Consulting Praktikum: Newbies on the job

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Im Berateralltag gibt es Praktikantentypen, die jeder kennt. Vom Vorbild über den Profi bis zum Surfer. Alle gehen unterschiedlich an ihre Projekte heran. Wir verraten dir, wie dein nächstes Consulting-Praktikum zum Erfolg wird.

Nächster Halt: Praktikum im Top-Unternehmen

Praktikant sein heißt, einen Fuß in der Tür zu haben. Aber eben nur den ersten Fuß. Denn hier kommt es darauf an, den richtigen – und noch nicht mal den besten - Eindruck zu hinterlassen. Kurz, den „Fuß in der Tür“ gepflegt und authentisch zu halten. Wie das geht? Indem du Fallen aus dem Weg gehst: Stereotype und Rollenbilder, in die viele Visiting Associates rutschen. Praktikantentypen schwanken in der Wahrnehmung zwischen amüsant, vorbildlich bis, nun ja, nervig. Die kleine Studie von squeaker.net ist ein Leitfaden und Spiegel, um deine Selbstdarstellung einzunorden: Wir zeigen dir, welche Praktikantentypen im Bereich Consulting so herumgeistern. Jetzt kannst du die Suche nach deinem nächsten Consulting-Praktikum starten.

Consultant telefoniert

Das Vorbild

Jeder Mensch schlüpft im Laufe seines Lebens in Rollen: eine ganze Reihe von Stereotypen, die sich immer wiederholen. So auch als Praktikant in der Unternehmensberatung. Beginnen wir mit der Idealvorstellung: dem Vorbild. Das „Vorbild“ erscheint vielleicht zu perfekt, beginnend mit dem Outfit: angemessen und dezent gekleidet, fügt sich dieser Praktikantentyp schnell ins Team. Nach kurzem Überblick, etwa so am zweiten Tag, packt er gezielt und selbständig mit an. Fragen muss er nur, wo es nötig ist. Beim Smalltalk prahlt er nicht mit Leistungen, sondern erkundigt sich nach Interessen der Gesprächspartner. Er lernt, obwohl man denkt er arbeitet routiniert. 

Was im Zeugnis stehen wird

Natürlich wird das „Vorbild“ mit Lob verwöhnt. Zwar sind Eitelkeit und Ehrgeiz hier auch die Triebfedern. Aber alles in Maßen. Konflikten wird dieser Typ ausweichen. Vermutlich wird er es weiter nach oben schaffen. Vom Zeugnis mal abgesehen, ist es also auch fürs Unternehmen gut, ihn „im Netzwerk“ zu haben. Klingt also nach Bestnoten. 


Ist das Vorbild ein Vorbild?

Erkennst du dich wieder? Diese Mischung aus Perfektion, Unauffälligkeit und, sorry, glattem Äußeren? Chapeau, du weißt, wo’s langgeht. Aber unter uns gesagt – eine Portion Individualismus solltest du andererseits auch einbringen und an den Tag legen. Perfektion kann unmenschlich wirken. Aus Fehlern lernt man: es kann eben auch beeindrucken, wie du damit umgehst. Und um wirklich in Erinnerung zu bleiben, wird es ohne eine persönliche Note auch nicht gehen – entwickle lieber deinen Stil.

Der Profi

Der Profi ist ja schon Berater. Vielleicht schon seit dem Abi. Denkt er. Das heißt: Er erwartet vom Praktikum viel, weil er ja „vom Fach“ ist. In der Zusammenarbeit zeigt er sogar Insiderwissen, schießt aber voll übers Ziel hinaus. Kurz: der Profi-Praktikant neigt zum Altklugen. Die Karriere hat er schon durchgeplant und blickt vielleicht etwas gelangweilt auf die aktuellen Aufgaben. Man kann bereits am ersten Tag Wetten abschließen, wann von ihm die ersten Ratschläge, vielleicht sogar Nörgeleien kommen. 

