Erfahrungsberichte Corporate Finance

Anonym 03.05.02 12:18

Ich interessiere mich sehr fuer einen Berufseinstieg im Bereich Corporate Finance bei Banken oder verwnadten Fimen (PwC,...).
Da ich neben meinem Studium noch eine Dissertation anfertige kann ich aber kein Praktikum auf deisem Gebiet machen, um mir selbst ein Bild vom Arbeitsalltag zu machen.
Kann mir deshalb jemand mal kurz beschreiben, wie der Alltag typischerweise in so einer Abteilung aussieht. Wie gross ist die Arbeitsbelastung, wie hoch die Reisetaetigkeit, und wie sind die Zukunftsaussichten? Und natuerlich, wie hoch ist typischerweise der Verdienst (Promotion in Naturwissenschaften, Dipl.-Kfm.)?
Am liebsten haette ich die Informationen noch fuer das Ausland, da ich eigentlich nicht in Deutschland arbeiten wollte, bin aber eigentlich fuer jede Info dankbar.

  1. Anonym 03.05.02 13:36

    Ich weiss nur, dass 2 Kommilitoninnen von mir nicht gerade viel zu tun haben bei ihren Praktikas und dass ein Absolvent von uns bereits seit fast 1 Jahr einen Job in CF sucht und keine Angebote bekommt (obwohl Top-Qualifikationen)....

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  2. gar... 04.05.02 00:23

    Also mit Corporate Finance ist bei den Unternehmensberatung in den meisten Fällen Mergers & Acquisitions gemeint. Bei Banken gilt dieser Bereich als Königsklasse des Investmentbankings.
    Da dieser Job nicht mit dem "Market" arbeitet (also ausserhalb der Börse), sind die Arbeitszeiten desaströs. Bei Consultancies macht man die Erfahrung, dass der Tag um 9.00 beginnt und um 20.00 aufhört, bei Banken verschiebt der Feierabend auch schon mal auf 23.00. Insgesamt sind 70-80h/Woche die Norm. Der Inhalt von Corporate Finance besteht hauptsächlich aus Company valuation (DFC, Multiples, LBO..), viel Excel, Company Research, Mitarbeit an Präsentationen, Marktanalysen, Erstellung von Short- und Longlists und immer ein Auge auf Bloomberg, Datastream, etc. Die Arbeitsbelastung ist in der Hinsicht hoch, als man in diesem Bereich fast ausschliesslich mit hochrangigen Mitgliedern eines Unternehmens zusammenarbeitet (CEO, CFOs) und diese einem ab und an richtig unter Zeitdruck setzen. Reisetätigkeit ist im Vergleich zu den typischen Beratungen gering bis gar nicht vorhanden. Zu den Zukunftsaussichten kann ich leider nichts sagen, zur Zeit sieht der Markt jedoch ein wenig mau aus.
    Verdienst ist in diesem Bereich enorm, wie bei jedem anderen Bereich im Investmentbanking auch. Aber dies sollte wohl auch für die Arbeitszeiten entschädigen. Ich studiere in England, meine praktischen Erfahrungen beziehen sich auf Deutschland, aber auch auf der Insel sind die Umstände ähnlich.
    Hoffe, Dir damit geholfen zu haben...aber bevor Du Dich jetzt auf die Bewerbungen stürzt, sollte man auf jeden Fall testen, ob man diese Arbeitszeiten mental und psychisch konzentriert durchhält.

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  3. Anonym 04.05.02 10:09

    wenn du keine frau, freundin hast, mal richtig ein flowerlebnis im job erleben willst und durchhalte vermögen hast, ist dieser bereich sicher interessant.
    einige leute die ich kenne, sagen nach einem jahr. interessante Erfahrung, aber das leben ist nicht mit geld aufzuwiegen. und es gibt in banken, oder anderen firmen auch recht gutbezahlte Jobs, wo man "nur" 50 stunden pro woche arbeitet und die wochenenden frei sind...

    aber viel glück!

    in welchem bereich bildest du dich denn fort?

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  4. Anonym 06.05.02 09:40

    Hallo

    vielen Dank fuer die ersten Reaktionen. Allerdings dachte ich bei meiner Anfrage weniger an den Bereich M&A, ueber den ich auch schon genug gehoert habe, sondern vielmehr an Bereiche wie Firmenkundenberatung ausserhalb des Bereichs M&A (z.B. Cash Management, Investitionsplanung...). Solche Abteilungen gibt es bei diversen Banken (z.B. Credit Suisse) und scheinen recht interessant zu sein. Ich habe aber keine Ahnung, ob man da auch so viel arbeitet.

    Ansonsten wuerd mich natuerlich interessieren, in welchen Bereichen innerhalb einer Bank man viel verdient bei 50 Stunden Arbeitszeit pro
    Woche?

    Gruesse, Joachim

    PS: Ich schreibe meine Diss. in theoretischer Astrophysik und studiere BWL. Ich will aber eigentlich nach Ende der Diss. (in 1-2 Jahren) weg von der Mathe- und IT-Schiene...

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  5. gar... 08.05.02 22:52

    hey joachim,

    das ist ja interessant. ich hatte mich nach meinem abi auch an der eth fuer physik eingeschrieben, habe mich aber dann doch fuer ein finanzstudium hier in england entschieden.
    ich wollte mich im alter von 18 jahren nicht fuer die naechsten 7/8 jahre (Studium+ event. Promotion fuer forschung) festlegen. aber gerade in letzter zeit bin ich wieder schwer am ueberlegen, ob ich nicht nach meinem abschluss- dann waere ich 22- mich doch noch an der eth fuer physik einschreiben soll, was wirklich meine grosse leidenschaft ist. die Uni ist super und zuerich sowieso....hast du in der hinsicht einen rat fuer mich?

    zurueck zu deinem thema: beim cash management innerhalb der kundenberatung betreust und verwaltest du im prinzip die assets deiner klienten. du erklaerst denen was es da fuer anlagemoeglichkeiten gibt und erstellst eventuell auch mathematische modelle, die du als finanzinstrument den klienten als anlage anbieten kannst.
    ich kann mir nicht vorstellen, dass man in diesem bereich so viel mehr als 50h/ woche arbeitet.
    sonstige bereiche innerhalb einer bank, in der man um diese stundenzahl in der woche arbeitet, gibt es genug: IT, Marketing, controlling etc. verdienen wird man in diesen bereichen sicherlich nicht so viel.
    wenn man starke nerven und gute analytische faehigkeiten hat (also als physiker null problem), dann kann man es auch als trader versuchen. viel provision einkassieren und mit dem markt arbeiten.

    gruesse eric

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  6. meydo 21.05.02 10:53

    denke nicht wikrlich, dass ein trader sehr analytisch denken muss, da er in der regel "nur" ein ausführendes organ ist. der trader der auch verkaufen muss ist der Sales-typ der gut mit den institutionellen kunden umgehen kann...

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