IBM (e-business Innovation Center; Online Marketing)

(4.2/5)   3 Votes
Art des Erfahrungsberichts:Unternehmen/ Praktikum
Unternehmen: IBM
Stadt: Hamburg
Position: Paktikant
Beginn oder Zeitraum: Februar - Juli 2002

Erfahrungsbericht Zusammenfassung IBM

Gesamtfazit

Die Zeit bei IBM war nicht schlecht -
allerdings war der Lerneffekt in meinem
ersten Praktikum bei Intershop größer.
Dieses Praktikum würde ich als
"Erstpraktikum" empfehlen (obwohl
Vordiplom von Bedeutung ist).

Pro
- Betreuung - Projektarbeit / Teamarbeit - technische Ausstattung - Arbeitszeiten - Bezahlung (zum Praktikantengehalt gibt's noch ein tägliches Essensgeld) - Atmosphäre im Center: Mitarbeiter - Location
Contra
- zu viele kleine Aufgaben (kein "roter Faden" bzw. praktikumsbegleitende Aufgabe) - Arbeitsweise (Motivation zum langsamen Arbeiten) - Wetter
Gesamtbewertung
 

Beschreibung der Arbeit

Ein Arbeitstag im e-bIC ist nie wirklich
langweilig. Gerade, wenn man sich für
den Tag etwas vorgenommen hat, kommt ein
gestresster Project Manager an Deinen
Platz und bittet Dich, doch hier und da
mal auszuhelfen. Komischerweise kommen
Praktikanten immer erst sehr spät in ein
Team - last panic Attacken sozusagen...
na gut, ich fange mal von vorne an...
---
Wie sah Dein Tag aus?
---
Vor um 9 fangen nur Leute an, die das
auch wollen. Der Rest trudelt zwischen 9
und 11 ein, nach durchzechten Nächten
ist auch niemand böse, wenn es noch
später wird. Zeiterfassung gibt es nur
im Projektrahmen und für das interne
Stundenerfassungstool (für Praktikanten
uninteressant). Solange jeder seine
Arbeit schafft, und das hervorragend,
ist das ok. Gearbeitet wird 40h/Woche;
Überstunden sind die Regel, sollten
jedoch schnellstmöglich abgearbeitet
werden. Urlaub gibt?s 1,5 Tage im Monat.
Einen typischen Arbeitstag gibt es im
e-bIC nicht, bis auf Computer anwerfen,
hoffen, dass Lotus Notes noch läuft,
Telefon anmelden und Tee / Kaffee kochen.
---
Was hattest Du für Aufgaben?
---
Ich war in drei großen Projekten aktiv:
1. Angebotserstellung für eine
Intra-/Extranetlösung (mittelständiger
Reinungsmittel und ? Gerätehersteller)
2. Relaunch einer Webseite
(Automobilkonzern)
3. Relaunch einer besetehenden
Internet-/Extranetlösung (Reiseportal)
In diesen Projekten nahm ich die
unterschiedlichsten Aufgaben wahr. Hier
eine kleine Zusammenstellung:
* Sitemaperstellung (konzeptionell),
Produktionssitemap-Erstellung und
Weiterentwicklung
* Präsentationserstellungen aller Art
(Marktpräsentation, Angebotspräsentation)
* Usability Tests
* Recherchen: Zielgruppen, Content Anbieter
* Dokument-Erstellung, -Verwaltung

Interne Aufgaben umfassten:
* die Weiterentwicklung der IBM Global
Services Method (e-bIC Besonderheiten)
* die Entwicklung eines neuen Akquisetools
* Recherchen / Umfragen zu Themen wie
?E-Mail Marketing?, ?Content
Syndication?, ?Top Online Vermarkter
Deutschlands?
* das Updaten von Excel-Tabellen
(kommende Events, Preisvergaben etc.)
Außerdem habe ich zeitweise für die
Consultants gearbeitet. Mit denen habe
ich im Rahmen eines Projektes eine
Lieferantenumfrage zum Stand von
eProcurement Aktivitäten durchgeführt
und ausgewertet. Weiterhin sollte ich
eine strategische Ausarbeitung zur
internen Einkaufsproblematik in
Großunternehmen verfassen.
---
Waren sie herausfordernd?
---
Teilweise ja, aber nicht durchgängig. Da
ich viele kleinere Aufgaben nebenher
bearbeitete, fehlte mir etwas der
ominöse ?rote Faden?. Die Aufgaben
bauten nur selten aufeinander auf. In
vielen Fällen war eine schnelle
Auffassungsgabe (und schnelles Einlesen
in neue Sachgebiete) erforderlich. Mein
Enthusiasmus wurde auch ständig etwas
gezügelt ? so schnell, wie ich
arbeitete, war gar nicht erwünscht. Wie
auch schon in meinem ersten Praktikum,
konnte ich auch in diesem einiges dazu
lernen; nicht nur thematisch (Content
Syndication, Usability, Branding,
Accessibility), sondern auch in Bezug
auf Projekt- und Teamarbeit. Während des
Praktikums konnte ich außerdem drei
Online-Kurse absolvieren (Global
Services Method, Project Management
Fundamentals, Accessibility).



