College of Europe & Master of Arts

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08.11.2024
Köln
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Jannik, ein Absolvent des College of Europe, berichtet über den Masterstudiengang Master of Arts in EU International Relations and Diplomacy Studies (MA).

Der Bewerbungsprozess

Das Auswahlverfahren für deutsche Studierende wird vom Netzwerk „Europäische Bewegung Deutschland“ für das Europakolleg durchgeführt. Da in der Regel weniger als zehn Plätze im Studiengang „Internationale Beziehungen der EU und Diplomatie“ an deutsche Bewerber gehen, ist das Bewerbungsverfahren entsprechend anspruchsvoll. Die anderen Studiengänge haben allerdings ein ähnliches Bewerbungsverfahren. Bei den Bewerbungsunterlagen wird gleichermaßen auf die bisherigen Studienergebnisse, den Lebenslauf sowie das Motivationsschreiben Wert gelegt. Vorkenntnisse und praktische Erfahrungen im Bereich der EU werden nicht zwangsläufig vorausgesetzt, sind jedoch in jedem Falle hilfreich. Zudem werden sehr gute Englisch- (C1; IELTS 8-9) und hinreichende Französischkenntnisse (A1 – A2) vorausgesetzt, die gegebenenfalls nachzuweisen sind.

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Weitere Fremdsprachenkenntnisse helfen, um aus der Gruppe der Bewerber hervorzustechen. Wichtig ist, sich genau anzuschauen welche Bewerbungsunterlagen in welcher Anzahl wohin geschickt werden müssen. Grundsätzlich müssen sie sowohl an das Netzwerk EBD als auch direkt an das Europa­kolleg versandt werden. Die erste Auswahlrunde findet auf der Basis der eingereichten Unterlagen statt. Nach einer Vorauswahl findet in einer zweiten Auswahlrunde ein persönliches Einzelgespräch in Berlin mit Vertretern des Netzwerk EBD, des Europakollegs und des BMBF statt. Das Auswahlgespräch findet prinzipiell in einer angenehmen Atmosphäre statt, ist jedoch durchaus anspruchsvoll und sollte mit Blick auf das angestrebte Masterprogramm entsprechend vorbereitet werden.

Es ist sicherlich ratsam, mit den Grundlagen der EU und der europäischen Außenpolitik sowie den jüngsten Entwicklungen in Brüssel vertraut zu sein. Ebenso sollten die wichtigsten Stationen des bisherigen Lebenslaufes erneut aufgearbeitet werden. Häufig wird der Hintergrund der namensgebenden Persönlichkeiten von jeweiligen Hochschulen etc. abgefragt. Zudem wird während des Gespräches häufig die Sprache gewechselt, sodass alle der angegebenen Sprachen auch auf dem bei der Bewerbung angegebenen Level beherrscht werden sollten. In dem Auswahlgespräch wird zusätzlich über eine eventuelle Förderung in Form eines Stipendiums des BMBF entschieden. Die Entscheidung über die Zulassung wird einige Wochen später per E-Mail versandt. 

Das Masterprogramm und die Hochschule

Das Europakolleg wird oft als die Kaderschmiede der EU bezeichnet und zeichnet sich insbesondere durch seine geographische und fachliche/personelle Nähe zu Brüssel und den Europäischen Institutionen aus. Die angebotenen, einjährigen Masterprogramme befassen sich allesamt mit verschiedenen Politikbereichen der EU und erlauben je nach Vorliebe die Spezialisierung in einzelnen Teilbereichen. Die Nähe zu Brüssel spiegelt sich unter anderem in der Tatsache wider, dass viele der externen Lehrenden als ausgewiesene Experten und Praktiker für die verschiedenen Unterrichtseinheiten am Europakolleg extra anreisen. Diese Struktur bietet den Studierenden interessante Einblicke in die Erfahrungen von Akteuren, die in das politische Tagesgeschäft der EU direkt involviert sind. Das Netzwerk an Politikern, Funktionären, Diplomaten und Akademikern die sich bei den regelmäßigen, vom Europakolleg organisierten Konferenzen und Diskussionsrunden in Brügge die Klinke in die Hand geben, ist eine weitere Bereicherung. Die zweite Besonderheit ist, dass Studierende aus der ganzen Welt für eine sehr internationale Atmosphäre in und außerhalb der Kurse sorgen und Einblicke in viele verschiedene Kulturen und politische Denkansätze und -richtungen ermöglichen.

Das Studium am Europakolleg ist in erster Linie für Studierende interessant, die sich eine spätere berufliche Laufbahn in Brügge vorstellen können, sei es bei den Institutionen, Botschaften, Verbänden und wirtschaftlichen Interessenvertretungen, Anwaltskanzleien, Forschungsinstituten und dergleichen. Die Kursgröße schwankt je nach Masterprogramm von 25 bis 90 Studierenden im ersten Semester und 10 bis 25 Studierenden im zweiten Semester. Kurssprachen sind Englisch und Französisch. Neben den diversen Klausuren, Essays und anderen Prüfungen muss im zweiten Semester zusätzlich eine Masterarbeit angefertigt werden, was ein gutes Zeitmanagement erfordert. Die Jobmöglichkeiten nach einem Abschluss sind grundsätzlich sehr gut. Langfristig finden Absolventen neben Beschäftigungen in den Institutionen, den nationalen diplomatischen Diensten und im wissenschaftlichen Bereich immer wieder auch ihren Weg in politische Top-Positionen (z. B. Nick Clegg). Insbesondere in Brügge hat sich das Europakolleg einen exzellenten Ruf erarbeitet. Und ganz gleich in welche Richtung es nach dem Kolleg beruflich gehen soll, häufig hilft das Netzwerk an Kontakten auch in der Jobsuche weiter, das man sich während des Studiums in Brügge aufbauen kann.

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