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Kompetenz kennt kein Geschlecht

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Consulting for Women
15.03.2024
Köln
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Im Interview mit Louisa Schüßler von E.ON Inhouse Consulting.

Louisa Schüßler arbeitet als Projektmanagerin bei E.ON Inhouse Consulting („ECON“). Dort leitet sie Transformations- und IT-Projekte. Zuvor war sie sechs Jahre lang bei einer der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Consulting tätig.

Welche Skills sollte man als Frau in der Consulting Branche mitbringen, die sich von den männlichen Consultants unterscheiden?

Das eine, perfekte Beraterprofil gibt es nicht. Wichtig ist, dass man authentisch bleibt. Es macht für mich also keinen Unterschied, ob ich mir die Skills von Männern oder Frauen ansehen soll. Jedes Skill-Profil ist einzigartig und als solches bewerte ich das auch. Von der vermeintlich klassischen Sichtweise „Frauen sind empathisch“ und „Männer sind durchsetzungsstark“ nehme ich bewusst Abstand. Was für Frauen aber sehr wohl einen Unterschied macht, ist, dass bewusste oder unbewusste Diskriminierungen weiterhin im Berufsleben stattfinden können. Den Mut zu haben, dies anzusprechen, ist sicherlich nicht einfach, aber wird Frauen helfen, weiterzukommen. Das können auch Kleinigkeiten sein, die teilweise nicht bemerkbar sind. Beispielsweise werden Consulting-Projekte noch immer häufig so aufgestellt, dass Frauen Kommunikations- und Männer Finance-Themen übernehmen – unabhängig vom Lebenslauf. Ich empfehle also jedem, das angebotene Aufgabenfeld entsprechend der persönlichen Interessen und Fähigkeiten zu reflektieren. Bei ECON kämpfen wir ganz bewusst gegen Diskriminierungen im Berufsalltag an, beispielsweise durch Schulung der Führungskräfte.

SQUEAKER

Was glauben Sie, warum Frauen in der Führungsebene und in der Beratung generell noch immer unterrepräsentiert sind?

Hauptsächlich handelt es sich dabei meiner Meinung nach um ein Generationserbe. Ganz wertfrei können wir feststellen, dass es früher nun einmal eine klarere Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen gab. Das spüren wir heute mit Blick auf die Führungsebene. Zum anderen hatte dies auch an vielen Stellen mit fehlender Flexibilität insbesondere für Mütter zu tun. Frauen sahen sich oft vor der Entscheidung zwischen Kinder bekommen oder Karriere machen. Heute sind zwar viel mehr Mütter erwerbstätig, sehen aber für sich immer noch keine Möglichkeit, die gleichen Aufstiegschancen wie Männer zu verfolgen. So haben laut einer Studie nur 4 von 10 weiblichen Führungskräften Kinder; bei den Männern sind es 8 von 10[1]. Nichtsdestotrotz sehe ich auch einen Trend, dass nach und nach immer mehr Frauen (verdienterweise) in die Führungsebene kommen. Damit dieser Trend sich fortsetzt, müssen wir alle aktiv, zum Beispiel durch das Führen von Dialogen oder Einfordern von flexiblen Arbeitsmodellen, daran arbeiten.

[1] Welpe & Treffers (2021)

"Und auch wenn viele Herausforderungen warten, kann man sich auf den Einstieg in die Consultingbranche freuen. Es ist ein toller, vielseitiger Beruf mit einer steilen Lernkurve."

Welche drei Tipps würden Sie Absolventinnen geben, die gerade in die Consultingbranche einsteigen?

