Diversity bei Roland Berger: Hasmeet Kaur

Die großen Beratungen haben Diversity Management zum Teil ihres Personalmanagements gemacht und fördern soziale, kulturelle und ethnische Vielfalt. Wir haben mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Beratungen gesprochen. Sie unterscheiden sich vom klassischen Berater:innen-Stereotyp, das noch in vielen Köpfen lebt  und in vielen Teams noch immer die Mehrheit darstellt. Wie fühlt sich das an und was unternimmt die Consulting-Branche, um Diversity zu fördern? Wir haben offene Antworten und spannende Insights zu diesen Fragen.

Diversity ist für mich gegeben, wenn wir innerhalb eines Teams einen wesentlichen Anteil von Personen haben, die sich in bestimmten Merkmalen voneinander unterscheiden. Unterschiede können in Bezug auf Geschlecht, Nationalität/Ethnie, Bildungshintergrund, sexuelle Orientierung, Alter usw. bestehen. Die „Repräsentation“ ist jedoch nur ein Teil der Vielfalt. Der zweite und wichtigere Aspekt besteht darin, dass die Organisation und die Teams auf der Makro- und Mikroebene ein Umfeld schaffen, das den verschiedenen Teammitgliedern das Gefühl vermittelt, dass sie dazugehören – und dass sie sich nicht erst verbiegen müssen, um ernst genommen zu werden.

Traditionell war die Beratungsbranche nicht sehr vielfältig. Aber es ist nicht wichtig, wie es in der Vergangenheit war, sondern was in der Zukunft sein wird. Ich sehe eine sehr deutliche Entwicklung in der Beratung, und ich kann für Roland Berger sagen, dass sich schon sehr viel verändert hat. Wir sind entschlossen, Teams zu bilden, die diverser sind als in der Vergangenheit, denn ich bin überzeugt, dass dies die Qualität der Arbeit und die Kreativität, mit der wir an Probleme herangehen, bedeutend steigert.

Ich glaube, dass ich in der Beratungsbranche, in der ich tätig bin, als divers wahrgenommen werden kann, weil ich eine Frau bin, eine indische Staatsangehörige, die in Deutschland arbeitet und einen Bachelor- und Masterabschluss in Biochemie hat, insbesondere in dem Kontext, dass ich ausschließlich in der Automobilindustrie arbeite.

Das merke ich an meiner Sicht der Dinge und an der Art und Weise, wie ich mit Menschen umgehe – das merke nicht nur ich, sondern auch meine Kund:innen und Kolleg:innen bei Roland Berger, die mir immer wieder dieses Feedback geben. Mit den meisten meiner Kund:innen habe ich langjährige Beziehungen, weil sie nicht nur mit den Projektergebnissen zufrieden sind, sondern auch, weil ich Wert auf den Aufbau von Beziehungen lege. Ich glaube, das liegt an meiner anderen Sichtweise im Umgang mit Menschen.

Hasmeet Kaur ist Principal im Münchner Büro von Roland Berger und Mitglied des Automotive-Teams. Sie ist seit 2013 bei Roland Berger und konzentriert sich auf den Automotive Aftermarket und Automotive Suppliers. Hasmeet hat einen Master in Biochemie von der Panjab University und ein Post Graduate Diplom in Management mit Spezialisierung auf Finanzen vom S.P. Jain Institute of Management in Mumbai.

Grundsätzlich habe ich noch keine Nachteile deshalb erlebt. Allerdings habe ich manchmal schon den Nachteil der Stereotypen und des ersten Eindrucks erlebt – indem nicht viel von einer indischen Frau als Automobilberaterin in Deutschland, die nicht fließend Deutsch spricht, erwartet wurde. Eine lustige Begebenheit war, dass eine Kundin, als sie mich zum ersten Mal traf, zu mir sagte: „Oh! Ich hatte einen Mann erwartet!“. Aber ich glaube, dass sie positiv überrascht war 🙂

Vorteile habe ich ebenfalls bisher noch nicht erlebt. Aber ich glaube, dass ich jetzt einen Vorteil habe, indem ich Menschen wie mich dazu inspirieren kann, eine Karriere in der Beratung anzustreben, die aus der Ferne vielleicht einschüchternd wirken könnte.

Ich habe gelernt, mir selbst und meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Ich denke, das Imposter-Syndrom ist ein bekanntes Phänomen für alle, die sich in einem ungewohnten Umfeld befinden und anders sind als ihre Mitmenschen. Ich habe am Anfang meiner Karriere darunter gelitten, weil ich meine Meinung immer heruntergespielt habe. Aber mit zunehmender Erfahrung habe ich gelernt, mir selbst zu vertrauen und mich aktiv darin zu üben, mich nicht weniger wert als andere zu fühlen. Ich habe mich immer auf meine harte und sorgfältige Arbeit verlassen und mich darauf konzentriert, die beste Qualität zu liefern, die meinen Ansprüchen gerecht wird. Das ist auch ein Tipp, den ich allen Neulingen geben möchte, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden: Seid selbstbewusst und vertraut euch selbst. Ihr seid dort, wo ihr seid, weil ihr etwas Wertvolles mitbringt, und dieser Wert kann nur dann seine wahre Gestalt annehmen, wenn ihr lernt, eure Meinung zu sagen. Und vor allem: Lasst eure Arbeit für sich sprechen.

Ich würde mir wünschen, dass die Vielfalt in unseren Teams tagtäglich noch stärker vertreten ist. Langfristig wünsche ich mir jedoch eine Welt, in der es keine speziellen Initiativen zur Förderung der Vielfalt mehr braucht, weil sie zur Lebensweise geworden ist.

ranche hat erkannt, dass vielfältige Teams besonders erfolgsversprechend sind. Zum Aufbau dieser Diversität ist gegenseitige Akzeptanz zentral – diese kann und sollte auf allen Ebenen bestehen und vorgelebt werden. Alle Mitarbeitenden sollten gleichermaßen gehört und geachtet werden,
eine Beratung lebt nun einmal durch sie. Wir bei Roland Berger befinden uns bereits auf dem richtigen Weg, z.B. durch Women@Roland Berger, unser starkes Netzwerk für weibliche Kolleginnen und unsere globale LGBTQ+ Community „Just be“.

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