Maschinenbau 2015 - Strategie für die Welt von morgen

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Der Deutscher Maschinen- und Anlagenbau hat die Krise gut gemeistert. Demgegenüber stehen kürzere Konjunkturzyklen, immer heterogenere Kundenwünsche und der chinesischer Markt gefährdet allmählich die deutsche Weltmarktführerschaft.

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Volatiler, komplexer, riskanter - der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss sich auf grundlegende strukturelle Veränderungen einstellen. Die Branchen- und Konjunkturentwicklung wird aufgrund zahlreicher Unsicherheiten und Risiken unberechenbar, die Anforderungen der Kunden werden zunehmend heterogener und mit China steht eine Marktmacht in den Startlöchern, die für die gesamte Branche weltweit zu einer ernsthaften Bedrohung werden könnte. Noch haben viele westliche Wettbewerber einen komfortablen Vorsprung. In den kommenden drei bis fünf Jahren aber werden chinesische Maschinenbauer zu einem rasanten Überholmanöver ansetzen. Analog zur japanischen Großoffensive in den 1980er-Jahren werden sie zunächst in andere Schwellenländer expandieren, um anschließend in die Triademärkte USA, Japan und Europa zu drängen. Auf den sich dadurch dramatisch verschärfenden Wettbewerb heißt es sich heute vorzubereiten. Dies sind Ergebnisse der Oliver Wyman-Studie „Maschinenbau 2015“.

Vor der Finanz- und Wirtschaftskrise hat der deutsche Maschinen- und Anlagenbau weltweit eine starke Position eingenommen. Auch die Krise selbst hat das Gros der Unternehmen im Vergleich zu ihren internationalen Wettbewerbern gut überstanden. Bewährt hat sich das schnelle Umsetzen von Sofortmaßnahmen wie Kurzarbeit, Rückführung von Zeitarbeit und der Abbau von Working Capital. Zeit zum Ausruhen aber bleibt nicht. In den nächsten Jahren, so hat Oliver Wyman in seiner aktuellen Studie ermittelt, kommen auf die Branche massive strukturelle Veränderungen zu. Diese schließen Markt, Kunden und Wettbewerb gleichermaßen ein. „Insgesamt wird die Welt für den Maschinen- und Anlagenbau künftig volatiler, komplexer und riskanter“, betont Thomas Kautzsch, Partner bei Oliver Wyman. „Flexibilität wird in den nächsten Jahren zum Erfolgskriterium schlechthin.“

Zahlreiche Risiken schüren Unsicherheit

Eine grundlegende Veränderung ist der Abschied vom klassischen Konjunkturzyklus. Künftig wird es zu kürzeren Zyklen mit weitaus stärkeren Marktschwankungen als in der Vergangenheit kommen. Ursächlich dafür sind die stärker vernetzten Märkte und insbesondere die Vielzahl der weltweiten Risiken. Dazu gehören die anhaltende Immobilienkrise ebenso wie zunehmende Wechselkursverwerfungen, die extremen Rohstoffpreisschwankungen und die hohe Verschuldung von EU-Ländern wie Griechenland, Irland oder Portugal. Verlässliche Prognosen werden nahezu unmöglich. Selbst die Vorhersage für das nächste Jahr, für das Oliver Wyman ein Produktionswachstum von fünf bis acht Prozent erwartet, enthält einen hohen Unsicherheitsfaktor, ob die zuletzt beobachtete V-förmige Erholung beim Auftragseingang anhält. Dies hat für Maschinenbauer eine Reihe von Konsequenzen. Sie müssen ihre Arbeitszeitmodelle noch variabler gestalten, administrative Funktionen verstärkt outsourcen, die Fixkosten weiter reduzieren und Ineffizienzen in der Supply Chain beseitigen. „Zugleich brauchen die Unternehmen Planungs- und Steuerungssysteme, die auf eine unsichere Welt ausgerichtet sind“, sagt Tobias Sitte, Associate Partner bei Oliver Wyman. „Es gilt, auf unerwartete Schwankungen vorbereitet zu sein. Gefordert sind künftig neben einer Basisplanung auch Alternativszenarien für Abweichungen sowie eine rollierende Anpassung.“

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Inhalt

  1. Einleitung: Maschinenbau 2015 - Strategie für die Welt von morgen
  2. Zersplitterte Kundengruppen & Chinesische Offensive
  3. Fazit

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