Erfahrungsbericht

Bain & Company (Consulting)

Unternehmen

Bain & Company

Job-Titel

Unternehmen/ Praktikum

Standort

München

Zeitraum

Juli - September 2010

Position

Praktikant

Bewertung von

Anonym

Gesamtbewertung

5

Lernerfahrung und persönliche Entwicklung

5

Arbeitsatmosphäre

5

Wie interessant waren die Aufgaben?

5

Kooperation untereinander

5

Karrieremöglichkeiten

5

Spaß

5

Unternehmenskultur

5

CEO

5

PRO:

  • Super Leute und spannende Arbeit
  • Steile Lernkurve und erstklassige Karriereperspektiven
  • Motivierendes Arbeitsumfeld
  • Spaß bei der Arbeit im Team

CONTRA:

  • Sorry, da fällt mir nichts ein

Gesamtfazit

Nach den 10 Wochen Praktikum bei Bain & Company weiß ich: Hier will ich meine berufliche Karriere anfangen. Nach zahlreichen Praktika und Werkstudententätigkeiten, die ich während meines Studiums absolviert habe (Fachrichtung: Beratung, Industrie, Investmentbanking), war das Praktikum im Sommer 2010 das letztmögliche während meines Studiums und Bain (nach langer Recherche) mein Wunscharbeitgeber. Erst recht nach meinen Erfahrungen während des Praktikums kann ich die Firma nur wärmstens allen empfehlen, die ernsthaft an Beratung interessiert sind und sich ein Bild von der Arbeit eines Top Management Consultants machen wollen! Ein super Arbeitsumfeld, tolle Leute, interessante Aufgaben, Kundenkontakt sowie eine garantiert steile Lernkurve sind nur einige Gründe, die für ein Praktikum bei Bain sprechen.

Beschreibung der Arbeit

Während meines 10-wöchigen Praktikums bei Bain & Company konnte ich gleich an zwei Projekten mitarbeiten! Zum einen haben wir für ein internationales Finanzdienstleistungsunternehmen die Deutschlandstrategie neu ausgerichtet, zum anderen ging es darum, für einen weiteren Finanzdienstleister die Business Unit Strategie hinsichtlich einer Kooperationsverhandlung festzulegen.

Auf beiden Projekten wurden mir von Anfang an verantwortungsvolle, eigene Aufgaben (sog. „work streams“) zugeteilt, die teilweise auch mit viel Kundenkontakt verbunden waren. Ein konkretes Beispiel: Als Grundlage der strategischen Neuausrichtung der Vertriebsstrategie interessierte uns u.a., wie unser Kunde von seinen Vertriebspartnern wahrgenommen wird. Um dies zu ermitteln koordinierte ich drei Werkstudenten, die Telefoninterviews durchführten und überlegte mir - in Absprache mit dem Team - eine Auswertungslogik, analysierte die Daten und validierte sie mit zusätzlichen Executive-Interviews, die ich selbstständig führte. Wichtiger Bestandteil meiner Arbeit war es auch, aus den Daten Rückschlüsse zu ziehen und Lösungsvorschläge abzuleiten, die anschließend im Team diskutiert wurden. Dabei wurde von jedem verlangt, in seinem Aufgabenbereich Experte zu sein – egal ob Praktikant oder nicht. Kurz gesagt, als Praktikant bei Bain ist man von Anfang an voll im Team integriert und wird als geleichberechtigtes Teammitglied angesehen und behandelt.

Weitere Aufgaben während meines Praktikums bestanden zum Beispiel in der Durchführung von Marktanalysen oder der Erstellung und Ausgestaltung von Präsentationen. Hierfür konnte ich auch auf die tatkräftige Unterstützung der Bain Research- und Graphics-Abteilung zurückgreifen.

Abschließend noch ein paar Informationen zu meiner Erfahrung in Punkto Work-Life-Balance bei Bain: Natürlich sind die Arbeitszeiten in einer der führenden Top-Management Beratungen nicht kurz, aber bei Bain versucht man aktiv eine (für Beratungen) gesunde Work-Life-Balance zu schaffen, sodass an den Wochenenden im Regelfall nicht gearbeitet wird.

Karrieremöglichkeiten

Sehr gut! Wie bereits erwähnt wird man nach einem erfolgreichen Praktikum ins Springboard aufgenommen und hat optimalerweise sein Vertragsangebot bereits in der Hand; für unklare Fälle gibt es die Chance, einen verkürzten Prozess zu führen und in sogenannten „Finals“ zu überzeugen, wenn der Fulltime-Einstieg ansteht. Dies bedeutet konkret, dass man nur noch zwei Partnerinterviews hat und die Erfolgschancen für eine Festeinstellung damit sehr hoch sind. Ich habe diese Interviews an meinem letzten Praktikumstag geführt und konnte direkt an meinem letzten „Praktitag“ meinen Arbeitsvertrag unterschreiben – für mich ein mehr als gelungenes „Happy End“!

