Interview: Bewerben in der Corona-Krise bei thyssenkrupp Management Consulting

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Isa Mackenberg ist Head of Human Resources bei TKMC. Im squeaker.net-Interview erklärt sie, was Corona für deine Karriere im Consulting bedeutet und was Recruiter jetzt von dir erwarten.

TKMC Corona

Bewerber sind angesichts von Terminabsagen auf der einen und Nachrichten zu Expansionsplänen der Beratungen auf der anderen Seite verunsichert. Sind die Einstellungsphasen erst einmal „on hold“? Wie sollen sich interessierte Bewerber jetzt verhalten und vorbereiten? 

„Business as usual“ gilt natürlich nicht mehr, „Preparation as usual“ schon. Auch wenn die Vorstellungsgespräche bei den Beratungen zu einem späteren Zeitpunkt oder aber per Video-Telefonat stattfinden, sollte die Vorbereitung auf die Gespräche nicht anders aussehen oder weniger intensiv sein. Cases zu üben bleibt das A & O einer guten Vorbereitung für erfolgreiche Interviews. Wenn jemand auf die Eventsaison gewartet hat um mit möglichst vielen Beratungen in Kontakt zu kommen, ist es natürlich ärgerlich, dass diese verständlicher Weise derzeit nicht stattfinden. Hier gilt es nun einmal mehr zum Telefonhörer zu greifen und uns anzurufen um alle Fragen loszuwerden: Fragen zum Recruiting-Prozess, zum Arbeitsalltag, zum Einstieg, zu Projektthemen, zum Konzern – alles können wir in einem persönlichen Telefonat erläutern und nehmen uns gern Zeit dafür.

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Corona & Recruiting

Trotz der Corona-Pandemie halten einige Unternehmensberatungen an ihren Plänen für weitreichende Neueinstellungen fest. Doch wie sieht Recruiting & Employer Branding in Zeiten massiver Kontakt- und Reiseeinschränkungen überhaupt aus? 

New York ist als „Stadt, die niemals schläft“ bekannt – gleiches gilt derzeit für die Social Media Kanäle von vielen Beratungen; die Timelines füllen sich mit Fotos aus dem Homeoffice und Ideen, wie man trotz Ausgangsrestriktionen die gute Laune nicht verliert, auch über die Distanz mit Kollegen Kontakt hält und erfolgreich Projekte voran treibt. Gerade für Studenten, die in ihrer Abschlussarbeit stecken, gleicht sich der Arbeitsalltag von Beratern und ihnen selbst sehr und so gibt’s auf diese Art und Weise vielleicht den ein oder anderen Tipp, wie man motiviert bleibt und Schreibtischpausen gut nutzen kann. Gleichzeitig haben die privateren Einblicke neben einem Eindruck des „Daily business“ im Consulting den Vorteil, dass Bewerber einen Eindruck von den Kollegen der einzelnen Beratungen bekommen. Eine authentischere Möglichkeit die möglichen neuen Kollegen kennenzulernen gibt es wohl kaum – auch in „Nicht-Corona-Zeiten“.

Corona & Unternehmensberatung

Die Krise wird eine Verschiebung der Relevanz einzelner Branchen mit sich ziehen. Wird die Corona-Krise dem Beratungsmarkt Auftrieb geben? Können Sie hier schon vorsichtige Prognosen wagen? 

Derzeit ist wohl jeder vorsichtig mit Prognosen über die Zukunft, weil keiner weiß, wie lange die Welt noch mit der Corona-Krise zu kämpfen hat und wie stark die wirtschaftlichen Folgen für die einzelnen Branchen und Unternehmen sind. Viele externe Beratungen reisen nicht mehr zum Kunden, Unternehmen überprüfen ihre Finanzen und das kann dazu führen, dass Projekte abgebrochen werden und/oder Folgeprojekte bei externen Beratungen nicht mehr beauftragt werden. Auf der anderen Seite wäre der Schluss möglich, dass Unternehmen nach der Krise auf die Hilfe von externen Beratungen stärker als zuvor angewiesen sind. Für TKMC hat sich die Projektlage nicht geändert; wir profitieren sogar stark davon, dass wir als interne Beratung genau wissen, wie sich die Corona Lage auf den Konzern auswirkt, kennen die gleiche Konzernkommunikation, arbeiten mit den gleichen Systemen und haben die gleiche IT-Infrastruktur. Der Vorteil der internen Beratung „als Kollege die Kollegen“ zu beraten zahlt sich definitiv nun einmal mehr aus und stärkt den konzerninternen Zusammenhalt enorm.

