Die Top 10 Körpersprache-Fehler

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Der Cowboy, der Türsteher und der Oberlehrer sind nur drei der schlimmen Körpersprache-Fehler, die euch im Job die Performance vermiesen. Also, stillgestanden und nachgelesen!

Stress, Misserfolg, Fehler, Scheitern, Trauer, Müde, Kündigung, Ende
© Niki Love

via fotolia

Eine Bewegung sagt mehr als tausend Worte. Schließlich nehmen wir nonverbale Körpersignale oft viel stärker wahr, als man sich bewusst ist. Wir zeigen dir mit unseren 10 schlimmsten Körpersprache-Fehlern, welche Fallstricke die nonverbale Kommunikation bereit hält und wie man sie am besten meidet. Und ebenfalls dabei: viele Ticks für die richtige Körpersprache im Berufsalltag, im Assessment-Center und im Meeting mit der du Überzeugungskraft und Seriosität nicht nur verbal, sondern mit jeder einzelnen Pore ausstrahlst!

1. Du siehst mich nicht – Hände verstecken.

Und wo wie gerade schon beim Thema waren: die Hände gehören weder in die Hosentaschen, unter den Tisch noch in die Haare. Wer seine Hände versteckt, verhält sich nicht nur seinem Gegenüber respektlos, sondern hat in den Augen der anderen vermutlich etwas zu verbergen. Was im Krimi das Messer ist, sind im Kundengespräch vielleicht nicht beleuchtete Risiken. Also, bei der Präsentation oder im  Bewerbungsgespräch  gilt das Credo „Hände zeigen“. Nutze dein wichtigstes Kommunikationsinstrument, indem du deine Worte mit ihm sinnvoll unterstreichst. Ein No-Go ist natürlich auch der eingehakte Daumen und die sogenannte Torwartspose, also das Verschränken der Arme vor dem Körper.

2. Falsche Soft Skills: Der schlaffe Handschlag.

Sorry, aber es gibt kaum ein schlechteres Einstiegssignal in ein Gespräch als ein schlaffer Händedruck. Denn so ein Händedruck vermittelt sofort Schwäche, ein mangelndes Selbstbewusstsein und fehlende Autorität. Mehr noch: zahlreiche Menschen finden es geradezu ekelig eine schlaffe Hand ohne Gegendruck in der Hand zu halten. Ein sicheres Auftreten ist ganz weit vorne unter den wichtigsten Soft Skills. Mit einem zu festen Händedruck macht man sich allerdings auch keine Freunde. Vor allem nicht, wenn man selbst Ringe trägt. Denke also immer daran, die Hand des anderen kurz und bestimmt zu drücken, deinem Gesprächspartner dabei aber nicht weh zu tun. Wenn du dir unsicher bist, übe den richtigen Handshake ganz einfach mit einem Freund. 

3. Augen zu und raus bist du!

Ist dein Gegenüber nicht gerade ein überzüchteter und gedrillter Dobermann in Angriffslaune, gibt es keinen Grund den direkten Augenkontakt zu meiden. Denn wer uns nicht in die Augen schaut, wird gleich in die Kategorie desinteressiert, unsicher, unehrlich abgeschoben. Auf diese Weise einem Kunden ein Wertpapier verkaufen oder die nächste Stufe auf der Karriereleiter erreichen? No Way! Sicheres Auftreten ist hier definitiv Key! Unsere Faustregel lautet als Sprechender den Blick mindestens für zwei Sekunden zu  halten, um den ersten Kontakt aufzubauen und danach mit kleinen Pausen immer wieder den direkten Blickkontakt zu suchen. Bist du der Zuhörer, empfehlen wir dir, deinem Gesprächspartner möglichst kontinuierlich in die Augen und ins Gesicht zu blicken.

