Macquarie University (Volkswirtschaftslehre)

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Erfahrungsbericht Zusammenfassung

Gesamtfazit

Mir hat dieses Auslandssemester außerordentlich gut gefallen, so dass ich sicherlich wieder dieselbe Entscheidung treffen würde. Die Universität enttäuschte mich zwar ein wenig (gerade angesichts der Studiengebühren von AUD $8000), doch das Leben am College machte die kleine Delle mehr als wett.

Gesamtbewertung
 

Allgemeine Informationen

Hochschule Macquarie University
Stadt Sydney
Studienbeginn Juli 2006
Studienende Dezember 2006
Titel des Studiengangs Volkswirtschaftslehre
Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften - BWL
Studiensprache Englisch

Die Hochschule

Studienbedingungen und Ausstattung der Hochschule

Die Infrastruktur der Universität und die Bibliothek (Recherchemöglichkeiten) waren durchaus ansprechend. Leider gab es nur in einigen wenigen Gebäuden Computer; in der Bibliothek musste man hin und wieder einige Minuten Wartezeit in Kauf nehmen um einen Platz am Computer zu ergattern.
Die sportlichen Räumlichkeiten werden gerade im großen Stil umgebaut und durch einen Aquatic Centre erweitert. Neben dem Fitnessstudio kann man sich auch einigen Sportklubs (Hockey, Rugby, Frisbee, Rudern ...) anschließen um sich sportlich zu betätigen.

Ausstattung der Universität
 

Services und Angebote

Karriere-Service

Sofern erwünscht ist es möglich neben zwei, drei Vorlesungen ein Praktikum zu absolvieren. Die Universität versucht auch Präferenzen hinsichtlich der Branche zu berücksichtigen. Allerdings erhält der Praktikant nach Abschluss des Praktikums kein detailliertes Zeugnis, sondern nur ein "Pass" oder "Fail". Dieser Umstand hatte zur Folge, dass ich mir ein derartiges Praktikum an der Universität zuhause auch nur mit "ausreichend" hätte anrechnen lassen können.
Über Recruiting Veranstaltungen und Unternehmenspräsentationen ist mir nichts zu Ohren gekommen.

Career Services
 

Kosten und Gebühren

Allgemein sind die Lebenshaltungskosten ähnlich wie in Deutschland. Sicherlich sind die Transportkosten ein größerer Posten im Budget. Außerdem ist Alkohol unglaublich teuer. In den Clubs sind die Preise zwar erträglich, doch in den sog. "bottle shops" (Verkaufsstellen für Alkohol) erwarten den Käufer teilweise hundertprozentige Aufschläge im Vergleich zur Heimat.

Studienberatung

An der Universität fand ein Einführungstag statt, ansonsten stellte Macquarie International zahlreiche Events während des Semesters auf die Beine. Angedacht war daneben den Kontakt zu einem Studenten der Universität herzustellen, doch leider ist diese Verbindung nach zwei E-Mails vertrocknet.
Falls ein Problem auftauchte, stand mir meine studentische Beraterin stets mit Rat und Tat zur Seite.

Qualität der Studienberatung
 
Qualität der Professoren
 

Das Studienangebot

Introduction to Australian Indigenous Studies
 
Die Vorlesung informiert über die Aborigines und Torres Strait Islanders, die Ureinwohner Australiens, wie sie vor der Ankunft der Europäer lebten, von diesen gewaltsam unterjocht wurden und wie ihre Situation in der Gegenwart aussieht. Die für das Selbststudium zusammengestellten Texte sind interessant, doch die Struktur und die Gestaltung der Vorlesung nicht sehr überzeugend. Trotzdem würde ich ihn wahrscheinlich wieder wählen um ein Gefühl für die Hintergründe des Kontinents zu entwickeln.
Die Gesamtnote setzt sich aus den Noten dreier während des Semesters einzureichender Essays zusammen.
International Economics
 
Inhaltlich ist die Vorlesung durchaus ansprechend (Ricardo-Modell, Heckscher-Ohlin-Modell, Tarife, IMF, Europäische Währungsunion ...), doch der verantwortliche Dozent Michael Olive ist so inkompetent, dass er die Studenten nicht lehrt, sondern mittels paradoxer Aussagen verwirrt. Darüber hinaus ist er rhetorisch unhaltbar und lässt auch bei den Tutorials kein Konzept erkennen.
Die Gesamtnote ergibt sich aus einem Essay (ein Fünftel) und der Abschlussprüfung (Semesterende).
The Economics of Financial Institutions
 
