Oliver Wyman (Bewerbung Sonstiges)

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Organisation Oliver Wyman
Position Sonstiges
Beworben für Sonstiges
Wann? 2003

Bewerbungsprozess

Mit der Einladung zum Bewerbungsgespräch erhält man auch weitere Infos zum Unternehmen. Am Bewerbertag bekommt man ein Profile-Book mit kurzen Lebenslauf-Angaben zu den Beratern, auf die man im Laufe des Tages treffen könnte. Den Bewerber erwartet dann ein zweistufiger Interview-Prozess. Die erste Stufe besteht aus zwei Gesprächen mit jeweils einem Consultant oder Partner. Die Gespräche dauern ca. 60-80 Minuten.

Um eine Runde weiter zu kommen, braucht man bei Oliver Wyman (anders als bei vielen anderen Beratungen) kein einstimmiges Votum der Interviewer. Es reicht ein „unentschieden“ mit der Stimme des ranghöheren Beraters. Wer sich für die zweite Runde qualifizieren konnte, trifft hier auf drei Interviews mit Partnern. Darüber hinaus ist eine 15-minütige Präsentation zu einem frei wählbaren Thema vorzubereiten.

In den Interviews mit jeweils einem Consultant oder Partner wird bewusst eine angenehme Gesprächsatmosphäre aufgebaut. Der Interviewpartner erzählt gewöhnlich über sich selbst und seine Karriere bei Oliver Wyman und gibt Gelegenheit, Fragen zu Oliver Wyman zu stellen.

Die 60-80-minütigen Interviews bestehen zu etwa gleichen Zeitanteilen aus einem Teil „Personal-Fit“ und einem Teil Case-Study. Der Interviewer fragt konkrete Fragen zu herausragenden Punkten aus dem Lebenslauf oder gibt die Möglichkeit, frei über sich selber zu erzählen.

Nach dem Aufwärmen und Personal-Fit-Teil wird pro Interview ein Case bearbeitet. Die Cases stammen vorwiegend aus der tatsächlichen Berater-Erfahrung des Unternehmens und werden kurz mündlich vorgestellt. Durch gezielte Rückfragen kann der Bewerber weitere Informationen zum Case erhalten.

In den Oliver Wyman-Cases wurden immer wieder Rückfragen zu der Plausibilität der Annahmen und Methoden gestellt. Man sollte also gut überlegt sein Case-Framework entwickeln. Dazu sollte man sich nicht durch die knappe Zeit unter Druck setzen lassen und ruhig ein paar Minuten überlegen und Stichworte machen. Keiner der Cases wurde tatsächlich bis zum Ende gelöst. Wichtig war in erster Linie der strukturierte Lösungsansatz.

Ablauf des Interviews

Kooperation oder Merger im Financial Services Bereich
“Ein Finanzdienstleister bekommt durch einen zufälligen Kontakt nach Frankreich die Idee, mit einem französischen Asset-Management-Unternehmen zu kooperieren. Er beauftragt Sie, die Gründe für eine mögliche Kooperation aufzuzeigen, Wertgewinne und Probleme zu analysieren und eine konkrete Form der Zusammenarbeit vorzuschlagen.“

Der erfolgreiche Ansatz eines Bewerbers war, in einer Matrixstruktur Erträge und Aufwendungen in den Bereichen Privatkunden und Geschäftskunden beider Firmen getrennt zu analysieren. Die konkreten Angaben konnten durch Fragen erhalten werden. Wenn bei beiden Firmen identische Angaben auftauchen, ergibt sich Potenzial für Kosteneinsparungen. Bei abweichenden Angaben kann entweder die Best-Practise des Partners übernommen werden oder das eigene Angebot erweitert werden. In diesem Fall kristallisierten sich konkrete Unterschiede heraus, die eine Vertriebskooperation sinnvoll machten. Zu der konkreten Umsetzung und möglichen kulturellen Problemen wurden daraufhin noch weitere Rückfragen gestellt.

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Einblicke und Insider-Tipps

Seit April 2003 gehört die Beratung „Oliver Wyman & Co.“ zu Mercer. Hierdurch wurde der Strategie-Spezialist für den Finanzdienstleistungs-Sektor zu Mercer Oliver Wyman gemerged.

Aus verschiedenen Erfahrungsberichten zu Oliver Wyman konnten wir Folgendes entnehmen:

Ein Bewerber berichtet, dass er in der ersten Runde vier Interviews hatte, jeweils zwei auf Englisch, zwei auf Deutsch, zwei mit Beratern, zwei mit Partnern. Zwei der üblicherweise ca. 40- minütigen Gespräche bezogen sich auf den „Personal Fit“, die anderen beiden waren Case Interviews. Die folgende Interviewrunde fand in London bei fünf weiteren Gesprächen statt.

Personal-Fit schien bei Oliver Wyman außerordentlich bedeutsam zu sein. In den diesbezüglichen Interviews wurde häufiger nachgefragt, um offensichtlich ein authentisches Bild von dem Bewerber zu erhalten. Es empfiehlt sich außerdem, auf dem Laufenden in der Financial Services Branche zu sein. Da in Deutschland offenbar ein großer Bedarf an Risikomanagement Projekten besteht, ist die Wahrscheinlichkeit in diesem Bereich eingesetzt zu werden, sehr hoch.
Behandelte Fälle in Frankfurt kamen offenbar direkt aus den Erfahrungen vergangener Projekte. Es wurde ein starker Fokus auf den sicheren Umgang mit Zahlen gelegt. So wurde z.B. eine Tabelle mit Daten vorgelegt, aus der man konkrete Fragen beantworten sollte. Wichtig war, dass man gut Kopfrechnen kann und sich auch bei großen Zahlen oder Komma-Zahlen nicht verrechnet.

Branche

Consulting - Management Consulting

Unternehmens-Bereich

Beratung


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