4. Yihaa – Der lässige Cowboystand...

Im Western völlig legitim: der lässige Cowboystand mit weit auseinanderstehenden Füßen. Im Job ein absolutes No-Go. Oder musst du im Meeting dein Territorium verteidigen? Sobald du nämlich zu breit stehst, signalisiert du deinem Gesprächspartner einen Territorialanspruch, der ganz schön über einen selbstbewussten und souveränen Stand hinaus geht. Wenn du dann auch noch die Fußspitzen nach außen drehst, kannst du John Wayne die Klinke in die Hand geben. Wenn du dich also nicht in der Lage befindest, deinem Gegenüber deine Meinung unbedingt und dominant vermitteln zu MÜSSEN, stehen die Füße am besten nicht viel weiter als schulterbreit auseinander.

5. Überzeugen wollen? Arme in die Hüfte und bloß nicht Lächeln!

Bevor trotzige Kinder mit theatralischen Stürzen auf den Supermarktboden alle Register ziehen, stampfen sie fest mit dem Fuß und stemmen mit aller Kraft ihre Hände in die Hüfte. Ihren Willen kriegen die allerwenigsten. Und genauso sieht es auch bei Arbeitnehmern aus, die sich vor versammelter Mannschaft die Hände in die Hüfte stemmen, um ihren Worten nonverbalen Nachdruck zu verleihen – am besten noch in Kombination mit einem breiten Stand und nicht dem Anzeichen eines Lächelns. Das vermittelt nicht gerade, dass du vor Freude am Job sprühst. Die fatale Nachricht, die du damit sendest, lautet schlichtweg „Ich will es so und nicht anders. An mir kommt sowieso niemand vorbei.“ Unsere Berufsempfehlung: Türsteher!

Insider-Tipp

Auch unsere Mitglieder empfehlen als Vorbereitung auf das Assessment Center einen Blick auf die eigene Körpersprache zu werfen: „Du selbst musst dich verkaufen, d.h. auch eine klare Aussprache, sowie eine gute, entspannte Körperhaltung üben.“ empfiehlt ein Insider bei der  Accenture-Bewerbung.

6. Allseits beliebt: Der erhobene Zeigefinger...

Wir begegnen ihm seit unserer Kindheit in den unangenehmsten Situationen. Beim Ermahnen durch Lehrer und Eltern oder Schuldzuweisungen bei den schlimmsten Streitereien. Und zuletzt machte er als vermeintliches IS-Symbol Negativschlagzeilen: der erhobene Zeigefinger. Er hat in der Berufswelt als strenges und dominantes Symbol einfach mal gar nichts zu suchen, auch nicht, wenn man meint, seine eigenen Worte damit positiv verstärken zu wollen. Denn der erhobene Zeigefinger vermittelt alles andere als Respekt.

7. Wild Child: Heftiges Gestikulieren!

Zunächst ist es ganz natürlich und gut, seine Kommunikation mit entsprechenden Gesten zu unterstreichen. Unsere Hände sind ein wichtiges Kommunikationstool, das unsere Position verstärken kann und daher immer sichtbar sein sollte. Wie fast immer, kommt es aber auch hier auf die Intensität ab. Vor den Freunden den halsbrecherischen Fahrradunfall mit Gesten zu unterstreichen, bei der jeder Dirigent vor Neid erblassen würde, ist völlig okay. Aber im Job hört der Spaß auf. Wildes Gestikulieren ist einer der Top Fehler im Bewerbungsgespräch. Regelmäßige Handbewegungen im mittleren Tempo mit dem Zuhörer zugewandten geöffneten Handflächen ohne erhobene Finger sind jedoch ein sicheres Grundgerüst. Und in der Zwischenzeit kann man es wie die Kanzlerin machen und die Hände dem Zuhörer zugewandt offen vor der eigenen Körpermitte pausieren lassen.

8. Die „Pipihaltung“

Leider vor allem bei jungen Frauen zu sehen, ist die sogenannte „Pipihaltung“. Also, das Überkreuzen der Beine mit Berührung der Fußaußenseiten. Was bei einer Primaballerina noch elegant aussieht, wirkt im Vorstellungsgespräch, im Assessment Center oder beim Meeting ganz schön unsicher, verklemmt und devot. Und sorry, es wirkt eben auch so, als müsste die junge Frau ganz dringend für kleine Mädchen. 

