Giulia Mertens von Santiago Advisors im Interview über Female Leadership, Karriere im Consulting und weibliche Vorbilder.

Frauen im Consulting: Giulia Mertens über Karriere, Entwicklung und Role Models

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Consulting for Graduates
08.11.2024
Köln
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Im Interview mit Giulia Mertens, Senior Consultant bei Santiago Advisors.

Du hast deinen Weg in die Unternehmensberatung über SQUEAKER gefunden. Wie bist du damals auf das Event aufmerksam geworden, was hat dich überzeugt, teilzunehmen und was hat letztlich den Ausschlag gegeben, den Schritt ins Consulting zu gehen?

Tatsächlich hatte ich meinen ersten Berührungspunkt mit einer Unternehmensberatung während meiner Tätigkeit als Werkstudentin im Inhouse Consulting einer Bank. Dort wurde mir schnell bewusst, wie spannend es ist, komplexe Herausforderungen zu analysieren, Lösungen mitzugestalten und frühzeitig viel Verantwortung zu übernehmen.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, verschiedene Beratungen kennenzulernen, bin ich auf das SQUEAKER Event in Köln aufmerksam geworden. Dort habe ich erste Gespräche mit Beraterinnen und Beratern geführt, die mir einen Einblick in den Berufsalltag gegeben haben. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt der Themen und die steile Lernkurve. Das hat letztlich den Ausschlag gegeben, nach dem Studium den Schritt ins Consulting zu wagen.

Giulia Mertens, Senior Consultant bei Santiago Advisors, lächelt in die Kamera. Sie steht in heller Kleidung vor einer steinernen Brücke und einer grünen Waldlandschaft.

Was genau begeistert dich am Job als Strategieberaterin?

Mich begeistert vor allem die Abwechslung. Jedes Projekt bringt neue Fragestellungen, Branchen und Perspektiven mit sich. Dadurch lernt man kontinuierlich dazu und entwickelt sich fachlich wie persönlich weiter.

Gleichzeitig gefällt mir die Kombination aus analytischer Arbeit, enger Zusammenarbeit mit Kunden und der Möglichkeit, echte Veränderungen mitzugestalten. Kein Tag ist wie der andere, und genau diese Dynamik macht den Beruf für mich so spannend.

Wie verlief dein bisheriger Werdegang bei Santiago?

Im Sommer 2023 bin ich als Associate Consultant bei Santiago gestartet. In dieser Zeit habe ich die Grundlagen des Beratungsalltags kennengelernt und auf unterschiedlichen Projekten Erfahrungen gesammelt. Besonders geschätzt habe ich schon damals den frühen Kundenkontakt und die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen.

2024 wurde ich zum Consultant befördert und konnte meine Rolle weiter ausbauen. Seitdem habe ich zunehmend Verantwortung für Arbeitspakete, Workshops und Kundeninteraktionen übernommen.

Mittlerweile bin ich Senior Consultant und sehe, dass sich meine Verantwortung noch einmal deutlich erweitert hat. Neben der inhaltlichen Projektarbeit unterstütze ich zunehmend sichtbar die Projektleitung, indem ich kreative und moderne Lösungsansätze entwickle und vorantreibe. Gleichzeitig gehört für mich dazu, die Perspektiven und Beiträge jüngerer Kolleginnen und Kollegen aktiv einzubinden. Gerade diese Kombination aus fachlicher Verantwortung, stärkerer Steuerung des Projekts und der Zusammenarbeit im Team macht meinen bisherigen Weg bei Santiago für mich besonders wertvoll.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten bietet dir Santiago?

Für mich liegt eine der größten Entwicklungsmöglichkeiten in der Vielfalt der Projekte. Dadurch erhält man Einblicke in unterschiedlichste Unternehmen, Branchen und Arbeitsweisen. Gleichzeitig wird man laufend mit neuen Herausforderungen konfrontiert und lernt, Probleme strukturiert zu lösen.

Besonders wertvoll finde ich die ausgeprägte Feedback- und Coaching-Kultur. Durch regelmäßiges und konstruktives Feedback von Kolleginnen, Kollegen und Führungskräften kann ich mich kontinuierlich weiterentwickeln und neue Perspektiven gewinnen. Darüber hinaus bietet Santiago ein breites Schulungsangebot, das individuell auf die eigenen Bedürfnisse und Entwicklungsschwerpunkte abgestimmt werden kann. So hat jede und jeder die Möglichkeit, gezielt fachliche, methodische oder persönliche Kompetenzen auszubauen.

Des Weiteren bietet Santiago als junges und vergleichsweise kleines Unternehmen viele Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung. Man kann früh eigene Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und unternehmerisch denken, sei es in der Projektarbeit, in internen Initiativen oder bei der Weiterentwicklung des Unternehmens selbst.

"Ich hatte das Glück, mit vielen beeindruckenden Frauen zusammenzuarbeiten, die gezeigt haben, dass erfolgreiche Führung ganz unterschiedlich aussehen kann."

Wenn du an deinen eigenen Karriereweg denkst: Welche Rolle haben weibliche Vorbilder für dich gespielt und was macht für dich ein gutes Role Model im Consulting wirklich aus?