Corona & Soft Skills

Die Corona-Krise fordert nicht nur Gesundheitssysteme und Politik, sondern jeden Einzelnen von uns heraus. Mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung, Solidarität, Kooperation, Mitgefühl, Disziplin und Rücksichtnahme. Wird sich angesichts der Krise die Bedeutung von Softskills auch im Recruiting verändern? Welche Softskills gewinnen hier an Relevanz? 

Es sind exakt die genannten Softskills, die auch in der tagtäglichen Projektarbeit an Bedeutung gewinnen und nur über Videotelefonie oder Mails gar nicht so leicht zu transportieren sind. Ergänzend spielen auch noch Geduld und Zuversicht eine Rolle; Geduld mit sich selbst und anderen wenn ein Kunde ggf. nicht ganz so schnell reagiert und Zuversicht, dass sich die Situation einpendeln wird und wir alle auf die ein oder andere Art gestärkt aus den vergangenen und noch kommenden Wochen herausgehen werden.

Corona & Karriere-Events

Sämtliche Veranstaltungen wie Karrieremessen oder Inhouse-Events wurden abgesagt. Werden die Events nur verschoben oder bieten Sie ortsunabhängige Alternativen wie virtuelle Events und Workshops an? 

Bei TKMC stellen wir nach wie vor das persönliche Kennenlernen in den Vordergrund – das ist nicht nur für uns wichtig, sondern auch für alle Interessierten. Viele werden es vielleicht durch Videospiele oder Tinder kennen: das chatten mit den Mitspielern bzw. mit dem „unbekannten“ Gegenüber macht Spaß, doch in der Realität „klickt“ es nicht. Vor diesem Hintergrund sind die Event- und Messe-Teilnahmen sowie Workshops mit verschiedenen studentischen Unternehmensberatungen erst einmal bis auf weiteres verschoben, aber in keinem Falle vollkommen abgesagt.

Corona & Home-Office

Das Erwerbsleben wurde quasi über Nacht digitalisiert. Ein Großteil arbeitet im Homeoffice. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit im Homeoffice? Auf welche Hürden sind Sie gestoßen? Hat Remote Work das Zeug, von der Notwendigkeit in der Krise zum alternativen Arbeitsmodell in der Zukunft zu werden? 

Von einer dauerhaften telefonischen Standleitung, über morgen- und abendliches Check-In und Check-Out bei Skype oder keinerlei Kontakt über den ganzen Tag ist alles dabei. Die Arbeit im Homeoffice bietet natürlich eine unglaubliche Flexibilität und für Berater einen Tagesablauf, der es zum Beispiel erlaubt nicht nur am Wochenende die Möglichkeit zu haben, im Supermarkt Lebensmittel einzukaufen. Definitiv ein großes Plus. Doch ein „Ich rufe mal eben etwas durch den Projektraum und alle sind informiert“ entfällt, ebenso erfordert die virtuelle Zusammenarbeit viel Abstimmung und teilweise Zeitverzögerung. Und was ebenfalls darunter leidet ist die soziale Interaktion: das kann der Kaffeeplausch in der Küche sein oder der gemeinsame Kantinenbesuch oder auch einfach die „albernen 5 Minuten“ mit dem Projektteam – diese Zeit ist unglaublich wertvoll und führt manchmal zu mehr Teamzusammenhalt als das beste Projektergebnis. Und insbesondere letzteres spricht gegen die Lösung des dauerhaften Homeoffice auch außerhalb von Krisenzeiten.

Isa Mackenberg TKMC Corona

Insider-Tipp von Isa Mackenberg, Head of Human Resources bei TKMC

„Lasst euch nicht verrückt machen! Die Coronazeit legt die Ökonomie lahm und bislang können viele Unternehmen noch nicht prognostizieren, wie die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nach der Pandemie aussieht und ob sie Absolventen einstellen können – das führt verständlicher Weise zu Unsicherheit bei Bewerbern. Doch Angst ist immer ein schlechter Begleiter. Jeder sollte auf sein Können und die eigenen Fähigkeiten vertrauen und es werden sich Chancen ergeben, vielleicht nicht ganz so easy wie gedacht doch sie werden da sein. Nicht nur Unternehmen werden umdenken müssen, sondern auch Bewerber müssen ihre Wege und Vorhaben überdenken, was zu ganz neuen und ungeplanten Erlebnissen führen kann."

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