässt.

    Ich habe nicht viel gegen eine Aussortierung nach Leistungsprinzip (s. GE, wo 10 % der schlechten MA das Unternehmen verlassen), aber viel wenn ein Unternehmen sein größtes Potential nicht richtig einkalkurieren kann.

    Alles klar? :-)

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  5. Anonym 28.01.02 21:11

    Lieber Jan,

    bitte schmeiss Unternehmensberater nicht in einen Topf mit Investmentbaenkern.

    Das Problem der Firm ist die Vergangenheit. 1997 als alles begann waren die Banken noch sehr vorsichtig mit den Einstellungen...aber als 1998 das Boersenfieber alle gepackt hat, wurden Leute zu Hauf eingestellt. (Ich denke an IPO Abteilungen mit bis zu 100 Leuten!) Diese hatten auch was zu tun. Wer erinnert sich nicht gerne an Die Zeit der 20 IPOs pro Woche die alle weit ueberzeichnet waren. Das Geschaeft hat sich fuer die Banken aber auch fuer die Leute gelohnt. Wer aber Anfang 2000 nicht den Trend erkannt hat sitzt heute in der Falle.

    Das grosse Problem der Banken, die Leute sind ueberbezahlt. Es gibt Geschichten wo Berufanfaenger mit einem Jahr IPO Erfahrung fuer teures Geld die Haeuser gewechselt haben.
    Wenn man seine Kosten nicht mehr reinspielt...

    Ich denke, wer qualifiziert ist und Gehaltseinbussen in kauf nimmt hat keine Probleme in diesem Markt einen neuen Job zu finden.

    In diesem Sinne ist es ja eine Aussortierung nach dem Leistungsprinzip. Die Jungs haben alles Zeitvertraege und wer es nicht mehr bringt, den beissen die Hunde. Aber no RISK no fun!

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  6. Anonym 01.02.02 14:35

    Morgan Stanley vom Handel suspendiert

    vwd TOKIO. Die japanische
    Financial Services Agency (FSA)
    hat am Freitag gegen die Morgan
    Stanley Japan eine
    Suspendierung des
    Aktienhandels auf eigene
    Rechnung für 24 Geschäftstage
    wegen Kursmanipulation
    verhängt. Die japanische
    Börsenaufsicht hatte bei der FSA
    beantragt, diese
    Diszilinarmaßnahme zu ergreifen.
    Jeglicher Aktienhandel wird
    demnach ab 4. Februar bis
    8. März mit Ausnahme von
    Transaktionen am bzw. vor dem
    1. Februar untersagt, teilte die FSA am Freitag mit.

    Der Investmentbank werden in zwei Fällen "schwere
    Verstöße" bei Short-Verkäufen an den Börsen Tokio und
    Osaka zur Last gelegt. Ihr wird aufgetragen, präventive
    Maßnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung zu
    vermeiden, einschließlich der Bestrafung involvierter
    Mitarbeiter. Ergänzend suspendierte auch das
    japanische Finanzministerium Morgan Stanley vom
    Underwriting japanischer Staatsanleihen sowie der
    Teilnahme an Bond-Auktionen im genannten Zeitraum.

    da ist halt der anderer fall...hier wuerde ich mir gedanken machen, ob sie mich ueber den tisch ziehen...

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  7. Jan... 09.03.02 23:27

    "Hall of Fame der schlechtesten Analystenempfehlungen:
    11.7.01; Quelle: www.tradewire.de

    Ein Analyst von SG Cowen empfiehlt die Aktie des britischen Auktionshauses QXL.com (heute: QXL Ricardo) Anfang 2000 mit einem Kursziel von $ 1000 zum Kauf. Heute notiert die Aktie bei $ 1.50 mit fallender Tendenz. Der Analyst ist bereits seit längerem nicht mehr bei dem amerikanischen Investmenthaus.

    Bernd Förtsch empfiehlt am 4. Februar 2000 in der 3sat-Börse die Aktie von MorphoSys mit einem Kursziel von 1000 Euro zum Kauf und nimmt sie in das Musterdepot auf. Die Aktie wird daraufhin zum Spielball der Zocker. Zahlreiche Anleger greifen zu und verbrennen sich die Finger. Wo steht MorphoSys heute? Bei 34.50 Euro. Naja, da fehlen ja nur noch 965.50 Euro...

    Der "Internet-Guru" Henry Blodget, heute bei der angesehenen amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch, war im Dezember 1998 voll und ganz von dem Online-Einzelhändler Amazon.com überzeugt und setzte das Kursziel bei seinem damaligen Arbeitgeber CIBC Oppenheimer für die Aktie auf $ 400 (splitbereinigt: $ 33.33) fest. Die Aktie lief sogar auf $ 500 hoch und Blodget wurde ein Held des Augenblicks. Die Aktie notiert heute (Stand 11. Juli 2001) bei $ 15. Die Aktie halbiert - das Gehalt vervielfacht. Jetzt drohen Klagen von Anlegern."

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  8. curlz 15.03.03 23:33

    Die Leute, die mich beraten sind doch andere als die, die die Entscheidungen treffen. Ich finde diese Diskussion daher vöölig belanglos (naja, nicht belanglos genug, um nicht zu antworten). Der Argumentation, dass das ansehen der Investmentbanken angesichts der Geschichten/Skandale die im Zusammenhang mit z.B. Enron usw. ans Licht kamen da schon glaubwürdiger... Wie schon gesagt wurde: die Leute werden ja auch nicht entlassen, weil das Unternehmen schlecht geführt wurde/wird, sondern weil der Markt einfach weggefallen ist und die Überkapazitäten abgebaut werden müssen. Das würde Dir sich er auch jeder Berater in einer solchen Situation empfehlen - also gerade erst recht glaubwürdig, weil er es selbst "vorlebt". (ok, das trifft jetzt nicht auf IBs zu, sondern auf die Beratungen, die mit dem Wort Beratung normalerweisse assoiziert werden.)

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