Neben der Möglichkeit selbst Banie zu werden, ist die Lernkurve während des Praktikums sehr steil. Durch die herausfordernde Arbeit und das herausragende Arbeitsumfeld lernt man wirklich sehr schnell sehr viel. Zum Beispiel: Richtig zu priorisieren, effizienter zu arbeiten und zu kommunizieren, besseren Umgang mit Excel und Powerpoint (egal von welchem Level man kommt) sowie einen „Berater-Denkansatz“, der einem hilft komplexe Probleme strukturiert anzugehen. Und das sind letztendlich Dinge, die man in jedem weiteren Praktikum/Job sehr gewinnbringend einsetzten kann.

Atmosphäre

Vor allem die Menschen, die bei Bain arbeiten, haben mein Praktikum so besonders gemacht! Alle waren sehr hilfsbereit, engagiert, sympathisch und „very much fun to work with“!

Für mich war es extrem motivierend, in einem internationalen Team mit hoch qualifizierten und -motivierten Menschen zu arbeiten, die ihren Sinn für Humor und Spaß bei der Arbeit nicht verloren haben. Im Gegenteil, die Arbeitsatmosphäre war auch in stressigen Zeiten immer sehr positiv.

Teamwork bei Bain wird extrem groß geschrieben, das steht nicht nur auf den Recruiting-Seiten, sondern wird wirklich gelebt. Das Motto „One Bainie never lets another Banie fail“ ist nicht nur eine leere Worthülse, sondern Bestandteil der täglichen Arbeit. Die Tatsache, dass Bain keine Vergleichsbewertung der Consultants untereinander durchfuehrt, sondern sich an absoluten Kriterien orientiert, trägt hierzu natürlich auch bei.

Ein weiterer, für mich sehr positiver, Punkt war, dass man mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen an einer Sache arbeitet. So waren in unserem „5-Mann-Case-Team“ zum Beispiel neben Wirtschaftswissenschaftlern auch ein fertig ausgebildeter Chirurg und ein Ingenieur.

Wie bereits erwähnt, gehört es bei Bain auch zur Unternehmenskultur, dass jeder Praktikant vollwertiges Teammitglied ist und man seine Meinung sowie eigene Ideen einbringen kann. Sind diese gut, werden sie auch umgesetzt, dies ist Teil der „True North“ Philosophie der Firma. Vollwertiges Teammitglied bei Bain zu sein bedeutet natürlich auch, dass die Praktikanten zum Kunden mitfliegen, im Hotel übernachten, an „Case-Team Meetings“ teilnehmen…usw. Ein konkretes Beispiel hierzu: Als unser Team ins „Headquarter“ unseres Kunden im Ausland gereist war, war es selbstverständlich, dass ein weiterer Praktikant und ich ebenfalls mit dabei waren.

Abschließend möchte ich noch den sehr offenen und konstruktiven Feedbackprozess positiv erwähnen: In der Mitte und am Ende des Praktikums gibt es offizielle Feedbackgespräche mit den verantwortlichen Recruitern, dem Projektteam und mit Partnern, sodass man gezielt an seiner persönlichen Weiterentwicklung (und der Aufnahme ins „Springboard“) arbeiten kann bzw. Läuft das Endfeedback gut, so kommt man ins „Springboard“ und erhält direkt ein Vertragsangebot für einen Festeinstieg.

Diese Persönlichkeit passt ins Unternehmen

Bain wirbt auf dem deutschsprachigen Markt damit, dass man Banies nicht über einen Kamm scheren kann. Das stimmt mit meinen Erfahrungen überein, sodass ich denke, dass es keine allgemein gültige Antwort auf die Frage gibt. Generell kann man aber schon sagen, dass sich Mitarbeiter von Bain durch Motivation, Engagement, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit auszeichnen. Ein guter Sinn für Humor ist ein weiterer Charakterzug, den ich bei allen Banies, mit denen ich zusammengearbeitet habe, finden konnte. Und irgendwie sind alle extrem „hands-on“ und geerdet. Das gefällt mir.

Empfehlung

Natürlich hilft gute Vorbereitung auf die Interviews. Das heißt vor allem für diejenigen, die noch kein Beratungspraktikum gemacht haben, sich mit „Case-Studies“ auseinanderzusetzen um sich mit der Denkweise der Berater vertraut zu machen. Zur guten Vorbereitung zählt natürlich auch, sich über das Unternehmen zu informieren und die eigenen Beweggründe für ein Praktikum dort erläutern zu können! Für das Case-Interview gilt es dann, ruhig zu bleiben, strukturiert an die Aufgabenstellungen heranzugehen und vor allem die eigenen Gedankenschritte mitzuteilen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Banies, die mich interviewt haben, allesamt sehr hilfsbereit und sympathisch waren.

Branche

Consulting - Management Consulting

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