Karriere im Familienunternehmen

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Florian Wackermann erzählt vom Charme der Hidden Champions und wie du als Bewerber attraktive Karrierechancen abseits der Großkonzerne findest.

Karriere im Familienunternehmen

Dr. Florian Wackermann (li.) und Hans-Ewald Reinert, geschäftsführender Gesellschafter Reinert (re.)

"Wie bitte? Du ziehst wohin? Und machst was?“ Ein einfaches Kopfnicken oder zustimmendes Desinteresse konnte ich nicht erwarten, wenn ich Freunden erzählte, dass ich von München nach Versmold, eine ostwestfälische Kleinstadt im Dreieck der Hochschulstädte Münster, Osnabrück und Bielefeld, ziehen und dort in einer Fleischerei anfangen würde. Ich hatte doch immerhin Universitätsabschlüsse aus drei Ländern und den frischen Doktortitel in der Tasche – hätte ich als High-Potential nicht zu einem internationalen Großkonzern gehen müssen?

Karrierechancen, Internationalität und Menschlichkeit bei Hidden Champions

Meine berufliche Standortbestimmung nach der Promotion ging natürlich mit der Frage los, was eine neue Arbeit mir eigentlich alles bieten soll. Wichtig waren mir dabei 3 Kernthemen: Zum einen wollte ich interessante Karriereperspektiven haben und schnell Verantwortung übernehmen können. Darüber hinaus sollte die neue Stelle ein breites Aufgabengebiet im Management mit internationalen Fragestellungen umfassen. Letztlich sollten die Arbeitsbedingungen und das Umfeld sympathisch sein. Schon klar, die eierlegende Wollmilchsau – oder eben ein familiengeführter Hidden Champion, der groß genug ist, um interessant zu sein, und klein genug, um eine dynamisch innovative und persönliche Atmosphäre zu bieten.

Familienunternehmen suchen nach qualifiziertem Nachwuchs

Die Westfälische Privat-Fleischerei Reinert, die deutschlandweit unter anderem durch ihre Bärchen-Produkte bekannt ist, ist einer der größten Fleisch- und Wurstveredeler in Deutschland. Das Familienunternehmen wächst nun schon in der dritten Generation kontinuierlich stark dank der klaren Ausrichtung auf höchste Qualität, Flexibilität und Innovation. Um die Zukunft zu sichern, ist es natürlich wichtig, dass neue Mitarbeiter mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Charakter auch zur Firmenphilosophie und Unternehmenskultur passen. Jedoch können Hidden Champions nicht einfach nur mit einem weltbekannten Namen High-Potentials auf sich aufmerksam machen, sondern müssen schnell und überzeugend potentielle Kandidaten begeistern. Deshalb sucht Reinert häufig den persönlichen Kontakt zu Bewerbern und macht es sich zur Aufgabe, diesen auch dann kontinuierlich zu pflegen, wenn vielleicht gerade keine Stelle frei ist.

Karrieretag als Treffpunkt für Hidden Champions mit hochqualifizierten Bewerbern

Meine Wege und die der Fleischerei Reinert kreuzten sich dann auf dem Karrieretag Familienunternehmen. Jeder Kandidat musste sich auf einer Din-A4-Seite im Vorfeld um die Teilnahme bewerben. Die zuständigen Personalverantwortlichen bei Reinert konnten dann aus den verschiedenen, ausgewählten Teilnehmerprofilen die Bewerber aussuchen, mit denen sie gerne ein persönliches Gespräch führen wollten – so trafen wir zum ersten Mal aufeinander. Dabei eröffneten mir die Herren sehr schnell, dass das Unternehmen momentan eigentlich gar keine Stelle für mich hätte, aber dass man mich eben einmal kennen lernen wollte. 30 Minuten später hatten wir gegenseitig einen positiven Eindruck hinterlassen und gingen erst einmal unserer Wege.

Persönlicher Kontakt und kurze Entscheidungswege

Kurz darauf bekam ich dann die Einladung nach Versmold, damit ich Herrn Reinert, den geschäftsführenden Gesellschafter, persönlich kennenlernen könne. In einem zweistündigen Gespräch konnten dann Herr Reinert und ich ausloten, ob sich jeder von uns vorstellen könne, dass ich als sein Assistent in den nächsten 2 Jahren in Führungsrollen hineinwachsen würde. Dabei festigte sich der positive Eindruck und so konnte ich nach insgesamt weniger als 4 Wochen den Arbeitsvertrag unterschreiben. Wenn die eigenen Vorstellungen und die eigene Persönlichkeit mit der offenen und dynamischen Unternehmenskultur zusammenpassen, so bieten Familienunternehmen und Hidden Champions ein optimales Arbeitsumfeld – dafür zieht man sogar aus der bayeri schen Metropole ins ostwestfälische Idyll.

Florian Wackermann studierte Deutsch-Französisches Management an den Universitäten Augsburg und Rennes und absolvierte ein Master-Programm in Economics an der Wayne State University in Detroit. Er promovierte im Bereich der Innovationsökonomik an der Universität Augsburg und arbeitet als Assistent des geschäftsführenden Gesellschafters bei der Westfälischen Privat-Fleischerei Reinert.

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