Die großen Beratungen haben Diversity Management zum Teil ihres Personalmanagements gemacht und fördern soziale, kulturelle und ethnische Vielfalt. Wir haben mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Beratungen gesprochen. Sie unterscheiden sich vom klassischen Berater:innen-Stereotyp, das noch in vielen Köpfen lebt  und in vielen Teams noch immer die Mehrheit darstellt. Wie fühlt sich das an und was unternimmt die Consulting-Branche, um Diversity zu fördern? Wir haben offene Antworten und spannende Insights zu diesen Fragen.

Diversity ist für mich ein „State of Reality“. Es bedeutet, dass wir in unserem professionellen Umfeld die gleiche oder ähnliche demographische Vielfalt von Menschen erleben, wie in der Gesellschaft. Und für mich ist Diversity ganz fest mit „Inclusion“ verbunden. Denn es reicht nicht nur, dass wir die Gesellschaft spiegeln, sondern es ist auch wichtig, dass sich alle angemessen respektiert fühlen.

Die Beratungswelt ist schon vorwiegend männlich, eher älter und eher weiß − vor allem wenn wir uns Westeuropa spezifisch Deutschland, Österreich und die Schweiz anschauen. Nichtsdestotrotz freue ich mich darüber, in den letzten Jahren beob­achten zu können, dass sie immer bunter und differenzierter wird. Man sieht das Streben nach Diversity und dessen Erfolge: Wir werden immer diverser.

Das Thema Diversity spielt bei mir in zweierlei Hinsicht eine Rolle: Zum einen bin ich eine Frau, und gehöre damit leider zu einer Minderheit in der Beratungswelt. Und zum anderen bin ich nicht deutsch. Ich komme aus Polen und somit ist mein Hintergrund auch keiner, den man häufig in der Wirtschaftswelt sieht.


Ich würde dennoch nicht sagen, dass ich es schwerer hatte als meine männlichen Kollegen, aber ich würde behaupten, dass meine Herausforderungen vielleicht anders gewesen wären. Denn wenn man eine Minderheit ist, was in vielen Fällen immer noch auf Frauen in der Managementberatung zutrifft, gilt immer eines, egal wo man ist und was man erreichen will: Du musst deinen Platz am Tisch einfordern.

Malgosia Zegar ist Partnerin bei Kearney im Münchener Office. Sie kommt aus Polen, hat als Kind in Ägypten gelebt und arbeitet seit 10 Jahren in Deutschland. Sie hat sowohl in Polen als auch in Deutschland studiert. Was sie besonders an ihrem Job begeistert, ist die Chance, jeden Tag für und mit ihren Klienten den Unternehmenserfolg zu prägen – egal ob bei der Diskussion mit dem Vorstand oder tief im Maschinenraum.

Mein Tipp für Einsteiger:innen: Bleibe zuversichtlich und führe dir vor Augen: „Ich habe es bis hierher geschafft und bewiesen, dass ich gut bin in dem, was ich tue und dass ich die richtigen Talente habe, um meine Ideen umzusetzen.“ Grundsätzlich rate ich immer drei Dinge: Be yourself, speak up, and make everyday count.

Bei Kearney haben wir das Konzept von einem „Well Rounded Consultant“. Das ist jemand, der gut präsentieren, analysieren und Klientenbeziehungen pflegen kann etc. In Bewertungsrunden schauen wir uns das oft an, damit wir wissen, ob jemand bereit ist für den nächsten Schritt. Ich denke, unser Ziel sollte es sein, dass wir auch als Team „well rounded“ sind − und zwar in Bezug auf Diversity. Wir alle bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Talente mit – nur sehr selten hat eine Person alles in sich vereint. Wir sollten also den Blick weg von den Individuen und hin auf die Teams richten.

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