Weibliche Vorbilder haben auf meinem Karriereweg eine wichtige Rolle gespielt. Ich hatte das Glück, mit vielen beeindruckenden Frauen zusammenzuarbeiten, die gezeigt haben, dass erfolgreiche Führung ganz unterschiedlich aussehen kann. Besonders inspirierend finde ich Menschen, die authentisch sind, ihren eigenen Weg gehen und dabei auch offen über Herausforderungen sprechen.

Gleichzeitig wünsche ich mir, dass wir noch mehr Frauen in Führungspositionen sehen. Sichtbare Role Models schaffen Orientierung und machen Karrierewege greifbar. Sie zeigen anderen Frauen, dass eine erfolgreiche Karriere im Consulting möglich ist und dass man dabei nicht einem bestimmten Idealbild entsprechen muss.

Für mich zeichnen sich gute Vorbilder vor allem durch Authentizität, fachliche Exzellenz und die Fähigkeit aus, andere zu fördern und zu ermutigen.

Welche Angebote speziell für Frauen wünschst du dir in Unternehmensberatungen, die es deiner Meinung nach bisher zu selten oder gar nicht gibt?

Viele Beratungen haben in den letzten Jahren wichtige Initiativen auf den Weg gebracht. Besonders wertvoll finde ich Netzwerke, die den Austausch unter Kolleginnen fördern und Möglichkeiten schaffen, voneinander zu lernen.

Darüber hinaus halte ich strukturierte Mentoring- und Sponsorship-Programme für sehr wirkungsvoll. Sie können Frauen dabei unterstützen, sich gezielt weiterzuentwickeln und Karriereoptionen sichtbar zu machen.

Wichtig ist für mich aber vor allem eine Kultur, die Chancengleichheit aktiv fördert und unterschiedliche Karrierewege gleichermaßen wertschätzt. Transparente Entwicklungspfade und klare Kriterien für Beförderungen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

"Meiner Meinung nach entstehen gerade dort, wo man neue Wege geht, und die eigene Komfortzone verlässt, oft die spannendsten Chancen, die größten Lernmomente und die besten Entwicklungsmöglichkeiten."

Was müsste sich ändern oder gegeben sein, damit eine Karriere in der Unternehmensberatung für Frauen langfristig attraktiv(er) ist, gerade mit Blick auf Führung, Bewertung von Leistung und Vereinbarkeit?

Langfristig attraktiv bleibt die Beratung dann, wenn sie Flexibilität, Transparenz und Chancengleichheit bietet. Dazu gehören nachvollziehbare Leistungsbewertungen, unterschiedliche Modelle von Führung und die Möglichkeit, Karrierewege individuell zu gestalten.

Aus meiner Sicht ist es entscheidend anzuerkennen, dass erfolgreiche Karrieren nicht alle gleich verlaufen müssen. Menschen haben unterschiedliche Lebensentwürfe und Prioritäten, und Unternehmen profitieren davon, wenn sie diese Vielfalt unterstützen.

Was hättest du selbst früher gern von einer (weiblichen) Führungskraft gehört?

Ich hätte gerne früher gehört, dass es nicht den einen perfekten Karriereplan gibt. Oft entsteht der Eindruck, man müsse schon sehr früh genau wissen, wohin die eigene berufliche Reise führen soll. Meine Erfahrung war jedoch eine andere: Ich habe unterschiedliche Branchen, Unternehmen und Tätigkeitsfelder kennengelernt, bevor ich schließlich in der Strategieberatung für die Pharma- und Chemieindustrie gelandet bin. Rückblickend bin ich sehr froh über diesen Weg, denn jede Station hat meinen Horizont erweitert und mir geholfen, mich heute schnell in neue Themen und Herausforderungen einzuarbeiten.

Meiner Meinung nach entstehen gerade dort, wo man neue Wege geht, und die eigene Komfortzone verlässt, oft die spannendsten Chancen, die größten Lernmomente und die besten Entwicklungsmöglichkeiten. Deshalb würde ich heute auch anderen mitgeben: Vertraut auf eure eigenen Stärken, probiert Dinge aus und lasst euch nicht davon limitieren, wie viele Frauen oder Männer einen bestimmten Weg bereits gegangen sind.

Was ich zum Thema Frauen im Consulting schon immer sagen wollte:

Die Beratungsbranche hat in den letzten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht, und ich freue mich über jede Frau, die sich für diesen Weg entscheidet. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass wir künftig noch mehr Frauen auf allen Ebenen der Beratung sehen.

Mich persönlich begeistert die Vielfalt dieses Berufs jeden Tag aufs Neue. Man arbeitet mit unterschiedlichen Menschen und Unternehmen an Herausforderungen und entwickelt sich dabei kontinuierlich weiter. Deshalb kann ich jede Frau nur ermutigen, sich mit dem Berufsfeld Beratung auseinanderzusetzen.

Es gibt nicht den einen Typ Beraterin. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Persönlichkeiten machen Teams stärker und sind ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Zukunft der Branche.

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