Wie man mit dem Profi umgeht 

Hier ist, wie oft, Fingerspitzengefühl gefragt. Denn wenn es gut läuft, kann ein Profi-Praktikant auch für ein gutes Kleinprojekt eingesetzt werden. Die Faustformel dafür lautet: Miteinbeziehen, Fakten sprechen lassen – und jugendliches Ego explizit ausbremsen. Sieht er seine Aufgaben als zu gering an? Sehr gut, denn hier zeigt sich, ob der Typ Individualist oder guter Teamplayer ist – der trotzdem mit anpackt.  

Ertappt? Selbst ein Profi?

Erstmal nicht schlimm. Das Gute ist: Du hast ein tolles Selbstbewusstsein, dass im Consulting perfekt aufgehoben ist. Noch dazu eine prima Vorbildung. Aber du musst auch überlegen: Hilft es dir, wenn du als Praktikant deutlich machst, dass du deine Aufgaben schlichtweg langweilig findest? Unternehmensberatung hat auch in höheren Karrierestufen noch eine steile Lernkurve – für Praktikanten wie Consultants heißt das gleichermaßen: Demut zeigen. Auch wenn’s wehtut.

Consultant mit Kaffe und Laptop

Der Surfer

Der „Surfer“ surft nicht im wörtlichen Sinn – aber man hat den Eindruck, das Praktikum ist für ihn nur die Welle, die er mitnimmt. Wie er überhaupt alles mitnimmt, ohne sich näher dafür zu interessieren (außer etwa das Partyleben). Oft gehörter Satz von ihm: die Frage nach dem Feierabend. Kompetenzen: Verschleiert wie Küstennebel. Im Gespräch springt er schnell zu unverfänglichen Themen. Immerhin wahrt er einen professionellen Schein: Die Krawatte sitzt. 

Wie man ihn vom Brett holt 

Für den Surfer braucht es eine Art Wellenbrecher: Auflaufen lassen, Smalltalk unterbrechen, sachlich bleiben. Den Schreck wird man ihm ansehen. Gut wirkt dabei: die Betrauung mit einer kleinen, alleinverantwortlichen Aufgabe. Und dann legt er sich am Ende doch noch ins Zeug und das Praktikum wird für alle noch ein Erfolg. Hier zeigt sich überhaupt das ganze Potential eines Praktikums. Inklusive Lerneffekt. 

Auch ein Surfer? 

Falls du dich hier auch nur teilweise siehst: Spiel doch bitte wenigstens das Interesse vor. Auch im Consulting arbeiten nur Menschen. Und die sind dankbar, wenn du ihnen nicht vorführst, wie langweilig du alles findest. Oder ist Consulting und Wirtschaftsprüfung doch nicht so dein Ding? Viele Unternehmen haben junge Digitalbereiche gestartet – vielleicht eher was für den „Surfer“. 

Consulting Praktikantin im Gespräch mit einem Consultant

Miss CV

„Nächsten Monat mache ich ein Praktikum in London bei …“ – Im Grunde ist Miss CV nur Praktikantin, um die „Stempelkarte“ Lebenslauf vollzukriegen, die aus ihrer Sicht das Ticket für den ganz großen Job ist. Natürlich erledigt sie ihre Aufgaben schnell und ist eine höfliche Kollegin – aber dann ist sie auch schon wieder weg. Was bleibt? Die Frage, ob ihre „Story“ nicht etwas zu lieblos abläuft. Immerhin läuft auch im Consulting eben viel über Netzwerke, die Miss CV vernachlässigt. 

Was macht die HR bei der nächsten Praktikantin anders? 

Vielleicht suchen die Personaler doch jemanden mit mehr Profil. Praktikum heißt immer auch Schnuppern und Ausprobieren. Aber es war schon immer auch ein halbes Jobticket. Nicht selten wird aus dem Visiting Associate am Ende ein Berater. Und auch HR lernt dazu. 