Die Top 5 der unbewussten aber schädlichsten Gesten

Herumwedeln mit der abgenommenen Brille. Diese Geste zählt ganz klar zu unseren Fluchtbewegungen und Schutzreflexen und sendet an dein Gegenüber ein deutliches Stresssignal. Das bewusste Ab- und Aufsetzen der Brille hingegen kann ein wirkungsvoller Hinweis auf eine besonders bedeutungsvolle Aussage sein.

Fingerhakeln. Zwischendurch die Hände einmal miteinander zu verzahnen, ist kein Problem. Wird das krampfhafte Händchenhalten aber zum Dauerzustand, blockierst du damit deine Gestik und sendest Stresssignale aus.

Mit Gegenständen spielen. Gut, ein Kuli oder Laserpointer in der Hand, gibt uns beispielswiese bei einer schwierigen Präsentation eine gewisse Sicherheit. Leider sieht aber auch das Publikum, dass du Halt brauchst. Und ganz ehrlich, die Kombi Kuli und wilde Gestik kann ganz schön ins Auge deines Gegenübers gehen.

Haare zwirbeln. Versonnen mit den Haaren zu spielen, einzelne Strähnen zur zwirbeln und Locken springen zu lassen kann ja so entspannend sein. Aber bitte nie im Berufsleben. Das Spiel mit den Haaren wird entweder als Stresssignal oder bei ausladenden Gesten, als Sexualsignal ausgelegt. Beides hat im Job nichts zu suchen.

Hände vor Mund, Nase, Ohren oder Augen. Du hast gerade geniest oder willst bewusst eine Darstellung des Äffchentrios zum Besten geben? Okay! Ansonsten haben die Hände im Gesicht nichts zu verloren. Das Wischen über Stirn, Augen, Mund oder Nase sind Gesten, die einen Rückzug, eine Schwäche oder eine unterschwellige Ablehnung symbolisieren.

9. Bauch raus, Brust rein, Schultern runter...

Steht man da mit krummem Rücken und hängenden Schultern da wie ein Fragezeichen, bekommt selbst der durchtrainierteste Mann ein Quellbäuchlein und die schlankeste Frau Hängebrüste und Doppelkinn. Und mal ganz von der Ästhetik abgesehen, wirkt die „Bauch raus, Brust rein, Schultern runter“-Haltung alles andere als durchsetzungsstark, motiviert und agil. Kurzum: jede Haltung, die nicht aufrecht und stolz ist, ist eine Fehlhaltung – für die Gesundheit und für die Performance im Job. Hier kommt daher unser streng geheimer Insider Tipp für mehr Selbstbewusstsein und drei Kilo weniger in nur einer Sekunde: Bauch rein, Brust raus, Schultern gestrafft und Köpfchen hoch. Das ist das Geheimrezept für den ersten Eindruck beim erfolgreichen Bewerbungsgespräch!

10. Spitze Dinge sind zum Zeigen da!

Ganz egal, ob es sich um einen Kuli beim Meeting, den Finger im Assessment Center, das Messer beim Geschäftsessen oder die Schuhspitze beim Sitzen handelt, es gilt immer die altbekannte Regel: man zeigt nicht mit spitzen Dingen auf andere. Warum? Darum! Na gut: der Gegenüber fühlt sich unbewusst bedroht und fasst dein dir vielleicht unbewusstes Körpersignal als aggressiven Akt auf. Wenn du also merkst, dass du beim Geschäftsessen oder Meeting beginnst zu gestikulieren, legst du am besten alle Gegenstände hin. Wenn du deinem Gesprächspartner gegenüber sitzt, empfiehlt es sich, immer ein wenig auf die eigenen Schuhspitzen zu achten, vor allem wenn du die Beine übereinander schlägst. 

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