MBA

MBA-Studium an der Fachhochschule Deggendorf

Manfred Smeja arbeitete als Niederlassungsleiter bei einer neurologischen Rehabilitationseinrichtung und absolvierte das berufsbegleitende MBA-Studium Health Care Management in Deggendorf.

Image by Gerko via Wikimedia

Warum haben Sie sich für ein MBA-Studium entschieden?

Das Problem des Psychologiestudiums ist, dass es zwar sehr breit gefächert ist, aber leider nicht alles abdecken kann. Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft gehören nicht zum Vorlesungsstoff. Nach meinem Studium war ich zunächst in Kliniken als Psychologe tätig und habe mich auch fachlich weitergebildet. Bedingt durch einen Jobwechsel kamen jedoch auch neue, betriebswirtschaftliche Aufgaben auf mich zu. Mein Verantwortungsbereich veränderte sich und ich stellte fest, dass mir in einigen Bereichen die Fachkenntnis fehlte. Bilanzierung, Steuern, Controlling waren Themen, mit denen ich mich noch nicht beschäftigt hatte – so lag ein MBA-Studium nahe.

Wäre es für Sie interessant gewesen ins Ausland zu gehen?

Über diese Frage habe ich mir keine Gedanken gemacht, da es für mich von Anfang an feststand, dass ich in Deutschland bleiben will. Das Studium sollte auf jeden Fall berufsbegleitend sein und da schieden die Vollzeitprogramme ausländischer Universitäten leider aus.

Wie sahen Ihre nächsten Schritte aus, nachdem Sie sich für ein MBA-Studium entschieden hatten?

Die erste Frage, die ich mir stellte, war ganz eindeutig: „Wo kann ich studieren?” Am liebsten hätte ich in Köln studiert, da ich hier auch wohne und arbeite, aber es gibt kleine Unterschiede, was die Wertigkeit eines Titels angeht. Die Fachhochschule Deggendorf hat einen ausgezeichneten Ruf im Bereich Health Care Management. Der Studiengang beinhaltete auch zwei Auslandsaufenthalte in Los Angeles (USA) und Kent (GB), hat dementsprechend auch einen internationalen Charakter.

Wie sah Ihre Bewerbung aus?

Zunächst habe ich ein Bewerbungsschreiben und einen sehr ausführlichen Lebenslauf in englischer Sprache verfasst. Mit diesem Lebenslauf musste ich meine Berufserfahrung nachweisen. Danach wurde ich zu einem Auswahlgespräch eingeladen, da in Deggendorf nur 15 Studienplätze vergeben werden. Nach diesem Gespräch mussten alle übriggebliebenen Bewerber den TOEFL -Test ablegen.

Welche negativen Seiten hatte Ihr MBA-Studium?

Auf jeden Fall die doppelte Beanspruchung und der Stress auf Grund des recht hohen Anspruchs! Für jemanden, der Vollzeit tätig ist, bedeutet dies ein immens hohes Arbeitpensum.

Gibt es etwas, dass Sie einem Studienanfänger in Deggendorf mit auf den Weg geben möchten?

Es kommt immer wieder einmal vor, dass man z.B. Seminararbeiten zeitlich verschieben muss auf Grund des eigenen Jobs, der nun mal Vorrang hat, und dementsprechend kann es sein, dass die eine oder andere erbrachte Leistung nicht im sehr guten Bereich liegt. Man muss sich deswegen keine Vorwürfe machen. Die Herausforderung besteht für viele schon in der Durchführung des Studiums, das ein sehr gutes Time Management voraussetzt.

Gab es etwas besonders Positives an Ihrem Studienprogramm, das Sie hervorheben möchten?

Sehr positiv sind mir die anderen Kursteilnehmer in Erinnerung: Geschäftsführer, leitende Oberärzte, Nuklearmediziner und sogar ein Theologe bildeten ein zunächst zusammengewürfeltes Team. Jeder hatte ein anderes Berufsbild, einen anderen Verantwortungsbereich. Sich mit diesen Menschen auszutauschen und an ihren Erfahrungen teilzuhaben, war für mich sehr interessant und fesselnd. Zu hören, aus welchen Gründen die anderen sich entschlossen hatten, den MBA-Titel zu erlangen, war ebenfalls eine spannende Sache. Weiterhin positiv waren die Thematiken, die in den Seminaren behandelt wurden. Controlling, Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit, Menschenführung, Teamfähigkeit wurden an vielen praktischen Beispielen vermittelt.

Würden Sie das Studium nochmal absolvieren?

Ich würde es wahrscheinlich nicht mehr in Deggendorf absolvieren, da es Differenzen gab mit dem ein oder anderen Dozenten. Man muss einerseits sagen, dass der Leiter des Studiengangs sehr bemüht war, auf unsere Wünsche einzugehen. Wir waren vielleicht auch nicht die einfachste Truppe. Doch muss man andererseits sagen, wenn man die Zeit und das Geld investiert, darf man auch eine gewisse Qualität verlangen. Wenn uns Seminarinhalte nicht gepasst haben, weil sie zu starr oder auch einfach abgelesen waren, übten wir Kritik. Wir bemerkten z.B. dass ein Dozent, der einen Vortrag über Qualitätsmanagement halten sollte, diesen Vortrag aus dem Internet heruntergeladen hatte. Um uns im Vorfeld schon zu informieren, hatten wir jedoch eben diesen Vortrag bereits selbst heruntergeladen. So etwas geht nicht! Ich erwarte von einem Fachdozenten, der aus der Praxis kommt, einen Vortrag aus der Praxis! So kam es dazu, dass der ein oder andere Dozent ausgewechselt wurde.
Dies ist jedoch nur ein Beispiel und unterm Strich kann man von einem gelungenen Studium sprechen. Besonders die Auslandsaufenthalte haben mich weiter gebracht. Wir waren 14 Tage in L.A. und haben dort an den Vorlesungen der UCLA teilgenommen. Zudem haben wir Gesundheitszentren und Kliniken besucht und bekamen Gelegenheit uns mit dem Gesundheitssystem und den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Dieselbe Struktur hatte auch der Besuch der Kent Business School in Großbritannien. Eine Herausforderung für mich persönlich bestand darin in englischer Sprache ein Thema zu präsentieren. Dabei hatten wir nur 30 Minuten Zeit, die Präsentation vorzubereiten.

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Welche Auswirkungen hat Ihr Studium auf Ihre Karriere?

Das kann ich im Moment noch nicht sagen. Auf jeden Fall bin ich nun in der Lage, wirtschaftliche Zusammenhänge klarer zu sehen und zu beurteilen. Marketing-Konzepte und das Thema Corporate Identity werde ich nun auf jeden Fall gezielt bei meinem jetzigen Job einsetzen können.

Manfred, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

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