DB Schenker Rail Deutschland (Bewerbung Trainee)

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Organisation DB Schenker Rail Deutschland
Position Trainee
Beworben für Trainee
Wann? 2005

Bewerbungsprozess

Railion Deutschland AG macht nur Übungen im AC und überhaupt kein Interview.

Ablauf des Interviews

Zum AC:

Dauer: 8:30 - 17:00 Uhr
Teilnehmer:
- 4 AC-Beobachter (alles Frauen)
- 2 AC-Aufpasser (ich nenn sie mal so, fürs organisatorische zuständig aber keine Entscheidungsträger)
- 12 Kandidaten für eine vakante Stelle, ggf. noch weitere Stellen im Konzern möglich

Ablauf:
Zuerst wird ganz kurz über den Ablauf des ACs referiert.

1.Übung (falls man diese so nennen kann):
sich selbst vorstellen: Name, Alter, Studienort, wichtigste praktische Erfahrung, wie auf die Stelle aufmerksam geworden
- jeder also reihum 2,3 Sätze über sich sagen (wer irritiert ist, daß man die Powerpoint-Folie mit der Aufgabenstellung nicht lesen kann, weil der AC-Beobachter dummerweise davorsteht, dem sei versichert, daß es auch später nicht besser wird).
Inwiefern diese 2,3 Sätze bewertet werden läßt sich nicht sagen, im Feedback-Gespräch wird es nicht angesprochen.

2. Übung:
Gruppendiskussion:
Dauer: 20min (+15min Vorbereitung)
Durchführung: Die 12 Kandidaten werden in zwei 6-er Gruppen eingeteilt, je 2 Beobachter je Gruppe.

Thema: Gmbh-Gründung mit Sitz Frankfurt, 200 000 € Kapital, alles gleichberechtigte Gesellschafter
Aufgabe:
- welche Branche soll Unternehmen haben ?
- wer soll Geschäftsführer sein ?
- die 5 wichtigsten Schritte der GmbH, die nun gemacht werden müssen ? Lösungsansatz: ?
Selbst im Feedback (welches übrigens miserabel ist, dazu später mehr), wird einem nicht gesagt wie man es hätte machen sollen. Bei mir wurde etwa kritisiert, daß ich öfters "Ich denke", "Ich bin der Meinung" gesagt hätte, was mir aber offenkundig entgangen ist, jedenfalls waren sie der Überzeugung ich hätte das gesagt und sie fanden es nicht gut (weil angeblich mangelnde Standhaftigkeit). Auf meine Nachfrage wie man es hätte besser machen können erhielt ich wörtlich die Antwort: "Das weiß ich nicht. Leider fällt mir jetzt gerade kein Beispiel ein." - mußte fast lachen als die AC-Beobachterin das gesagt hat.
Weil die Zeit sehr begrenzt war hat jeder Teilnehmer zwar nur etwa 5 Sätze gesagt, dennoch reicht das offenbar aus um sich einen tiefgehenden Eindruck über die eigene Persönlichkeit zu bilden.
Lösung: Wie gesagt: ?
Ich weiß es nicht und die AC-Beobachter wußten es offenkundig auch nicht.

3. Übung:

Präsentation:
Dauer: 7min (+30 min Vorbereitung)
Durchführung:
Jeweils Einzelpräsentation in seperatem Raum vor 2 Beobachtern
(Übung findet wieder parallel statt)
mittels zwei Folien + Notizen.

Thema:
Auf welchem Gebiet kann die DB von einem realen anderen Unternehmen etwas lernen ?
Was sind die Chancen/Risiken ?
Welche Rolle spielt man selbst dabei und wie kann man durch seine eigene Mitarbeit die Verbesserung vorantreiben ?
Man muß das Ergebnis dem Vorstand präsentieren und soll dabei möglichst seine eigenen praktrischen Erfahrungen einfließen lassen.
Lösungsansatz: ebenfalls ungewiss

Als besonderer Fallstrick war in diesem AC, daß der AC-Aufpasser nach 26,27 Minuten gesagt hat: "So, die 30min sind nun um." und eingesammelt hat. Wer sich also wirklich auf die 30min verlassen und seine Zeit entsprechend eingeteilt hat, hatte ein Problem. Ich vermute mal, daß dies ein Ausrutscher des AC-Aufpassers und nicht beabsichtigt war, peinlich wars jedoch schon.
Da man nicht wirklich Einblick in die Strukturen des DB-Konzerns hat und wohl auch nicht in ein anderes Unternehmen so daß man guten Gewissens ein Verbesserungsfeld empfehlen kann, ging es bei der Übung offensichtlich um Präsentation selbst wenn man keine Ahnung hat. Was jedoch nicht heißt, das es nur ums präsentieren geht, denn ich bekam auch inhaltliche Kritik.
Positiv wird vermerkt:
Unterschiedliche Farben für die Folien nutzen
Beide Folien nutzen