Die Vorlesung ist hinsichtlich des Managements von Geschäftsbanken konzipiert, mit speziellem Fokus auf einige australische Eigenheiten. Im Laufe des Semesters wird auf Risiken eingegangen, finanzielle Planung, die Rolle von Zentralbanken, Kapitalregulierung sowie Aktiven und Passiven.
Dr. Sean Turnell ist zweifelsohne äußerst kompetent und leitet die Vorlesung jeweils mit aktuellen Ereignissen ein. Doch im Anschluss an diese kurze Einführung legt er Seite für Seite seiner Unterlagen auf den Tageslichtprojektor und gibt sie in paraphrasierter Form wieder (ergänzt durch einige Anmerkungen). Falls man sich nicht dazu motivieren konnte zur Vorlesung zu gehen, kann man sie sich über das Internet herunterladen und anhören.
Die Gesamtnote resultiert aus einem "in-class essay" und der Abschlussprüfung. Aus meiner Sicht war der Anspruch des Dozenten vergleichsweise hoch. Allerdings ist Dr. Turnell sehr umgänglich und lässt mich sich reden.
Gambling, Sport and Medicine
 
Meiner Meinung nach ist es kaum möglich Statistik anschaulicher und unterhaltsamer zu vermitteln, als es in dieser Vorlesung praktiziert wird. Neben einigen Glücksspielen (Lotto, Keno, Roulette ...) werden Gewinn- respektive Trefferwahrscheinlichkeiten, Standardabweichungen, Varianzen, Verteilungen im Sport (Tennis, Basketball, Schwimmen, Fußball ...) und in Zusammenhang mit Erkrankungen untersucht. Experimente werden durchgeführt, Kurzfilme angesehen und externe Experten eingeladen.
Die Gesamtnote berechnet sich aus den Noten zweier eingereichter Tutorial Papers, dreier Assignments und der Abschlussprüfung. Sofern man sich etwas Mühe gibt, ist ein "Distinction" oder sogar ein "High Distinction" durchaus erreichbar (was bei anderen Vorlesungen eher schwierig ist).

Weitere Einblicke

Verkehrsmittel

Für die Buchung des Flugtickets kann ich STA Travel empfehlen, die spezielle Tarife für Studenten anbieten. (Du musst die Reise über ein STA Reisebüro desjenigen Landes abwickeln, aus dem du abfliegen möchtest.) Grundsätzlich kann entweder die Route über Nordamerika oder über Asien gewählt werden. Da ich meinen Flug relativ spät buchte, wurden mir nur ein 36-stündiger Flug über Nordamerika oder ein 24-stündiger über Asien angeboten, wobei die asiatische Variante stets kürzer ist. Trotz der längeren Flugzeit suchte ich mir den amerikanischen Weg aus, da ich auf diese Weise statt 20 respektive 25 kg immerhin 40 kg (ohne Aufpreis) einchecken konnte. Wenn du berücksichtigst, dass im australischen Winter (unserem Sommer) die Temperaturen teilweise auf 0 bis 5 Grad Celsius fallen und im Sommer (je nach Gebiet) auf 40 bis 45 Grad Celsius steigen, summiert sich alleine die Kleidung zu einem beachtlichen Haufen.
Vor dem Abflug hatte ich bereits über die Universität ein Shuttle gebucht, das mich (zusammen mit einigen anderen Studenten) vom International Airport zu meiner Unterkunft brachte. Falls man sich für eine Unterkunft im Stadtzentrum entschieden hat, ist allerdings auch der Zug eine bequeme und zügige Variante.
In der Stadt selbst ließ ich mich meistens mit dem Bus befördern. Je nachdem wohin man möchte, kann allerdings der Zug die schnellere Variante sein.

Das sollte man mitbringen

Am geschicktesten ist es, sich bei der Deutschen Bank ein Konto einzurichten. Dadurch kann man in Australien an den überall zu findenden Geldautomaten der Partnerbank Westpac kostenlos Geld beziehen.
Das Studentenvisum kann über das Internet beantragt werden. Die Genehmigung dauert nur wenige Tage.
Spezielle Impfungen sind nicht notwendig. Falls man jedoch überlegt nach Asien zu reisen, sollte eine Gelbfieber-Impfung vorliegen.
Ein Steckdosenadapter kann vor Ort in einem Elektronikfachgeschäft gekauft werden.
Hinsichtlich Kommunikation habe ich mit meinem Handy und einer australischen Prepaid-Karte telefoniert.