Lernerfahrung und persönliche Entwicklung
 

Gehalt
 

Atmosphäre - IBM

Atmosphäre

Das e-bIC besteht zum Großteil aus recht
jungen Leuten (vor allem die Designer,
Consultants und Marketingleuchens), was
eine angenehme Arbeitsatmosphäre
schafft. Es gibt hier zum Glück kein
Wissen-ist-Macht-Gehabe; Mitarbeiter
sind bemüht, einen echten
Wissensaustausch zu organisieren ? sie
helfen sich gegenseitig, weisen auf
Sachen hin und unterstützen den jeweils
anderen, so gut wie irgendwie möglich.
Das hat mir sehr gefallen. Ich konnte
immer auf Mitarbeiter zugehen, sie
fragen und um Unterstützung bitten.
Das e-bIC ist der herrlichen
Speicherstadt Hamburgs untergebracht ?
alte Lagerhäuser wurden in neue
Büroräume umgewandelt: überall sind noch
alte Streben (mit Bemerkungen und
Kritzeleien versehen), dennoch ist alles
äußerst modern: viel Glas, viel Grün,
Küchen, Technik, unbequeme Sitze etc.

Diese Persönlichkeit passt ins Unternehmen

Also folgende Eigenschaften sind in
diesem Praktikum erwünscht:
* Teamfähigkeit
* schnelle Auffassungsgabe und
konzeptionelles Denken
* selbstsicheres Auftreten
* sehr gute Kommunikationsfähigkeit
* gute MS-Office / Internetfähigkeiten
* eigenverantwortliches Arbeiten
* gute Englischkenntnisse
* 10-Finger-Tipp-System von Vorteil
Hinweis: ein geübter Umgang mit IBM
spezifischer Software (Lotus Notes und
Smart Suite) ist nicht erforderlich: im
e-bIC wird als Mailsystem Lotus Notes
verwendet (Basics sind gut erlernbar),
ansonsten dominiert aber die
Windows-Welt (Betriebssystem, MS Office
Paket).

Empfehlung

Oh - bestimmt viele. So genau weiß ich das aber nicht. Die IBM verfügt über einen gewaltigen Studenten-Betreuungsapparat: die helfen in allen Fragen. Mir wurde ein Diplomarbeitsangebot unterbreitet. Meine Betreuerin geht ab September ins Ausland - bis jetzt weiß ich noch nicht, wer ihre Arbeit dann unternimmt. Die Managerin, Frau Gottschalk, ist daher der nächste Ansprechpartner. Die Praktikumsstellen werden immer im Internet ausgeschrieben. (mein Nachfolger (bis Februar) ist allerdings schon gefunden, also Anfang 2003 noch mal probieren)

Kooperation untereinander
 
Karrieremöglichkeiten
 
Spaß
 
Unternehmenskultur
 
Unternehmensumfeld
 

Branche

Informationstechnologie

Die Stadt

Stadtbericht

Für einen armen Reutlingen-Studenten ist
Hamburg natürlich das ?Tor zur Welt?.
Wahnsinnig riesiges kulturelles Angebot:
Theater, Konzerte, Museen aller Art;
Naturangebot schlechthin (zwar alles
etwas platt, aber nicht minder schön):
Parks, Nord- und Ostsee sind mit dem Zug
/ Auto in 1h erreichbar; Nightlife;
herrliches Kinoprogramm (Abaton, Zeise
etc.). Kultur-, Sport- und
Freizeitangebot an besten selbst
erkunden... es gibt von allem etwas.
Einen guten Einstieg bietet das Magazin
?Szene Hamburg? (? 2,50).
Wohnungssuche gestaltet sich recht
schwierig: wer keine Lust auf Wohnheim
hat, findet nur schwer etwas (z.B.
Mitwohnzentrale) und wenn doch, geht es
mächtig ins Geld. Zimmer ab ? 300 mit
Etagenklo sind keine Seltenheit. Ich
habe mich für ein Wohnheim etwas
außerhalb der City entschieden (? 220,
ehemalige Kaserne), 6er WG, S-Bahn
Anschluss. Regelung mit den Hausmeister
geht vorab telefonisch problemlos;
Einzug immer zu Monatsbeginn und ?mitte.

Bewertung Stadt
 

Das Interview

Beworben für

Praktikum

Ablauf des Interviews

Das Auswahlgespräch in Hamburg war
schwieriger als erwartet. Das Gespräch
wurde von der Managerin des Bereiches
Online Marketing & Design sowie meiner
späteren Betreuerin (studierte
Psychologin) geführt. Die Fragen gingen
sehr in die Tiefe (z.B. zum Arbeitsstil,
was würdest Du machen, wenn? etc.) und
es wurde vielfach nachgehakt ("warum
denn nun genau IBM? Warum e-bIC: IBM
steht doch nicht für Online Marketing
Services" etc.). Außerdem wurde der
Lebenslauf sehr detailliert besprochen,
die Ziele und Erreichtes genau
überprüft. Günstig ist es, sich vorher
schon ein genaues Bild zu machen, was
man vom Praktikum erwartet, welche
Einstellung man hat etc. (klar, wie bei
jedem Vorstellungsgespräch - hier aber
sollte man sich wirklich detaillierte
Argumente beiseite legen). Außerdem
dient der zweiseitige Check nur dem
späteren Arbeitsklima (Enttäuschung).
Das Gespräch dauerte übrigens fast 90
Minuten.


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