4.Übung:
Analytischer Test
Dauer: 40min
Durchführung:
alle zusammen in einem Raum unter Aufsicht
Aufgaben:
4 Aufgaben mit insgesamt 34 Fragen:
1.) Aufgabe:
Personaler hat Details über Kandidaten vergessen, nun muß man es aus Infos zusammenpuzzeln.
Stil:
Infos:
- Die Bewerberin aus München hat Jura studiert.
- Bewerberin Maier hat mehr Berufserfahrung als die Bewerberin aus Stuttgart.
Fragen zum Lösen dann etwa:
- Was studiert Kandidatin aus Berlin ?
- Wer studiert VWL ?
etc.

2.) Aufgabe:
Etwa 18 Unteraufgaben der Kategorie:
Keine der Außenstellen hat die gleiche Öffnungszeit wie alle der Nebenstellen.
Keine der Nebenstellen hat die gleiche Öffnungszeit wie einige der Hauptstellen.
Welche Aussage ist richtig ?
a) Keine der Hauptstellen hat die gleiche Öffnungszeit wie einige Außenstellen.
....
e) Es ist keine Aussage möglich
Bis auf 3mal scheint e) immer die richtige Antwort zu sein.

3.) Aufgabe:
Bahnstrecken hinsichtlich ihrer Rentabilität, Kundenzufriedenheit etc. untersuchen

4.) Aufgabe
Prozentrechnen
Mitarbeiter Vollzeit/Teilzeit und wieder bruchstückhafte Infos, so daß erstmal
gepuzzelt wird.

Lösungsansatz:
An sich sind die Aufgaben machbar, jedoch natürlich nicht in 40min. Der Trick ist deshalb im Zweifel einfach zu raten (bei Aufgabe 2.) immer e) ankreuzen).
Ich habe etwa die Hälfte der der 2.Aufgabe geraten (dafür gabs die meisten Punkte, weil es die meisten Unteraufgaben waren) und ein "sehr gutes" und "weit überdurchschnittliches" Ergebnis erzielt.
Meiner Meinung sagt dies zwar einiges über die Nicht-Geeignetheit dieses Tests hinsichtlich der Überprüfung des analytischen Denkvermögens aus (bzw. das die Aussagekraft des Tests qualitativ sehr begrenzt ist), aber bitte. Immer e) ankreuzen, dann kann fast nichts schiefgehen.

12:30h
Mittagspause, Essen in der Kantine mit der Gelegenheit Fragen zum Unternehmen zu stellen (sollte man wohl tun, wenn man unbedingt den Job will)

13:30h
weitergehts

letzte 5. Übung:
Rollenspiel
Dauer: 10min (+15min Vorbereitung)
Durchführung: jeweils einzeln vor 2 Beobachtern, 1 AC-Aufpasser ist nun Rollenspieler

Thema:
Bin Leiter von Abteilung (6 Mitarbeiter), Mitarbeiter Kurz geht am Monatsende. Stelle wird nicht neu besetzt. 50 % der Arbeitszeit von Mitarbeiter Kurz hat dieser auf wichtiges Projekt Bereichsstrategie 2008-2012 verwendet. Mein bester Mitarbeiter Möller soll nun Projekt fortführen, was ich auch dem Vorstand so zugesagt habe. Dummerweise arbeitet Mitarbeiter Möller ohnehin schon mehr als alle anderen und hat noch eine Vielzahl anderer dringenster Projekte an der Backe. Jedoch möchte ich Mitarbeiter Möller zu meinen Stellvertreter machen, mir fehlt nur noch das OK vom Vorstand.

