Nach ein paar Jahren Berufserfahrung oder schon während des Studiums fragen sich viele, ob das Diplom für die Karrierepläne reicht. Eine postgraduale Ausbildungen oder eine Promotion bieten sich zur Verbesserung der Karrierechancen an.

Die erste Frage

Die erste Frage, die sich bei postgradualen Ausbildungen nach einem Diplom stellt, ist: Ist solch eine Ausbildung langfristig überhaupt nötig? In einem kleinen oder mittelständischen Betrieb wird man selbst als Geschäftsführer diese Qualifikationsart kaum brauchen. Und – rechnet es sich? Ein MBA-Studium in den USA kostet mit Studiengebühren von 4.000 bis 18.000 US$ und zusätzlichen Lebenshaltungskosten leicht über 25.000 Euro pro Jahr. Aber auch die Zeit, die zum Beispiel für eine Promotion draufgeht, kann ganz schön teuer werden. Man sollte dabei auch nicht das Einstiegsgehalt als Grundlage für Berechnungen heranziehen, sondern das erwartete Endgehalt, weil einem die vermutlich höheren Einkommen am Ende des Arbeitslebens fehlen. Und nehmen wir mal 4 Jahre für eine Promotion und ein erwartetes Endgehalt von 150.000 DM an: macht 600.000 Euro – auch abdiskontiert noch eine schöne Stange Geld.

Sonderfälle

Es gibt einige Fälle, in denen eine Promotion vorausgesetzt wird, zum Beispiel bei Chemikern. Ebenso in forschungsnahen Bereichen, wo es darauf ankommt, wissenschaftliche Fragestellungen zu verstehen und mit Wissenschaftlern kommunizieren zu können. Zum Beispiel gilt dies für das Forschungsmanagement und im Lektorat von Wissenschaftsverlagen. Wer also eine von diesen Karrieren anstrebt, sollte ernsthaft über die Promotion nachdenken. Und ganz selbstverständlich ist die Promotion bei Wissenschaftlern. “In der Wirtschaft” ist der Dr. manchmal gern gesehen, vor allem für die Vorstandsebene. Aber auch in Deutschland wandelt sich das Klima und die Promotion wird in dieser Hinsicht immer weniger wichtig.

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Die finale Entscheidung

Die Entscheidung für eine postgraduale Ausbildung sollte auch berücksichtigen, was für ein Typ Mensch man ist. Wenn man sich tiefgehend spezialisieren will und Dingen auf den Grund gehen muss, dann ist man mit einer Promotion besser bedient. Derjenige, der eher eine breite Ausbildung für Generalisten sucht, ist beim MBA richtig.

Aussichten für die Karriere

Wenn es um die Karriere geht, ist ein MBA möglicherweise sinnvoller. Wobei der BWLer dabei nicht unbedingt viel Neues lernt. Dazu muss man das amerikanische Studiensystem verstehen. US-Studenten machen nach der Highschool in 3-4 Jahren ihren Bachelor und gehen dann in die Wirtschaft. Das Ausbildungsniveau schwankt bekannterweise stark, aber wesentlich über einem guten Abitur in Deutschland liegt das Niveau oft nicht. Nach ein paar Jahren im Job, so um die 27-29 Jahre alt, stellt sich die Frage nach der Karriere und vielleicht auch nach der persönlichen Entwicklung. Dann geht man zurück an die Uni, um zu studieren. Übrigens gilt dies nicht nur für den MBA, sondern auch für den Lehrer- und den Anwaltsberuf, in denen die eigentliche Ausbildung überhaupt erst im postgradualen Studiengang erfolgt.

Inhaltlich bringt der MBA Naturwissenschaftlern oder anderen wirtschaftlich unbeleckten natürlich mehr. Aber auch für Wirtschaftswissenschaftler hat er Vorteile: Ein MBA ist ein international bekannter Abschluß. Wenn man ihn an den Topschulen macht, führt er fast zwangsläufig dazu, dass man sich ein internationales Karrierenetzwerk aufbaut. Hier ist natürlich zu beachten, dass es aufgrund der Wirtschaftskrise weniger hochbezahlte Top-Jobs gibt. Der Start-up-Gründer Jay Bhatti rät zum Beispiel nur bei den Top-5 Business Schools einen MBA zu machen.

Zulassungsvoraussetzung ist ein erster Universitätsabschluss, was für deutsche Studenten in aller Regel ein Universitätsdiplom bedeutet. Vordiplome werden üblicherweise überhaupt nicht und Fachhochschuldiplome werden oft nicht akzeptiert. Daneben benötigt man noch einen guten ToEFL (Test of English as Foreign Language) und den GMAT (General Management Admission Test) der logisch-abstrakte, mathematische und sprachliche Fähigkeiten testet.

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