Unser Tipp für dich, liebe Miss CV

Klingt simpel, aber dennoch: Jedes Praktikum ist eine Chance. Auch wenn man im Stop-Over-Modus von Unternehmen zu Unternehmen düst, sieht man sich immer zweimal. Irgendwann sitzt die Kollegin aus dem kurzen Praktikum von damals wieder im gleichen Büro wie du. Welche Erinnerung soll sie dann haben? Hat sie überhaupt eine? Mit anderen Worten: mehr Hingabe lohnt sich immer.

Consulting Praktikant im Gespräch mit einem Consultant

Der Übereifrige

Mal eben die Welt retten oder zumindest die Firma. Das und nichts Geringeres ist das erklärte Ziel von Mr oder Ms Übereifrig. Hier für die Kollegen was aus der Mittagspause mitgebracht, dort dem Chef einen – überflüssigen – Gefallen getan, nach Feierabend noch eine Excel-Tabelle erstellt. Er verfolgt die Kollegen auf Schritt und Tritt, um seine natürlich unentbehrliche Hilfe anzubieten. Doch das angenehme Gefühl seiner zunächst hilfreichen Gegenwart kippt schnell in Befremden. Wann fängt er an, Nein zu sagen? Und noch schlimmer: Hier riecht es stark nach Orientierungslosigkeit. 

Was der Chef tun sollte

Vielleicht ist dies ja die Wundertüte. Denn hinter dem übereifrigen Verhalten kann durchaus Consulting-Talent stecken. Oder auch gar nichts. Das herauszufinden, lohnt sich. Immerhin lässt sich hier ein junger, fleißiger Mensch formen. Ein guter Chef hilft hier, individuelles Potential zu entwickeln. Vielleicht mit persönlichen Gesprächen: Wie lassen sich Verhaltensmuster professionalisieren? 

Was der Übereifrige tun (und lassen) sollte

Irgendwann ist auch mal Schluss mit lustig. Das soll nicht heißen, nun dürfe man unhöflich oder frech werden. Aber Ausbremsen ist erlaubt. Biss sollte ein Berater schon haben. Später gilt es schließlich, sich gegen starke Kunden und Kollegen durchzusetzen. Also: Bei der nächsten Aufgabe erst mal nachfragen, ob das angemessen ist. Setze deinen Fokus und anderen klare Grenzen: Deine Ziele nicht aus den Augen verlieren!

Und nun: Fall doch aus der Rolle!

Deine Rolle im Berater-Alltag? Als Consultant musst du später alle Charaktere und schrägen Typen mitreißen können. Früh übt sich, wer sich selbst erkennen und eventuelle Marotten ablegen möchte. Auftreten und Wortwahl, aber auch Gestik und Mimik bestimmen die Zusammenarbeit, vor allem mit Kunden. Charakterstudien und ein wenig „Rollenspiele“ öffnen dir also früh Türen. Als Berater bist du der Regisseur und nicht der Schauspieler: um Souveränität zu vermitteln und um Projekte durchzusetzen. Keine Sorge: Es fängt mit kleinen Dingen an. Auch im Praktikum: Ein fester Händedruck und mutiger Augenkontakt machen schon mal einen soliden Start.

Reality-Check: Was kann ich im Consulting-Praktikum verdienen?

Jetzt aber noch einmal Butter bei die Fische! Du bist vorbereitet auf dein Praktikum in der Consulting-Branche, was kann bei deinem Erfolg für dich dabei raus springen? Wir verraten dir mehr über das Praktikanten-Gehalt in der Unternehmensberatungsqueaker.net hat darüber hinaus die Erfahrungen consulting-affiner Studenten miteinander verglichen und in der Consulting-Excellence-Studie herausgefunden wie viel Praktikanten-Gehalt du in deinem Consulting-Praktikum bei den Top 3, Top 5 und Top 15 Beratungen verdienen kannst.


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