Jetzt gehts los:
Soweit eben die Theorie. Leider erzählt mir Mitarbeiter Möller im Gespräch dann Sachen, die ich eigentlich als sein Vorgesetzter wissen müßte, doch leider nicht im Sachverhalt stehen.
1.) Er hat gestern schon gehört, daß er das Projekt übernimmt. (man kann mangels Sachverhalt angaben nur raten, was das schiefgelaufen ist bzw. wers verbockt hat. Es ist wohl so gedacht, daß man selber vorher schon geplappert hat, weshalb man sich entschuldigen soll. Erfährt man aber erst im Feedback.)
2.) Der Hinweis über flexible Arbeitszeitgestaltung, Überstundenabbau etc. was man sich schön zur Vorbereitung überlegt hat, kann man sich in die Haare schmieren. Mitarbeiter Möller hat in den letzten 3 Jahren keine einzige Überstunde als Freizeit nehmen können.
Schön, daß ich als Vorgesetzer erst im Gespräch davon erfahre (wie gesagt, bei 6 Mitarbeitern...).
3.) Man denkt nach 5 Minuten holt man den Joker raus und ködert mit der Aussicht auf den Stellvertreter-Posten. Doch denkste, Mitarbeiter Möller, mein bester Mitarbeiter, meint einfach "Nö, Stellevertreter möchte ich nicht werden." Selbst nachhaken und Schilderung der spannenden Themen dieses Postens bringen nichts. Dieser Anreiz ist also ebenfalls futsch.
4.) 1 Minute vor Ablauf der 10min packt Mitarbeiter Möller nochmal was aus, er muß ins Fitness-Studio 2mal die Woche immer um 17h. Auf einen späteren Zeitpunkt verschieben will er natürlich nicht.
Tja, und das ist nun mein bester Mitarbeiter, will kein spannendes Projekt für den Vorstand, will nicht befördert werden, will aber um 17h 2mal die Woche ins Fitness-Studio. Es erübrigen sich Überlegungen wie schlecht demnach erst die anderen Mitarbeiter sein müssen.

Lösungsansatz:
Nettes Klima schaffen, Platz anbieten, Getränke anbieten
Ansonsten schwierig einzuschätzen:
Was anscheinend nicht gut ist:
Mitarbeiter vorschlagen, daß er das Projekt mal provisorisch übernimmt und wir für 2, 3 Wochen später einen Feedback-Termin vereinbaren um zu sehen wie denn nun die tatsächliche Arbeitsbelastung ist und wies eben läuft um dann ggf. was zu ändern.
(ich habe es so gemacht und sie fanden es nicht gut: wie man es anders machen könnte, haben sie nicht verraten.)

ca. 14:30h
der Spuk ist vorbei, nun kommt der gemütliche Teil:
ein ehemaliger Trainee und nochmal ein AC-Beobachter erzählt was übers Unternehmen und über das Trainee-Programm.

Anschließend ziehen sich die AC-Beobachter für etwas mehr als eine halbe Stunde (!; wir erinnern uns: 12 Kandidaten, also etwa 3, 4 Minuten pro Kandidat) zurück und beraten das Ergebnis.

Interview-Fragen

Sich über das Unternehmen vorab zu informieren ist nahezu überflüssig. Es frägt keiner danach und man kann bestenfalls in der 7min Präsentation was einfließen lassen.

Gruppendiskussion:
Nicht "Ich denke" sagen. Anscheindend ist das schlecht.

Analytischer Test:
Immer e) bzw. "keine Ausssage möglich" ankreuzen.

Rollenspiel:
Sich auf jedenfall entschuldigen wenn der Mitarbeiter irgendwas sagt was schiefgelaufen ist, selbst wenn man nichts gemacht hat und schuldlos ist.

Wer aus Hamburg oder Berlin angereist ist, tut mir übrigens leid, denn Railion zahlt natürlich nur eine Übernachtung und läßt einen abends nach dem AC nach Hause fahren, egal wo das liegt.

Einblicke und Insider-Tipps

Am Ende gibts individuelles Feedback von jeweils etwa 10min und man erfährt ob man die Stelle kriegt (ich bin nicht sicher, ob sie einen einzigen genommen haben-habe mit etwa 8 von den 12 Leuten gesprochen, die abgelehnt wurden).
Wenn man bedenkt daß das die ganzen Übungen (ohne anayltischen Test) ganze 37min gedauert haben, wird man überrascht sein, welche tiefgreifenden Erkenntnisse die AC-Beobachter über die eigene Persönlichkeit gewonnen haben (vor allem, nachdem sie sich ja am Ende zusammen ganze 4,5 Minuten über einen beraten haben).
Das Feedback ist ein Feedback aus dem man keine bzw. so gut wie keine Erkenntnisse ziehen kann und verdient den Namen "Feedback" im Grunde nicht.
Die einzige Erkenntnis die ich für mich aus dem AC gewonnen habe ist die, daß es sich bei diesem Unternehmen um einen sehr armseligen Verein handelt (jedenfalls wenn die ACs immer so sind).

Feedback des Unternehmens

Sehr direkt, freundlich, gute Gesprächsatmosphäre

Branche

Tourismus


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