  1. In der Consultingbranche sind Netzwerken und Sichtbarkeit von enormer Bedeutung. Am Beginn der Karriere geht es dabei vor allem um das interne Netzwerk und die interne Sichtbarkeit. Mir im Team ein Standing aufzubauen, meine Leidenschaftsthemen nach vorne zu treiben und mich aktiv um mein eigenes Projektstaffing zu kümmern, haben mir geholfen, schnell nach vorne zu kommen. Gleichwohl fällt das Netzwerken Frauen oft schwerer, weil es eben noch viele Männer in den Führungsebenen gibt und die Gemeinsamkeiten teilweise gering sind. Hier heißt es, mutig sein und beispielsweise Coffee Chats einstellen – im Zweifel gemeinsam mit einer:m verbündeten Kolleg:in.
  2. Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass der Consulting-Beruf ein hohes Stresspotenzial aufgrund von Reisetätigkeiten und Arbeitszeiten birgt. Es ist wichtig, sich von Beginn an Resilienz aufzubauen. Das kann durch persönliche Mechanismen zum Stressabbau gelingen oder durch eine klare Priorisierung von Aufgaben gemeinsam mit dem Vorgesetzen. Wichtig ist, die Leichtigkeit nicht zu verlieren und vor allem nicht einfach nur noch seine To-Do-Liste abarbeiten zu wollen.
  3. Wie überall, gibt es auch in der Consultingbranche noch Missstände, dass Frauen übergangen werden oder sich unangemessene Kommentare anhören müssen. Dies sollte man erstens nicht an sich herankommen lassen und zweitens offen ansprechen. Hilfreich war für mich immer der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen auf dem gleichen Level, um das Gesagte einordnen zu können. Und auch wenn viele Herausforderungen warten, kann man sich auf den Einstieg in die Consultingbranche freuen. Es ist ein toller, vielseitiger Beruf mit einer steilen Lernkurve.

Welche Stärken sehen Sie bei sich als Frau, die sie in ihre jetzige Position gut oder sogar besser als männliche Kollegen einbringen können?

Meine Stärken sehe ich unabhängig von einem Frauen-Männer-Vergleich darin, meine Projektmitglieder zu entwickeln und zu coachen sowie durchsetzungsstark und zielstrebig meine Projekte voranzutreiben. Gleichwohl bin ich davon überzeugt, dass mir insbesondere Letztere hilft, die Herausforderungen, die insbesondere Frauen im Alltag haben, zu überkommen: Am Anfang meiner Karriere war die Herausforderung eher, als Beraterin und nicht als „Schreiberling“ ernst genommen zu werden. Ein Gefühl, dass Mandanten den männlichen Kollegen häufig weniger vermitteln. In meiner aktuellen Karrierestufe helfen mir meine Stärken dabei, mich als Managerin gegenüber Kunden und als Führungskraft gegenüber dem Team zu etablieren.

"Nichtsdestotrotz sehe ich auch einen Trend, dass nach und nach immer mehr Frauen (verdienterweise) in die Führungsebene kommen. Damit dieser Trend sich fortsetzt, müssen wir alle aktiv, zum Beispiel durch das Führen von Dialogen oder Einfordern von flexiblen Arbeitsmodellen, daran arbeiten."

Welchen Tipp würden Sie jungen Frauen geben, die offen wären, eine Führungsposition zu übernehmen, aber nicht den Mut haben, diesen Karriereweg einzuschlagen?

Ich hatte das Glück, in dem ersten Jahr meine Karriere einer Managerin zugeordnet zu werden. Eine Frau, die mich durch und durch inspiriert hat und die ich mir zum Vorbild genommen habe. Eine Frau, die mich in meiner Entwicklung zu 100 Prozent unterstützt und gefördert hat. Mich hat das damals so beeindruckt, dass ich diesen Weg auch einschlagen wollte. Nicht nur den Weg als Managerin, sondern auch als Mentorin für jüngere Kolleginnen und Kollegen. Insofern empfehle ich jedem, sich ein Role Model bzw. eine Mentorin zu suchen. Mit einer Mentorin kann man etwaige Unsicherheiten direkt besprechen und bemerkt schnell, dass diese nun so starke Frau oft ähnliche Unsicherheiten auf ihrem Karriereweg begleitet haben.

"Mit einer Mentorin kann man etwaige Unsicherheiten direkt besprechen und bemerkt schnell, dass diese nun so starke Frau oft ähnliche Unsicherheiten auf ihrem Karriereweg begleitet haben. "

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