Unterkunft

An der Macquarie University gibt es vier Möglichkeiten eine Unterkunft zu beziehen. Du kannst in eines der beiden Colleges (Wohnheime) direkt auf dem Campus einziehen, in ein über die Universität vermitteltes Apartment in der Nähe der Universität, dir selbst eine Unterkunft in der Nachbarschaft suchen oder dich in Sydney einquartieren. Vom Campus nach Sydney dauert es ziemlich genau fünfzig Minuten mit dem Bus. Daher hatte ich mir vor meiner Abreise eine ganze Weile überlegt, ob ich nicht in die Stadt ziehen sollte. Schließlich habe ich mich aus Zeitgründen und Bequemlichkeit dazu entschlossen bei der Universität zu wohnen. Bei den Apartments hatte ich kein Glück, so dass mir die Wahl zwischen Macquarie Village (speziell für Studenten entworfen) und den Colleges blieb. Meine Wahl fiel auf das Dunmore Lang College (DLC) und ich habe sie in keinster Weise bereut. Falls du in einem College wohnen und leben möchtest, solltest du auf keinen Fall ins Robert Menzies einziehen (militärisch organisiert). Die günstigsten Zimmer im DLC kosten 6 821 australische Dollar, wobei 600 davon nur als Kaution hinterlegt werden. In diesem Betrag sind (bis auf Samstag Abend) sämtliche Mahlzeiten inbegriffen. Das Essen ist wahrscheinlich wie in den meisten Kantinen, nicht überragend, aber durchaus genießbar. Zweimal in der Woche kannst du die Bettwäsche wechseln, einmal in der Woche wird dein Zimmer gereinigt. Ungefähr die Hälfte der Bewohner ist einheimisch, die andere Hälfte aus aller Welt. Fast jede zweite Woche findet ein sportlicher Wettkampf oder eine Floor Party statt. Herausragende Events sind das Musical, der College Ball, das Valedictory Dinner sowie der Conception Day.

Unterkunft
 

Lustige Geschichte

Die längste ununterbrochene Party meines Lebens fand an dem sog. Conception Day, dem Gründungstag, der Universität statt, der alljährlich im großen Stil gefeiert wird. Um 6 Uhr morgens genossen wir den ersten Punch (Bowle) am College. Nach einem deftigen Frühstück leerten wir die Bierbestände, testeten den Pool und die Wasserrutsche, bevor wir nach einem Snack an die Universität pilgerten. Dort spielten bei strahlendem Sonnenschein Live-Bands bis in die späten Abendstunden. Wem die Musik nicht gefiel, konnte sich auf zwei Dance Floors austoben oder einfach in einem Zelt respektive auf der Terrasse entspannen. Gegen Mitternacht machten wir uns dann langsam auf den (glücklicherweise kurzen) Weg zum College.

Websites

Die Stadt

Stadtbericht

In der Nähe des Campus findet sich nur "The Ranch", die daher mindestens jeden zweiten Mittwoch aufgesucht wird. Donnerstags können Studenten von günstigen Preisen an der Uni-Bar profitieren. Am Wochenende ist die Cargo Bar, La Cita (King Street Wharf), Three Wise Monkeys, aber auch das Casino einen Besuch wert. Außerdem wartet King's Cross mit einigen interessanten Locations auf.
Falls man sich auf oder in der Nähe des Campus eingenistet hat, findet man alles Erdenkliche in der relativ großen Shopping-Mall Macquarie Centre (Kino, Restaurants, Cafés, Kleidungs-, Schreibwaren-, Schuh-, Schmuckgeschäfte, Supermärkte ...).
Im Mid-Semester Break reiste ich mit Kommilitonen innerhalb von siebzehn Tagen von Cairns im Nordosten entlang der Küste nach Brisbane. Eine Reise, die ich nicht missen möchte. Nach den letzten Prüfungen flog ich nach Melbourne und fuhr auf der Great Ocean Road und durch die Grampians nach Adelaide, bevor ich den Weg in Richtung Alice Springs (Zentrum) einschlug.

Bewertung Stadt
 

Das Interview

Ablauf des Interviews

Nachdem ich eine Messe australischer und neuseeländischer Universitäten an der LMU in München besucht hatte, entschied ich, mich an der Australian National University (Canberra), der University of Melbourne, der University of Western Australia (Perth), der Macquarie University und der University of Adelaide zu bewerben. Ich traf diese Auswahl aufgrund der Güte der Universitäten, aber auch aufgrund der unterschiedlichen Aufnahmebedingungen der Universitäten. Das Institut Ranke-Heinemann (Vertretung australischer und neuseeländischer Hochschulen im deutschsprachigen Raum) übernahm bei dem Prozess die Rolle des Vermittlers. Mir wurden die jeweiligen Kriterien (Notenschnitt, erforderliches Resultat des Sprachtests) mitgeteilt, ich stellte die Unterlagen zusammen, schickte sie an das Institut und dieses leitete sie weiter. Ich kann dir nur wärmstens empfehlen die kostenlose Hilfe des Instituts Ranke-Heinemann in Anspruch zu nehmen. Bis auf die Australian National University (die weder einen positiven noch einen negativen Bescheid schickte) erhielt ich von allen eine Zusage. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten von Macquarie aus, da sie (im Gegensatz zur University of Melbourne) über einen zentralen Campus verfügt, sehr international ist und eine gute Reputation genießt. Außerdem war natürlich auch die fantastische Metropole Sydney ein Faktor, der miteinbezogen wurde.


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